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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-04-18 · 16 (18.4.1902) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
16 (18.4.1902)
Date
1902-04-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 266 Dr. Bloches Wochsnschrifk. Nr. 16 {teilte« übtichö Zeichen des Zevitenthums: Kanne oder BecheL, vügegen das Symbol ahronidischvr Abstammung: die segnenden Hände und die Krone des Priesterthums sogar bei Frauen. Ganz vereinzell deutet ein Bild den Beruf des Verstorbenen- Nur einmal den Familiennamen an. Bewerkenswerth stnd die Familien- Wappen. Für die Herstellung dutch jüdische Künstler sprechen verschiedene Gründe Und Belege, linier den in Altona Bestatteten stnd besvnders hervorzuheben: Dr. Rodrigo de Castro, dessen Grab man bisher vergebens gesucht hat, Abraham Teixeira, der Resident der Königin Christine von Schweden, früher .Pagador" (Schatzmeister) des Königs von Spanien, dem die kaiserliche Regierung vergebens einen Jnquisitionsproceß zu machen versucht hat, Elia Aboab, wie es heißt, der Erbauer der ersten Synagoge in Hamburg, Mose Gideon Abudiente, der bekannte Dichter und Grammatiker, und David Cohen de Lara, über besten Lebensschicksale das erwähnte Protokollbuch wichtige Aufschlüffe gibt und Vesten Bild sehr wahrscheinlich in dem »Bildniß eines Rabbiners * in der Dresdener Bildergalerie zu sehen ist. Bon Abraham Teixeira's Sohn Manoel berichtet eine Urkunde im Staatsarchiv, er habe zu dem Bau der großen Michaelistirche das gesammte Kupfer im Werthe von 8—10.000 Thalern geschenkt. 1622 ziehen verschiedene Hamburger Familien, der Einladung des dänischen Königs folgend, nach Glückstadt. Der bedeutendste Ansiedler, Albertus Dionys oder Denis oder Anis, entpuppt sich in einem Actenstück des kgl. preußischen Staatsarchivs zu Schleswig als identisch mit Samuel Jachja. Die eingewauderten Portugiesen nahmen, um möglichst wenig als Fremde aufzufollen, niederdeutsche Nomen, auch im Umgang das Plattdeutsch an. Den Portugiesen dankt Glückstadt nach einem einh-imischen Chronisten seinen ganzen Wohlstand. Doch lähmen die Kriegsunruhen und andere ungünstige Einwirkungen die Entwicklung der Gemeinde, welche schon seit der Mitte des 17. Jahrhunderts mehr und mehr schwindet. Auf dem Glückstädter Fried- Hofe sind mehrere Steine beachtenswerth. Auf einem findet sich neben dem Wappen der de Castros ein auf diesen Namen hinweisender Woppenspruch. Nach Altona waren Portugiesen schon in der zweiten Halste des 17. Jahrhunderts aus Hamburg ausgewandert. 1703 gründen sie eine eigene Gemeinde, welche 1887 sich auflöst. In Emden waren gelegentlich bereus 1593 Portugiesen gelandet, welche alsdann nach Amsterdam weiterreisten und dort die erste portugiesische Ansiedlung darstellen. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts siedeln sich weitere Portugiesen, vornehmlich aus Hamburg an, welchen, wie in Glückstadt, völlige Gleichstellung mit den andern Bürgern eingeräumt wird. Auch auf dem Emdener Friedhof finden sich Portugiesengräber. Proben von Bildern von den Grabsteinen in Altona und Glückstadt, sowie ein bisher unbekanntes Trachtenbild aus dem 17. Jahrhundert beleuchteten diese Ausführungen. Bukarest. Die energische Stellungnahme des Auslandes oegenüber dem Gewerbegesetze berührt hier sehr empfindlich. Namentlich die Artikel des »Berliner Tageblatt", der »Frankfurter Zeitung" und »Jndependance belge", hier viel verbreitete Blätter, finden Beachtung. Die Wirkung ist, daß die Polizeiorgane angewiesen wurden, alle Versammlungen von Juden zwecks Organisirung der Auswanderung rücksichtslos zu Verbindern. Dabei kamen Mißgriffe vor, und es wurden zugleich Zusammenkünfte zu religiösen Zwecken verboten. Absicht der Regierung ist es, im Augenblick unter allen Umständen eine Auswanderung, die die Austnerksamkeit Westeuropas erregen würde, zu verhindern, bis neue finanzielle Transactionen zum Abschluß gelangten. Gleichzeitig würde eine Auswanderung jetzt den Häujerkrach und die bedrohte Lage der Pfandbriefinstitute verschlimmern. Das Cabinet verweigert aber jede bindende Interpretation des Gesetzes, um für die Zukunft freie Hand zu haben. Ob die durch das Gewerbegesetz arbeitslos gemachte jüdische Bevölkerung Rumäniens der Regierung den Gefallen thun kann, oennoch in dem ungastlichen Lande zu bleiben, erscheint uns wenig wahrscheinlich. New-Pork. Mittwoch den 26. März d. I. fand die Einweihung der neuen Schule für Metallarbeiter des Lehrerv Technical Institute statt, die von Herrn Abraham S t e i n a m und deffen Gattin zur Erinnerung an ihren Sohn Lucas gegründet worden ist. Die Feier nahm einen würdigen und erhebenden Verlauf. In dem mit Blumen und Palmen festlich geschmückten Saal, der auch mit einem Bilde Lucas Steinam's geziert war, hieß Herr Jacob H. Schiff die Anwesenden willkommen, gab eine kürze Schilderung des segensreichen Wirkens des Technical-Jnstitutes und dankte deü Stiftern der ntzüetl Schule. Reverend Dr. Schulmann sprach eilt Gebetdek Stifter übergab die Schlüssel des Gebäudes mit einer längeren Ansprache, in der er seines verstorbenen Sohnes gedachte. jlnter den folgenden Rednern, die Herrn Steinam den Dank aussprachen, waren u. A. Präsident Blooming dal e, der Mayor Low, Präsident C a n t o r, Prof. Morris L o e b rc. Von Präsidenten Roosevelt war ein Schreiben eingetroffen, in welchem er bedauerte, der Einweihung nicht beiwohnen zu können, und die Arbeiten und Bestrebungen des Hehren Technical Institute rühmend anerkannte. Das neue Gebäude ist 6 Stockwerk hoch und wurde mit einem Kostenaufwand von 100.000 Dollars erbaut. M. T. Der Gouverneur der Provinz Santa-Fee an Herrn Miguel Cohan, Administrator der Colonie Moisesville in Argentinien. Zant a-F e e, 28. Jänner 1902. Geehrter Herr l Der Domänenminister Herr Dr. Aldao hat mir nach dem Besuche Ihrer Colonie einen sehr befriedigenden Bericht üb.r die durch Ihre intelligente Verwaltung erzielten Fortschritte erstattet, welche in sehr praktischer Weise das Problem der Colonisation gelöst hat, welche anläßlich früherer Versuche so vielen Hindernissen begegnete» Ihre Gesellschaft hat eine glänzende Anlage verwirklichtindem sie für einen sehr Mäßigen Preis eine große Landfläche erwarb, die von erster Qualität für den Alfalfabau (Klee) und gleichzeitig vortrefflich für den Anbau von Cerealien ist, wie dies im Allgemeinen bei den Feldern im nördlichen Theile der Provinz der Fall ist. * ° Ich spreche Ihnen meine wärmsten Glückwünsche aus über die Art, wie Sie die Viehzucht mit der Agricultur combinirt haben, indem Sie jedem Colonisten eine Anzahl Vieh zutheilten. Die verständnißvoll ausgebeutete Viehzucht sichert den Ackerbauern, unabhängig von der Getreideernte, ihre Existenz und ein gutes Einkommen durch den Verkauf der Milchprodukte und des Futters, welches die Alfalfa liefert. Durch die vorsichtsvolle Maßnahme, daß Sie im Voraus einen Theil des jungfräulichen Bodens aufackern, welchen die Einwanderer bebauen sollen, die in den Colonien Ihrer Gesellschaft sich niederlassen, ersparen Sie denselben unnütze Ausgaben, und was wichtiger ist, den Zeitverlust, den sie ohne diese Vorsicht erleiden würden, indem das erste Jahr nur zum Aufbrechen des jungfräulichen Bodens verwendet werden könnte, während hingegen, indem Sie den Boden für die Einwanderer vorbereiten, diese den Erfolg ihrer Arbeit und die Früchte der Ernte sofort vom ersten Jahre ihrer Niederlassung an genießen können. Da dieses Jahr in den Colonien des Westens und Nordens der Provinz die Getreideernte — durch die Trockenheit — verloren ist, befinden sich die Ackerbauer — welche blos Getreide und Leinsaat bestellten — in einer so schwierigen Lage, daß die Regierung sich damit beschäftigen muß, ihnen Mittel und Saatgut zu liefern, damit sie wenigstens im nächsten Jahre eine Ernte haben. Diese Ackerbauer könnten danach viel von dem Beipiele lernen, welches Sie denselben in der Colonie Moisesville geben, indem Sie die Viehzucht mit dem Getreidebau vereinigen und indem Sie einen Theil der Felder der Alfalfacultur widmen, wie, Sie es in den Colonien Ihrer Gesellschaft thun. Hiedurch sehen ihre Colonisten, trotzdem die Getreideernte vollständig verloren ist, ihre Existenz gesichert und erzielen ein gutes Einkommen, Dank den Erzeugnissen der Milchwirthschaft und der Alfalfa, die sie zu guten Preisen verwerthen. Erlauben Sie mir auch Ihnen zu sagen, daß die befriedigenden Resultate der Colonien Ihrer Gesellschaft zur Genüge beweisen, daß die Felder im Norden dieser Provinz — wenn sie verständig bearbeitet werden — ebenso gute Ergebnisse liefern, wie die des Südens, besonders wenn der Alfalfabau eingeführt wird. Empfangen Sie demnach meine Glückwünsche für das gute Gelingen dieser Unternehmung und für die gute Organisation Ihrer Verwaltung in all' ihren Einzelheiten. Ich würde Ihnen dankbar sein, wenn Sie gefälligst diese Glückwünsche den Herren Directoren Ihrer Gesellschaft übermitteln wollten, der ich gern vollständige Gerechtigkeit widerfahren lasse. . (gez.) Bdo Jturraspe, Gouverneur

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