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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-03-28 · 13 (28.3.1902) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
13 (28.3.1902)
Date
1902-03-28
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Serie 218 Dr Vloch's WmhVNfchrrfk. Nr. 13 frühen Morgenstunden dem Tanze hin. In Folge des Massen-' besuches und der Unterstützung seitens der angesehensten jüdischen Bürger und Geschäftsleute des IV. und V. Bezirkes wird der Reingewinn des Abends, ein recht ansehnlicher Betrag, wohlthätigen Zwecken zugeführt. Zum Schlüsse sei noch das rastlose und steißige Bemühen des Vorstandes, an dessen Spitze Herr Simon Spitzer steht, hervorgehoben, der abermals sein Bestes in den Dienst der Wohlthätigkeit gestellt hat. Mödling. Bei der am 24. Februar 1901 vorgenommenen Wahl des Vorstandes der israelitischen Cullusgemeind" Mödling wurden folgende Herren gewählt: zum Vorsteher Herr Josef Neurath, Kaufmann und Hausbesitzer in Mödling; zum Vorsteher-Stellvertreter Herr Dr. Josef Brust, Advocat in Mödling; zu Beiräthen Herr Julius Pasternak, Buchdruckerei- und Hausbesitzer in Mödling, Herr Gustav Oberländer, Beamter in Mödling, und Herr Max Quittner, Weingroßhändler in Perchtoldsdorf. Pilsen, 24. März. Allgemeine und aufrichtige Theilnahme erregte der Tod der Gattin des in allen Kreisen hochgeehrten k.k. Stabsarztes Dr. Anton Fischer. Die Verblichene war die wohlerzogene Tochter des Herrn Dr. Löwi in Budweis, als sie vor fünfzehn Jahren den Herrn Regimentsarzt Dr. Fischer heiratete. Neben allen anderen Tugenden einer gediegenen Hausfrau führte sie nicht nur eine häuslich friedfertige, sondern auch eine streng-religiöse Lebensweise, so daß man ihr Heim als einen mustergiltigen, religiös-jüdischen Haushalt bezeichnen konnte. Zur Leichenbestattung waren sehr viele Offtciere der hiesigen Garnison in voller Parade erschienen, und viele Hunderte Damen und Herren aus den besten Kreisen der Gesellschaft nahmen Theil an dem tiefen Schmerze dieser vortrefflichen Familie. Auf dem Friedhofe gab Herr Dr. Posnanski mit beredten Worten ein treues Bild von dem Leben der Dahingeschiedenen, welche einen gramerfüllten Gatten, in tiefe Trauer versenkte Kinder und einen trostlosen alten Vater zurückgelassen. Gott schenke ihnen allen Trost und Beruhigung und der Fcühverblichenen seligen, himmlischen Frieden. Ph. L. Nasiee. Ein Beweis friedlichen Beisammenlebens der Confessionen in unserer Gemeinde war die letzthin vollzogene Gemeinderathswahl. Neben dem Dr. Theodor Graf Pejaöev i ch und dem Guardian Dr. Katusie wurde Se. Ehrwürden der Herr Bezirksrabbiner Samuel Winter in den Gemeinderath gewählt. Troppau. Der sehr rührigen und erfolgreichen Thätigkeit des gegenwärtigen Vorstandes unseres hiesigen „Jüdisch-literarischen Vereines" haben wir es zu danken, daß in den letzten Jahren, namentlich im vergangenen Winter, eine stattliche Anzahl interessanter und belehrender Vorträge über jüdische Geschichte und Literatur in diesem Vereine von tüchtigen Männern gehalten wurde, die immer mehr Interesse in unserer Gemeinde erweckten und stets zahlreich besucht waren. Am 18. d. hielt über Einladung des Vereines Herr Rabbiner Dr. Oppenheim aus Olmütz einen ausgezeichneten Vortrag über „Socialismus und die Prophet e n", der ebenfalls sehr zahlreich besucht und von bestem Erfolge begleitet war Der geschätzte Redner verstand es, in formvollendeter Rede den Vergleich des Socialismus der Propheten, der stets religiösen, ethischen Ursprung hatte und niemals einer bestimmten politischen Partei augehörte, mit dem Socialismus der heutigen Zeit so interessant und fesselnd zu gestalten, daß die zahlreiche Zuhörerschaft mit gespanntem Interesse den belehrenden Ausführungen bis zum Schluffe folgte und den geehrten Vortragenden mit lautem Beifall auszeichnete. Der Vereinsobmann Herr Dr. meä. B. Singer dankte dem geehrten Herrn Redner in warmen, anerkennenden Worten im Namen des Vorstandes und des ganzen Vereins und sprach den Wunsch aus, Herrn Dr« Oppenheim recht bald in unserer Mitte wieder begrüßen zu können. Nach dem Vortrage schloß ein gemüthliches Beisammensein eines großen Theiles der Vereinsmitglieder mit ihren Frauen in Gesellschaft des Herrn Dr. Oppenheim erst nach Mitternacht diesen angenehmen Abend. Innsbruck. Am 19. d. M. feierte das in allen Kreisen bestbekannte und hochgeachtete Ehepaar Herr und Frau S. Schindler das Fest seiner silbernen Hochzeit. Um sich allen Ovationen zu entziehen, vollzog dieses bescheidene Paar in aller Stille diese hehre Feier nur im engsten Familienkreise. Wir alle in Innsbruck, die nur zu oft Gelegenheit hatten, den wohlthätigen Sinu des edlen Jubelpaares kennen zu lernen, wollen es nicht unterlassen, Herrn Schindler und seiner treuen Lebensgefährtin, einer iselio chaschuwoh im wahrsten Sinne des Wortes, wenn auch nachträglich, auf diesem Wege unsere herzinnigen Wünsche zu übermitteln. Der Allgütige segne, behüte und beschütze das edle Paar und lasse es in ungetrübter Gesundheit und in ungeschwächter Kraft zur Freude seiner Lieben und Verehrer auch das Fest seines goldenen Hochzeitsjubiläums begehen. Bischofteinitz. (Hilferuf.) Eine Frau, die einst bessere Tage gesehen, wurde vor Jahren von ihrem Gatten, nachdem derselbe ihr Vermögen zum größten Theile vergeudet hatte, verlassen und ist derselbe spurlos verschwunden. Dieselbe war angewiesen, mit der Hände Arbeit sich und ihre drei unmündigen Kinder zu ernähren, was ihr, wenn auch sehr nothdürftig, gelang. Vor einigen Monaten hatte dieselbe das Unglück, daß ihr beim Aufwaschen des Fußbodens eine lange Nadel in die rechte Hand drang, was eine Blutvergiftung zur Folge hatte. Die Frau wurde operirt, leider aber blieben ihr die Finger steif, so daß sie unfähig ist, sich und ihre Kinder, die sämmtlich die Schule besuchen, zu ernähren. Die Familie ist dem größten Elende preisgegeben und bittet man edle Menschen um dringende Hilfe. Der Name der Unglücklichen kann nicht veröffentlicht werden, weil dieselbe sich schämt, um milde Gaben Jemanden anzüsprechen. Jedes geringste Geschenk, welches an den Unterfertigten zu richten wäre, wird mit größtem Danke angenommen. Doctor Adolf A r n st e i n, Cultusgemeindevorsteher in Bischofteinitz, Böhmen. Temesvar. Hier hat jüngst eine interessante Trauung stattgefunden. Im Fabriker israelitischen Tempel wurde die Ehe des Kellners vom Hotel „Hungaria" Johann Janesik mit Frl. Marie Fischer, Tochter des Getreide-Agenten Michael Fischer, vollzogen. Jancsik ist vor dem Ehebündnisse vom röm.-kath. Glauben in aller Form zum Judenthum übergetretm und erweckte dieser Umstand besonderes Interesse, so daß der geräumige Tempel anläßlich der Trauung zum Erdrücken voll war. Die Trauung vollzog Oberrabbiner Dr. Singer. Temesvar. Die Generalversammlung der Josefstädter autorisirten orthodoxen israelitischen Cultusgemeinde fand unter dem Vorsitze des Gemeindepräses Schultheiß statt. Es waren 82 Gemeindemitglieder anwesend. Secretär Löwinger brachte den Jahresbericht zur Verlesung, aus welchem hervorgeht, daß sich das Leben der Gemeinde segensreich entwickelt. Die Einnahmen betrugen im verflossenen Jahre 15.259 Kronen, die Ausgaben 15.562 Kronen. — Der Baarvorrath am 31. December war 2788 Kronen 45 Heller. Es folgte sodann die Neuwahl der Functionäre. Mit großer Begeisterung wurden wiedergewählt Schultheiß zum Präses, Gutsbesitzer Weiß zum ersten und Holzhändler Max Weiß zum zweiten Vicepräsidenten. Berlin. Herr Hofrath Professor Dr. Rosin in Freiburg hat die Ausführung des vom VUl. Deutsch-Israelitischen Gemeindetage im October 1898 gefaßten Beschlusses: „auf Grund der inzwischen veranstalteten Enquete über die Rechtsverhältnisse der jüdischen Gemeinden im Deutschen Reiche ein neues Organisationsgesetz auszuarbeiten", übernommen. Feuilleton. Isafka, der Segelsticker. Novelle von K. Staniukowitsch. Uebersetzt aus dem Russischen von Malwina Blumberg. Nicht nur die Herren Officiere und die höheren Beamten, sogar dieMatrosen nannten diesen unscheinbaren, kleinen, schmächtigen Mann mit der typisch-jüdischen Nase, den bleichen Lippen, dem ernsten und gleichzeitig etwas ängstlichen Blick der großen, ungewöhnlich sanften, schwarzen Augen nicht, wie dies üblich, bei seinem Familiennamen, sondern kurzweg: Jsajka. Einen anderen Namen besaß er nicht, obgleich er schon über vierzig Jahre auf dieser Welt lebte, ein alter Matrose war und von den fünfundzwanzig Jahren seines Dienstes bereits sechzehn, während welcher er die Thätigkeit eines Segelflickers ausgeübt, hinter sich hatte. Jsajka hatte sich längst an seinen.Rufnamen gewöhnt, den er unmittelbar danach erhalten, als er, todtenbleich, mager wie ein Stock, in einem schmutzigen Kaftan und mit langen Stirnlocken zugleich mit Anderen vor der in einer der nordwestlichen Städte tagenden Commission erschienen war und ungeachtet seiner schmalen Brust und seines kleinen Wuchses — die solche Hoffnungen in ihm erweckten — das fürchterliche „tauglich" gehört hatte. Wie bitterlich die Mutter auch schluchzen, wie tief der Vater zu Füßen des Militärarztes sich auch bücken mochte, es half alles nichts; Jsajka wurde „genommen". Seines kleinen Wuchses halber bestimmte man ihn zur Marine und bald darauf

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