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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-03-28 · 13 (28.3.1902) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
13 (28.3.1902)
Date
1902-03-28
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 13 Dr. Bloch's Wochsnschrift. Seite 217 der Herren Obercantor Josef Rendi und Opernsänger Eduard Aschenbrenner. Herr Obercantor Rendi fang »Die Uhr" von Loewe und »Die beiden Grenadiere" von Schumann und fesselte sowohl durch seine mächtige, wohlklingende Heldentenorstimme, wie auch durch seine echt künstlerische Auffassung und Nuancirung. Der beliebte, stimmbegabte Bassist unserer Oper Herr Aschenbrenner glänzte in den beiden zum Vortrage gebrachten Liedern »Der Wanderer" von Schubert und »Sehnsucht" von Hill. Nach ihren Solovorträgen sangen die beiden genannten Sänger das berühmte Duett No. 21 aus Halßvy's Oper »Die Jüdin" und ernteten brausenden Beifall. Die Clavierbegleitung besorgte in exactester und discretester Weise Fräulein Jda Bonyhadi. An instrumentalen Nummern brachte das Concert eine Clavier- Production der kleinen Antonie Geiger, welche — sie ist erst 8 Jahre alt — das Instrument mit einer staunenswerthen Sicherheit beherrscht, was insbesondere zu Tage trat, als sie Herrn Gustav Farkas bei dessen ganz vorzüglichen Productionen auf dem Cello begleitete. Den Beschluß des Concertes machte der Tamburasen-Chor der israelitischen Jugend unter Leitung des Herrn Mirko Tauffig. Der Chor trug zwei nationale Stücke mit trefflicher Charakterisirung vor, und als am Schluffe die Nationalhymne erklang, da erhob sich das gesammte anwesende Auditorium wie elektrisirt von den Stühlen und hörte die Hymne stehend an. lleberhaupt fiel der streng durchgeführte und eingehaltene croatisch-nationale Charakter der Unterhaltung in angenehmster Weise auf, und als nach dem Concerte Oberrabbiner Dr. Jacobi die Jugend um sich versammelte und an sie eine Ansprache hielt, in der er sie aufforderte, fest und treu zum kroatischen Vaterlande und zum Judenthume zu halten, da war des Jubels kein Ende. Nach dem Concerte folgte der Tanz, um deffen Arrangement sich Herr Tanzmeister Lanko großes Verdienst erwarb. Der Tanz hielt bei gleichem Animo bis in die frühen Morgenstunden an. Der Reinertrag der Unterhaltung, der wohlthätigen Zwecken gewidmet wird, ist ein bedeutender. Drohobyez. (Eine 20.000 Kronen-Spende.) Vor Kurzem haben wir die irdische Hülle der hochedlen Frau Otilia Gartenberg zur Gruft begleitet, einer Frau, deren Hochherzigkeit weit und breit bekannt war, einer Frau, die in der von ihr im Jahre 1888 gestifteten Altersversorgungsanstalt persönlich die alten Männer und Weiber Pflegte und über das von ihr gestiftete jüdische Spital die Aufsicht leitete, einer Frau, die ohne Spur von Stolz mit Jedermann freundlichen, wohlwollenden Verkehr pflegte. Mit ihr schienen alle Hoffnungen der Armen und Mitleidsbedürftigen eingesargt zu werden. Aber der Geist edler Wohlthätigkeit ist nicht erloschen, Herr Felix Gartenberg und Frau Amalia Gartenberg haben aus Anlaß der goldenen Hochzeit des Erzherzogs Rainer 20.000 Kronen gespendet zum Zwecke einer Stiftung für Ausheiratung armer, verwaister Mädchen. Frau Amalia Gartenberg, eine geistreiche, geniale Frau aus vornehmen Hause, hat es dahin gebracht, daß ihr Gemal, Herr Felix Gartenberg, durch Energie und Talent heute Großproducent auf dem Bergöl-Gebiete ist und an der Hebung der Boryslawer Bergöl-Jndustrie ein wesentliches Verdienst sich erworben hat. Frau Amalia Gartenberg ist eine würdige Nachfolgerin der verstorbenen Frau Otilia Gartenberg. Möge es ihr beschieden sein, noch lange und Vieles auch auf humanitärem Gebiete zu leisten. Zur Naturgeschichte des „Ritualmordes". Strehlen i. Schl. Ein angebliche Ritualmordversuch in Strehlen hat einen definitiven und harmlosen Abschluß durch folgende „Abbitte" in der »Strehlener Zeitung" gefunden: »Hierdurch erkläre ich, daß ich die Anschuldigung. Herr Cantor Simson habe den fünfjährigen Sohn meines Bruders mit Zuckerzeug beschenkt und in das Synagogengrundstück gelockt, wissentlich falsch gethan habe; ich bedauere dies und leiste hierdurch Herrn Cantor Simson öffentlich Abbitte. Als Sühne habe ich zwanzig Mark in die Armencaffe zu Strehlen gezahlt." — Die Abbitte trägt die volle Namensunterschrift des antisemitischen Anschuldigers und dürfte hinreichend sein, den »Ritualmordversuch" in Strehlen vollends aufzuklären. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, I., Seitenstettengaffe 4, für arme kranke Glaubensgeuoffen. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Abraham Schneck: Von Herrn Lazar Schneck, II., Obere Donaustraße 63, X 2'—; Herren Hermann und Carl Schneck. II., Obere Donaustraße 63, X 10'—; Herrn Bernhard Wlcsek, I., Lugeck 3. X 2'—; Herr Ignaz Jsler, II., Taborstraße 72, X 2'—. Zusammen X 16'—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Eva Steiner: Von Frau Cäcilie Borg. IX., Währingerstraße 41, X 3'—; Herr Bernhard Pollak in Paulowitz, X 5'—; Herr Adolf Climont, X 2'—. Zusammen X 10'—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Dr. B. Beck: Von Herrn Moritz Holzmann, IX., Alserbachstraße 2 X 2'—. Wien. (Berlobung.) Fräulein Anna Straßberg' Tochter des Tempelvorstehers Herrn Jacob S. Straßberg. Realitätenbesitzer, hat sich mit Herrn Manfred Hutterer, Prokurist des Bankhauses Sig. von Bauer, verlobt. Wien. (Vethausverein „M achasika Hada s".) Montag den 31. März W02, unt 3 Uhr Nachmittags, findet im Bethause I., Judengasse 12, die I. außerordentliche Generalversammlung statt, zu welcher die Mitglieder ersucht werden bestimmt zu erscheinen. Tagesordnung: 1. Bericht des Vereines; 2. Wahl des Vorstandes; 3. Anträge. Der Vereinsvorstand. Wien. Für seine Mitarbeit am Kronprinzenwerke »Oesterreich-Ungarn in Wort und Bild" wurde dem bekannten Schriftsteller Herrn Leo Herzberg-Fränkl der Dank des Kaisers im Wege des Ministerpräsidiums ausgedrückt. Wien. (Todesfall.) Nach kurzer Krankheit ist am 19. d. M. der Bibliotheks-Verweser der hiesigen isr.-theol. Lehranstalt, Herr Jacob Lemberger, gestorben. Aus derPreßburger Jeschiwa hervorgegangen und aus einer bekannten Preßburger Gelehrten-Familie stammend, war er auf talmudischem Gebiete sehr bewandert. Sein biederes Wesen und seine besonderen Charaktereigenschaften haben ihm die Anerkennung all' Derer gesichert, die ihm im Dienste und im privaten Leben nahe standen. Dies kam auch bei dem am 21. d. M. stattgefundenen Leichenbegängnisse des Verblichenen zum Ausdrucke, an welchem der Rector Dr. Schwarz, alle Profefforen des Seminars, deffen Hörer, sowie der Secretär desselben, Ortsschulrath Fuchs theilnahmen und bei welchem Rabbiner Dr. S ch m i e d l, der Rector und ein Hörer der Lehranstalt, Dr. M a r g u l i e s, dem Verstorbenen ehrende Nachrufe hielten. Wien. (Musikschule Professor Adler.) Das diesjährige Concert der Musikschule des Professors Max Adler, das am 23. März im „Hotel de France" stattfand, bewies wie alle früheren den tüchtigen Unterricht dieser Anstalt, das vortreffliche Können der Schüler. Wir hörten die Zöglinge Therese und Marie K ü ch l e r. Grethe Haas, Rich. S ch o t o 1 a, Rich. P o 1 l a c s e k und Robert T a u ß mit erst halbjähriger Unterrichtsdauer mit ganz erstaunlicher Sicherheit spielen, als auch vorgeschrittenere. Dies sind: die kleinen Schwestern Frieda und Olga Haas, Bela Sonnenfeld, Michael A r t m a n n und ganz besonders Karl D u s ch a k, Hans v. Prihradny, Robert Löw i und Frl. D ra bik (Letztere spielte mit dem Klavierprofessor dieser Anstalt, Herrn E i ch st r ö m, die Ouvertüre zur Oper „Maritana"), bekundeten in der Behandlung von schon sehr schwierigen Tonstücken eine exacte Technik und richtiges Verständniß. Profeffor Adler versteht es. die Begabung jedes einzelnen Schülers auf das Sorgsamste zu pflegen und zur Entfaltung zu bringen. Auch in einem von demselben geleiteten Ensemble fanden sich alle Mitwirkenden mit lobenswerther Sicherheit zurecht. Herr G l a a s vom Deutschen Volkstheater erheiterte die Zuhörer durch den trefflichen Vortrag einiger humoristischer Gedichte und erntete dafür reichen Beifall. Zum Schluffe bewährte Professor Adler seinen Ruf als Meister auf der Violine auf's Neue. Wien. Samstag den 22. d. M. hat der »Israelitische Krankenunterstützungsverein Wieden und Margarethen" in den Sdallocalitäten des L. Diamant, V., Margarethenplatz, einen Vortragsabend mit Tanzkränzchen veranstaltet, deffen Besuch ein glänzender war. Herr Adolfs Löwy übernahm in uneigennütziger Weise die Decoration des Saales, in dem sich ein überaus elegantes, den Saal bis auf das letzte Plätzchen füllendes Publicum eingefunden hatte. Nach den sehr gelungenen Borträgen, die allgemeinen Beifall fanden, gab sich Jung und Alt bis in den

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