Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 16 (18.4.1902)
- Date
- 1902-04-18
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 16 Dr. Bloches Wochsnschrifk. Seite 367 Vermilchtes. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, I., Seilenstertengaffe 4. für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Moritz Färber: Bon Herrn Moritz Holzmann. IX., Alserbachstraße 2, K 2; Für seligen Herrn Samuel Spitzer: Bon Herrn Josef Denker. VI., Stumpergasse 35. K 2; von Herrn M. Bramer. IX., Liechtensteinstraße 1, X 4; von Herrn B. Bramer, IX., Liechtensteinftraße 1, X 2. Zusammen x 8. Wien. (Oesterreichisch - Israelitisch e Union.) Samstag den 19. d. M., präcise halb 8 Uhr Abends, findet im Restaurant Khuner die diesjährige ordentliche Generalversammlung der ,Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" mit folgender Tagesordnung statt: .1. Mittheilungen des Vorstandes. 2. Erstattung des Rechenschaftsberichtes. 3. Cassabericht. 4.Wahl des Vorstandes. 5. Anträge und Interpellationen. Wien. (Brigittenauer israelitischer Frauen- Wohlthätigkeits-Berein.) Bei diesem wegen seines wohlthätigen Wirkens in weiten Kreisen rühmlichst bekannten Frauen-Verein fand diese Woche, und zwar der diesbezüglichen statutarischen Bestimmung entsprechend, mittelst Stimmzettel die Wahl der Präsidentin statt. Als solche wurde mit allen gegen eine Stimme Frau Dr. Emilie Weiß gewählt, welche mit Hinweis auf ihre Gesundheit diese Ehrenstelle erst ablehnen zu sollen glaubte, sodann aber in Folge einmüthigen Zuredens aller Vorstandsdamen sich bereit erklärte, die bürdevolle Würde einer Präsidentin des Brigittenauer israelitischen Frauen-Wohlthätigkeits- Vereines annehmen zu wollen. Diese Zustimmung wurde von allen Vorstandsdamen mit Jubel begrüßt und wir sind überzeugt, daß diese Wahl auch im Kreise der zahlreichen Vereinsmitglieder und überall dort, wo man Sinn hat für Wohlthätigkeit und gute Werke, die freudigste Zustimmung finden wird. Frau Dr. Weiß hat sich große Verdienste um den Verein erworben, wie der Umstand bezeugt, daß durch sie im Monate Jänner dieses Jahres nahe an X 1600 an die Vereinscassa abgeführt wurden. Ebenso ist ihr Augenmerk ohne Unterlaß aus Erwerbung neuer Mitglieder gerichtet und auch ihre diesbezüglichen Schritte sind zumeist nicht vergebens. So bietet diese neue Präsidentin den Vorstandsdamen, welche seit jeher mit dem größten Eifer die Vereinsobliegenheiten erfüllten und deren rastlose Thätigkeit auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege der Aufschwung und das Ansehen des Brigittenauer Frauen-Wohlthätigkeits-Vereines zu danken ist, ein leuchtendes Beispiel allezeit hilfsbereiter Güte und selbstloser Wohlthätigkeit. Wien. (Synagogenverein „Betlh Israel".) In der am 6. April 1902 stattgefundenen ordentlichen Generalversammlung des Synagogenvereines „Beth Israel" nach poln.- jüd. Ritus, ll. Leopoldsgasse 29, wurde der Berwaltungsbericht für das Jahr 1901 zur befriedigenden Kenntniß genommen und dem Vorstände rücksichtlich der Gebahrung im abgelaufenen Jahre das Absolutonum einstimmig ertheilt und in besonders ehrender Weise der Dank und die Anerkennung ausgesprochen. Die statutarisch ausgelosten Vorstandsmitglieder Herren S. Land au, A. M. O p p e r, Joses Silbermark und Jacob Weichselbaum wurden einstimmig wiedergewählt; auch wurden die Revisoren Herren Isidor Bels, Jacob Obst und Sigmund Tis ch le r und die Schiedsrichter Herren Dr. Hermann Engländer, Hermann Flieg und Jonas Reizes für das Jahr 1902 wiedergewählt. Wien. (Synagogenverein „Beth Israel", II. Leopoldsgasse 29.) Samstag den 19. April l. I. ^ran row um halb 4 Uhr Nachmittags, hält Se. Ehrw. Herr Rabbiner M. M a h e r s o h n eine halachische nttm Wien. Mont lg den 22. April l. I., um 7 Uhr Früh, findet im Bethause IX., Müllnergaffe, ein S i u m statt. Wien. (Literarische Novität.) Ein mit vielem Beifall aufgenommener Vortrag von Dr. Martin Engländer „lieber dieauffallendhäufigenKrankheitserscheinungen der jüdischen Race ist im Verlag von I. L. Pollak, Wien, XV., Mariahilferstraße 140 erschienen. Der Vortrag enthält ein reiches Thatsachenmaterial, welches zu tiefem Nachdenken anregt. Wien. (Verein für jüdische Geschichte und Literatur.) Sonntag den 13. d. M. fand im Festsaale des Jüdischen Volksvereines, II.. Leopoldsgaffe 49, ein Vortrag de- Herrn Joses Schick über .Juden unter römischer Herrschaft" statt. Floridsdorf. Wie schon in der vorigen Nummer dieses ges schätzten Blattes erwähnt wurde, feierte Herr Ignaz Löw, Cantor und Religionslehrer unserer Cultusgemeinde, feinen *>0. Geburtstag und sein -tOjährigcs Lehrerjubiläum. Aus diesem Anlässe gestaltete sich der allwöchentlich statlfindeude Jugendgottesdienst am vergangenen Sabbath zu einem Festgottesdienste. Die Feier begann mit dem vom Herrn Obercantor Löwy unter Chorbegleitung vorgetragenen 21a Town. hierauf folgte die Predigt, in welcher Herr Bezirksrabbiner Doctor M. R o s e n m a n n in gewohnter Weise den Jubilar als einen treuen, pflichteifrigen Beamten schilderte und zum Schluffe den Wunsch aussorach, daß er noch lange seinem heiligen Berufe erhalten bleibe. Sonntag den 13. d. M. überreichte eine Deputation ehemaliger Schüler und Schülerinnen mit Frau Eugei ie Seidl. Frau Berger und Herrn S. Keßler an der Spitze ihrem gewesenen Lehrer eine namhafte Ehrengabe. Seitens seiner Kollegen erschienen bei ihm Obercantor Löwy, Religionslehrer Ad. Ehr e n f e st. Communallehrer Carl E h r e n f e st. die Cantoren und Religionslehrer W e r d i sh e i m-Stockerau, Eigne r—Gr.-Enzersdorf, Z e l i n k a-Korneuburg, von denen Herr E h r e n f e st sen. im Namen aller College» den Jubilar beglückwünschte und ein Geschenk überreichte. Außerdem trafen unzählige Gratulationen ein, darunter ein anerkennendes Schreiben des hiesigen Cultusvorstandes, von den Herren Obercantoren Singer und Bauer in Wien, von dem Vorstand der Cultusgemeinde Krems und von vielen Anderen. Vaden. Nun ist auch die israelitische Cultusgemeinde Baden aus der Reihe der Primitiven ausgetreten und hat sich mit einem gewaltigen Ruck dem Schönen und Erhabenen auf dem Gebiete des Gottesdienstes genähert. Am letzten Samstag den 12. d. M. ließ zum ersten Male ein gut geschulter Chor die heiligen Gesänge in unserem Gotteshause ertönen und hiebei soll es, so Gott will, für die Zukunft verbleiben. Wohl unser bisheriger bewährter Cantor Herr Jakob Schäfer stellte als solcher seinen ganzen Mann und hat sich durch seinen angenehmen Vortrag die Sympathie der Gemeinde erworben und wird derselben auch weiterhin seine gediegene Kraft weihen; aber der Vorstand, dem klugen Satze unserer Weisen huldigend: Weise ist jener, der das unvermeidlich Kommende geistigen Auges vorauszusehen vermag, wollte das Neue, das nicht ausbleiben konnte, auf dem konservativen Stamme, der in unserer Gemeinde breite und tiefe Wurzeln geschlagen, pfropfen, und acceptirte neben Herrn Schäfer auch Herrn M. Seifert als Cantor, dem schon seit seiner Amtsthätigkeit im Fugdach-Tempel in Wien ein rühmlicher Ruf vorausging, und der am vergangenen Samstag sein heiliges Amt zum ersten Male Hierselbst ausübte. Ueber die Erstleistnng des Herrn Seifert herrscht in der hiesigen Cultusgemeinde nur Eine Stimme, die des Lobes und voller Anerkennung für seine Thätigkeit, Kenntniß und göttliche Begabung. Der Vortrag mit seinem Chore war weihe- und würdevoll und wirtte auf alle Andächtigen erhebend und fascinirend. Um dies mit einem schwerwiegenden Worte zu bekräftigen, wird hervorgehoben, daß Cantor Seifert mit seinem Vortrage selbst die Allerconservativsten in unserer Gemeinde für diese Neuerung gewonnen, was dahier viel zu bedeuten hat. Um aber diese Harmonie zu vervollständigen, ließ der Vorstand den Jnnenraum des Tempels durch frische Malerei und sonstige Einrichtungsstücke verschönern, und die Tenipelbesucher werden mit Recht ausrufen können: „Wie schön sind deine Zelte Jakob!" Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, daß anläßlich dieses allgefälligen Fortschrittes der Gesellschafter der Firma Bernhard K o h n in Wien, die Ehegatten Herr Rudolf und Frau Ernestine K o h n. der Cultusgemeinde ein werthvolles Harmonium spendeten, wofür Beiden hier öffentlich der Tank ausgesprochen wird. Teltsck». Montag den 21. März l. I. fand hier ein Wohlthätigkeitsball statt, der zur allgemeinen Beftiedigung verlief und dessen Reinerträgniß dem hiesigen Tempelbauvereine zugeführt wurde Bei sehr animirter Stimmung gab sich Jung und Alt bis in die frühen Morgenstunden dem Tanze hin. Zum Schluffe sei noch das rastlose und fleißige Bemühen des Herrn Alfted Lauer hervorgehoben. der sein Bestes in den Dienst der Unterhaltung gestellt hat, wofür ihm hier vom Ballcomite öffentlich der Dank ausgesprochen wird. Csakathirrn. Am 8. d. M. fand hier eine erhebende Feier statt. Es war nämlich die vierzigste Jahreswende, daß Se. Ehrwürden Herr Rabbiner I. Schwarz als Seelsorger und Religionslehrer installirt wurde. Das vom Cultnsvorstande hiefür getroffene Arrangement war so vorzüglich und umfichtsvoll, daß Alles wie am Schnürchen ging. Vormittags sprachen Deputationen aus der Umgebung und einzelne Gemeindemitglieder vor. welche ihre Gratulationen darbrachten, und eine beträchtliche Zahl elegant gekleideter Mädchen überreichte einen herrlichen Blumenstrauß. Punkt 3 Uhr Nachmittags begab man sich zum Festgottesdienste. Der geräumige Tempel war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Tie Lehrkörper der Bürgerschule und Präparandie, Magistrat und Bezirksgericht waren vertreten. Nachdem Herr Cantor Katz mit seiner melodischen Stimme, mit Chor- und Harmoniumbegleitung daslla Towu, Minchagebet und den Psalm Nigmor leszodo vorgetragen hatte, bestieg der Herr Jubilar die Kanzel und hielt eine tiefergreifende» mit großer Andacht angehörte