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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-04-25 · 17 (25.4.1902) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
17 (25.4.1902)
Date
1902-04-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Rr. 17 Dr. Bloch's Wmtzenfchrifk. Sette 285 hatten sich die den besten israelitischen Gesellschaftskreisen der Brigittenau angehörenden Damen, welche nach einem bestimmten Turnus zu Zweien die armen Schulkinder beim Essen bedienten, eingefnnden, u. zw. die Präsidentin des Frauenwohlthätigkeits-Vereines, Frau Dr. Weiß, mit der Vicepräsidentin Frau Marie Kohn, ferner die Frauen Barber, Fischer, Gallia, Goldner, Katharina Kohn, Löwit, Otte, Dr. Roth, Sobelsohn, Spira, Dr. Weinstein, sowie die Frls. Kurzholz, Pfeifer und Renner. Herr Lehrer Faltitschek dankte in rührender Weise namens der Kinder Herrn Weiner für die Sorgfalt und Güte, welche er jederzeit den armen Kindern entgegenbrachte, worauf eine Bürgerschülerin Jda Krant ein Gelegenheitsgedicht, worin dem Herrn Obmann in schlichter Weise gedankt wird, zum Vortrage brachte; dieses Gedicht, zierlich geschrieben, wurde in einer schönen Enveloppe, einer Aufmerksamkeit des Frl. Pf., Herrn Weiner überreicht. Mit Thränen in den Augen übernahm Letzterer dieses Ehrengeschenk, betonte aber seinerseits, daß der Dank nicht ihm gebühre, sondern dem verehrlichen Cultusvorstande und dessen Mitglied, Herrn Dr. Berger, und daß die Kinder bestrebt' bleiben mögen, den Dank für die ihnen erwiesene Wohlthat durch anhaltenden Fleiß und gutes Benehmen abzustatten; auch dankte er in innigster Weise den Aufsichtsdamen für die wackere Mithilfe, sowie den Herren Polatschek und Faltitschek, welcher nun ein Hoch auf Seine Majestät unseren vielgeliebten Kaiser ausbrachte, worauf alle Anwesenden stehend die erste Strophe des Kaiserliedes sangen. Damit endete diese schlichte, aber würdige Feier. Wien. Der Polizeibezirksarzt Doctor Karl Fuchs, einer der sympathischesten Aerzte Wiens, ein Mann von treuer, jüdischer Gesinnung, ist am 19. d. M. in seiner Wohnung, Neubau, Siebensterngasse 2, im 55. Lebensjahre gestorben. Dr. Fuchs war am 19.October1847 zu Groß-Meseritsch geboren, studirte an der Wiener Universität, an der er zum Doctor promovirt wurde. Nach mehrjähriger Spitalsproxis etablirte er sich und war ein vielgesuchter Arzt, der eine vornehme Clientel hatte. So war er Leibarzt beim Fürsten R o h a n und beim Prinzen Isenburg. Bei Einverleibung der Vororte trat er am 27. December 1892 in den Staatsdienst, war zuerst dem Polizeicommissariat Ottakring zugetheilt und fungirte zuletzt als Arzt des Polizeigefangenhauses. In dieser Eigenschaft war er auch der Enquete über die Verlegung des Polizeigefangenhauses zugezogen. Sein Wirken dortselbst war stets human, und er erfreute sich deshalb ganz besonderer Sympathien. Vor zwei Monaten erkrankte der in der Gesellschaft sehr bekannte und allseits beliebte Arzt an einem Herzleiden. Vergebens suchte er in Abbazia Linderung. Dem Tode verfallen, kehrte er zurück, und nun ist er nach kurzem Todes - kämpfe gestorben. Die Beerdigung fand unter großer Betheiligung weitester Kreise statt. Im Trauerhause hatten sich unter Anderen Hofrath Professor N e u m a n n, Professor H e r z f e l d. die Regierungsräthe I u r k a, Dr. W i t l a c i l, Centralinspector Oberpolizeirath Baron Gorup, die Polizeiräthe Kropatschek, Ondrusek, Skacel, Staßer und Windt, Polizeiobercommissär Schölzig, Chefarzt kais. Rath Dr. Merta, zahlreiche Beamte der Polizeidirection, sämmtliche dienstfreien Polizeibezirksärzte, viele Aerzte, Advocaten, eine Abtheilung der Sicherheitswache, geführt vom Revierinspector Zellner, und die Freunde und Angehörigen des Verblichenen eingefunden. Die Beisetzung erfolgte auf der israelitischen Abtheilung des Central- Friedhofes, wo Rabbiner Dr. T a g l i ch t dem Dahingeschiedenen einen warmen Nachruf hielt. Wien. Dem Jahresberichte des israelitischen Wohlthätigkeits- und Krankenunterstützungs-Vereines „Mazmiach Jeschua", „Hilfe und Heil", in Wien, ll., Leopoldsgasse 39, entnehmen wir Folgendes: Der Verein, welcher gegenwärtig 200 Mitglieder zählt, blickt heute auf eine sechsunddreißigjährige Thätigkeit zurück, in welcher er sehr viel Ersprießliches und Segensreiches geleistet hat. Der Verein wirkt durch unentgeltliche Beistellung eines Vereinsarztes, durch Verabfolgung von Krankengeldern und Curbeiträgen an seine Mitglieder, ferner durch Unterstützung verarmter Mitglieder, endlich durch Leichenbestattungen, Kadisch, Minjan und Haskarah, Verabfolgung von Schiwogeldern, Stellung von Grabsteinen und Abfertigung von Witwen nach den verstorbenen Mitgliedern. Das Bereinsvermögen beträgt circa 30.000 Kronen. Wien. (Rabbiner Dr. David Löwy.) Im hohen Alter von 81 Jahren ist Montag den 21. d. M. der emeritirte Prediger und Schuldirector Dr. David Löwy, der sich auch als Schriftsteller einen verdienstvollen Namen gemacht hat, gestorben. Dr. Löwy absolvirte seine Studien in Prag, leitete sodann die Hauptschulen in Kanitz und Lundenburg und wurde vor nun fast einem halben Jahrhundert nach Wien berufen. Mehr als 25 Jahre wirkte er als Prediger und Religionslehrer in der damals noch kleinen Tempelgemeinde der westlichen Bezirke Mariahilf und Neubau und ries dort zahlreiche Wohlthätigkeitsanstalten ins Leben, die sich heute noch der größten Blüthe erfreuen. Nicht minder verdienstvoll war sein Wirken im 10. Bezirk. Sowohl schriftstellerisch als auch publicistisch war er bis in seine letzten Lebenstage thätig. Als Dr. Löwy im Vorjahre seinen achtzigsten Geburtstag feierte, war er Gegenstand ehrendster Ovationen, und selbst aus Australien und Amerika kamen Glückwunschschreiben. Nach Tausenden zählen seine Schüler, und Biele haben dem würdigen Greise unausgesetzte Beweise treuen Erinnerns gegeben. Vor drei Wochen machten sich bei dem greisen Gelehrten die ersten Anzeichen einer bedenklichen Schwäche geltend, und Montag Abends entschlief er ruhig und ohne Kampf, von seinen Kindern und Enkeln umgeben. Dr. Löwy hinlerläßt zwei Söhne und eine Tochter. Der älteste Sohn ist der Schriftsteller und Chefredacteur des „Jllustrirten Wiener Extrablatt", Herr Julius Löwy. Wien. In einer kleinen ungarischen Jeschiwah, wo vorzügliche Gelegenheit zum „Lernen" gegeben ist, können einige Hörer mit Gratiskoft und Quartier versorgt werden. Bewerber wenden sich schriftlich an den Obmann des „Idoratii-Odeseä- Herrn Salomon Schreiber, ll., Obere Donaustraße 77. Brünn. Am 15. d. M. fand hier das Concert des 8jährigen Pianisten Ernst Wasservogel statt, das dem zahlreichen Publicum wirklichen Genuß, dem jungen Künstler und seinen Mitwirkenden verdiente Anerkennung brachte. Ernst Wasservogel zeigte ein für sein Alter erstaunliches musikalisches Berständnitz, eine bedeutende Technik und ein brillantes Gedächtniß, und darf man von seinem Talente auch für die Zukunft alles Schöne erhoffen. Bon seiner Lehrerin, dem Fräulein Jenny Patonay, am zweiten Claviere begleitet, eröffnete der Wunderknabe aus Wien die Production mit dem ersten Satze aus dem Clavierconcerte in D-moll von W. A. Mozart; diesem folgten mehr als zwölf verschiedene Clavierpiöcen, die er allein spielte. Wir erwähnen darunter Bach's Gavotte aus der 6-moll-Sonate, Beethoven's Variationen in 6-clur über das Volkslied „Mich fliehen alle Freuden", Schumann's zwei Stücke aus den „Kinderscenen", Liszt's „Emde", Haydn's zweiten Satz aus der L-moU-Sonate, sowie kleinere Stücke von Dreyschok, Rubinstein, Hans Schmitt, Reinhold, Bossi-Bacher, Gade rc. Der reiche Beifall der Zuhörer wurde sowohl ihm wie auch Herrn Obercantor Heller zutheil, der einige Lieder von Brahms, Schubert, Wagner rc. sang und mit seinem bekannt schönen Organ und seinem großen technischen Können tiefe Wirkung erzielte. Er wurde von seinem jungen, talentirten Töchterchen, Fräulein Elsa Heller, fein und verständnißvoll accompagnirt. Die Brünner Tagesblätter haben sämmtlich über den künstlerischen Erfolg des Abends in anerkennendster Weise referirt. Besonders günstig sprachen sich der „Mährisch-Schlesische Correspondent", die „Brünner Morgenpost', die „Brünner Theater-Zeitung" u. s. w. aus. lleberall wird nicyt nur dem Concertgeber, sondern auch allen Mitwirkenden Anerkennung und Lob zutheil. Prag. (24. Jahresbericht des Kreuzervereines zur Unterstützung armer israelitischer Waisenmädchen des Königreiches Böhmen.) Die Zahl der Pfleglinge des Warsenheim des Vereines wurde von 27 auf 28 erhöht. 24 Mädchen besuchen mit gutem Erfolge öffentliche Schulen. Zwei besuchen einen Kindergartencurs, Eine lernt das Klewernähen, Eine das Wäschenähen. Für das körperliche Gedeihen und die Gesundheit der Zöglinge wird durch eine rationelle Pflege und die allen Anforderungen der praktischen Hygiene entsprechende Beschaffenheit des Waisenheim nach jeder Richtung zweckentsprechend vorgesorgt. Als Seelsorger machen sich die Herren Rabbiner Dr. Stark und Dr. Weiner verdient. Die Handarbeiten der Waisenmädchen wurden am 7., 8. und 9. December 1901 den Schutzdamen vorgelegt und fanden allseitig Anerkennung. Das Vereinsvermögen beträgt über 500.000 Kronen. Tabor. Bei der dieser Tage durch den Herrn k. k. Landes- Schulinspector Dr. Eduard Kästner vorgenommenen Jnspicirung der hiesigen Staatsmittelschulen wohnte derselbe am k. k. Gymnasium auch dem israelitischen Religionsunterrichte in allen drei Abtheilungen bei und sprach dem Religionslehrer Herrn Rabbiner Phil. Doctor N. Weislovits in Gegenwart des Herrn k. k. Gymnasialdirectors I. Zulc seine volle Zufriedenheit bezüglich der erzielten Unterrichtserfolge, sowie der Disciplin der Schüler aus. Stanislau. (Verlobung.) Herr Dr. Phil. Maurice Lilienfeld, Chemiker in Berlin, etn Enkel des hiesigen Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde Herrn K. Kiesler, hat sich mit Fräulein Rosa B r a n d l e r aus Lemberg verlobt.

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