Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 51 (20.12.1901)
- Date
- 1901-12-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021385-3021437--11393-3035928- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 844 Nr. 51 Dr. Bloch's Wochenschrift. Obmannes der Spitalscommission Herrn Wilhelm Kuffner wurden die Anträge der Spitalscommiffivn und des Vertreter-Collegiums, betreffend die Besetzung der Secundararztstellen im Spitale der israel. Cultusgemeinde, angenommen, und zwar wurde Herr Dr. Adolf Schwarz zum Ersten Secundararzte, Herr Dr. Sigmund Aldor zum Secundararzte und Herr Dr. Hugo Abeles zum Stipendisten der Moriz Freiherr,von Königswarter'schen Widmung mit den Functionen eines Secundararztes im Spitale der israel. Cultusgemeinde berufen. Die Jonas Freiherr von Königswarter'sche Theologenstiftung (2 Plätze ä K 930) gelangte im Sinne des Vorschlages der israel.-theologischen Lehranstalt und des Comiteantrages zur Verleihung. Ueber Reserat des Herrn Baurathes von Goldschmidt werden die gemäß den Anträgen der Wohlthätigkeitscommiffion und des Vertreter-Collegiums außer den budgenrten Beträgen noch zur Auszahlung gelangten periodischen Unterstützungen an 24 Parteien im Gesammtbetrage von K 3548 für das Jahr 1901 nachträglich genehmigt. Außerdem gelangten Steuerangelegenheiten und Personalien zur Erledigung. Wien. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde hat an Herrn Sigmund Mayer folgendes Glückwunschschreiben gerichtet : Wien, am 13. December 1901. Euer Hochwohlgeboren! Die Vollendung Ihres 70. Lebensjahres in voller körperlicher und geistiger Frische gibt Ihren zahlreichen Freunden angenehmen Anlaß, Sie herzlichst zu begrüßen und Ihnen jene wahren Sympathien zum Ausdruck zu bringen, deren Sie sich Dank Ihrer persönlichen Eigenschaften und Ihres öffentlichen Wirkens mit vollem Rechte erfreuen. Wenn auch nicht an der Verwaltung der Wiener Cultusgemeinde betheiligt, haben Sie sich doch stets als ihr treues Mitglied gefühlt und an ihrem Gedeihen das regste Interesse genommen. Mit an der Spitze hervorragender jüdischer Vereine, traten Sie zu allen Zeiten mit zündendem Worte, warmen Herzens und klugen Sinnes für Recht und Ehre des Judenthums, für die geistige und materielle Wohlfahrt unserer Glaubensgenossen ein. Darum hat auch die Wiener israelitische Cultusgemeinde begründeten Anlaß, sich den Ihnen entgegengebrachten Kundgebungen der Sympathie und Hochschätzung anzuschließen, und Sie zur Vollendung Ihres 70. Geburtstages auf das Allerherzlichste zu beglückwünschen. Mit dem Ausdrucke besonderer Hochachtung Der Erste Secretär: Der Präsident: Dr. Lieben. H. Klinger. * * * ' Mittags erschien in seiner Wohnung der Gesammtvorktand der Oesterreichisch-Jsraelitischen Union. Präsident Paul-Schiff überreichte eine künstlerisch ausgeführte Adresse, die Herrn Sigmund Mayer als überzeugungstreuen Politiker, als bahnbrechenden volkswirthschaftlichen Schriftsteller und als unermüdlichen Bertheidiger der staatsbürgerlichen Rechte seiner Glaubensgenoffen feiert. Ferner fand sich eine Deputation des galizischen Hilfsvereines ein, deren Sprecher die Verdienste des Jubilars um die wirthschaftliche Hebung der jüdischen Bevölkerung Galiziens würdigte. Schriftlich und mündlich gratulirten ferner unter Anderen: der Vorstand des Donau-Club, die Herren Bezirksvorsteher N i e b a u e r, Reichsraths-Abgeordneter Dr. Vogler, Mitglied des Landesschulrathes Dr. Gustav K o h n, Dr. Wilhelm Ritter von' M a u t h n e r, Oberrabbiner Dr. G ü d em a n n, Prediger Dr. S ch m i e d l, Rabbiner Dr. Gelbhaus, Landtags-Abgeordneter Friedrich Singer in Brünn, Director der Länderbank Kux, Componist Eduard Schütt, Director Simon, die kaiserlichen Räche A n n i n g e r, Jonas Weil, Dr. Th. Lieben, Landesgerichtsrath Dr. I. Kohn, Architekt Max Fleischer, Ortsschulrath S. Heit, Commercialrath Ignaz Zucker, Director S. Heller, Bezirksschulrath Dr. M. Spitzer, Proseffor I. Singer und viele Andere. Wien. (Constituirende Generalversammlung des Synagogenchor-Verbandes „Sulzerbund".) Am 12. d. M. fand in Khuner's Prachtsaal in Anwesenheit der Herren Obercantor Guttmann, Obercantor Bauer, I. Eantor Schiller, I. Cantor Fuchs, Obercantor Schorr und Seifert, des Herrn Proseffor Josef Sulzer, des Ortsschulrathes Fränkel, des Secretärs Königsberger, des Doctor Löwy, der Cantoren Serebrenik, Smotritzky und Pekarnik sowie unter zahlreicher Betheiligung der Wiener Tempelsänger die constituirende Generalversammlung des Synagogenchor-Verbandes „Sulzerbund" statt. Nach Begrüßung der Ehrengäste durch den Vorsitzenden CantorLöwit wurde ein Schreiben des ObercantorsMnger verlesen, welcher sein Fernbleiben entschuldigte. Nach einem kurzen Rückblick über die Institution des Synagogenchor-Gesanges erörterte der Vorsitzende dieGründe der Schaffung des Vereines „Sulzerbund". „Der Verein", führte der Vorsitzende aus, „hat die Humanität auf seine Fahne geschrieben, er soll den Tempelsänger, der, abgesehen von den wenigen Großgemeinden, zumeist mit Noth und Elend kämpft, wenn er krank ist, stützen und unterstützen, er soll den ganzen Stand und jeden Einzelnen in diesem heiligen Berufe in socialer und materieller Hinsicht heben und fördern und soll sich auch in künstlerischer Beziehung mit der Veredlung und Verschönerung des modernen Synagoqen-Gesanges befassen, dessen unsterbliche Grundlagen durch drn Altmeister Professor Salomon Sulzer festgelegt wurden". (Bei diesen Worten erhob sich spontan die ganze Versammlung von ihren Sitzen zu einer pietätvollen Kundgebung für den unvergleichlichen Schöpfer des „Schir Zion", dessen Namen der Verein führt.) Hierauf wurde zum Wahlact geschritten, aus welchem mit StimmeneinhMgkeit hervorgingen die Herren: Prof. Josef Sulzer, als Präsident, Jsidör Löwit, Chordirigent der israel.-türkischen Gemeinde, als Vier-präsident, Adolf Goldenberg (Stadltempel) als Cassier, Salo Lemberger (Stadttempel) als I. Schriftführer,.Max Schwager (IX. Bezirk) als II. Schriftführer, I. Heimann (Chordirigent, II., Tempelgasse) als I. Revisor, I. Porth (Chordirigent Ottakring) als 11. Revisor und die Herren I. Zellnik (Chordirigent des Stadttempels), M. Striks (ll. Tempelgasse), O. Thiemann (Fünfhaus) und S. Loubetzky (Brigittenau) als Vorstandsmitglieder. Präsident Prof. Sulzer, den Vorsitz übernehmend, dankte in bewegten Worten der Versammlung für die Wahl des Namens „Sulzerbund", welcher ihm selbst und dem Vater der Cantoren und Tempelsänger zur Ehre gereiche. Ec hoffe, dag der Verein auch in Zukunft die hohen Intentionen seines seligen Vaters würdigen werde, dann werde er mit seinen ganzen Kräften für die Hebung des Standes eintreten und die humanitären Bestrebungen des Vereines mit voller Hingebung fördern. (Lebhafter Beifall.) Der Präsident ertheilte hierauf dem Herrn Obercantor Guttmann das Wort zu folgenden Ausführungen : „Ich danke Ihnen, meine verehrten Herren, für Ihre freundliche Einladung. Es wurde mir hier ein Platz als. Ehrengast angewiesen. Wäre es nach meinem Willen und meiner persönlichen Empfindung gegangen, hätte ich, meinem inneren Drange folgend, mitten unterJhnen Platz genommen. Diese Worte, welche in ihrer herzgewinnenden Einfachheit eine zündende Wirkung übten, entfesselten einen minutenlangen Beifallssturm in der Versammlung, und es dauerte geraume Zeit, bis der Redner fortfahren konnte. „Nein, ich bin nicht Euer Gast, denn Ihr seid ja „Fleisch von meinem Fleische. Bein von meinen Beinen", die Ergänzung meines Jchs in synagogal-gesanglicher Beziehung. Möge die Kette, die Sie nun vereinigt, eine Schutzwehr sein gegen Unbill und Ungerechtigkeit, möge sie Ihre sociale und materielle Lage heben und sie Ihnen jene Achtung und Werthschätzung verschaffen, die Ihnen nach Ihrer Stellung als integrirender wichtiger Bestandtheil des modernen Gottesdienstes und nach Ihren künstlerischen Leistungen gerechterweise zukommen. Mögen Sie ohne Haß und Neid in Friede und Eintracht unter der Leitung Ihres vortrefflichen Präsidenten sich eifrig den hohen, edlen Aufgaben widmen, die Sie sich stellen, dann werden auch die moralischen und zeitlichen Früchte nicht ausbleiben. Um Ihnen, meine Herren, meine warmen Sympathien für Ihre humanitären Bestrebungen auch durch die That auszudrücken, widme ich Ihrem Vereine eine Spende von 50 Kronen und trete gleichzeitig als unterstützendes Mitglied bei. Möge der „Sulzerbund" wachsen, blühen und gedeihen, dies ist mein inniger Wunsch". Nicht endenwollender Beifall folgte diesen Worten, und in gehobenster, freudigster Stimmung wurde die Versammlung vom Präsidenten geschlossen. Wien. Der israelitische Frauenwohlthätigkeits-Verein der Brigittenau hielt die VI. ordentliche Generalversammlung, am 15. December 1901 im Saale Wegscheider, XX., Treustraße 12, unter Vorsitz der Präsidentin Frau Therese Spitz ab. Anwesend sind, die Vorstandsdamen, Herr Dr. Heinrich Schreiber und circa 60 Vereinsmitglieder. Um 31/2 Uhr Nachmittags eröffnet die Präsidentin die Versammlung, indem sie die Erschienenen auf das Herzlichste begrüßt, und ertheilt der Caffierin das Wort zum Rechenschaftsberichte. Frau A. Goldner glaubt mit Rücksicht harauf, daß der Jahres-