Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 20 (16.5.1902)
- Date
- 1902-05-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 20 Dr. Bloch's Wochrnschrifk. Sette 329 täten- und Capitols-Rückzahlungen mit zusammen X 25.042*63 in dem Gebahrungsergebniffe nicht vor, weil diese Ausgaben zu Lasten der betreffenden Creditoren gebucht erscheinen. Schließlich kommen die Differenzen zwischen den präliminirten und den thatsächlich sich ergebenden Zuschüssen und Ueberschüffen der einzelnen Sectionen in Betracht, und zwar mit einem Plusüberschuß per Saldo von.. „ 62.93318 die Summe dieser drei Beträge ergibt . . . . X 117.775 81 als Differenz zwischen dem budgetirten und faktischen Ergebnisse zu Gunsten der Gebahrung. Der eingangs erwähnte Ueberschuß per X 39.612 56, welcher selbstverständlich auch resultirt, wenn Sie von den Einnahmen der Gebahrungs-Conti per X 2,005.680'53 die bezüglichen Ausgaben per „ 1,966.067*97 in Abzug bringen, ergibt... X 39.612*56 und wurde zuzüglich des Capitalconto-Vortrages ex 1900 Per.. . „ 8.486 54 und zuzüglich der auf Capitalconto ex 1902 per Saldo sich ergebenden Guthabungsdifferenz per . y 4 535 87 in Summa.X 52.634 97 wie folgt verwendet: X 7.189*36 für Uebertrag des restlichen Ueberschuffes der Central-Friedhof- Verwaltung, Capitel XXXV auf den Friedhof-Erwerbungsfond, „ 30.000*— für Uebertrag vom restirendkn G es a m m t - Ueberschuß aus der. allgemeinen Gebahrung auf den Friedhof-Erwerbungsfond, „ 15.445*61 wurden auf neue Rechnung vorgetragen, was wieder die Summe von X 52.634*97 ergibt. Die genauen Details der Einnahmen und Ausgaben, sowie der Ueberschüsse und Zuschüße in den einzelnen Sectionen belieben Sie aus dem Ihnen vorliegenden Motiven-Berichte zu ersehen. Ich komme nun zur Besprechung des Bilanz-Contos und sind bei den Activ- und Passiv-Posten gegenüber dem Jahre 1900 nur folgende Veränderungen zu verzeichnen: Post 1. Der Baarbestand per 31. December 1901 betrug X 58.435*82, und erweist sich sonach gegenüber dem Cassastande vom 31. December des Vorjahres um X 47.349*65 höher. Post 5. Central-Friedhyf-Anlage-Conto erfuhr eine Steigerung von X 16.979*56 ex 1900 auf X 40.800*—, d. i. um X 23.820*44, welcher Betrag zuzüglich der im Laufe des Jahres 1901 belasteten Abschreibung für Amortisation der belegten Grabstellen per X 25.128*32 in Summe. X 48.948*76 ergibt. Als Gegenpost hiesür wurde in der Passiva die Groß-Commune Wien für den ganzen Schüldeurest im gleich hohen Betrage erkannt, an Stelle der bisher geübten Praxis die Groß-Commune Wien nur als Creditor der jährlichenAnnuitäten-Leistungen figuriren zu lassen. Auf diese X 48.948*76 wurden im Jahre 1901 X 2490*56 bezahlt, so daß nur mehr X 46.458*20 als Guthaben der Groß-Commune Wien in die Paffiva eingestellt erscheinen. Post 6. Reservegrüste-Conto verringerte sich um X 9900*—, weil am 31. December 1901 um diesen Betrag weniger Reservegrüste vorhanden waren, als am gleichen Tage des Vorjahres. Neu entstanden ist Activpost 10. Tempelverein im XX. Bezirk mit X 29.684*58. In Wegfall kommt die vorjährige Guthabenspost per X 47:380*— bei der niederösterreichischen Escompte- Gesellschaft dn deren Stelle, andererseits wieder Post 12, Bodeneredit-Anstält mit X 8052'— tritt. Post 18. Cultussteuer-Conto betragen die rückständigen Förderungen X 119.002*— und haben wir deren voraussichtliche Realifirbarkeit mit 20% angenommen und die als uneinbringlich taxirten 80% mit X 95.202'— als Gegenpost ins Paffivum gestellt. Der Effectendestand der Fonde und Cautiönen betrug am 31. December 1901 fl,. 598.323, X 383.900*— und Sparcaffäöücher siet X 15.269*113, stiid erschnneit dib betreffenden Fonde äüf der Haben-Seite der Bilanz; äls Creditoren^ T)ie Veränderung in her .Passiva, betreffen die Posten i—8, bei welchen sich unser Schmvenständ NM ca. X 50.000'— verringerte. Die Posten 11—16 verringerten sich gleichfalls in Summa um die im Jahre 1901 bezahlten Annuitäten per X 15.789*91. Post 19. Talmud-Thora-Berein ist entstanden durch die Gutschrift des Antheiles am Zinsenerträgniffe der Dr. S. H. Goldschmidt'schen Verlaffenschaft, die Ende December 1901 noch nicht capitalisirt war. Post 22. Die Erhöhung unserer Schuld an die Commune Wien wurde bereits bei Besprechung der Activpost 5, Centralfriedhof-Anlage-Conto begründet. Post 28. Stiftungszinsen-Conto ist auf X 42.868*42 zurückgegangen, was gegenüber dem Vorjahre einer Verringerung von X 23.777*89 gleichkommt. Post 30. Conto sospeso mit X 70 372*82 enthält Gegenpositionen für einige im Activum aufgenommene Beträge, sowie eine usuelle 20%ige Abschreibung auf Borschuß-Conto. Wie Sie nun aus dem Bilanz-Conto ersehen, ergeben sämmtliche Activ-Posten.X 1,701.046 79 sämmtliche Passiv-Posten.. 1,685.601*18 daher.X 15.445 61 aU Activ-Saldo, darstellend unser gegenwärtiges Reinvermögen per 31. December 1901, welcher Saldo auf Capitalconto pro 1. Jänner 1902 auf neue Rechnung vorgetragen wurde, womit ich feststelle, daß die Ertrags- und Capitals-Bilanz ziffermäßig vollkommen übereinstimmt. Auf das Capital-Conto übergehend, finden Sie auf demselben die Details der Contirung sammt erläuternden Text verzeichnet, und bedarf es hierüber wohl keiner weiteren Aufklärung; es schließt mit dem gleichen Saldo ab, wie das Bilanz-Conto und erscheint dieser mit X 15.445*61 per 1. Jänner 1902 auf neue Rechnung vorgetragen. Wenn ich nun einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr werfe, so können wir wohl mit Befriedigung constatiren, daß eine große Anzahl der für das Jahr 1900 budgetirten, aber nicht zur Ausführung gelangten Arbeiten im Berichtsjahre geleistet wurde und die hiefür nothwendigen Mittel aus der ordentlichen Gebahrung entnommen wurden; die hauptsächlichsten Ausgabsposten sind: für Renovirungen und bauliche Herstellungen diverser Bethäuser und am Centralfriedhof . X 11.000*— im Altersversorgun gs haus.. 23.115*— im Siechenhaus.„ 84.720*— im Spitals gebäude.. 64 320*— in Summa . X 183.155*— Ich will nun noch den Voranschlag pro 1902 berühren und ergibt die Rekapitulation desselben einen Zuschuß aus der ordentlichen Gebahrung von X 24.346*42, hiezu laut Anhang für besondere Auslagen „ 141.000*— in Summa X 165 346*42, hierauf haben wir zur Verfügung den Capitalvortrag aus der Gebahrung 1901 mit , 15.445 61. sonach ein unbedecktes Gesammterforderniß von X 149.900 81 noch immer verbleibt. Dieser Betrag reducirt sich wohl um circa X 35.000, welche bereits am Schluffe des Jahres 1901 für Adaptirungen des Spitalgebäudes zur Auszahlung gelangten, so daß im Jahre 1902 für den gleichen Titel nur mehr X 65.000, anstatt laut Anhang zum Voranschlag 1902 präliminirter 100.000 X erforderlich bleiben. — Immerhin weist das Erforderniß pro 1902 noch einen unbedeckten Betrag von circa X 115.000 aus. Wie aus dieser meiner Darstellung hervorgeht, bedürfen wir allerdings auch fernerhin Ihrer eifrigen gewissenhaften Unterstützung, sowie des rastlosen Fortschreitens auf der als richtig anerkannten und erprobten Bahn umsichtiger Ersparungen im Haushalte. Wenngleich manche wichtige Aufgaben bereits erfüllt find, wenn wir auch Spital, Altersversorgungs- und Siechen - haus nach unseren Kräften ausgestattet haben, so bleibt für die nächste Zeit uns doch noch Vieles zu thun übrig. Die Erweiterung der genannten Humanitätsanstalten wird selbstverständlich mit einer beträchtlichen Erhöhung der Betriebsauslagen verbunden sein, und weiters verweise ich darauf, daß wir uns auch zu Tage tretenden Ansprüchen unserer Steuerträger nicht werden verschließen dürfen. Angesichts der uns auch fernerhin obliegenden Aufgaben, deren Wichtigkeit und Dringlichkeit nicht zu unterschätzen ist, wäre es verfehlt. Ms der allerdings erfreulichen Besserung unserer finanziellen Verhältnisse allzu optimistische Schlüffe zu ziehen.