Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 9 (28.2.1902)
- Date
- 1902-02-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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vir. 9 Dr. Bloch's Wochrnfthrifk. Seite iss sten Frau Gemahlin zu unterbreiten. Wir haben unseren herzlich innigen Glück- und Segenswünschen für Euere k. u. k. Hoheit und die durchlauchtigste Frau Erzherzogin in einer Adresse Ausdruck gegeben, und wir danken tief ergebenst für deren huldreiche Annahme und daß es uns gestattet wurde, unsere Glückwünsche auch mündlich vor Euer kaiserlichen Hoheit vorzutragen. In unwandelbarer, inniger, unerschütterlicher Treue, Liebe, Hingebung zu unserem angestammten erhabenen Herrscherhause nehmen wir stets herzlichsten Antheil an allen freudigen und betrübenden Ereignissen im Schoße der Allerhöchsten Dynastie. Die freudigen Ereignisse sind für uns Lichtblicke in mancher dunklen schweren Stunde, welche wir österreichische Israeliten dermal in unserem theuren Vaterlande zu durchleben haben. Und so war es für uns ein wahres Herzensbedürfniß, anläßlich eines nach dem Ausspruche Seiner Majestät unseres Allergnädigsten Herrn und Kaisers in der A. h. Dynastie einzig dastehenden Freudenfestes auch unseren Jubel, unsere F.-stesfreuve, unsere heißen Glück- und Segenswünsche für Ew. k. Hoheit und Ihre durchlauchtigste Frau Gemahlin in und mit den Stimmen aller unserer Mitbürger zu vereinigen. In Ew. k. Hoheit verehren wir aber auch den hohen Protector, den erleuchtenden Mann der Wissenschaft. In Ew. k. Hoheit, als einstmaligen Ministerpräsidenten, verehren wir auch den Jnititator jener Gesetze aus damaliger Zeit, mit denen der auf uns Israeliten lastende Bann gebrochen, die staatsbürgerliche Gleichstellung auf dem einen und anderen Gebiete Ans gewährt, aus den übrigen Gebieten angebahnt wurde, die staatsbürgerliche Gleichstellung, welche dann in den von Seiner Majestät unserem allergnädigsten Kaiser huldreichst verliehenen Staatsgrundgesetzen ihren gesetzlichen Abschluß gesunden hat. Und so ist es auch pflichtschuldigste Dankbarkeit, welche wir für Ew. k. Hoheit empfinden und nie vergessen werden. In allen unseren Gotteshäusern, in welchen allsabbathlich vor geöff.reter Bundeslade wir die Gebete für das Wohl unseres erhabenen Monarchen und die Mitglieder der Allerhöchsten Dynastie verrichten, wurde an diesem Sabbathe Eurer kaiserl. und königl. Hoheit und Ihrer durchlauchtigsten Frau Gemahlin noch insbesonders gedacht, und haben wir unsere heißen Gebete zu Gott emporgesendet, er möge das erlauchte Jubelpaar noch lange, lange erhalten; er möge auf dasselbe alle Segnungen des Himmels noch viele, viele^ Jahre in reichster Fülle niederströmen lassen." / Anschließend hieran bat Oberrabbiner Dr. Güdemann um die Erlaubniß, sich behufs des Segensspruches bedecken zu dürfen und nach huldvoller Gewährung dieser Bitte sprach er den priesterlichen Segen, welchen der Erzherzog sichtlich gerührt enipfing. Seine kaiserl. und königl. Hoheit erkundigte sich über die Größe der Gemeinde, über ihre Organisation und bemerkte: „Ja, Sie haben in den letzten Jahren manche schwere Stunde gehabt, wirklich ungerechtfertigt; wir beten Alle zu einem Gotte und wir sind Alle O e st e r r e i t e r, ohne Unterschied der Confession und Nation; nur Einigkeit macht stark und wir Oesterreicher brauchen die Einigkeit." Unter neuerlichen, in eigenem Namen und namens der Erzherzogin ausgesprochenen warmen Dankesworten wurde die Deputation hierauf huldvollst entlassen. * * * Bei der Cultusgemeinde war inzwischen vom Obersthofmeister des Erzherzogs Rainer nachstehendes Telegramm eingetroffen : Ihre k. u. k. Hoheiten die durchlauchtigsten Herr Erzherzog und Frau Erzherzogin Rainer beauftragen mich, Höchstihren wärmsten Dank für freundliche Glückwünsche und Adresse auszudrücken. Obersthofmeister Rosenberg GM. * ■ * * * Der Festgottesdienst des Tempel- und Synagogenbauvereines .für Wieden und Margarethen anläßlich der goldenen Hochzeit des Herrn Erzherzogs Rainer, welcher am 20. d. M. im Bereinstempel statifand, gestaltete sich zu einer imposanten Feier durch die Anwesenheit der beiden Bicepräfidenten der israelitischen Cultusgemeinde, der Herren Doctor Alfred Stern und Landesschulrath Dr. Gustav Kohn, und einer großen Anzahl Mitglieder des Cultusvorstandes, unter Anderen der Herren Architekten Fleischer, Baurath Stiaßny, kaiserl: Rath Alfred Pollak, Hermann Eltbogen und dem I. Secretär kaiserl. Rath Dr. Liebe n, ferner fast sämmtlicher Vorsteher der Tempelvereine Wiens, der Herren S e l i g m a n n. Gottlieb Bettelheim, Goldschmidt, Dr. L.Straßer, Schnepf. Philipp Nußbaum, Hoflieferant Beck, Doctor Engel, Straßberg und Moritz Bauer. Aus Baden war eine Deputation bestehend aus Herrn Rabbiner Dr. Reich und Vorsteher Dr. Raab erschienen. Als Ehrengäste fanden sich ein: Herr Dr. Josef Bloch, Ortsschulrath S. Heit, Obercantor Bauer, Landesgerichtsrath Dr. Fischer, ein Vertreter der Bezirksvorstehung Wieden u. v. A. Präcise halb 6 Uhr erschienen Se. Excellenz FML. Baron v. I o n a k in Vertretung Sr. kaiserl. u. königl. Hoheit des Herrn Erzherzogs Rainer und ein Oberst des Generalstabes in Vertretung der k. k. Landwehr. Obercantor Herr S. D ü n m a n n brachte im Vereine mit dem vorzüglich geschulten Chore des Mariahilfer Tempels eine von ihm selbst componirte. vom Bereiilsschristführer Franz Frankl verfaßte Jubelhymne unter der meisterhaften Orgelbegleitung des Organisten Herrn Prof. Herz zur Aufführung, welche alle Zuhörer mächtig ergriff. Die hierauf vom Vereins-Rabbiner Herrn Dr. Reich gehaltene Festrede zeichnete sich durch jene Klarheit und Gedankentiefe aus, welche unserem Rabbiner als hervorragenden Gelehrten und Talmudisten eigen ist. Das daran schließende Gebet für den Landesvater und das erzherzogliche Jubelpaar schloß mit der Absingung der Bolkshymne. Am Schluffe der allen Theilnehmern gewiß unvergeßlichen Feier beglückwünschte Se. Excellenz Herr FML. Baron von Jonak den Obmann des Vereines Herrn H o f m a n n mit den Worten: „Ich bin tief ergriffen von dieser schönen patriotischen Feier, und ich werde nicht ermangeln, Ihren kaiserl. und königl. Hoheiten genauen Bericht darüber zu erstatten". Der Tempel selbst prangte in reichem Festschmucke, welchen der k. k. Hof-Tapezierer Herr Sigmund I a r a y in zuvorkommendster Weise kostenlos beistellte; die Decorirung und Anordnung führte Hos-Tapezierer Herr Gustav Bamberger, unterstützt vom Vorstandsmitglied,: des Vereines Herrn Adolf L ö w y. ebenfalls kostenlos durch. Den reichen Teppichbeiag stellte Vorstandsmitglied I. Berger zur Verfügung. Ein Festmahl vereinigte Abends den gesammten Vereins- Vorstand und seine Fcauen m Diamant's Restauration, dem eine Anzahl geladener Festgäste, u. A. Herr Redacteur Dr. Bloch, Rabbiner Dr. Reich aus Baden, beiwohnte. Dem vom Obmanne. Herrn Adolf Hofmann, ausgebrachten Toaste auf Se. Majestät und auf das erzherzogliche Jubelpaar folgte eine Reihe thells humorvoller, theils poetischer Toaste von den Herren Rabbiner Dr. Reich aus Baden und Bereinsrabbiner Dr. Reich, Wien, ferner von Herrn Dr. Joses Bloch, Redacteur Adolf Lichtblau, Präses des Synagogenbau-Vereines, Dr. Stransky, Fabrikant Buchwald u. A. Ein vom Vereins-Schriftführer Franz Frankl verfaßtes und vorgetragenes Festgedicht, welches in einen Toast auf die Vereinsmitglieder und die Festgäste ausklang, fand jubelnde Aufnahme. In später Nachtstunde endete das schöne Fest, welches dem Vereine gewiß zahlreiche neue Mitglieder und Gönner zuführen wird. * * * Der israelitische Frauen - Wohlthätigkeitsverein für die Bezirke Wieden und Margarethen übersandte eine reich ausgestattete Glückwunsch-Adreffe an Ihre kaiserl. und königl. Hoheit Frau Erzherzogin Maria Karolina und betheiligte sich an dem Festgottesdienste im Vereinstempel, bei welchem er durch die Präsidentin Frau Amalie Trebitsch und durch die Vorstandsdamen Frau Bamberger, Frau Charlotte Lichtblau, Frau Caroline Hofmann und Frau Eugenie Walter vertreten war. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der »Chewra-Kadischa" in Wien, I., Seitenstertengaffe 4, für arme kranke Glaubensgenoffen. Nachträgliche Spenden. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Georg König: Bon Familie Julius Polak K 20.—; von G. E. S. K 3.—. Zusammen K 23.-^. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Mendel Schwarz: Bon Frau Sabine Schwarz, ll., Tempelgaffe 6, K 10.—; von Herrn Sigmund Schwarz, ll., Tempelgaffe 6, K 10.—;