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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-02-21 · 8 (21.2.1902) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
8 (21.2.1902)
Date
1902-02-21
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 8 Sr. Moch's Wochenschrift Sette 125 bekannt, man hofft jedoch, daß der Verstorbene in seinem Testament auch die jüdischen wohlthätigen Anstalten nicht übergangen haben wird. — Das Testament des verstorbenen Friedensapostels Johann Bloch ist am 10. Jänner eröffnet worden. Für wohlthätige Zwecks hinterließ der Verstorbene eine halbe Million Rubel. Davon sollen 300.000 Rubel zur Errichtung eines Institutes für Kinder, 70.000 Rubel für allgemeine Wohlthätigkeitszwecke, 10.000 Rubel zur Unterstützung heruntergekommener Kaufleute, 30.000 Rubel zur Unterstützung junger Techniker, welche eben die Hochschule verlassen haben, und 50.000 Rubel zu Händen des internationalen Friedensbureaus zu Bern zur Förderung des Friedens verwendet werden. Bezeichnend >st übrigens, daß die polnischen und ruffischen Blätter in ifrni langen Nekrologen absichtlich die jüdische Abstammung Bloch's verschweigen, obgleich dieser auf dieselbe stets stolz war. Wien. (O österreichisch-Israelitische Union.) Samstag den 22. v. M., präcise halb 8 Uhr Abends, findet im Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereines, I., Eschenvachgasse 11, ein Vortrag Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbmers Dr. M. Güdemann über „Bileam" statt. Durch Herren Mitglieder eingeführte Gäste haben Zutritt. Damen willkommen. Nach dem Bortrage gesellige Zusammenkunft im Restaurant Khuner, l., Adlergasse 6. Wien. (Israelitischer Frauen-Wohlthätigkeitsverein für d en IV. und V. Bezirk.) Das rührige Damen-Comitß dieses eminent wohlthätigen Vereines, welcher alljährlich bei hundert arme Kinder mit Winterkleidern und Schuhen beschenkt, veranstaltet auch Heuer, wie seit einer Reihe von Jahren, wieder sein so beliebt gewordenes Tanzkränzchen, welches für den 24. Februar d. I. in Ronacher's Prachtsaal anberaumt ist. Ein am 5. d. M. stattgehabtes Vorkränzchen im Saale des kaufmännischen Vereines, welches glänzend besucht war, versammelte das junge Damen- und Herren-Comit« und gab ein prächtiges Präludium für das kommeude Kränzchen. Für die Ballmusik wurde die Capelle C. W. Drescher, für das Tanzarrangement Prof. Ed. Rabensteiner gewonnen. Es steht zu hoffen, daß dieses Wohlthätigkeits-Fest gleich seinen Vorgängern vom bestem Erfolge begleitet sein wird und den humanen Zwecken ein reiches Erträgniß zuführt. Wien. (Verlobung.) Fräulein Rosa Menkes, Tochter des Herrn Hermann Menkes, U. Cantor der israelitischen Cultusgememde, hat sich mit Herrn Adolf H ö n i g aus Lemberg verlobt. Wien. (Todesfall.) Vorige Woche wurde hier Frau Rosa Bruckner zu Grabe getragen. Die Verblichene, die ein hohes Alter erreichte, war dre Gattin des ihr früher im Tode vorangegangenen Herrn W. Bruckner, Gründers und Vorstehers des Tempelvereines im IX. Bezirke, Tochter des weiland Rabbiner Os er und Tante des Primarius im Wiener Rothschildspitale Hofrath Professor Os er. Wien. Gestern Mittags ist hier Frau Rosa Hildesheimer, geborene Brodsky, eine durch ihren überaus regen Wohlthätigkeitssinn in Wien sehr bekannte Dame, die auch dem Vorstande mehrerer Wohlthätigkeüsvereine durch viele Jahre angehört hat, nach längerem schweren Leiden gestorben. Baden (bei Wien). Unter den ersten Deputationen, die Se. k. u. k. Hoheit der Herr Erzherzog Rainer aus Anlaß des 50jährigen Hochzeits-Jubiläums emvsangen hat, war auch die der Badener israelitischen Cultusgemeinde. Dieselbe war vertreten durch Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner W. Reich, den Präses Herrn Moritz Lettner und dessen Stellvertreter Herrn Anton Schneider. Sie überbrachte eine kostbar ausgestattete Huldigungs - Adresse und bei der Uebergabe hielt der Herr Rabbiner als Sprecher der Deputation folgende Ansprache: „Eure k. u. k. Hoheit! Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Baden, in Gemeinschaft mit deren Seelsorger, wagt es, seiner Huldigung in dieser Glückwunsch-Adresse in tiefster Ehrfurcht Ausdruck zu geben mit der Bitte, Eure k. u. k. Hoheit möge geruhen, dieselbe von uns entgegennehmen zu wollen. Als Bewohner der schönen Curstadt haben wir das besondere Glück, uns alljährlich des erhabenen Anblickes Eurer k. u. k. Hoheit zu erfreuen. Umsomehr fühlen wir uns veranlaßt, uns dem Jubel der Bevölkerung anzuschließen und unsere Gebete mit denen aller patriotisch gesinnten Bürger unseres vielgeliebten Vaterlandes zu vereinigen, daß der allgütige Vater Eure k. u. k. Hoheiten in seinen besonderen Schutz nehmen möge, Höchstdieselben bis an die äußerste Grenze des menschlichen Lebensalters zu schirmen, zu erhalten, zu erfreuen und zu beglücken." Se. k. u. k. Hoheit dankte sehr leutselig und bemerkte, daß diese Feier thatsächlich eine sehr seltene sei und er betrachte es als eine besondere Gnade Gottes, der er dankbar gedenke. Hieraus ließ Höchftderselbe sich die Mitglieder der Deputation vorstellen und zog jeden Einzelnen ins Gespräch. Auf die Frage, wie lange der Herr Rabbiner in Baden sei, erwähnte derselbe, daß er auch die Gemeinde Neunkirchen vertrete, und S e. kaiserl. Hoheit frug lächelnd, wie dies mit der Ausübung gleichzeitiger Functionspflichten angehe. Im weiteren Gespräche erwähnte der Herr Rabbiner, daß er bereits zweimal Allerhöchste Anerkennungsschreiben Sr. Majestät des Kaisers erhalten habe; aus die weitere Frage, aus welcher Beranlaffung, sagte derselbe, durch Veröffentlichung Patriotischer Reden zum 40- und 50jährigen Regierungs-Jubiläum Sr. Majestät. Nun meinte Se. kaiserl. Hoheit im österreichischen Dialect: „Nu ja, wir geben halt den Leuten viel zu thun." Se. kaiserl. Hoheit brachte dann das Gespräch aus die Schönheit des Curortes Baden und bemerkte, daß die Erzherzogin denselben nicht nur seit der Hochzeit, sondern schon als Kind bewohnt habe. Schließlich versicherte S e. kaiserl. Hoheit, die überreichte Adresse dankend anzunehmen, sie sei sehr schön, er werde sie als angenehme Erinnerung bewahren und entließ die Deputation in huldvollster Weise. Den Mitgliedern derselben fiel besonders der äußerst freundliche und leutselige Empfang auf, wie auch die größere Dauer der Audienz, die eine huldvolle Ehrung für die i s r a el iti s ch e C u l t u sgemeinde Baden bildet. Proßnitz. (Dr. Brecher Siechenhaus st iftung.) Dem Jahresberichte pro 1901 ist zu entnehmen, daß sich das eigene Heim im Baue befindet und im Spätherbste dieses Jahres der Benützung zugeführt werden wird. Infolge eines Appelles sind für die innere Einrichtung namhafte Mittel zugefloffen. Die Zahl der unterstützenden Mitglieder hat eine neuerliche Vermehrung erfahren, die Jahresbeiträge von auswärtigen Mitgliedern, 393 an der Zahl, beträgt rund 2600 Kronen, die der heimischen — ihre Zahl ist nicht angeführt — auffallender Weise aber nur rund 450 Kronen. Die Zukunft der Anstalt ruht daher nur auf schwachen Füßen, da angenommen werden muß, daß die späteren Generationen der auswärtigen Mitglieder kaum das lebhafte Interesse der Anstalt entgegenbringen werden. Es wird sich deshalb die Nothwendigkeit erweisen, auf die Bildung eines Stammcapitales zu wirken, von dessen Erträgniß die Erhaltung der Siechenstiftung gesichert erscheint. Klagcnfurt (Ehrende Anerkennung.) Die k. k. Bezirkshauptmannschaft Hermagor erhielt von Seite der k. k. Landesregierung den Auftrag, dem Districtsarzte Herrn Dr. Bernhard Kramer in Kirchbach für die bei Bekämpfung der Typhus-Epidemie in unserer Gemeinde an den Tag gelegte Energie und Umsicht in der Ergreifung und Durchführung der sanitätspolizeilichen Maßnahmen die besondere Anerkennung der k. k. Landesregierung auszusprechen. Horitz. Am 6. März. l. I. begeht unser verdienstvoller Cultusvor sicher Herr Josef Müller sein 60. Geburtsfest. In Würdigung der großen Verdienste, die sich der Jubilar um unsere Gemeinde erworben hat, veranstalten die Mitglieder derselben Sonntag den 9. März l. I. eine solenne Feier, zu der bereits umfassende Vorbereitungen getroffen wurden. Gaya. (Rabbinerinstal lation.) Montag den 27. Jänner hielt unser neugewählter Rabbiner seinen Einzug in unsere Gemeinde. Am Bahnhofe wurde Se. Ehrwürden von den Vorständen der Cultusgemeinde und den Vertretern verschiedener Corporationen begrüßt, worauf der imposante Zug in die Stadt fuhr. Am Eingänge der Judengasse warteten die Gemeindeältesten mit Sifr§ Thora und der Chuppa, unter der Se. Ehrwürden in den Tempel geleitet wurde. An der Schwelle des Gotteshauses begrüßte ein Schulmädchen namens der Schuljugend den neuen Rabbiner. Im Tempel selbst harrte eine nach Hunderten zählende Versammlung, mit dem k. k. Bezirkshauptmann rc. an der Spitze, der feierlichen Installation. Cantor

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