Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 3 (17.1.1902)
- Date
- 1902-01-17
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 45 Vermischtes. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, I„ Seitenstertengaffe 4, für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Max K a r y: Von dessen Kindern, X 40.—; von Frau Regine Bettelheim, IX., Kolingasse 5, X 10.—. Zusammen X 50.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Iran Rosa Meller: Von Herrn Bernhard Mehl, II., Praterstraße 26, X 2.4O. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Leonore Markbreiter: Von Frau Regine Heit, I., Rudolfsplatz 10, X IO.—; von Frau Jeny Mandl, II., Praterstraße 21. X IO.—; von Herrn Adolf Schostal, III., Schützengasse 1, X 5.—; von Frau Therese Theumann. 111., Hauptstraße 98, X 2.—; von Frau Amalia Trebitsch, III., Krieglergasse 13, X 2.—; von Frau Marianne Neuber. IX., Sobieskygasse 14, X 2.—. Zusammen X 31.—. Wien. (The dansant Soiree.) Infolge mehrfacher Anfragen macht das Comite der zu Gunsten des .Kaiser Franz Josef-Ferienheim" veranstalteten „The dansant Soireen“ aufmerksam, daß der dritte Abend Donnerstag den 23. d. M. im „Hotel Central", II., Taborstraße 8 (nicht „Continental"), stattfindet. Wien. (Rede- und Lesehalle jüdischer Hochschüler.) Samstag den 18. Jänner, um 7 Uhr Abends findet in der Halle, ein Vortrag des Obmannes des Vereines, Med. Ignaz Z o l l s ch a n, statt. Das Thema lautet: „Eugen Dühring's Theorien des Judenthums". Wien-Mariahilf. Unter dem Ehrenpräsidium des Herrn Architekten Max Fleischer wird am 20. Februar d. I. zu Gunsten des Mariahilfer Frauen-Wohlthätigkeits-Vereines in den Ronacher-Sälen ein Ballsest abgehalten. An der Spitze des Ex culiv-Comites stehen die Herren: Hof- und Gerichts-Advocat Dr. Jakob Engel als Präsident, sowie Max Eisenberger und Bernhard Janowitzer als Bice-Präsidenten. Im Interesse des überaus segensreich wirkenden Vereines wünschen wir dem Unternehmen besten Erfolg. Wien. Der im Jahre 1868 gegründete „Allgemeine Kranken-Unterstützungs-Verein Nächstenliebe" veranstaltete am 11. d. M. — zum ersten Male seit seinem Bestände — in den Prachtsälen des Hotel „Bairischer Hof" ein Costümkränzchen, das von einem äußerst zahlreichen und distinguirten Publicum besucht war. Das rührige Comite unter der Leitung des Vereinsobmannes Herrn Dr. Weiß bot Alles auf, um den Abend zu einem genußreichen zu gestatten und erntete für seine Bemühungen allseitige Anerkennung. Auch das materielle Ergebniß der Veranstaltung, das dem außerordentlichen Unterstützungsfonde des Vereines zugeführt wird, war ein glänzendes und hat alle Erwartungen übertroffen. Wien. (V e r l o b u n g.) Fräulein Bertha Schwarz, Tochter des Herrn Mendel Schwarz in Wien, har sich mit Herrn Regimentsarzt Doctor I u l j a n Zrlz, Chefarzt des Infanterie-Regimentes Nr. 31, verlobt. Wien. Jda Friedländer, Tochter des berühmten Schriftstellers Rabbiner Dr. Friedländer aus Pisek, hat sich mit Herrn Josef Grubner. Kaufmann aus Bielitz, verlobt. Wien. (I u b i l ä u m.) * Samstag den 18. d. M. begeht Herr Rudolf K o d i t s ch e k, Verwalter des israel. Versorgungshauses, sein 25 jähriges Dienstjubiläum. Herr Koditschek, der bei den Insassen des Versorgungshauses allgemeine Sympathie genießt, hat sich durch seine Pflichttreue und seinen Elfer die Achtung seiner Vorgesetzten erworben und wird sein Jubiläum sicherlich seinen vielen Freunden Gelegenheit zu mancherlei verdienten Ehrungen geben. Wien. Herr Arthur S ch a p i r e, Director des Commerciellen Creditvereines, feiert mit seiner Frau am Donnerstag den 23. d. M. im engsten Familienkreise das Fest der silbernen Hochzeit. Wien. (Ovation für Hofrath Politzer.) Hofrath Professor Politzer, der von seiner Studienreise nach Italien zurückgekehrt ist, hat gestern die Vorlesungen an der Ohrenklinik im Allgemeinen Krankenhause wieder ausgenommen. Seine Ernennung zum Hofrath war während seiner Abwesenheit erfolgt. Aus diesem Anlasse wurde ihm von seinen Assistenten und Hörern eine herzliche Ovation bereitet. Affistent Dr. Frey sprach im Namen des klinischen Personals dem Profeffor die wärmsten Glückwünsche aus. Wien. (Expertisen-Versammlung des Vereines zur Hebung der Gewerbe.) Am Montag den 20. Jänner d. I. findet in Khuner's Restauration I. Bezirk, Adlergasse Nr. 6 eine von der Vereinsleitung einberufene Expertise mit folgender Tagesordnung statt: 1. Berathung über den von Sr. Excellenz dem Handelsminister unserem Vereine eingeschickten Gesetzentwurf: „Ueber den unlauteren Wettbewerb". Die von uns vorgenommenen Aenderungen mäßen bis zum 25. d. M. dem Minister überreicht werden. 2. Berathung über den uns von der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer zur Unterstützung geschickten Bericht: „Ueber Handelsgebräuche bezüglich Facturenregulirung", überaus wichtig für die Kaufmannschaft! Wien. Sonntag den 12. d. M. fand das Leichenbegängniß des Privatiers, Hausbesitzers und Ergenthümers des Tempels, VI., Stumpergaffe 42, Herrn David Marle unter großer Betheiligung statt. Unter den Anwesenden bemerkte man nebst zahlreichen Kaufleuten und Fabrikanten mehrere Gemeinderäthe und andere Würdenträger, Delegirte verschiedener Corporationen, kaiserliche und Commerzienräthe und viele Andere. In hervorragender Weise hat der Tempel- und Schulverein Stumpergaffe seinem Hingeschiedenen Mitgliede und seinerzeitigen Borstande die letzte Ehre erwiesen. Die Bahre wurde vor dem geöffneten und elektrisch beleuchteten Tempel ausgestellt, in dessen Borhalle der Vereinsrabbiner Se. Ehrwürden Herr Dr. S. Rubin eine feierliche, formvollendete und ergreifende Rede hielt, welche auf die Anwesenden einen mächtigen Eindruck ausübte und dem Vereine einige spontane bedeutende Beitrittserklärungen brachte. Den Chor leitete mit bekannter Meisterschaft der Obercantor Herr Dünnmann unter Mithilfe des zweiten Cantors Herrn Tschutschka; die Wirkung war eine rührende. In der Leichenhalle am Friedhofe hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. I. Taglicht einen wirkungsvollen, beifällig aufgenommenen Nachruf. Floridsdorf. Der israelitische Frauenverein in Floridsdorf versendet folgenden Rechenschaftsbericht für das Berwaltungsjahr 1901. Einnahmen in Kronen: Saldovortrag vom Jahre 1900 3444*57, Monatsbeiträge 742'80, Spenden 220*50, Interessen vom Capital 164*60. Reinerträgniß des Balles 694*02, Sammlungen zum Chanukafeste 419*10, Sammlungen bei Trauungen 123*62. Rückzahlung 400'—; Summe: 6200*21; ab Ausgaben 2838*82, verbleibt 3370*39. Ausgaben in Kronen: Spenden an arme kranke Frauen 1658*54, Apothekerrechnung 94*26, Bekleidung armer Kinder 549*26, Gehalt dem Bereinsdiener 72*—, Drucksorten 18*—, Kohle 108*24, Bräute 240*—, Ferienheim 40*—, Kartoffel 58*52; Summe: 2838 82. Cassasaldo vom Jahre 1901 X 3370*39. Stand der Vereinsdamen 152. Floridsdorf am 31. December 1901. Henriette G r ü n w a l d, Präsidentin; Eugenie Seidl, Cassierin: Irma Tauber, Controlorin. Bielitz. (Bielitz-Bialer JüdischerTurnverein.) Das dritte Stiftungsfest, welches am 31. December v. I. abgehalten wurde, erfteute sich wie seine beiden Vorgänger eines Massenbesuches. Schon vor 8 Uhr Abends war im großen Saale kein Plätzchen mehr frei. Es mochten an 1000 Personen am Feste theilgenommen haben. Der Obmann Herr Dr. Haas begrüßte die erschienenen Gäste, unter denen sich auch Abordnungen des M.-Ostrauer und Privoser jüdischen Turnvereines befanden, mit herzlichen Worten, dankte für die den Turnern stets geschenkten Sympathien und ersuchte die Anwesenden, den jungen Verein auch in materieller Hinsicht zu unterstützen. Die hierauf ausgeführten, vom Turnwart Herrn Münzer einstudirten Frei- und Geräthübungen fanden allseitig lebhafte Anerkennung, insbesondere wurden die prächtigen Uebungen am Reck und Hochbarren mit Pferd mit reichlichem Beifall belohnt. Der von 16 Turnerinnen in ungarischen Costümen ausgeführte Reigen gefiel außerordentlich und mußte auf stürmisches Verlangen wiederholt werden. Für den gemüthlichen Theil sorgte Herr Silberbufch als Coupletsänger und Damen-Jmitator und war die beste Leistung dieser Abtheilung das im Vereine mit Fräulein Dora Goldmann aufgeführte TaNzduett mit Gesang „Der lustige Ehemann". Von Erfolg begleitet waren die Productionen des Herrn Richter, eines vorzüglichen Schnellzeichners. Den Abschluß bildeten die Leiterpyramiden, eine wahre Specialität des Turnvereines. Das gesammte Programnl war gut zusammengestellt und erwies sich Herr Schrenzel als tüchtiger Regisseur. Unter den eingelaufenen Glückwunschdepeschen ist die des Herrn Dr. Theodor Herzl besonders hervorzuheben. Das nun folgende Tanzkränzchen hielt bei den Klängen der Militärmufik die junge Wett bis 5 Uhr Morgens beisammen.