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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-04-04 · 14 (4.4.1902) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
14 (4.4.1902)
Date
1902-04-04
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 234 Dr. Blach's Wochrnfchrifl. Nr. 14 Ewigen zu Jona zum zweiten Male; denn ein drittes Mal sprach er zu ihm nicht. Jeremias betonte aber die Ehre Gottes und die der Kinder Israels; denn es steht (Echa 3,42): „Wir haben treulos und widerspenstig gehandelt, daher sind seine Weissagungen vermehrt worden". — Diese letzte Anschauung (und ihre Belegstelle) fordert das ernste Nachdenken heraus. Daß Gott mit dem einseitigen Gebühren der Propheten Elias und Jona nicht zufrieden war und das tiefgefühlte Mitleid mit den Kindern Israels von Seiten des herzinnigen Propheten Jeremias lobend anerkannte, ist erklärlich; die Belegstelle dazu aus den Klageliedern an dem angeführten Orte ist aber unverständlich, Allein wenn wir uns gewöhnen, die Worte unserer Weisen nicht oberflächlich zu lesen, sondern uns ernstlich bemühen, ihre feinfühlende Kenntniß der heiligen Sprache in Betracht zu ziehen, wie sie sich in den Geist des Schriftwortes so tief versenkten, daß sie sein leisestes Wehen vernahmen, werden wir ihre scheinbar räthselhafte Anschauung und Darstellung auch richtig erfassen. Und das einzige Wörtchen „Wir" wird uns dazu verhelfen. Es ist bekanntlich erwiesen, daß es im Hebräischen ein Unterschied ist zwischen dem Ausdruck „Anachnu“ und „nachnu". Ersterer will den Zuhörer ausschließen, Letzterer einschließen. Nun heißt es hier nicht „Anachnu“, sondern „nachnu“, das will andeuten, daß Jeremias im Gegensatz zu Elias und Jona sich — analog wie es Moses gethan (2. B., M. 32, 32) — für Israel ernstlich verwendet hat, indem er sagte, daß das jüdische Volk vermöge der göttlichen Langmuth und Barmherzigkeit auf Verzeihung Anspruch machen durste; und da die Vergebung ausblieb, so war es nicht ganz in Ordnung, und dadurch ist es gleichsam (Kewajachol) auch von Seiten Gottes nicht recht geworden. Derselbe Gedanke liegt gewiß in dem Gleichniß der Rabbinen „von hier" im angeführten Midrasch. Wenn das Kraut durch irgend einen Umstand verderblich geworden ist, so ist die Folge davon, daß auch die Tunke schädlich wird, wenn dafür nicht gesorgt ist, daß die schädlichen Substanzen entfernt werden. Mithin sind die Kinder Israels zu entschuldigen, daß sie so viel leiden müssen; denn Gott hätte ihnen verzeihen dürfen und da wären sie besser geworden. Daß diese Erklärung richtig ist, bekräftigt eine Notiz des Gelehrten Lon8ano in seinem Superwörterbuch zum A r u ch u. d. T. Maarich, der eine anonyme Handschrift erwähnt, welche das Gleichniß der Rabbinen „von hier" in dieser Weise erfaßt, ohne vom angeführten Jalkut und von der hier gegebenen Bemerkung über das Wörtchen „Wir" zu sprechen. Rabbiner Dr. Kodak. Geld und Gut, oder Erziehung und Bildung. Jüdisches Familien- und Culturbild aus dem I. Drittel des vorigen Jahrhunderts. Von F. B o n d i, emeritirter Volksschuldirector. Brünn, 1902. Im Selbstverläge des Verfassers. In Commission bei L. & A. Brecher in Brünn. (100 S. gr. 8°.) Preis XI.-. Eine Jugend- und Volksschrift im besten Sinne des Wortes! In liebenswürdig schlichter, höchst anspruchsloser, aber wahrhaft ansprechender Darstellung bescheert uns hier einer der ältesten und verdientesten jüdischen Lehrer und Erzieher, dessen hebräische Grammatik den Fachmännern wohl bekannt ist, noch am Spätabende seines an Jahren und Wirken reich begnadeten Lebens eine für Jung und Alt gleich werthvolle, schöngeistige Gabe, deren Inhalt und Gehalt durch den Titel der Erzählung und den Beruf des Verfassers deutlich gekennzeichnet ist. „Geld und Gut haben allerdings ihren Werth, denn Geld regiert die Welt; aber gute Erziehung und wahre Bildung haben dennoch einen viel höheren Werth." Mit dieser echt jüdischen Lebenslehre schließt dieses wohl gelungene, lebenswahre jüdische Familien- und Culturbild. Möge dem hochbetagten, aber glücklicher Weise noch ganz geistesfrischen und auch körperlich noch sehr rüstigen Autor die Freude zu Theil werden, seine aufs Lebhafteste zu begrüßende Gabe jene Verbreitung finden zu sehen, welche sie reichlichst verdient, zumal der Preis von nur 1 Krone sehr nieder und die Ausstattung sehr zu loben ist. Ganz besonders werden sich die zahlreichen Schüler des Altmeisters, die jüdischen Lehrer Mährens, über diese ausgezeichnete Erzählung freuen. L. 8. Neue Bücher. Dr. I. Goldschmidt, Großherzogl. Rabbiner zu Offenbach a. M., Israels Gebete. Das Gebetbuch der Synagoge in poetischer Verdeutschung. Mainz, Johann Wirth'sche Hof- Buchdruckerei A.-G., 1902. Dr. Max Nordau. Der Zionismus. Herausgegeben im Aufträge des österreichische-zionistischen Landescomitäs. Jüdischer Buch- und Kunstverlag in Brünn. Briefkasten. K. in Berlin. Der durch seine antisemitische Agitation bekannte Graf P ü ck l e r, dessen Zwangsvorführung das Landgericht Glogau angeordnet hat, ist nach einer Meldung nach Basel geflüchtet. K. in G. S e d e r s ch ü s s e l erhalten Sie bei der Firma Brüder G o l d m a n n, Wien, I., Adlergasse 3. N. in Wien. Gregorig, Purscht und Schwer gehören unbedingt in einen antisemitischen Stadtrath, sie vollenden erst seine Physiognomie. T., New-Uork. Herzlichen Dank Besten Gruß. Leider unverwendbar. R. Das antisemitische Organ in Algier, „Antijuif", hat nach fünfjährigem Bestehen sein Erscheinen eingestellt. Max Rögis erklärte, die Zeit der Kämpfe sei vorüber und eine ruhigere Periode sei eingetreten. Herr Regis wäre billig auch für den Philosemitismus zu haben er ist aber selbst den billigsten Preis nicht Werth. K. Zu dem Festessen, welches die amerikanische Presse dem Prinzen Heinrich veranstaltete, war neben Erzbischof Corrigan und Bischof Potter auch Rabbiner Dr. Gottheil eingeladen. Uotizen. (Wiener Versicherungs - Gesellschaft in Wien.) Die XXI. ordentliche Generalversammlung der Actionäre der Wiener Versicherungs-Gesellschaft findet am 14 April 1902 um 5 Uhr Nachmittags im Hause der Gesellschaft, IX. Kolingasse 6, statt Tagesordnung: 1.. Rechenschaftsbericht des Vorstandes, Vorlage der Bilanz und der Betriebsrechnung pro 1901, sowie Berichterstattung des Verwaltungsrathes. 2. Bericht des Revisions-Ausschusses. 3. Beschlußfassung über die Bilanz und Betriebsrechnung, sowie über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Wahl des Revisions-Ausschusses und Bestimmung des Honorars für denselben. Die stimmberechtigten Herren Actionäre, welche an der Generalversammlung theilzunehmen wünschen, wollen ihre Actien in Gemäßheit des § 12, Alinea 2, und des § 13 der Statuten bis spätestens 10. April d I. bei einer der nachfolgenden Deponirungsjtellen hinterlegen: Centralstelle in Wien; General-Agentschaften in Prag, Graz; General-Administration in Triest; Haupt-Agentschaft in Brünn, bei Herrn Alexander Suchanek; Haupt-Agentschaft in Bielitz, bei Herrn Rudolf Knopp; Erste Ungarische Allgemeine Assecuranz-Gesellschaft in Budapest; Filial-Direction für Ungarn der Wiener Versicherungs-Gesellschaft in Budapest; Herren Darier u. Comp, in Genf. Die Actien werden unter Anschluß zweier arithmetisch geordneter nnd vom Einreicher eigenhändig Unterzeichneter Consignationen erlegt Ein Exemplar der Consignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück, und es werden nach abgehaltener Generalversammlung die Actien nur gegen Rückstellung dieser Consignationen ausgefolgt. (Wiener Lebens- und Renten-Versicherungs-Anstalt in Wien.) Die P. T. Herren Actionäre werden hiermit zur XX. ordentlichen Generalversammlung eingeladen, welche am 14. April 1902 um halb 6 Uhr Nachmittags IX. Kolingasse 6, abgehalten wird. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht des 'Vorstandes, Vorlage der Bilanz und der Betriebsrechnung pro 1901, sowie Berichterstattung des Verwaltungsrathes. 2. Bericht des Revisions-Ausschusses. 3. Beschlußfassung über die Bilanz und Betriebsrechnung, sowie über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Wahl eines Mitgliedes des Revisions- Ausschusses. Die stimmberechtigten Herren Actionäre, welche an der Generalversammlung theilzunehmen wünschen, wollen ihre Actien in Gemäßheit des § 12, Alinea 2, und des § 13 der Statuten bis spätestens 10. April d. I. bei den nachstehenden Deponirungsstellen hinterlegen: Centralstelle in Wien; General-Agentschaften der Wiener Versicherungs-Gesellschaft in Prag, Graz, Triest; Haupt-Agentschaft der Wiener Versicherungs-Gesellschaft in Brünn, bei Herrn Alexander Suchanek; Bielitz, bei Herrn Rudolf Knopp; Filial-Direction für Ungarn der Wiener Lebens- und Renten-Versicherungs-Anstalt in Budapest; Erste Ungarische Allgemeine Assecuranz-Gesellschaft in Budapest; Herren Darier u. Comp, in Genf. Die Actien werden unter Anschluß zweier arithmetisch geordneter und vom Einreicher eigenhändig Unterzeichneter Consignationen erlegt. Ein Exemplar der Consignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück, und es werden nach abgehaltener Generalversammlung die Actien nur gegen Rückgabe dieser Consignationen wieder ausgefolgt. Ich bin in größter Verlegenheit. So hört man jetzt allenthalben und überall. Die nahende Saison bringt Jedem Toilettesorgen. Den Männern noch mehr als den Damen, die ihren Wegweiser im Modejournal haben. Da ist's wohl an der richtigen Zeit, den Herren aus der Verlegenheit zu helfen und sie auf die praktische Einrichtung aufmerksam zu machen, die Hoflieferant Rothberger getroffen hat und deren Popularisirung stetig wächst. Man trägt die benützten Winterkleider zu Rothberger, wo sie einer gewissenhaften Schätzung unterzogen werden und gegen ein oft minimales Aufgeld erhält man das neue, der Saison und Mode entsprechende Kleidungsstück. In der Kleiderschwemme dieser volkstümlichen Abtheilung des Hauses findet sodann der Anspruchslosere Kleider zu den denkbarst billigen Preisen.

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