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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-12-20 · 51 (20.12.1901) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
51 (20.12.1901)
Date
1901-12-20
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 846 Di. Vlach's Wochenschrift. Nr. 51 statt, an welchem sich sämmtttche Verehrer desselben, ohne Unterschied der Confession betheiligten; Herr Dr. Pfeiffer ist nämlich auch hervorragender Arzt, Virilist und Stadtrepräsentant. Den Reigen der Toaste eröffnete Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Moritz Schwarz mit einem begeisterten Trinkspruche auf den Landesvater (Zigeunercapellen-Tusch und brausende Eijens). Hierauf feierten den Jubilar Vorstandsmitglied Herr Michael Fleischmann, Oberrabbiner Herr Dr. Moriz Schwarz, Schulcommiffions-Bicepräses Advocat Herr Max Kraus und Lehrkörper- Obmann Herr S. Baumgarten auf die herzlichste Weise. Gerührt antwortete der Präses mit einem herrlichen, schwungvollen Trinkspruch und leerte sein Glas aus das Wohl der ganzen Gemeinde. Ferner toastirten Herr Ignatz Meller auf Herrn Oberrabbiner Dr. Schwarz. Advocat Herr Dr. L. Mayer auf den Präses, Gemeindesecretär Herr D. Boskovitz auf die greise Mutter des Präses, Fabrikant Herr Wittmann auf den Präses als Menschen und Arzt, Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Schwarz auf auf Herrn Ignatz Meller, Herr Bernhard Schön auf den Schulcommiffions-Präses und Vicepräses Herrn Commiffionsrath Adolf Weidmann und Advocat Herrn Max Kraus u. s. w. Den Abend beschloß ein gefühlvoll executirter Mischeberach des Obercantors Franz Adolf Szäntä, wie auch das von ihm eingeleitete Reutsebeu. Die Gesellschaft blieb bis Mitternacht in gehobener Stimmung beisammen. Viele Koryphäen des öffentlichen Lebens suchten den Jubilanten gelegentlich seines Jubiläums auf. Er erhielt von circa 200 Ortschaften Gratulationsbriefe und Telegramme, welche sämmtliche die für ihn gefühlte warme Sympathie bekunden. Obercantor Adolf Szäntü verfaßte ein Tempellied, welches er dem Präses widmete. Die ganze Feier war eine aufrichtige Kundgebung der Würdigung seiner Verdienste als Jude und Burger. Raab. Die Kinderbekleidungs - Chanukafeier des unter der mustergiltigen Leitung der Frau Johanna Herzl-Keppich stehenden „Ra aber israelitischen Turnvereines" fand am 11. d. M. im solenn beleuchteten Gemeindesaal statt, bei welcher Gelegenheit 130 Schulkinder beiderlei Geschlechts in Gegenwart des Präsidiums, Ausschusses rmd Lehrkörpers mit completen Anzügen und einer opulenten Jause betheilt wurden. Seine Ehrwüden Öberrabbiner Herr Dr. Moriz Schwarz schilderte in begeisterten Worten das humanitäre Wirken des Vereines, die unermüdliche, uneigennützige, Herz und Gemüth erhebende Bethätigung des anwesenden Vereins-Präsidiums und Ausschusses, denen keine Arbeit zu viel, kein Opfer zu groß, wo es gilt, das Interesse des Vereines zu wahren und die Mittel zur Steuerung der Armuth und des Elends herbeizuschaffen. Der excellente Redner legte der Schuljugend ans Herz, seine Dankbarkeit gegen seine Wohlthäter, in erster Reihe gegen die edelmüthige und hochherzige Frau Präsidentin durch Fleiß und gute Sitten zu bethätigen. Ein Schüler und eine Schülerin dankte in herzlichen Worten im Namen der Betheiltten. Letztere wurde von der Frau Präsidentin mit einem hübschen silbernen Halskettchen und Medaillon bedacht, dessen Außenseite eine alttestamentarische Inschrift in hebräischen Lettern enthielt. Troppau. Am 10. d. M. hielt der hiesige „Jüdisch-literarische Verein" seine diesjährige Generalversammlung ab. Aus dem vom Schriftführer Obercantor Singermann erstatteten Bericht ging hervor, daß der Verein auch heuer auf eine erfolgreiche Thätigkeit zurückblicken kann. Die vom Verein veranstalteten Vorträge zur Belehrung über die Geschichte und Literatur unseres Volkes waren stets sehr gut besucht und von bestem Erfolg begleitet. Der gesellige Verkehr wurde durch Veranstaltungen geselliger Unterhaltungen unter den Mitgliedern gefördert, und durch eine reichhaltige Bibliothek sowie durch das Aufliegen einer großen Anzahl jüdischer Zeitschriften im Vereinslocal ist den Mitgliedern Gelegenheit geboten, sich über alles Wissenswerthe im jüdischen Leben zu unterrichten. Der Verein zählt gegenwärtig 70 Mitglieder. Bei der vorgenommenen Neuwahl wurden Herr Dr. Singer als Obmann und die Herren V. Kulka und I. Ezuczka als dessen Stellvertreter, sowie Herr Obercantor Singermann als I. Schriftführer wiedergewählt. Für die zwei ausgetretenen Vorstandsmttglieder wurden die Herren k. k. Ingenieur Reich und Dr. Bick gewählt. Eoskowitz. (Ch a n ukab e sch e eru n g.) Der israelittsche Frauenverein verfolgt seit 11 Jahren ernste und menschenfreundliche Zwecke. So hat er auch am 8. d. M. im Beisein der Borstandsdamen, Gäste und des Lehrkörpers anläßlich des Chanukafestes 35 Knaben und 30 Mädchen mit vollständigen Anzügen, Schuhen rc. beschenkt. Die Freude der Kinder, sowie die in manchem Kinderauge erglänzte Freudenthräne mögen der schönste Lohn für diese hochherzige That sein. Der Berichterstatter kommt einer angenehmen Pflicht nach, der hochgeschätzten, für alles Gute begeisterten Präsidentin Frau Elise Weiß, den ihr zur Seite stehenden wackeren Damen, sowie allen Woblthätern im Namen der beschentten Kinder und deren Eltern aus vollem Herzen zu danken. Nagy-Tapolcsäny. Das Chanuka-Fest hat das Aufleuchten der Lehre symbolisirt, doch uns ist ein Licht der Lehre erloschen, indem der hiesige Rosch-besdin, Herr Abraham Prager nach langem, schweren Leiden das Zeitliche segnete. Die Bedeutung und Beliebtheit des leider zu früh Hingeschiedenen zeigte sich bei dem imposanten Leichenbegängniss', woran unsere ganze Gemeinde und Umgebung und zahlreiche Deputationen von Preßburg. Neutra, Baän, ZsämbokE u. s. w. sich betheiligten. Es sprachen der allgemein geachtete Schwiegersohn des Hingeschiedenen Herr I. Gellei im Trauerhause; in und vor dem neuen prachtvollen Tempel unser Herr Oberrabbiner Philipp Schlesinger, die Herrn Oberrabbiner M. Katz. Neutra, M. Neumann, Zsämbokret, den innige Freundschaft mit dem Hingeschiedenen verband, M. Reich. Trencsin-Baän, in eloquenter, ergreifender, zu Herzen gehender Weise und die Herren Rabbiner- Assessoren unserer Gemeinde N. Schlesinger und I. Schweiger wirkliche und gediegene Worte der Trauer, in voller Würdigung der Persönlichkeit, des hervorragenden tairnuä Chochom, s. A. Bielitz. Im Prüfungssaale der Bielitzer israel. Schule wurde die Chanukafeier abqehalten. Nachdem bereits am Vormittage 80 Schüler mit vollständigen Anzügen und Schuhwerk betheilt worden waren, folgte Nachmittag die Feier, welcher ein zahlreiches Publicum anwohnte. Rabbiner Dr. Steiner richtete nach dem Eröffnungsgesange eine herzliche Ansprache an die Schuljugend, worauf das Liederspiel „Schule und Haus" von Gerter, eingerichtet vom Stadtcapellmeister Rcinisch, zur Aufführung gebracht wurde. Lehrer Golasowsky erntete als Dirigent für die sehr gelungene Veranstaltung das ungetheilte Lob der Anwesenden. Die Feier endete mit dem Gesänge der Volkshymne. Um die Betheilung der armen Schüler mit Kleidern haben sich besonders die Damen Hecht, Spitzer, Dr. Stekel, Polatschek, Deutsch und Binzer verdient gemacht. Neulilschein. Zum erstenmal seit einem halben Säculum sah man hier an unserem Chanukafeste bei Festspiel, Dichterklang und Liedersang heitere jugendliche Antlitze. Sonst begegnet man den trüben Mienen unserer Kinder während dieser Zeit allgemeiner Bescheerung und Beschenkung. Diese haben dem wahrhaft frohen Eindruck Platz gemacht, den Jung und Alt bei dieser Feier gewann. Den Arrangeuren desselben gebührt unser bester Dank. In dessen Dienst stellte sich ein Comitö hiesiger junger Damen: Frl. Ella Herz, Rosa Allerhand, Gisela Hersch, Melanie Bermann, Regina Körner, Gisela Größer, denen wir ein herzliches Leckiper avanti! zurufen. Zwei hiesige Realschüler, Anselm Fadenhecht und Walther Kulka, boten durch ihre vortrefflichen Chanukadeclamationen einen erhebenden Genuß und trostreich können wir uns sagen: „Lieb Judenthum magst ruhig sein." Wenn jugendliche, nebenbei vielsprechende Vertreter unserer künftigen Intelligenz ermuthigend vom Makkabäerfeste künden: Es donnert uns mit allgewalt'ger Stimm' die Worte zu: Tritt für den Glauben ein! Wenn Feinde ihn bedrohen in wildem Grimm, sei stark und fest, und Gott wird mit Dir sein! Ein Nachspiel aus Könitz. Einer der vielen Processe, welche durch den Konitzer Mord entstanden sind, gelangte dieser Tage vor dem Schöff-mgericht gegen den Verleger der„Staatsbürger-Zeitung", Wilhelm B r u h n, und den verantwortlichen Redacteur derselben, Dr. Paul B ötticher, zur Verhandlung. Der Journalist Hermann Rauch hatte gegen die Genannten einen Strafantrag gestellt, weil in den Nummern 264 und 265 der „Staatsbürger-Zeitung" Artikel veröffentlicht worden waren, die sich mit seiner Person beschäftigten und schwere Angriffe gegen ihn enthielten. Es wurde unter Anderem behauptet, daß der Kläger Polizeivigilant sei, im Guthmann- Processe eine eigentümliche Rolle gespielt, dem Journalistenverein gegenüber sein Wort gebrochen und als Rechercheur des „Kl. Journal" in Könitz in einer Weise gehandelt habe, daß er von dort bei Nacht uub Nebel habe flüchten müssen. Der Kläger glaubte Anhaltspunkte dafür zu haben, daß der beklagte Bruhn der Verfasser der beiden incriminirten Artikel gewesen sei, was von dem Letzteren indeffen entschieden bestritten wurde. Der als Zeuge vernommene Journalist Wienecke bekundete, daß er jedenfalls das Material zu den beiden Artikeln geliefert, möglich sei es auch, daß er dieselben selbst verfaßt habe. Ob er die Berichte au den Beklagten Bruhn oder an die Redaction der „Staatsbürger-Zeitung" adressirt habe, wisse er nicht mehr. Der Kläger Rauch gab zu, daß er Gehilfe des inzwischen wegen Meineides verurtheilten Detectivs Schiller gewesen sei und von Kon'tz aus

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