Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 8 (21.2.1902)
- Date
- 1902-02-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 8 Dr. Bloches Wochrnfrhrrfk. Sette 117 (S. 51). „Napoleon III., seines Ursprunges sich wohl bewußt, beauftragte förmlich seine Ministerien, den Juden zu Willen zu sein." (S. 67.) „(Abbe) Bauer ließ sich taufen, um später unter dem Deckmantel eines katholischen Priesters die Stelle eines Rabbiners bei Napoleon III. zu versehen." (S. 99 f.) 2. Pius IX. Hier haben wir die Quelle jenes albernen Gerüchtes, das in Deutschland jüngst noch Ottomar Beta aufgefrischt hat. Pius IX. „der vielleicht schlaueste und feinste der Päpste" (S. 44), „ist selbst, wie der Marquis von Consolini in „Pio nono un ebreo“ behauptet, aus Judenstamme, nämlich ein Nachkomme der jüdischen Familie Mastai." (S. 100.) Ernst Renan. „Der berüchtigte Jude Renan." (S. 157). „Ein ebenso, wenn nicht nock niederträchtigerer Charakter . . . ist der Jude Ernst Renan, welcher sich erfrecht hat, ein durchaus gefälschtes „Leben Jesu" nach angeblichen jüdischen Originalquellen zu schreiben und vor ein paar Jahren in allen Sprachen von Paris aus in der ganzen Welt zu verbreiten." (S. 100.) 4. Bernadotte, König von Schweden. „Napoleon war es, welcher durch die Hamburger Logen, die schon gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts vom Judenthum infici? worden waren, die Wahl zum Kronprinzen von Schweden auf Bernadotte, der ebenfalls aus Judenstamm gewesen sein soll, zu lenken wußte." (S. 16.) 5. Das Geschlecht der Esterhazy. Scharffenstein gibt folgende komische Erklärung dieses Namens. „Der erste Esterhazy, welchen sein Vaterland Ungarn kennt, hieß angeblich Estoras, stammte aber von Neomir, dem Sohne des Königs Kasimir von Polen, und der Jüdin Esther.*) Esterhazy heißt wörtlich: das Häuschen der Ester. Die Esterhazh's haben zwar ein paar hundert Jahre gewartet, bis sie einen tüchtigen Bankerott gemacht haben. Als echte Judensprossen aber haben sie ihn dann gleich so gemacht, daß über hunderttausend Christen hineingefallen sind." (S. 79.) 6. Ludmilla Assing, „die Jüdin" (S. 80). L. Assing war die Tochter einer Schwester von Varuhagen v. Ense, also Christin. 7. Die Gemahlin des Fürsten - Staatskanzlers Hardenberg, „auch mit Judenblut verwandt." (S. 8i). 8. Herr v. Magnus, preußischer Gesandter am Hofe des Kaisers Max von Mexico. „Judenstamm" (S. 106). 9. Balan, preußischer Gesandter in Brüssel. „Judenstamm" (S. 106.) 10. Zur Zeit der französischen Commune seien Juden hervorgetreten: „der Judensprosse Affy, welcher sich überall vordrängte"; „der Jude Bieyra, Chef des Generalstabs der Nationalgarde"; als General „ein gewisser Lavöstine, der vielleicht ein deutscher Jude mit Namen Löwenstein war." (S. 137.) 11. Garibaldi war zwar nicht Jude, aber in Judenhänden. „Der alte kecke Tropf Garibaldi ist lange von einem deutschen Judenweibe geleitet und begleitet worden, welche unter dem romantischen Namen Elpis Meläna in die deutschen Judenblätter schreibt und nach Möglichkeit gegen den Papst, die katholische Kirche und Deutschland hetzt. Sie heißt von Hause aus Betty Sara Schwarz und ist eine Frankfurter Jüdin." (S. 108.) „Dieser wortreiche Mensch ist zwar, so viel wir wissen, nicht jüdischen Ursprungs, aber er war schon seit vielen Jahren das Werkzeug der Juden. Als Gesellschafterin hat sich ihm nämlich schon seit längerer Zeit eine deutsche Jüdin mit Namen Frau Esperanza Schwarz beigesellt, welche Romane schreibt und seine schwülstigen Proclamationen *) Danach ist also Estoras der Enkel des Königs Kasimir III. von Polen ( gest. 1370)! Leider ist aber der Ahnherr der Esterhazh's, Estoraz, nach der Ueberlieferung der Familie, schon 969 getauft worden. Herr v. Scharffenstein hat in bekannter antisemitischer Geschichtskenntniß 4 Jahrhunderte einfach übersprungen. Die Red. verfertigt resp. stets entwerfen soll . . . Es ist uns gesagt worden, daß die Jüdin Schwarz die Hauptursache ist, daß Garibaldi Frankreich im Jahre 1870 seine unschätzbaren Dienste*) angeboten habe." (S. 133 f.) Für Herrn von Scharffenstein ist die Gruppirung der einzelnen historischen Thalen schlechter Art ungemein einfach. Die eine Gruppe haben, wie bereits gezeigt, Juden verbrochen, die zweite Gruppe „s o l l" jüdischer Art sein. Und so spielt dieses mysteriöse „Soll" bei ihm eine wichtige Rolle. Mit diesem Wörtchen arbeitet das niedrige Demagogenthum antisemitischer Natur mit Vorliebe. Cremieux wirkte, obschon Mitglied der provisorischen Regierung 1848, „h ö ch st wahrscheinlich" (S. 33) schon für den späteren Kaiser Napoleon III.**) Irgend ein Cremieux, ein Namensvetter (!) jenes Justizministers „s o l l" (S. 30) in irgend einem schweren Proceß freigesprochen worden sein. Von einem Rabbiner C o h e n sagt Scharffenstein: „Was dort von dem Juden Cohen von dem Betstuhl herab gedonnert sein mag gegen das Christenthum, hätten wir hören mögen" (S. 63). Die Fürstin Hardenberg „soll" mit dem jüdischen Arzt Dr. Kreff den Plan gemacht haben, „durch eine unpassende ärztliche Behandlung des Fürsten Tod herbeizuführen und sich alsdann seines Erbes zu bemächtigen" (S. 81). Der Jude Frankel „soll" zur Zeit der französischen Commune „dieArretirung des Erzbischofs von Paris am eifrigsten betrieben haben." (S. 128.) General Lavöstine war „v i e l l e i ch t" ein deutscher Jude Namens Löwenstein. (S. 137) u. s. f. Zu diesen halben Verdächtigungen gesellen sich ganze. Abbe Ratisbonne schrieb ein Buch „Leben des heiligen Bernhard", „oder schrieb vielleicht auch nicht." (S. 39.) Die zur Kaiserin erhobene E u g e n i e von Montijo hatte den kleinen Loulu in die Welt gesetzt oder vielleicht.' (S 73.) Nicht nur in seiner Methode des Angriffs, sondern auch in seinen Ideen ist Scharffenstein der Ahnherr der Fritsch, Paasch und Consorten. Da ist die fixe Idee von der jüdischen Weltherrschaft; „dieses Volk hält fest", heißt es (S. 15), „an dem Glauben einer künftigen jüdischen Weltherrschaft." Da ist die von der A 11 i a n c e i s r a e 1 i t e, welche nach Scharffenstein „ihre Verbindungen in der ganzen Welt hat" (S. 63), und sich aller verfolgten Juden „zweifelsohne" > S. 145) annimmt. Natürlich sind die Juden die Freunde jeder Revolution (S. 63) und voll von Christenhaß. ..Aus allen Mährlein des Talmud hat dieses moderne Judenthum nur eine Substanz beibehalten; das ist der glühende Haß gegen Christus, den Herrn und Heiland, der Haß gegen das Christenthum (S. 59) . . . ebenso sprechen die Juden in Paris, in ganz Frankreich, in Deutschland, ja in der ganzen Welt, und veranlaffen dadurch das Volk zum Abfall vom christlichen Glauben." Es liegt in der Judenriecherei Scharffenstein's entschieden eine gewisse Komik. So erscheint ihm sogar das Altwerden als eine Judenunart („Sein Chef, der nach Judenart fast neunzig Jahre alt geworden war" ... S. 18). Daß er dabei allerlei Dummheiten macht und Unwissenheit zeigt, darf nicht verwundern. Von einem Herrn Miros behauptet er S. 41, er sei „ein armer polnischer Jude", und S. 46 meint er von ihm, er sei „geboren in Bordeaux". Scharffenstein behauptet S. 106, der Kriegsminister v. Roon hätte es wohlweislich unterlassen, „die Landwehrofficiere jüdischen Stammes beim Beginn des Krieges gegen Frankreich zum Dienste einzuztehen", und S. 141 meint derselbe Scharffenstein, Roon habe „nur wenige Berliner Landwehrofficiere jüdischen Stammes" 1870 einberufen. Zu diesen Widersprüchen gesellt sich eine grobe historische Unwissenheit. Scharffenstein schreibt (S. 11): *) Erst „alter Tropf" und „wortreicher Mensch" und nun „unschätzbare Dienste"? Wie reimt sich das zusammen? Die Red. **) In der That ließ Napoleon IU. am 3. December 1852. am Tage seines Staatsstreiches, Cremieux verhaften!