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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-04-04 · 14 (4.4.1902) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
14 (4.4.1902)
Date
1902-04-04
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 14 Dr. Vlach's Wortzrnfchrifk. Sette 235 Aufruf des Counles zur Errichtung eines Bureaus für Angesichts der eminenten Wichtigkeit unseres Unternehmens Statistik des jüdischen Volkes. bitten wir um größtmöglichste Unterstützung. Jüdische Statistik! Unter den vielen Problemen, die mit dem Aufschwung des modernen jüdischen Volkslebens in die Erscheinung getreten sind, ist wohl die Herstellung einer genauen wissenschaftlichen Statistik der gesummten Entfaltung des jüdischen Culturlebens eines der dringendsten und wichtigsten. Zwar versuchten schon Viele das Dunkel, in das diese gehüllt ist, aufzuhellen. aber diese Theorien, von augenblicklichen Zwecksetzangen veranlaßt, wurden oft dementsprechend willkürlich construirt. Desto wichtiger erscheint jetzt die Aufgabe der Statistik des jüdischen Volkes in einem Augenblick, da die nationale Bewegung Positives leisten soll und will. Wie soll ihr das aber möglich sein, wenn sie das Material, mit dem sie arbeiten muß, nicht kennt. Wie sollen sociale Maßnahmen getroffen werden, solange die wirthschaftliche und culturelle Structur der Bevölkerung nicht sestgestellt ist, solange man nicht weiß, wie das jüdische Volk ökonomisch und intellectuell beschaffen ist. Anders sind wir nicht in der Lage, das gewaltige Problem der Judenfrage der Lösung näherzubringen. Wir dürfen nicht experimentiren und womöglich fehlschlagende Versuche anstellen. Wenn wir am Körper des Volkes eine Operation vornehmen, muß wissenschaftlich exact die Diagnose vorher gestellt sein. Das sind die Aufgaben einer jüdischen Statistik. Wir verhehlen uns nicht die großen Schwierigkeiten, die Hinderniffe, die sich unserem Unternehmen mehr als jedem Andern in den Weg stellen werden. Die Zerstreuung des jüdischen Volkes, die Verschiedenheit'seiner Lage in den von ihm bewohnten Ländern, der Mangel einer einheitlichen Organisation, die Schwierigkeit, Mittel und Mitarbeiter zu gewinnen, diese Hindernisse gilt es in erster Reihe zu überwinden. Das darf uns jedoch angesichts der eminenten Wichtigkeit unserer Aufgabe nicht im Geringsten abschrecken, umsoweniger, > da wir wiffen. daß auch die gegenwärtige amtliche Statistik der meisten Culturländer aus privaten Anfängen hervorgegangen ist. Als nächstes Ziel werden wir die Schaffung einer e i nh e i t l i ck)e n Statistik des jüdischen Volkes im Auge halten. Vorläufig soll eine Centralsammel st elle für das statistische Material aus allen von Juden bewohnten Ländern gebildet werden. Bei den geringen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, sind wir doch nicht in der Lage, unser Ziel — die Herstellung der einheitlichen Statistik — auf einmal zu verwirklichen. Durch die Centralsammelstelle soll vielmehr erst der Grundstein hiezu gelegt werden. Und zwar: 1. Durch Sammlung und Sonderung des bereits von Regierungen und Behörden innerhalb ihrer allgemeinen Statistik und von anderen Corporationen veröffentlichten, sowie des noch nicht herausgegebenen Materials. 2. Durch Zusammenstellung desselben in wissenschaftlicher Uebersicht und 3. seine Herausgabe in zwangloser Folge. 4. Durch Veranstaltung von Enqueten über sociale und wirthschaftliche Culturzustände im jüdischen Volke. 5. B i l d u n g e i n e s F o n d s für das in Aussicht genommene Statistische Bureau. Zur Ausführung unserer Absichten appelliren wir an die Opferwilligkeit der sich für unsere Aufgaben Jnteressirenden. Wir bitten dringend, uns durch Rathschläge, sowie Beiträge jeder Art zu unterstützen. Sobald unser Comite eingerichtet ist, werden wir die genauen Directiven für die Sammlung des einschlägigen Materials veröffentlichen, jedoch erbitten wir schon jetzt zweckdienliche Informationen und wenden uns insbesondere an Jene, die innerhalb einer jüdischen Gemeinde eine amtliche Stellung bekleiden. Die Organisation unseres Unternehmens wird bis auf Weiteres folgende sein: Ein Comits, das an allen Plätzen, und fti es auch der kleinste Ort, correspondirende Mitglieder gewinnen wird, die eventuell ins Comite cooptirt werden (die Cooptation wird zur Orientirung öffentlich bekannt gemacht). Die Anmeldung von correspondirende» Mitgliedern, die unter Zusendung unserer Statuten zugleich über ihre Thätigkeit vom Comite informirt werden, erfolgt für Oesterreich-Ungarn nach Wien, für alle übrigen Länder nach Berlin. DieZuschriften können in jeder Sprache abgefaßt sein. Der Arbeitsausschuß: Mathias Acher, Wien. Martin Buber, Wien. Dr. David Farbstein, Zürich. Berthold Feiwel, Berlin. Alexander Hausmann, Wien. Abraham Kastelianski, Berlin. Dr. Jacob Kohann-Bernstein, Kischinew. Dr. Abraham Korkis, Lemberg. Dr. Sigmund Kornfeld, Egon Lederer, Wien. Leo Motzkin, Berlin. Dr. Alfred Noffig, Berlin. L. Felix Pinkus, Bern. Davis Trietsch. Berlin. Dr. Chaim Weitzmann, Genf. Zuschriften sind zu richten an die Adreffe: A. I. Kastelianski, Berlin, NW., Klopstockstraße Nr. 24. Für Oesterreich-Ungarn: Egon Lederer, Wien, I. Wipplingerstraße 33. Geldsendungen für den zu bildenden Fonds: An die Redaction der Zeitschrift: „Palästina" Berlin-Halensee, Ringbahnstraße 125. Berlin-Wien, 2. April 1902. Intelligentes Fräulein übernimmt polnische und französische Uebersetzungen. Correspondenzen u. S. W. Honorar mäSSig. Unter „G“ an die Adminiatr. Fcstsual des deutsche» Hauser i« Brüau. Montag den 14. April 1902, präcise 7‘/2 Nhr Abends Conrrrt des Ljatzrigen Pianisten Ernst Massrrnoget ans Wien unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Obercantor Josef Heller, des Fräuleins Jenny Patonay aus Wien und der jugendlichen Pianistin Elsa Heller. Vortragsordnung: 1. Mozart: Concert O-molI 1. Satz. |?r£? 3ßa!terfö0JeI* s 12. Klavier Frl. Jenny Patonay. Herr Josef Heller. Ernst Wasservogel 2. a) Bohm: „An die Nacht" b) Heller Josef: „Ständchen" e) Brahms: „Der Tod ist die kühle Nacht" 3. a) Bach: Gavotte aus der G-woll-Suite b) Gäbe: Intermezzo e) Beethoven: Variationen G-dnr 4. Rich. Wagner: Die Grals-Erzählung aus „Lohengrin" H. Jos. Heller. 5. a) Reinhold: „Vöglein in den Zweigen" d) Hans Schmitt: „Traumbild" j c) Dreyschock: „Un doux entretien“ I aan „ , d) Hans Schmitt: Romanze [ ErnstWasservogel. e) Rubinstein: Melodie a. d. I)-moII-Concert \ f) Bossi: „Caehe-eache“ 6. a) Brahms: Romanze aus L. Tieck's Magelone XV.. d) Schubert Fr.: „Der Doppelgänger" ' } H.J.Heller e) Brahms: „Im Garten am Seegestade" f 7. a) Liszt: Etüde b) Haydn: Sonate E-inoII, 2. Satz c) Pacher: Le ruisaeau | ErnstWasservogel. Preise der Platze: Cerclesitze 5 Kronen, Mittelsitze 4 Kronen, Endsitze 3 Kronen. Eintritt in den Saal 2 Kronen. Die Kartenausgabe findet in der k. u. k. Hofbuchhandlung Carl Winiker, Ferdinandsgasse Nr. 3 und Abends an der Cassa statt. Mitglieder des Vereines „Deutsches Haus" können ihr statutengemäßes Vorverkaufsrecht bis 27. März daselbst ausüben. Am 28. März beginnt ebendaselbst der allgemeine Kartenverkauf.

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