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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-05-16 · 20 (16.5.1902) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
20 (16.5.1902)
Date
1902-05-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 328 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr 20 Jüdische Seeleute. Der „American Israelite“ veröffentlicht die Zuschrift eines jüdischen Seecapitäns Namens Henry Elbe, der schreibt, daß er auf seinen zahlreichen Fahrten in allen Zonen eine große Anzahl jüdische Seeleute getroffen habe, und zwar vom Schiffsjungen bis zum Schiffsführer, in den Kriegswie Handelsmarinen, und daß sie alle ihre Posten gut ausfüllten. — Man sieht, es liegt nicht an den Juden, wenn sie in manchen Ländern nicht auch schwere und Muth erfordernde Berufe ergreifen, sondern es hat dies immer andere Ursachen, die zu beseitigen nicht in der Macht der Juden liegt. Correspondenzen. Aus -er öffentlichen Plenarsitzung des Vorstandes der Wiener israelitischen Cultusgemeinde vom 8. Mai 1902, unter dem Vorsitze des Präsidenten kaiserl. Rath Klinger. Beginn der Sitzung um 10 Uhr Vormittags. Im Einlaufe werden zur Kenntniß gebracht: Ein Schreiben des Herrn S. Wölsier, namens des Vereines zur unentgeltlichen Verpflegung Brustkranker auf dem Lande, unter Ueberweisung von X 4000 für den Stammfond des Vereines. An Spenden: von Herrn Heinrich M. Elias s. A., als Legat für wohlthätige Zwecke 2000 Frcs. in Gold; von Herrn Jakob S. Straßberg, anläßlich der Vermählung seiner Tochter, für wohlthätige Zwecke X 200. Den Spendern wird der Dank votirt. In einer Zuschrift der Firma Gebrüder G u t m a n n wird die seitens derselben mit einem Betrage von K 20.000 erfolgte Errichtung zweier Stiftplätze im Hospiz in Karlsbad mitgetheilt und der Wnner israelitischen Cultusgemeinde das Besetzungsrecht für diese Plätze Vorbehalten. Die n.-ö. Statthalterei genehmigte die vom Vorstande über Anregung des Bicepräsidenten Dr. Stern angesuchte Verwendung des Erträgnisses der »Ignaz Ritter von Liebenb e r g'schen Grabesstiftung", insoweit diese nicht für die Kosten der stiftbriefgemäßen Erhaltung der Grabstätten des Stifters und seiner Gattin in Anspruch genommen werden, zur würdigen Erhaltung des Währinger Friedhofes bezw. zur Berufung und Bepflanzung der Gratisgräber auf der israelitischen Abtheilung des Centralfriedhofes. Endlich werden mitgetheilt: ein Dankschreiben des Vereines zur Erziehung Mischer Waisen in Palästina für die übermittelte Spende von X 25OO zum Neubau der Lämmel'schen Schule und ein Dankschreiben der jüdischen Pfründner im städtischen Versorgungshause, IX. Spitalgaffe 23, für die rituelle Verköstigung während der Pessachfeiertage. Im Präsidialberichte theilt der Vorsitzende mit, daß die von Herrn Bicepräsidenten Dr. Alfred Stern aus dem Nachlaffe seines verewigten Bruders Herrn Juluis Stern gewidmete Kunstsammlung über seinerzeitigen Bertreterbeschluß nunmehr veräußert wurde und daß der hiebei erzielte Erlös im Betrage von X 20.000 über Verfügung des Herrn Dr. Stern für Zwecke des Siechenhauses, deren nähere Bestimmung er sich noch Vorbehalten habe, Verwendung finden werde. Der Vorsitzende spricht Herrn Bicepräsidenten Dr. S te rn für die Widmung der Kunstsammlung sowie für seine um die Veräußerung derselben gehabten großen Bemühungen erneuert den Dank des Cultusvorstandes aus. (Lebhafter Beifall.) Der Präsident bringt hierauf zur Kenntniß, daß Herr Dr. R o s a n e s. Director des Kronprinzeffin Stephanie-Spitales, der durch 12 Jahre die chirurgischen Fälle im israelitischen Spitale behandelt hat, nunmehr aus demselben scheiden werde. Dr. R o s a n e s hat die ihm angebotene neu systemisirte Stelle eines Primararztes der chirurgischen Abtheilung des israelitischen Svitales mit dem Hinweis darauf abgelehnt, daß ihm die Thätigkeit als Director des Kronprinzeffin Stephanie- Spitales die Uebernahme der Pflichten eines Primararztes an einem anderen Spitale nicht gestatte. . Der Präsident erbittet sich die Zustimmung, Herrn Dr. R o s a n r s für sein anerkennenswerthes langjähriges Wirken im israelitischen Spitale den Dank des Cultusvorstandes schriftlich auszusprechen. (Zustimmung.) Zum ersten Punkte der Tagesordnung — Rechnungsabschlüsse für das Jahr 1901 — übergehend bemerkt der Vorsitzende Folgendes: Ich erlaube mir darauf hinzuweisen, daß in Bezug auf die Erstattung der Rechnungsabschlüsse der § 91 des Cultusgemeinde-Statutes maßgebend ist, welcher lautet: »Der Cultusvorstand prüft und erledigt alljährlich die Rechnungsabschlüffe über die Einnahmen und Ausgaben der Cultusgemeinde und sämmtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonde und Anstalten. — Das Vertreter-Collegium hat diese Rechnungsabschlüffe spätestens vier Monate nach Ablauf des Verwaltungsjahres vorzulegen. Durch 14 Tage vor Prüfung und Erledigung der Rechnungsabschlüsse werden dieselben zur Einsicht der Gemeindemitglieder aufgelegt und wird dies durch Einschaltung in der »Wiener-Zeitung" verlautbart. Die Erinnerungen der Gemeindemitglieder darüber sind schriftlich zu überreichen und müssen bei der Prüfung in Erwägung gezogen werden. Die Erledigung des Rechnungsabschlusses hat in öffentlicher Sitzung des Cultusvorstandes zu erfolgen." Ich constatire, daß die im § 91 vorgeschriebene Verlautbarung in der »Wiener-Zeitung" vom 19. April 1902 erfolgt ist und daß die Rechnungsabschlüsse durch 14 Tage zur Einsichtnahme für die Gemeindemitglieder aufgelegen sind. Der Vorsitzende bringt hierauf zur Kenntniß, daß Erinnerungen seitens der Gemeindemitglieder nicht eingelaufen sind, und bittet Herrn kaiserl. Rath Hirsch, das Referat zu erstatten. Referent kaiserl. Rath Hirsch führt Folgendes aus: Geehrte Herren! Im Namen des Vertreter-Collegiums habe ich die Ehre, Ihnen den Rechnungsabschluß für das Verwaltungsjahr 1901 vorzulegen. Bei Besprechung desselben werde ich mich diesmal noch an die frühere Eintheilung nach Sectionen halten, da auch Budget und Abschluß noch diese Gruppirung aufweisen. Aus der Ihnen zugesandten Zusammenstellung der Ueberschüffe und Zuschüsse belieben Sie zu entnehmen, daß die IV. und VI. Section Ueberschüffe in der Höhe von X 884 231'27 erzielten, während die I., II., HI. und V. Section . Zuschüsse im Gesammtbetrage von . . . . . » 844.618°71 benöthigten, sonach ein Ueberschüß von . „ 39.612 56 resultirt. Dieser Betrag kürzt sich um das restliche Friedhoferträgniß des Capitel XXXV »Central- Friedhof", welcher am Schluffe des Jahres auf „Friedhof-Erwerbungsfond" mit.. 7.189*36 übertragen wurde, sonach verbleiben ..... 32.423*20 für den sich ergebenden Ueberschüß auf Gebahrungs-Ergebniß- Conto. Betrachten wir nun diesen Üeberschuß von X 32.423*20 im Vergleiche zum Budget für diese Verwaltungsperiode, so haben wir in der ordentlichen Gebahrung einen Ueberschüß von . . . . . K 20.997 39 präliminirt, welcher abzüglich der auf Seite 23 des Budgets unter Einnahmen angeführten Rückzahlungen von Tempel- und Bethausvereinen Per. ... 2.000*— die theils keinen Eingang gefunden, theils auf dem Debitoren-Conto der uns beschäftigenden Bilanz gebucht erscheinen, sich auf.X 18.997*39 reducirt. Diese Post haben, wir vor den budgetirten-Ausgaben laut Anhang zum Voranschläge pro 1901 per X 104.350*— in Abzug zu bringen, so daß im Budget pro 1901 ein Gebahrungsdeficit von ..... . 85.352*61 resultirt. Es beträgt demnach die Differenz zwischen dem faktischen Ergebnisse und den budgetirten Posten..X 117.775*81 welchen Differenzbetrag ich Ihnen nun aufzuklären habe. Von den. im Anhänge zum Voranschläge pro 1901 präliminirten Auslagen, sowie von den in der ordentlichen Gebahrung budgetirten Ausgabsposten wurden nicht in Anspruch genommen .. . K 29.800*— weiters kommen die unter den Gebahrungsausgaben präliminirten Posten für Friedhof-Annui-

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