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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-04-11 · 15 (11.4.1902) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
15 (11.4.1902)
Date
1902-04-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 248 Dr Vloch's Wochenjchrist. Nr. 15 folgten mit ihren Tänzern die Fräuleins des Jung-Damen-Comites: Regine Schick, Malvine Fried, Rudolfine Seidl, Steffi Ronbitschek, Mina Lustig, Helene Thumin, Elsa Ronbitschek, Regine Wassner, Rosa Feuer, Flora Löwy, Hermine Löwy, Sidonie Roicnfcld. Tie Ballmusik besorgte die beliebte Saloncapelle Emil Bauer; das Tanzarrangement lag in den bewährten Händen des Herrn Prof. Julius Singer, Der Tempelverein Brigittenau war vertreten durch seinen Obmann Herr Cultusrath Hermann Eltbogen und die Vorstandsmitglieder Herren Jacob Kohn, Juwelier, und Heinrich Mayer. Ferner war anwesend Frau Katharina Kohn, Borstandsdame des Frauen- Wohlthatigkeitsvereines. So wurde bis in den früben Morgen hinein flott getanzt und steht zu erwarten, das; diese schöne Veranstaltung, um die sich nicht zum Mindesten die .Herren des Jung-Herren-Eomit^s wirkliche Verdienste erwarben, auch ein ansehnliches Neinerträgniß zu Gunsten der Armen der Brigittenau abgewsrsen hat. Wien. (R e l i g i o u s s ch u l e des „A dass J i s ro el“ S ch i f f s y n a g o g e.) Sonntag bni 13. Aprrl, 9 Uhr Morgens, findet die Prüfung an dieser 'dreiclassigen Schule für Knaben und Mädchen im Locale des Uelii Hamidraseh, II., Groß? Sckfiffgasse 8, 1. Stock, statt. — Gäste willkommen. — Die Einschreibung für das Sommerseinester wird Mittwoch am 30. April, 2—4 Uhr Nachmittags, im Schnllocale, II., Kleine Psarrgasse 12, vorgenommen. Floridsdorf. Am 13 d. M. feiert, wie wir erfahren, Herr Ignaz L ö w, Cantor und Religionslehrer der hiesigen Cultusgemeinde, seinen 60. Geburtstag und gleichzeitig das 40jährige Jubiläum als Religionslehrer. Er wirkte früher in Göding und Krems und seit einer langen Reihe von Jahren in unserer Gemeinde. Ung.-Ostra. Ter Schauplatz einer intimen, erhebenden Feierlichkeit war unsere Gemeinde am 2<t. März l. I. Die Feier galt unserem allverehrten, verdienstvollen Gemeindebeamten Herrn Bernbard Füchscl, der seil 40 Jahren unnuterbrochen, treu und aufopfernd im Dienste der Gemeinde steht und nun von Sr. Majestät mit der Medaille für 40jährige Dienstzeit ausgezeichnet wurde. In feierlicher Sitzung des Ausschusses sowohl der Eultnsals der politischen Gemeinde überreichte am obigen Tage Herr Vorsteher Tr. E. Stern mit einer Ansprache, in welcher er die zahlreichen Verdienste des Jubilars um das Wohl der Gemeinde hervorhob, dem Jubilar die Auszeichnung Sr. Majestät und zugleich als Zeichen der Anerkennung, Verehrung und Anhänglichkeit, die der Jubilar seitens Aller sich zu erwerben und zu erhalten gewusst hat, eine ihm von sämmtlichen sowohl ortsansässigen als anderwärts wohnhaften Gemeindemitgliedern gewidmete prachtvolle Ehrengabe. Möge Herr B. Füchscl sich noch lange unserer Aller Verehrung und Anhänglichkeit, die Gemeinde aber seiner für uns fast unentbehrlich gewordenen Wirksamkeit erfreuen. Prag. Der Großindustrielle H. Gotrlieb B o n b y hat im eigenen Namen sowie in jenem seiner Söhne Otto i:;ib Leon die Summe von 10.000 Kronen zu einer Stiftung süc böhmische, in erster Reihe israelitische Pros-ffurscaudidaten an der böhmischen Technik in Prag gespendet. Ungar -Brod. sT e l e g r a m in der „O efterreicbi* scheu Wochenschrif t".) Bitte um Abdruck folgender Erklärung: „Ich erkläre hiermit, daß die Mazzosbäckerei'des Herrn Reiß hier nicht unter meiner Anssicht steht/ Ungar.-Brod, 2. Adar 5662. Dr. Jung, Rabbiner. Loudou. Zu dem am 14. März, Abends, stattgefnndenen ersten officiellen feierlichen Hof- und Empfangs Royal Court Seiner Majestät des Königs im Buckingham Palace war auch der Chief-Rabbi Dr. Adler mit Gemahlin eingeladen. Wie die Blätter berichten, hatte Dr. Adler sofort eine Entschuldigung eingesandt, dem Befehle Sr. Majestät wegen des Sabbaths nicht Folge leisten zu können. Albany. Die Zwnisten haben durch eine am 14. Jänner vom Afsembly-Mitglied Leon Sanders eingereichte Bill um Jncorporirung ihrer Bereinigung nachgesucht. Der übliche Modus, das Gesuch um Jncorporirung bei dem Staats-Secretär zu stellen, war nicht angängig, da die Staatsgesetze in diesem Falle unzureichend sind. Die Bill gestattet Richard Gottheil aus New-Aork, H. Pereira Mendes aus New Jork, Marcus Jastrow aus Pennsylvanien. Moses M. Margolies aus Massachusetts, Sabator Schaffer aus Maryland, Lean Zololkoff aus Illinois und Isidor Morrison aus New-Iork, die Gründung einer Vereinigung, welche den Namen „Federation of American Zionists" tragen soll. Die Zwecke der Bereinigung sind, den nationalen Gedanken in Israel zu pflegen, mit anderen Zionisten zusammen zu wirken in dem Bestreben, für die jüdische Nation ein gesetzlich anerkanntes Reich in Palästina zu gründen, alle Zionisten in den Bereinigten Staaten zu vereinigen, als Vermittler zwischen dem Zionistencougreß und den in Amerika ansässigen Zionisten zu snngiren, die Kenntniß des Hebräischen als einer lebenden Sprache zu pflegen und diesen Zwecken gewidmete Zeitschriften zu veröffentlichen. Jsajka, der Segrlflicker. Novelle von K. Stanrukowitsch. Uebersctzt ans dem Russischen von Malwina Vlumberg. Hl. Sogar über die Angst, die Jsajka vor der See empfand, insbesondere wenn die Wellen sich stürmisch bäumten, lachte man nicht, ebenso wenig über seinen Mangel au Muth. wenn es galt, den verschiedenen, von dem Leben eines Matrosen unzertrennlichen Gefahren ins Gesicht zu sehen. Dieselben flößten ihm unüberwindliche, fast physische Furcht ein. Daher war auch Jsajka nicht, was man einen tüchtigen Matrosen nennt. Während der sechzehn Jahre seines Dienstes war er niemals im Frontdienst gewesen, sondern hatte sich unablässig mit Segelflicken beschäftigt. Nicht ein einzigesmal war er zum Mastkorb emporgestiegen und wenn er, nachdem er einige Strickleitern hinaus- und heruntergeklettrrt, wieder auf dem Verdeck war, fühlte er sich glücklich und vermied es, diese freiwilligen Versuche zu wiederholen, da von ihm, als Reservisten, der eigentliche Matrosendienst nicht verlangt wurde. Und nur wenn es hieß: »Alle Mann an Bord" war Jsajka verpflichtet, als einfache Arbeitskraft miteinzngreisen, d. h. zugleich mit den Anderen dicke Stricke das Verdeck entlang zu ziehen, bei dem senkrechten Aufzug am Schiffsschnabel zu stehen, u. a. m. All' dies vollbrachte er mit höchst lobenswertstem Eifer. Gewissenhaft rollte er die Stricke zusammen, legte sich mit der Brust auf die Walzen des Auszuges und strengte alle seine schwachen Kräfte an, froh, beweisen zu können daß er dasselbe, wie die Anderen zu leisten im Stande sei. Alles jedoch, was über dem Verdeck sich befand, flößte ihm Furcht ein und mit ängstlicher Verehrung blickte er auf die Spitzen der hohen Mastbäume. Bei dem bloßen Gedanken daran, daß man ihn in stürmischem Wetter hinaufschicken könnte, das Segst am Mastkorb zu befestigen und er dabei auf den sich schankelnden Sprossen der Strickleiter stehen müßte, oder auch ihm befehlen, ans dem im Wasser sich tauchenden Bugspriet das Segel zu raffen, suhlte Jsajka. daß ein eisiger Schauer ihn überlief. Ec schloß die Augen, wie um sich von einem schrecklichen Gespenst zu befreien und hilflos bewegte er seine kleinen, mageren, denjenigen der übrigen Matrosen so ungleichen Hände, deren dünne, schlanke Finger die Nadel so vorzüglich zu führen verstanden. „Der liebe Gott hat, wie es scheint, Jsajka schon so ängstlich geschaffen. Es ist nicht seine Schuld. Ec möchte und kann nicht. Sein Inneres sträubt sich dagegen. Schick' ihn z. B. zum Mastkorb hinauf. Er würde sterben vor Schreck!" „Er würde gar nicht so weit gelangen, auf halbem Wege schon fällt er in's Meer!" „Gar nicht wie ein Matrose ist Jsajka!" „Und gar keine Kraft ist in ihm!" So beurtheilten ihn die Matrosen, die, obgleich sie bereit waren, jeden Kameraden, der Furchtsamkeit verrieth, zu verspotten und sich über ihn lustig zu machen, in eigenartigem Zartgefühl an Jsajka ein anderes Maß anlegten. Und wenn hin und wieder einige alte, wetterhaste Matrosen über den kleinen Segelflicker lachten, so geschah dies ans äußerst gutmüchige Weise und ohne die geringste Absicht, ihn zu kränken oder zu demüthigen, umsomehr, als Jsajka seine Schwäche gar nicht verhehlte. „Alles gab mir Gott", Pflegte er zu sagen, „Verstand, und Fleiß, und Geduld, aber den Muth, den Matrosen haben müssen, meine Brüder, hat er mir versagt. Wie es scheint, hat jeder Mensch seine Bestimmung, und Gott will nicht, daß ein Jude ein Matrose sein soll ... . Sei Du ein Handwerker und lebe auf dem festen Lande, so sprach Gott zu den Juden", schloß

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