Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 3 (17.1.1902)
- Date
- 1902-01-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Sette 44 Dr. Bloch's Wochenfchrifi. Nr. 3 übernahm er zusammen mit Kronberg den Ban der Tiraspoler Bahn, um dann schon ganz auf eigene Rechnung die Lodzer Fabriksbahn zu bauen. 1869 baute er die große Libauer Bahn so billig, daß die Regierung ihm den Bau der Brest-Moskauer Linie und dann den eines 2500 Kilometer langen Eisenbahnnetzes, welches das Schwarze Meer mit der Ostsee verbindet, übertrug. Endlich baute er 1882 gemeinschaftlich mit dem Grafen Wielopolski die Kohlenbahn von Jvangorod nach Dombrowo. Daneben begründete Bloch die Warschauer Commerzbank sowie die Warschauer Feuerversicherungs-Gesellschaft. Das Vertrauen der russischen Regierung zu Bloch's finanziellem Genie war so groß, daß alle russischen Finanzminister sich in schwierigen Angelegenheiten bei ihm Rath holten. Dieses große Vertrauen verdankte er neben seinen praktischen Erfolgen in erster Reihe seinem großen Wissen auf den Gebieten des Eisenbahn- und Finanzwesens. Seine erste große Schrift über die Kosten der russischen Eisenbahnen brachte ihm 1875 die große goldene Medaille des Pariser geographischen Congresies ein. Für sein zweites, im gleichen Jahre erschienenes Buch über den Einfluß des Eisenbahnwesens auf die ökonomischen Zustände in Rußland wurde er zum wissenschaftlichen Beirath im Finanzministerium ernannt. Außerdem hat Bloch weitere 7 Werke über hochwichtige finanzielle und ökonomische Fragen geschrieben, von denen aber keines eine solche Berühmtheit wie sein großes Werk „Die Kriege der Zukunft" erlangt hat. Den Juden; denen er als unreifer Jüngling einmal den Rücken gekehrt hat, bewahrte er bis zu seinem Lebensende eine treue Anhänglichkeit und er suchte mit seinem ganzen Einflüsse ihr Los nach Kräften zu lindern. Bekannt ist sein an statistischem Material so reiches Memorandum über die Judenfrage, in welchem er den großen Werth der Juden für das gesummte russische Reich zahlenmäßig und unwiderleglich nachgewiesen hat. Verlustliste aus dem zweiten Jahre des südafrikanischem Krieges. Auf Seite Englands im Dienste gefallene jüdische Soldaten: Henry Abrahams, 7. Dragoon. Guards an klimatischem Fieber, (Warrington). I. Adler. Royal Dublin Füsiliers an klimatischer Krankheit, (Charleftone) A. Baker. Manchester- Regiment, an klimatischer Krankheit. (Bethlehem). S. I. Barnard, Victorian Mtd. Jnfantry, im Treffen gefallen, lWilmaransruts), Lewis Barnett, Western Province M. R. als Patrouille gefallen, (Calvinia). Benjamin Collins, Cheshire-Regiment, an Krankheit gestorben,- (Bentersdorp). Louis Daniels, Imperial Iromanry, an Krankheit gestorben, (Germiston). Albert W. Davis. Quensland Bushmen, an Krankheit gestorben, (Standerton). Jsaac Drukker, (I. Duper) Corporal, Royal Warwickshire-Regiment, an Krankheit gestorben, (Rewcast). E. Dytch, South Staffoardshire-Regiment, an Krankheit gestorben, (Reitz). Joseph Freedman, 14. Huffars, an Krankheit gestorben, (Germiston). Joseph Freeman, King 1/2 Royal Rifle-Corps, im Treffen gefallen, (Roodeport). I. Freedman, Shropshire Ligt-Jnfantry, den Wunden erlegen, (Steynsburg), Abraham Charles Joshua Garish, Piquetberg Gavl Guard, erschaffen auf Posten, (Piquetberg), I. Harlbuth, Imperial Jeomanry, im Treffen gefallen, (Blakfontein). Ellis Horwitz, Western Province M. R. an Krankheit gestorben, (Clanwilliam). C. Jsaac, Kanonir, Royal Fieldartillery, an Krankheit gestorben, (Standerton). Robert Henry Jsaacs (Morris) Reiter, Kitchener's Fighting Scouts, im Treffen gefallen, (Cloofiesdoorn). John Jacobs, Constable, South Afrikan Constabulary, an Krankheit gestorben, (Bloemfontein). John Jacobs, Seregant, 7. Dragoon Guards, im Treffen gefallen, (Kliplaat). F. Jacobson, Seregant. Army Ordnanna-Corps, der Krankheit erlegen, (Engocobe). Theodore Jsaac. Levin, Reiter, Brabants Horse, den Wunden erlegen, (Hannover). A. Lvine, East Lancashire-Regiment, im Treffen gefallen, (Rensburg Drift). R. Levinsohn, Duke of Edinburghs t/2 B. R., der Krankheit erlegen, (Porterville). Abraham Levy, Constable, South Afrikan Constabulary, auf Posten gefallen, (Mafeking Distrikt). S. Lewin, Leicester-Regiment. im Treffen gefallen, (Honing's Kloos). E. Mendes, Corporal, Cheshire-Regiment, an Krankheit gestorben, ^Burghersdorp). Alfr. Henr. Marks (Marsh) Reiter, Scottish horse, im Treffen gefallen, (Braakenlaagte). A. L. Meyer, Oudtshoorn Bol. Rifles, im Kampf getödtet, (Kruis River). I. R. Meyers, Royal Army medical Corps, an Krankheit gestorben, (Wynberg). Nathan Moß, Reiter, Steinacker's Horse, an Krankheit gestorben, (Lorenzo Marquez). Aaron Myers (Robert Harvey) A. B. H. M. S. Terrible, an Krankheit gestorben, (Ladysmith, Naval Bgde, Haslar Hospital). I. Myers, West-Iorkshire-Regiment, ertrunken, (Warrenton). I. Myers, West-Iorkshire-Regiment, auf Patrouille mit Smith Dorren gefallen. Frank Nathan, Imperial Jeomanry, im Treffen gefallen, (Lichtenberg). Jack. Rabie, Western Province M. R. als Patrouille gefallen, (Calvinia). Harry Robinson, Colonial-Defence-Force, im Treffen gefallen, (Cheviott Fells). G. Ramus, Rifle-Brigade, an Krankheit gestorben, (Standerton). H. Sagar, Army-Ordnance-Corps, an Krankheit gestorben, (Maritzburg). F. Sampson, Kanonier, Royal Garrison Art., an Krankheit gestorben, (Lydenberg). B. Simmons. Royal Lancaster-Regiment, an Krankheit gestorben, (Dundee). Harold Salomon, Constable, South African Constabula'-y, an Krankheit gestorben, (Bloemfontein). Herbert Solomon, South African Constabulary, im Treffen gefallen. Walter Solomon, Colonial Defence Force, im Treffen gefallen, (Zuurberg). Harry Weiler, Reiter, Marshall's Horse, im Treffen gefallen, (Ladysmith, C. C.). Arthur Wolf, Colonial Defence- Corps, im Treffen gefallen, (Cheviot Fells). Total (inclusive Liste 1 Chanuka 5661): Im Treffen gefallen oder den Wunden erlegen 46; der Krankheit oder dem Geschick und Zufall erlegen 49. London. (Das jüdische Armenheim) veröffentlicht seinen Jahresbericht, aus dem hervorgeht, daß die Zahl der Einwanderer, welche in dem Armenheim Obdach gesucht haben, im letzten Jahre eine wesentliche Zunahme erfahren hat. Diese Zunahme wurde fast ausschließlich durch 650 russische und rumänische Juden hervorgerufen. Die dem Berichte beigegebenen Tabellen beweisen unwiderleglich, daß die Emigranten, welche das Heim in Anspruch genommen haben, keineswegs zum „armen Gesindel, zu den Entblößten und körperlich Minderwerthigen" gehören. Bon den 2350 Einwanderern, welche im Heim Aufnahme gefunden haben, waren 2161 von Europa und 289 von außereuropäischen Ländern herübergekommen. Bon den Angekommenen haben 1334 Personen 57% England sofort wieder verlassen, und zwar gingen 1097 nach Südafrika, 87 nach Amerika und 3 nach anderen Ländern, während 147 repatriirt wurden. Aber selbst von den 1016 Einwanderern, welche das Heim verlassen haben, um einstweilen in England zu verbleiben, ist ein sehr erheblicher Theil nach einiger Zeit nachweislich weiter gewandert. Ueber den Beruf der 2350 Einwanderer wird angegeben, daß 1632 von ihnen in ihrer Heimat einen ständigen Beruf hatten und daß von den übrig gebliebenen Berufslosen 359 Frauen und Kinder waren. Der Vorwurf der Berufslosigkeit trifft also nur für 15% aller Einwanderer. Der Gesundsheitszustand der Emigranten war so vortrefflich, daß während des ganzen Jahres kein einziger Krankheitsfall vorgekommen ist, trotzdem die Einwanderer eine lange Seereise hinter sich hatten. Dadurch wird der Vorwurf der körperlichen Minderwerthigkeit, welchen die „Britischen Brüder" gegen die fremden Einwanderer erheben, ad absurdum geführt. Endlich enthält der Bericht sehr interessante Tabellen über das Alter der Auswanderer, aus denen hervorgeht, daß 71% unter ihnen weniger als 30 und 89% unter 35 Jahre alt waren. In der am 29. December 1901 abgehaltenen Generalversammlung des Heims erklärte der Vorsitzende, Mr. Hermann Landau, daß die englischen Juden gar nichts dagegen hätten, wenn das Parlament sich mit der Fremdenfrage eingehend beschäftigen würde, da dadurch die von den „Britischen Brüdern" verbreiteten lügenhaften Nachrichten am gründlichsten widerlegt werden könnten. Er glaubt kaum, daß das Parlament sich zu einer Erschwerung der Fremdeneinwanderung entschließen werde, da dadurch dem englischen Handel und der englischen Schiffahrt schwerer Schaden zugefügt werden könnte. Ueber die Ursache der in England künstlich gezüchteten Hetze gegen die „Fremden" sprach sich Mr. Landau dahin aus, daß er es unter Beweis stellen kann, daß die deutschen Antisemiten Geld nach England geschickt haben, um daselbst Gesetze gegen die fremden Juden durchzudrücken. Zum Schluffe widersprach Redner der in London weitverbreiteten Ansicht, als wenn das Bestehen des Heims ein Anreiz mehr für die Fremden wäre, nach England zu kommen. Das Fremdenheim ist kein Wohlthätigkeitsinstitut, da seine Insassen für das daselbst Erhaltene, volle Bezahlung leisten müffen. Es haben daher von den 2350 Personen, welche das Heim in dem Berichtsjahre in Anspruch genommen haben, sich nur 5 Personen daselbst volle 14 Tage aufgehalten, während sich nur 650 eine Woche daselbst aufhielten.