Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 3 (17.1.1902)
- Date
- 1902-01-17
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 46 Dr. Bloches Wochenschrifk. Nr. 3 Teltsch. Der hiefizen israelitischen Cultusgemeinde sind zufolge Aufrufes in der „Oesterreichischeu Wochenschrift" zur Erbauung eines Tempels folgende Spenden zugegangen: F. Freund & Co., Wien K 50; Willibald Hirsch, P:ag 2; M. Klauber's Sohn, Prag 3, Sal. Schön & Sohn, Jglau 10; Kohn L Neumann. Prag 4; F. Joß & Löwenstein, Prag 10; Löw & Felix, Znaim 5; schiff & Mchl, Znaim 4; Mühlstein L Steiner, Prag 10, Carl Pick, Brünn 10; Jsak Mautner u. Sohn. Wien, 10; Jakob Pollak, Wien 5; Moritz Nachod u. Co., Prag 10; Fröhlich & Aichermann, Prag 10; Löwy und Winlerberg, Prag 40; P^ck L W:iß, Prag 4, S. Braunschweig, Jglau 4; Jg. Lang, Jzlau 10; Leopold Pollak, Drtschitz 4; Gottlieb Pick & Co., Prag 5; S. Fischmann Söhne, Prag 20; Julius Rudert, Höfling 4; Dr. Isidor Schu'z, Bndweis 50; L. Ritter, Mailbecg 4; L.opold Ocnstein. Tceditsch 10. Cultusgemeinden: Kanitz K 200; Auspitz 20; Daffchitz 40; Baden 25; Prerau 20; Mähr.-Ostcau 50; Ung.-Brod 10; Mähr.-Budw.tz 40; Nikolsburg 20; Floridsdorf 13; Eibenschitz 80 30; Klattau 20; Tabor 20; Hohenems 20; St. Pölten 20; Gaya 10; Znaim 25; Jägerndors 10. Djacovar. Herr Jakob Bruck. Sohn des Herrn H. Bruck in Djacooar hat sich am 12. d. M. mit dem Frl. Frida Mahl er, Tochter des Herrn Julius Mahler dort, verlobt. Budapest. Seme Majestät hat der Präsidentin des Szegediner israelitischen Frauenvereins Frau Witwe Ignaz P o l g 5 r geb. Therese K o h e n in Anerkennung ihrer auf dem Gebiete der öffentlichen Wohlthätigkeit viele Jahre hindurch entwickelten erfolgreichen Thätigkeit das goldene Berdienstkceuz vrrlühen. Agram. Am 16. d. M. feierte hier das sich allgemein-w Beliebtheit und Achtung erfreuende Ehepaar Herr Fil-.pp Deutsch und Frau Franziska Deutsch geb. Hertmann mi Alter von 77, resp. 66 Jahren in vollständiger Rüstigkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Dem Kreise der zu den Spitzen der hiesigen israelitischen Cultusgemeiude - zählenden Angehörigen wird die greise Mutter der Jubilarin präsidiren. Wodniau. Bei der am 12. d. M. stattgesundeneu Generalversammlung des Wohlthätigkeitsvereincs „Chewra-Kadischa" wurde über Antrag des Präses Herrn Grünberger der Rabbiner Herr Siegmund Kraus zum Ehcenmitgliede des Vereines ernannt. Austerlitz. Das Ehepaar David und -Cäcile Schun etschek, bekannt oo seiner philantycopischen und religiöjen Gesianung, bas bei Ausübung seiner zahlreichen Wohlthättgkeilsacte jedes Aufheben zu vermeiden sucht, hat für den hiesigen Tempel zwei Stück vergoldete Wandträger aus Reliefeisen mit je drei Armen für große Kerzen gespendet, die, aus Schmiedeetsen ausgeführt, mit getriebenen Blättern und Rosetten versehen sind und die Bestimmung haben, Kerzen, dre an Jahrzeittagen angezündet werden, zu tragen. Die Spender haben mit oieser Gabe, die eme Zierde drs Tempels bildet, ihren religiösen Opfersinn neuerdings oethäligt, was bei der heutigen Zeilströmung, wo der Jndifferentismus in so bedenklicher Werfe um sich greift, daß alle Culiuseinrichrungen in bedauerlicher Werse darunter zu leiden haben, besonders hcrvorgehoben zu werden verdient; nicht unerwähnt darf bleiben, daß der Schwiegersohn der Spender, der in Wien, 1., Kärntnerstraße 13 etaburte Zahnarzt Herr Dr. Siegmund Strach, in Gemeinschaft mit semen BrUoern, erst vor crrca zwei Jahren für den hiesigen Tcmpet eine Tyorarvlle spendete. Die Wandleuchter eiu wahres Kunstwerk, gingen aus der Werkstätte Ms vreljach prämiirten und reuommirtcn Kunstschlossers Herrn Bernh. Jarolim in Austerlitz hervor, der auch die Zuchnung zu denselben entworfen hat. Bel dieser Gelegenheit sei es gestattet, der unsinnigen und unwahren antisemitischen Behauptung, als hätten die Juden für Handwerke im Allgemeinen, wie für Kunst- Haudwerke im Speciellen keine Fähigkeiten, unter Hinweis auf Herrn Beruh. Jarolim, der durch ferne Leistungen diese antisemitische Behauptungen aufs drastischeste widerlegt, elttgegenzulreteu. Herr Beruh. Jarolim, der in Wien das Schtosserhandwerk erlernte uud dabei* die Unterstützung des Wiener israelitischen Vereines zur Unterstützung der Handwerke unter den Israeliten genoß, hat auf kunstgewerblichem Gebiete in fernen Fache wirklich' Hervorragendes geleistet. Gar viele Kunstschlosierarberten an Monumentalbauten in Brünn und anderen Städten wurden von rym entworfen und in seiner Werkstätte ausgeführt, legen von den Fleiß und den Kunstsinn, dieses schttchten jüdischen Handwerkers beredtes Zeugmß ad und haben ihul unzählige Belobungen und Anerkennungen von hoher Seite, wie von politisch hervorragenden Persönlichkeiten eingetragen. Mähr -Ostrau. Das vom hiesigen israelitischen Frauenwohlthätigkeltsvereine in den Festräumen des D.'Utschen Hauses veranstaltete Wohlthätigkeitssest hatte einen überaus glänzenden Verlauf genommen. Das Fest, zu welchem auch zahlreiche auswärtige Gäste eingetrvffen waren, erreichte gegen 6 Uhr seinen Höh'pnnkt. Außer den Concertvvrträgen der Bergechelle, welche unter Leitung des Capellmeisters Ludwig ihr Bestes leistete, waren auch einig: hervorragende einheimische Kunstkräfte mit glänzendem Erfolge um die Bereicherung des Programms bemüht. Zn nächst Obercantor Klein, der sich bereits früher als hervorragender Conc:rtsä"g:r eingeführt hatte und welcher durch den Vortrag mehrerer großen Arien, unter anderen der großen Arie ans der „Jüdin" und aus „Cavalleria Rusticana-, brillirte. F.rnrr der Pianist Berger, welcher durch den Vortrag mehrerer brillanter Concertslücke stürnuschen Beifall enifesselte. Endlich sühne sich auch eine junge tüchtige Geigerin, Fräulein Stöffel, in vorzüglicher Weise ein und fand stürmische Anerkennung. Für den h'iteren Theil des Abends sorgte Herr Otto Hilf durch den Borrrag einiger gelungener Ueberbrettelgedichte. Die Einnahme des Festes hat circa 2500 Kronen ergeben, welche nach Abzug der geringen Ausgaben dem wvhlthätigen Zwecke zugesührl werden. Strakonitz. Die hiesige Chewra-Kadischa hielt am 8. d. M. ihre 95. Jahresversammlung unter zahlreicher Betheiligung ihrer Mitglieder ab. Das Beriuögen beträgt Ende des Jahres in Sparcassenbüchern und Effecten K 17.494 30; ferner anStistungsgetdern KIO.941'85; in Summe K. 28.43615. Zur Vertheilung an Arme und diverse Unterstützungen wurden im vorigen Jahre an K 1000 ausgegeben. Bei den statigesundellen Neuwahlen wurden der langjährig; bisherige Präses Herr Marcus Britisch, sowie dessen Stellvertreter Herr Adolf Füriy und die Vorstandsmitglieder Herr Jacob Kraus und Herr Moriz Saxl einstimmig mit dreijähriger Functionsdauer abermals gewählt. Cöthen (Anhalt). Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der „Chemiker-Zeitung", die sich zu einem der bedeutendsten Organe auf oem Gebiete der chemischen Industrie emporgeschwungen, hat der Herausgeber derselben, Herr Professor Dr. Krause (Christ), unter den zahlreichen Stiftungen, mit denen er aus diesem freudigen Anlaß die verschiedenen humanilären Institute Unserer Stadr bedacht, eine solche in Höh: von 5000 Mark auch für die hiesige israelitische Cultusgemeinde begründet. Feuilleton. Uaömi ttttfr Ruth. Novelle von Babelte Fried. (Schluß.) 111. Das Wiedersehen. In den frühesten Morgenstunden des ersten Tages Gliolhamoed Pessach yieltein Fiaker vor der Pereles'schen Wohnung, aus welchem ein in einem warnten Reiseanzug gekleideter junger Mann stieg, um dann raschen Schrittes die Treppe in den ersten Stock hinauf zu eilen, während der leere Wagen vor dem Hause wartete. Es war Victor Ahrons, welcher gekommen war, um seine Reisegefährtin Fanni abzuholen. Nur die Rücksicht aus diese hatte ihn bewogen, seine Reise bis zu der Morgenstunde auszuschieben, die er so gerne gleich Abends nach dem zweiten Tage Pessach angelreleu hätte. Faum stauo schon reisefertig da und die freundliche Hausfrau packle eben verschiedene Eßwaaren in ein Körbchen, gab auch eine Flasche Wein dazu, weil oie Reisenden des Pessachsestes wegen unterwegs uirgenowo etwas genießen konnten. Als der Wagen oas Pflaster der Stadt verlassen hatte und mit vermindertem Geräusche auf der Landstraße dayinrvllle, mußte Fanni Alles erzählen, was sie über das Leben Frau Gurra's wußte. Uno auch der Docror filg zu erzählen an, wie es ihm ergangen, fett er von dem zürnenden Vater geflohen war. Leit dem Beginne feiner Gymnasialstudien hatte sich Victor mit dem Gedanken getragen, daß er eistmals als Arzt dazu berufen sei, die körpeilicheu Gebrechen seiner Mitbrüder zu hetteu, an dem Kraukenlager der Unglücklichen Tröster, Helfer, Retter zu werden. Nichtsdestoweniger hatte er um allem Elfer