Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-04-11 · 15 (11.4.1902) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
15 (11.4.1902)
Date
1902-04-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3021439-3021455--11681-3036232
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 15 Dr. Bloches Wochenschritk. Seite 245 und Freunden des Vereines, den Waisenvätern und Waisenmüttern und insbesondere den Herren Aerzten, die den Vereinszöglingen Hilfe angedeihen ließen, wärmstens gedankt. Das Schutzdamen-Comite bestand aus den Damen: Charlotte Freifrau von Königswarter, Präsidentin; Sofie von Gutmann, Vice-Präsidentin; Sofie Bauer, Charlotte Biedermann, Ottilie Bondy, Emilie von Pfeiffer, Julie Freifrau von Schey, Emma Schiff, Anna Tyorsch, Stephanie Weiß von Welleustein, Helene Wollheim. Wien. Der israelitische Frattenwohlthätigkeits - Verein für Hausarme in Wien versendet seinen einunddreißigsten Jahresbericht, der ein umfassendes Bild von dem wohlthätigen Wirken des Vereines im abgelausenen Jahre bietet. Mit Befriedigung constatirt die Bereinsleitung die werkthätige Sympathie neuer Freunde, die dadurch zum Ausdruck kam, daß dem Vereine 25 neue Mitglieder beigetreten sind uub die Büchsengelder gegen das Vorjahr eine erfreuliche Zunahme zeigen. Nachdem noch den besonderen Gönnern des Vereines in warmen Worten gedankt und der verstorbenen Mitglieder pietätvoll gedacht wird, folgt die Bilanz, der wir folgende interessante Ziffern entnehmen. An monatlichen Unterstützungen wurden 700 Kronen, an Unterstützungen anläßlich des Todestages weiland Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth 223, an Unterstützungen anläßlich der Osterfeicrtage 365, an Zinsbeiträgen 180, an Krankenunterstützungen 334, an Unterstützungen an Curbedürftige 169, an Unterstützungen seitens anderer Vereine 56 60, au den „Verband zur Unrerstützung armer israelitischer Wöchnerinnen^ pro December 1900 25, an den „Verband zur Unterstützung armer Wöchnerinnen" pro 1901 300 Kronen ausgezahlt. Der Vorstand setzte sich folgendermaßen zusammen: Frau Clara Klärmann Präsidentin; Frau Sophie Deiches, Frau Adele Edle v. Mises, Bice-Pcäsideutinnen; Frau Rosa Wiesuer, Schriftführerin; Frau Gisela Bien. Cassierin; Frau Selma Bachstez, Frau Ernestine Brecher. Frau Amalie Brüll, Frau Helene Deutsch, Frau Cäcilie Nußbeck, Frau Ernestine Sachs, Frau Henriette Schneck. Wien. Der israelitische Synagogenverein „Beth Israel" nach polnisch-jüdischem Ritus in Wien, II., Leopoldsgaffe 29 (Vorsteher Arthur Edler v. Mises, Stellvertreter S. Deiches), veröffentlicht den Jahresbericht für das 20. Bereinsjahr 1901. Derselbe bringt zur Kenntniß, daß als Vereinsrabbiner Herr Rabbiner Mayrrsohn dauernd angestellt wurde. Während die Jahreseinnahmen trotz der Ungunst der Verhältnisse beinahe stationär geblieben sind, haben die Ausgaben durch die zufolge des Uebereinkommens mit dem Vereinsrabbiner bedingte Gehaltserhöhung, ferner durch die Activirung des schon vom früheren Vorstande in Angriff genommenen Beth Hamidrasch eine nicht unerhebliche Erhöhung «rfahren. Der Umstand jedoch, daß die Mitgliederzahl von 131 auf 157 gestiegen und noch gegenwärtig im Steigen begriffen ist, läßt die bestimmte Hoffnung aufkommen, daß auch die Einnahmen einer Steigerung entgegengehen. Im Sinne des anläßlich des 50jährigen Regierunqsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers gefaßten Vorstandsbeschlusses wurde auch im Berichtsjahre einem würdigen, mittellosen Mädchen eine Heiratsausstattung von 400 Kronen verliehen. Der Trauungsact wurde im Beisein des Gesammtvorstandes in der Bereinssynagoge durch die Bereinsfunctionäre in feierlicher Weise vollzogen. Anläßlich der Ostecfeiertage wurde wie alljährlich eine Sammlung eingeleitet, um einer - größeren Zahl von Hilfsbedürftigen die durch die Feiertage bedingten Mehrausgaben zu erleichtern., Prag. (Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis.) Die wirthschaftlich-. Lage der Juden verschlimmert sich durch die schon in das dritte Jahrzehnt reichende antisemitische Strömung zusehends und nimmt eine gefährliche Gestalt an. In weiser Erwägung des Umstandes, daß mit momentanen Aushilfen dem Uebelstande nicht abgeholfen zu werden vermag, hat sich hier ein Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis gebildet, um den arbeitsfähigen und arbeitsuchenden armen Glaubensgenossen durch Zuweisung einer den Bewerbern anpaffenden, lohnenden Beschäftigung dauernden Erwerb zu verschaffen. Der genannte Verein hat sich am 20. Februar v. I. constituirt und versendet eben seinen mit Ende desselben Jahres schließenden Geschäftsbericht, welchem zu entnehmen ist, daß sich die Bereinsthätigkeit intensiv, sowohl als auch extensiv höchst erfolgreich gestaltete. Aus beigefügten Tabellen ist zu ersehen, daß 1944 Arbeitnehmer an den Verein um Arbeitszuweisung herangetreten, daß 982 Aufträge von Arbeitgebern Vorgelegen sind, 13.318 Besuchs von beiden Seiten verzeichnet werden konnten, daß 6601 Offerte gemacht worden und daß 404 Arbeitsstellen durch Vermittlung des Vereines zu besetzen möglich gewesen ist. Die Vereinsleitung vermag daher auf eure fruchtbringende, menschenfreundliche Thätigkeit mir hoher Befriedigung zurückzublicken, von welcher im Interesse unserer armen Glaubensgenossen zu wünschen wäre, daß der Verein durch materielle Förderung in die Lage gesetzt sei, allen gestellten Anforderungen nach j'der Richtung hin zu eutsorech'n. E«l. Beer. Bischofteinitz Für die arme unglückliche Frau, für welche der Gefertigte die Güte und den bekannt mildthätigen Sinn der Glaubensgenossen in Anspruch genominen bat, sind dis jetzt nachstehende Spenden eingelaufeu von den Damen und Herren: Alois Weißhut, Bankdirector. Wie::, 200 -K; Baron Freiherr v. Rothschild, Wien. 100 X; W -ißhut in Hamburg 100 K; Kar! Rudolf Auspitz, Wien, 20 X : Leopold Klauber, Pilsen, 10 X; I. L. Popper, Radnitz, 6 K; M. Sabbath, Mies. 4 X; Neumann, Mies, 2 X; Paula Mahler, Kemmeldach, 7 X; Moritz Steiner, Horazdioivitz, 4 X; Franz Löwitb, Taus, 5 X; Pollak Bernat, Saswar 2 X; Kronprinz Ruwlf-Wohlthätigkeitsverein Ronsperg 4 X; Hermann Weißhut. Rousverg, 2 X; Markus Wilhelm, Stankau, 6 X; Jenny Eckstein, Taus, 6 X; Moses Pick, Privatlehrer in Wien, 1 Büchlein „Thautropien" u. 50 Heller; Ungenannte in Ronsperg 2 X; Dr. Leopold Schneider, Proßnitz, 4 X; Leopoldine Abeles, Bilin, 4 X; Sammlung durch Jakob Taußig, Cafetier in Prag, „Cafe Melantrich". 12 X; Sammlung durch Fanny Steiner, Kladrau, 13 X; Sammlung durch Philipp Schleißner in Staab 5 X; Sammlung durch Wilhelmine Eckstein, Taus, 49 X; Sammlung durch Dr. Ignaz Grüner, Cultusgemeindevorsteher in Mies 69 X 40 b. Außerdem die vom Gefertigten eingeleiteten Sammlung in Bischofteinitz selbst. Allen diesen edlen Spendern danke ich im Namen der Unglücklichen aufs Herzlichste, der Letzteren wird mit dem eingelaufenen Gelde ein Geschäft errichtet, damit sich selbe und ihre drei unmündigen Kinder anständig ernähren bezw. erziehen kann. Jede weitere Spende nimmt der Gefertigte gerne entgegen, um dieselbe ihrer Bestimmung zuzuführeu. JUDr. Adolf Arnstein, Cultusgemeindevorsteher in Bischofteinitz. Budapest. (Das T e st a m e n t eines Wohlt h ä t e r s.) Der am 5. d. M. in Budapest im Alter von dreiundfünzig Jahren verstorbene Ingenieur Horace Herz selber, der dadurch bekannt geworden war, daß er vor mehreren Jahren eine Weltreise unternahm und damals als letzter Europäer vor dem Boxeraufstand Peking verließ, hat sein nicht unbedeutendes Vermögen für Stiftungen hinterlaffen, und zwar zur B e k leidun g und Verköstigung von armen Kindern. Diese S tiftungen werden jedoch erst nach dem Tode von Verwandten, denen die Nutznießung bis zu ihrem Tode legirt wurde, in Kraft treten. Das Vermögen besteht aus zwei Grundstücken im Schätzungswerthe von beiläufig 300.000 Kronen. Die Zuweisung der Stiftungen erfolgt zu zwei Dritteln an die Budapester, zu einem Drittel an die Wiener israelitische Cultusgemeinde mit der Bestimmung, daß der fünfte Tyeil des Vermögens für christliche Kinder verwendet werde. Außerdem ordnete Herzselder letztwillig an, daß am Tage seines Begräbnisses den Bürgermeistern von Wien und Budapest je 2000 Kronen zur Vertheilung an Arme ohne 'Unterschied der Conseffion eingehändigt werden sollen. Schließlich errichtete Herzselder eine Stiftung für einen armen Studenten an der Landes-Oberrealschule in Graz. Gr. Beeskerek. (Freies Lyceum.) Ein dichtes Publicum verfolgte am Ostermontag mit Aufmerksamkeit den Bortrag des gelehrten Rabbi Dr. Moriz Klein im Freien Lyceum bei Ellmer. Dr. Klein las über ein ereignißreickes, groß s Capitel ans der ungarischen Geschichte, über die Freiheitskämpfe der Ungarn von 1526—1848. Bon F rdinand und Zäpo.ya dis zum glorreichen Freiheitskampfe im Jahre 1848 folgen wir der Geschichte des Landes, die Dr. Klein in ebenso fesselnder, als schwungvoller und Patriotischer Weise vortrng. An uns ziehen vorüber die großen Helden des Landes, die da wacker umstritten an der Unabhängigkeit des Landes, bis hinab zu jenen namenlosen Helden, die ihr Blut sür's Vaterland gerne und begeistert vergoßen. Große Epochen d r ungarischen Geschichte ziehen an uns vorüber in dem Vortrage, der bis zu seinem Schluffe die Anwesenden in Athem hielt. Lauter Beifall belohnte den illustren Vortragenden für seine ebenso lehrreiche als erhebende Leistung. Berlin, 27. März. In einer sehr zahlreich besuchten Versammlung des Centralvereins der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens sprach heute Herr Rabbiner Dr. Weiße über „jüdische Staatsmänner". Nach der Einleitung, in der er ausführte, daß

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.