Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 52 (27.12.1901)
- Date
- 1901-12-27
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 82 äkaa&st'rwati,, •«S.-feV De. Bloch's Wochenschrift begleitete sie zur letzten Ruhestätte. Herr Gemeinderabbiner Dr. Gelbhaus hielt ihr in der Trauerhalle einen ergreisenden Nachruf. Herr Obercantor Kläger executirte mit Chorbegleitung die vorgeschriebenen Gesänge in vorzüglicher Weise. Wien. (Todesfall.) Am 25. d. M. fand am hiesigen Centralfriedhof das Leichenbegängniß der am 23. d. M. im Alter von 72 Jahren verstorbenen Frau Fanny Toch, Witwe des Herrn Jacob T o ch und Mutter d^r Herren Josef und Johann Toch aus Nikolsburg, unter zahlreicher Betheiligung von Verwandten und Freunden statt. Wien. Der Humanitätsverein für die westlichen Bezirke Mariahils-Neubau, dessen Veranstaltungen sich bisher besonderer Beliebtheit erfreuten, eröffnet die Carneval-Saison 1902 mit einem Dilettanten-Varietß, dem sich ein Tanzkränzchen anschließt. (Hotel Savoy VI.) Eine Anzahl Damen und Herren aus den besten Gesellschaftskreisen hat ihre Mitwirkung bereits zugesagt. Schon jetzt macht sich ein starkes Interesse für diese intereffante Vorstellung bemerkbar. Wien. (Todesfall.) Am 18. d. M. wurde der Kaufmann und Privatgelehrte Herr Selig Peczemk unter großer Betheiligung von Leidtragenden zur letzten Ruhe bestattet. Derselbe war ein Jünger des Gaon R. Salman Margulies und des Oberrabbiners S. L. Rappoport. Er besaß hervorragendes Wissen auf dem Gebiete des jüdischen Schrifttums und führte einen streng religiösen. Lebenswandel. Herr Gemeinderabbiner Dr. Gelbhaus widmete ihm eine ergreifende Trauerrede, Herr Obercantor Kläger recitirte die Trauerpiecen in wirksamer Weise. Wien. Der humanitäre Geselligkeitsverein „Rudolfsbund" zur Bekleidung armer würdiger Kinder ohne Unterschied der Confessio« feiert seine diesjährige 12. Kinderbekleidung Sonntag den 29. d. M., präcise 8 Uhr Abends, im „Hotel Central", II. Taborstraße 8 und wird wie in früheren Jahren so auch heuer eine große Anzahl von Kindern mit Winterkleidern beschenkt und gleichzeitig auch bewirthet. Anschließend an die Bewirthung der Kinder findet ein Concert und Tanzkränzchen statt, welches, wie aus der Nachfrage nach Eintrittskarten zu schließen ist, auch Heuer von zahlreichen Mitgliedern und Gönnern besucht sein wird. Allfällige Spenden für den wohlthätigen Zweck des Vereines mögen an den Bereinsobmann Herrn Josef Pollak, Wien, II. Circusgasse 42 gerichtet werden, woselbst auch, sowie bei allen Ausschußmitgliedern Enträekarten zu 1 X zu haben sind. Wien. Das Comite des Josefstädter-Frauenvereines hat seine Thätigkeit begonnen. Die am 4. Jänner im großen Musikvereinssaale stattfindende Akademie wird eine der glänzendsten Festlichkeiten werden, die dieser Verein jemals veranstaltet hat. Das besonders reichhaltige Programm liegt in sehr bewährten Händen und wird etwas ganz Exquisites bilden. Die Ballmusik, welche die Capelle des k. und k. Infanterie-Regimentes Nr. 60 befftellt, wird auch zwei von Comitömitgliedern gewidmete Piecen zum Vortrage bringen. Das Tanzarrangement hat Herr Professor Raben st einer übernommen. Entrekarten ä 5 K und Familienkarten ä 12 K sind bei sämmtlichen Comitemitgliedern, sowie bei der Präsidentin Frau Amalie Beck, VIII. La:'gegasse Nr. 1, und bei Herrn Alexander Rose, Musikalienhandlung, 1., Kärntnerring 2, zu haben. Wien. Am 28. December begeht Herr M. P o r d e s im israelitischen Tempel der Schopenhauergasse die Confirmationsfeier seines Sohnes Isidor. Wien. (Achtzig st er Geburtstag.) Der Med.-Dr. Hermann Kugel feierte am 24. d. M. seinen achtzigsten Geburtstag. Durch mehr als dreißig Jahre wirkte er als praktischer Arzt in Favoriten unter schwierigen Verhältnissen. Seit vielen Jahren ist er Mitglied des Doctorencollegiums. Dem Jubilar wurden aus weitesten Gesellschaftskreisen, insbesonders seitens des ärztlichen Standes, vielfache Ovationen bereitet. Wien. Der Administrationsrath des Wiener Bankvereines hat den bisherigen stellvertretenden Director, Herrn Felix Kuranda zum Director dieses Institutes ernannt. Herr Kuranda zählt in Fachkreisen zu einer hervorragenden Capacität und erfreut sich als Bankmann des besten Rufes. Wien. Herr Leopold Werter, Vorstand des Tempel- und Schulvereines, Stumpergasse 42, und gewesener langjähriger Präsident des Vereines, feierte Samstag den 21. December 1901 die silberne Hochzeit, aus welchem Anlasse im Vereinstempel ein feierlicher Gottesdienst in Anwesenheit des Cultus-Borstandes Herrn Max Fleischer und anderer Gäste abgehalten wurde. Seite 865 Nach dem Gottesdienste begab sich der gesammte Vorstand unter der Führung des Präsidenten, Herrn Felsenburg, um 11 Uhr Vormittags in die Wohnung des Jubilars. Der Präsident feierte in längerer gelungener Rede die vieljährigen Verdienste des Jubilars um den Verein, worauf das Vorstandsmitglied Herr Heinrich Färber in einer lyrisch vorgetragenen Ode, welche vom Vortragenden aus diesem Anlasse verfaßt und dem Jubilar in kalligraphischer Ausführung gewidmet wurde, die collegialen Gefühle schwungvoll zum Ausdrucke brachte. Im Namen des Beamtenkörpers hielt Se. Ehrwürden der Rabbiner Herr Dr. Rubin, eine warme Ansprache. Herr und Frau Werter dankten gerührt, und die Versammelten blieben bei gut besetzter Tafel und bei Gläserklang in gehobener Stimmung bis 1 Uhr beisammen. Wien. (Jüdischer S ch u l v e r e i n) IX., Seegaffe 7, beginnt mit dem Unterricht Anfangs Jänner. Einschreibungen finden täglich von 10—12 und von 2—4 Uhr im Vereinslocale statt. Wien. Dieser Nummer ist ein Prospect über eine neue Uebersetzung der „Heiligen Schrift" von Dr. S. Bernfeld (Verlag von S. Calvary & Co., Berlin NW. 7) beigefügt, auf welchen wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. E. B. Wien. (Zu neuen Censoren der Oesterreich i s ch-U ngarischen Bank) wurden ernannt die Herren Alois Lemberger und Sigmund Rieß. E. B. Wien. (Todesfall.) Freitag den 20. d. M. fand das Leichenbegängniß der allzufrüh verstorbenen Frau Therese Deutsch unter starker Betheiligung statt. Sie war die Gattin des in weiteren Kreisen bekannten Dr. Ignaz Deutsch und Schwester des Cultusvorstandsmitgliedes Herrn kais. Rath Wilhelm Pollak. Am Grabe hielt der hochverdiente greise Rabbiner Dr. Schmied! einen tiefempfundenen, die Herzenseigenschaften der Dahingeschiedenen hervorhebenden Nachruf, während der Obercantor Bela Guttmann den choralen Theil in meisterhafter Weise besorgte. Die Dahingeschiedene ruhe in Frieden! Wien. Mittwoch den 18. d. M. fand in Leopold F i s ch e r's Restauration, II. Schiffamtsgasse 20 das Kinderbekleidungsfest des Humanitären Geselligkeitsvereins „Fürsorge" statt. 54 der ärmsten Kinder präsentirten sich im schmucken Gewände, freudestrahlend sah man die zarten Geschöpfe an der reichlich gedeckten Tafel, fürwahr ein erhebender Anblick! Die Feier begann mit einer begeisterten Ansprache des um das Gelingen dieses Wohlthätigkeitsactes so hochverdienten Armenrathes und Vereinsobmannes Herrn Moriz August Raubitschek, in welcher er die Schützlinge des Vereines ermähnte, in treuer Anhänglichkeit an Eltern und Lehrer stets der Wohlthaten eingedenk zu sein, die ihnen erwiesen wurden, auf das sie, dereinst zu braven Menschen herangereift. Jener gedenken, die im Elende darben. Mit einem von der Festgesellschaft begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser schloß er die Ansprache. Unter den zahleichen Festgästen bemerkte man die Herren Bezirksräthe Dr. L o s ch i tz e r, Mensch, N e u st a d t l und Ortsschulrath Fuchs, ferner die Vertreter der Humanitären Vereine „Armenvater", „Stefaniebund", „Nächstenliebe" und viele Andere. Wien. Das 25jährige Lehrer-Jubiläum des Herrn Professor K a n i tz gab der siebenten Classe des Erzherzog Rainer-Gymnasiums Gelegenheit, ihrem hochgeschätzten „väterlichen Freunde" für sein der Classe im Allgemeinen und den einzelnen Schülern im Besonderen erwiesenes Wohlwollen eine kleine Dankesbezeigung darzubringen. Sie ließ eine wunderschöne, in grünem Sammt ausgeschlagene Adresse Herstellen und durch den Schüler Plaschkes Herrn Prof. K a n r tz überreichen. Der Sprecher der Classe betonte in seiner Anrede die Einmüthigkeit, mit der sich alle Schüler am Zustandekommen der Adresse betheiligt hätten, und hob die Anhänglichkeit und die ehrfurchtsvolle Liebe hervor, mit der alle ihrem Professor zugethan wären. Professor Kanitz dankte in einer längeren Rede, in der er darauf hinwies, daß er ohne jede Ueberhebung mit dem Erfolge seiner 25jährigen Lehrthätigkeit zufrieden sein könne. Die Männer, die einst unter seiner Leitung die Vorbildung für ihr Wirken im späteren Leben erhalten hätten, seien tüchtige und wackere Menschen, die jeder Zeit ohne Scheu, wo es gilt, für ihren Glauben voll und ganz einzustehen wissen. — Tagsvorher, Donnerstag, hatte eine Feier im Kreise des Professorencollegiums stattgefunden, bei der der Director dem jubilirenden Professor in den schmeichelhaftesten Worten seine Anerkennung für seine Thätigkeit aussprach und der Hoffnung Raum gab, Professor Kanitz werde noch lang zum Wähle der studirenden Jugend sein Lehramt bekleiden. Wien. (Der Dank des Magistrats an Baron Rothschild.) Der Wiener Magistrat pull ci:t auf der Amtstafel eine Danksagung für Albert Anselm Freiherrn v. Rothschild. In dieser Kundmachung heißt es: Aus den Interessen der Salomon Mayer Freiherr v. Rothschild'schen Stiftung für verarmte Gewerbsleute und für Techniker hätte im Jahre 1901 in Folge der Convertirung der Metalliques-Obligationen in 4'2percentige Renten-Obligationen statt des Betrages per L 3150 k ' 5 I I i \ i .2 j j