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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-01-03 · 1 (3.1.1902) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
1 (3.1.1902)
Date
1902-01-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1 Dr. Bloch's Wochenschrrsi< Teile 7 die Herren Leopold Bauer. Hermann Liebermann, Friedrich Pollak und Josef T o f f le r ans der Vereinsleitung geschieden sind. Von dem Herrn Friedrich P o l l a k, dem Senior des Vereines, verliest der Vorsitzende ein Schreiben, worin er seine Abwesenheit von der Generalversammlung entschuldigt und hinzufügt, daß er dem Vereine seit dessen Bestände durch 28 Jahre angehöre und ihm Treue und Anhänglichkeit, solange er lebe, bewahren wolle. Eine Wiederwahl in den Vereinsvorstand würde er mit Dank annehmen. (Beifall.) Herr Leopold Bauer ergreift das Wort. Seit 3 Jahren genieße er die Ehre, in der Vereinsleitung zu wirken. Wenn er neuerdings an die Generalversammlung herantritt und sich ihr zur Verfügung stellt, so geschieht es im Bewußtsein treu erfüllter Pflicht im Dienste der guten Sache. (Lebhafter Beifall.) Hermann Liebermann richtet an die Versammlung eine kurze Ansprache, welche nicht minder von der Versammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen wird. Bor 3 Jahren habe er darauf hingewiesen, daß es nahezu 25 Jahre sind, daß er dem Vereine angehört. Inzwischen ist diese silberne Hochzeit in aller Stille vorübergegangen, es waren keine Kriegsjahre, denn friedlich und versöhnend war sein Wirken. Nun ist die goldene Periode angebrochen, er verspreche aber keine goldenen Berge, sondern die alte Tr-ue und die alte Anhänglichkeit, wenn die geehrte Generalversammlung ihm neuerdings das Mandat anvertraut. (Lebhafter Beifall.) Herr Josef T o f f l e r erklärt, er sei mit Arbeiten und Berusspflichten überhäuft. und wenn er trotzdem bereit ist, ein Mandat aus der Hand der Generalversammlung anzunehmen, so geschieht es aus Hochschätzung und Verehrung für den Verein und seine mustergiltigen Cultusinstitute. Redner fügt hinzu: Wenn Sie mich neuerdings mit Ihrem Vertrauen ehren, so will ich gerne wiederum meine Kraft den Bereinsinteressen widmen. (Lebhafter Beifall.) Vor Eintritt in die Wahl bestellt der Vorsitzende zu Scrutatoren die Herren: Leop. Goller st epper, Carl Reiß, Ignaz Klein, Sal. Lemberger. Während der Stimmenzählung ertheilt der Vorsitzende dem Schriftsteller Herrn Adolf Gelber das Wort zu einem Bortrage: „Die Tragödie eines Religionsgründers". Die geistvollen Ausführungen des Redners über die hohe Lichtgestalt des Gesetzgebers Moses entfesselten bei den Zuhörern Stürme von Beifall und Begeisterung, welchen auch der Vorsitzende in seinen Dankesworten an den Redner feierlich Ausdruck lieh. Der Präsident verkündet hierauf das Wahlresultat, daß die 4 ausscheidenden Vereinsvorsteher mit allen gegen eine Stimme wiedergewählt erscheinen, spricht allen Anwesenden den Dank aus für die rege Theilnahme und erklärt die Generalversammlulkg für geschlossen. Correspondenzen. Aus der Plenarsitzung des Vorstandes der Wiener israelitischen Cultusgemeinde vom 29. December 1901, unter dem Vorsitze des Präsidenten kaiserl. Rath Klinger, Aus den Einläufen wird zur Kenntniß gebracht an Spenden: Der Präsident kaiserl. Rath Klinger widmet den ihm stiftbriefgemäß als Präsenzgebühr aus der Pollak Ritter von Rudin'schen Familienstiftung zugekommenen Betrag von.. . . K 200.— als Spende für Arme. Zur Bekleidung armer israelitischer Schulkinder in den Bezirken X1I-XV: von der „Chewra-Kadischa" im XV. Bezirk.100.— voM Vereine „Maskil el Dol“ .. 200.— „ Frauen-Wohlthärigkeitsverein im XV. Bezirk . „ 100 — von Herrn Baron Gustav Springer.„ 300.— „ „ Hermann Schnabel. 10.— „ G. Duschinsky's Nachfolger Moritz Weiß „ 10.— „ „ Gustav Winkler. 6.— „ „ Gottlieb Taussig. 10.— „ „ I. Könkgsteitt.. 6 — „ „ W. Oesterreich. 4.— „ „ Siegfried Goldsticker.. 4 — „ „ Emauüel Khurur n. Söhne.io.— Zur Verköstigung armer israelitischer Schulkinder in der Brigittenau: von Herrn Dr. Alfred Berger . .'.K 50.— „ Herren W. Lewitsch u. Co. in Wollin . . . „ 20.— „ R. H., Wien..... „ 14.— „ I. S. Goldmann. Wien. 10.— „ Frau Alice Ornstein. 6.— „ H. Prachatitz.. 4.— Aus der Sparbüchse des kleinen Walther . ... „ 2.— Von einer Dame für eine > armen Studenten der Medicin. 10.— Bon Herrn Ignaz Kantor Backwerk für die Insassen der israelitischen Versorgungsanst.lt, anläßlich der Chanuka-Feier; von der Firma „Au Mikado" Chocolade für die Jnsasien der israelitischen Versorgungsanstalt anläßlich des Chanuka-Festes; von Herren Jakob Kann und Simon Rosenberg Cigarren für die Insassen der israelitischen Bersorgungsanstatt anläßlich der Chanukä-Feier. Den Spendern wird der Dank votirt. JmPräsidialberichtemachtderBorsitzenoe die M i t t h e i l u n g, daß der im Anschlüsse an das alte Spital durch die Freiherren Albert und R a t h a n i e l von Rothschild auf e i g e n e K o st e n erlich t e t e und für eine vollkommen hygienisch a u s g e st a t t e t e chirurgische und gynäkologische A b t h e i l u u g b e ft i m m t e P a v i l l o n n u n m e h r nahezu fertig gestellt und d t e E r ö f f n u n g d e s"s e l b e u i n kürzester Zeit z u gewärtigen sei, wobei der Präsident dem B o r st a n d e zur Kenntniß bringt, daß die genannten Freiherren in hochherziger Weise sich bereit erklärt haben, zu den hiedurch dem Bo rstande erwachsenen Adaptirungskosten des alten Spitales, res p e c t i v e zu den Kosten der Verbindung des alten Spitales mit dem neuen Pavillon einen ansehnlichen Beitrag zu spenden. (Beifall.) Den hervorragendsten Gegenstand der Tagesordnung bildete die Berathung der neuen Geschäftsordnung für den Cultusvorstand, für das Vertreter-Collegium und für die Commissionen; die Schaffung dieser Geschäftsordnung war eine nothwendige Cousequenz der im Frühjahr 1901 beschlossenen Aenderung des Statutes der Cultusgemeinde. Im Grunde dieses geänderten Statutes — von dem Gesichtspunkte ausgehend, daß es so wünschenswerth wie nothwendig erscheine, eine raschere Geschäftserledigung herbeizusühren und auch dem Plenum des Vorstandes mehr Gelegenheit zu geben, sich mit principiellen Fragen eingehend beschäftigen zu können — soll es dem Cultusvorstande überlassen bleiben, im Wege der Geschäftsordnung, vorbehaltlich dis Rechtes jederzeitigen Widerrufes, Angelegenheiten seines Wirkungskreises dem Präsidium, dem Vertreter-Collegium oder aus der Mitte des Cultusvorsianves zu wählenden Commissionen zur endgiltigen Erledigung zuzuweisen. Das „Comito für die Reform der inneren Verwaltung" hat nun unter Vorsitz seines Obmannes Herrn Theodor Ritter o. Taussig den von Herrn Ober-Finanzrath Dr. R a p p ap o r t verfaßten Entwurf der neuen Geschäftsordnung in zahlreichen Sitzungen auf das Gründlichste durchberathen; auf Grund dieser Berathungen war das Comite in der Lage, dem Plenum einhellig gefaßte Anträge zur Beschlußfassung vorzulegen. Nachdem Referent Herr Ober-Finanzrath Dr. Rappap o r t die meritorischell Neuerungen der Geschäftsordnung erörtert hat, wird in die Specialdebatte eingegang''n. an welcher sich insbesondere die Herren Vorsteher Dr. Spitzer, Dr. G r ü n f e l d, G e w i t s ch. kaiserl. Rath Weil, Theodor Ritter v. T a n i s i g, Commercialrath Leopold Pollak und kaiserl. Rath Wilhelm Pollak betheiligten. Nach eingehender Berathung wird die Vorlage mit einigen Abänderungen zum Beschlüsse erhoben. Der Präsident weist darauf hin. daß das „Comitö für die Reform der inneren Verwaltung" unter der zielbewußten Leitung des Herrn Vertreters v. Taussig die Aenderung des Statutes und der Geschäftsordnung zu einem gedeihlichen Abfchlusie gebracht habe; nunmehr obliege noch dem Vorstande die Schaffung einer Geschäftsordnung für die Bezirkscommiffiouen. Nachdem jedoch erst in den letzten Tagen seitens einzelner Bertrauensmänner-Commiffionen Vorschläge an den Vorstand gelaugt sind, wird derselbe nunmehr in der Lage sein, die zur

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