Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 50 (13.12.1901)
- Date
- 1901-12-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Beite 826 Dr. Bloches Wochenschrift. Nr. 50 Wien. (ChaÄuka-Fest im MädchenwaisenhausL in Döbling.) 'Sonntag, den 8. December, Abends! 4V- Uhr, fand, wie alljährlich, die erhebende Chauuka-Feier in der! unter der trefflichen Leitung der Frau Hermine S t r a k o s ch stchenden Anstalt unter großer Betheiligung auch fernstehender D Kreise statt. Das schöne Fest begann mit dem Anzünden der Lichter R und dem Vortrage der üblichen Segenssprüche durch ein Mädchen der Anstalt und dem Absingen der Chanuka-Festhymne seitens der Anstaltszözliuge, worauf die Bvrstandsdame Frau Ottilie Bondy eine tiefempfundene und eindringliche Ansprache an die Zöglinge richtete und anschließend an den Text des Wochenabschnittes den Kindern .zur Pflicht machte, das Gefühl der Dankbarkeit, namentlich für die Heimgegangene, so überaus wohl- und werkthätige Frau Emilie Singer in ihrem Herzen stets rege zu erhalten und diese Nutzanwendung auch beim Verlassen der Anstalt ins Leben mitzunehmen; anschließend an die geistvolle Ansprache der allgemein hochverehrten Dame trugen zwei Anstaltszöglinge eine Schubert'sche Clavierpiöce aus Rosamunde unter Anleitung der verdienstlichen Clavierlehrcrin Frl. Scherf vor. worauf auf Wunsch des SchutzdameN'Comitss von den Jnstitutszözlingen mehrere zwei- und dreistimmige Chöre zum Vortrage gelangten, von denen der von dem langjährigen verdienstvollen Gesangslehrer der Anstalt. Herrn Obercantor Singer, für die Feier componirte Chor: „Gibt es Schöneres wohl im Leben^ jugendsrisch und klangschön vorgetragen und vom Componisten selbst am Clavier begleitet, überaus beifällig aufgenomnien wurde. Ein rührendes Intermezzo bildete die durch Frau Hofrälhin v. Pfeiffer im Sinne der vorerwähnten verewigten Frau Emilie Singer zur Bertheilung gerächten drei Sparcaffenbücher mit namhaften Einlagen an drei brave Mädchen, worauf von den Damen des Borstaidcs die zahlreichen, überaus praktischen Chanuka-Geschenke an die Zöglinge vertheilt wurden. An der Feier betheiligten sich die Damen des Schutzcomitös Frau Baronin Charlotte v. K ö n i g s w a r t e r, Frau Hofräthin v. Pfeiffer, Frau Sofie Ritter v. Bauer, Frau Baronin S ch e i. Frau Obercantor Singer und Tochter, Frau Stefanie W e i ß v. W e l l e n st e i n, Frau Ottilie Bondy. Frl. Biedermann, Frau Schiff-Reizes u. A., sowie die Herren Bicepräscs Dr. Alfred Stern, Dr. Arthur Kuranda, Dr. Herzka. Schuldirector Mauthner. Director Fischer, Director Urbach, Dr. K v h n, Dr. Singer. Schulrath Rotter u. A. Die Anstaltszöglinge in ihren Festkleidern und dem Widerscheine jugendlichen Frohsinns auf den Gesichtern boten ein erquickendes Bild jugendlichen Glückes und die Damen und Herren des Schlchcomitäs, sowie die zahlreich anwesenden Gäste verließen das Fest in der beruhigenden Uebelzeugung, daß dieses Haus, unter Leitung der Direktorin Frau Hermine Str a k os ch und des ihr zur Assistenz beigegebenen Frl. B o d e n st e i n stehend^ allen idealen Anforderungen entspreche und daher der in Aussicht genommene Zweck, die Bethätigung wahrhaft edler Menschenliebe, in des Wortes umfaffendstem Sinne verwirklicht sei. Sch—r. Wien. Am Ausgange des Sabbaths fand in dem Betsaale brr Versorgungsanstalt der israelitischen Cultnsgemeinde, wie alljährlich, eine Cbanukaseier statt und hatten sich nebst den Insassen. Freunden und Gönnern auch die Damen des Aufsichtscomites dieses Humaintätsmstitutes eingefunden. Es waren erschienen die Cultusvorsteher: Herr Vice-Präsident Dr Alfred Stern, die Herren Sa'o Cohn, Obermgettienr Arthur Edler von Mises und ''aurath Wilhelm Stiaßuy, ferner die Herren Commercialrath Hermann S t i a ß n y, Armenrath T r e b i t s ch, Kann, R o s e n f e l d, Adolf Singer, W a i zu c r, Apotheker Nothziegel, Official Rudolf Kraus und die Aer^te der Anstalt rc. Herr Obercantor Guttmann versah mit seinem gut geschulten Chore, unter Leitung des Dirigenten H e i m a n n, die eantoralen Functionen in gewobnt erhebender Weise. Herr Professor Dr. Heinrich Pollak hielt eine fein durchdachte, sinnige Ansprache, in der er die Bedeutung des Chanukafcstcs mit zwei Merkmalen zeichnete, als Fest der Erinnerung und als Fest der Hoffnung. In der deifalligst aufgenommenen Rede hob er lobend die Verdienste der ... Herren des Cultusvorstandes hei vor, erwähnte rühmend die Fürsorge und Umsicht des Damen-Ausilchtscomit6s. sowie die musterhaften Anordnungen des beliebten Verwalters Herr K o d i t s ch e k, wie auch die seiner tüchtigen Gattin. Nach dem Gottesdienste versammelten sich die genannten Anwesenden in einem großen Saale, in welchem für die Insassen eine große Festjause vorbereitet war. R. K- Wien (Ch a nu ka fei er.) Vergangenen Samstag fand wie alljährlich im Koni gsberg'schen Mädcheninstitut eine Chanuk.- feier statt. Außer den Mitgliedern des Curatoriums der Anstalt, der Damen: Frau Heinrich K l i n g e r, Frau Wertheim und Frau Dr. G Ü d e m a n n, der Herren: Banrath Ritter von G o l dschmidt, Docent Grüns e ld, Secretär Dr. Adler und Börgerstmldirector Friedeh hatte sich ein elegantes Publicum eingefunden, das speciell die Darbietungen des musikalischen Theites mit stürmischem ,Beifalle aufnahm. Obercantor Philipp Kläger, der Gesangsmeister des Instituts, eröffnete die Feier durch das Anzünden der Chanuka- .lichter, indem er die. vorgeschriebenen Segenssprüche mit seinem prachtvollen Bariton zu Gehör brächte. Hierauf folgten declamatorische Vortrage der Schülerinnen Meta Pollizer, Julie Glaser und Lina Berger. Hieran schloß sich der musikalische Theil. Unter Leitung Obercantor Klage r's, dessen Lehrmethode wir bereits des Oefteren hervorzuheben Gelegenheit hatten, wurde ein Chor von l'e ndelssohn und C u r s ch m a n n in ausgezeichneter Weise intonirt. Den größten Beifall jedoch fand das von der Schülerin Grethe Fuchs in entzückender Weise vorgetragene Schuber t'sche Lied „D i e F o r e l l e" und ein humoristisches Eierzett „Prinzessin Paparla" von Willy, in welchem außer der Genannten noch die Mädchen G. Teltscher und A. N e u b n r g mitwirkten. Auch der wirkungsvolle Claviervortrag des Frl. Adele Neu bürg darf nicht vergessen werden, deren „N o c t u r n e" von Schulhof tüchtiges Können verrieth und der Lehrerin der Anstalt alle Ehre machte. Baden. (Chanukafeier in der Heilanstalt A l l am d.) Sonntag den 6. d. M., 4 Uhr Nachmittag, veranstaltete der Vorstand der Badener isracl. Cultnsgemeinde in der Heilanstalt Alland eine Chanukafeier, die einen würdigen und herzerhebenden Verlauf hatte. Anwesend waren: der Cultusvorsteher Herr Moriz L e i t n e r, dessen, Stellvertreter Herr Anton Schneid er. ferner die Herren aus dem Cultusausschusse: Moriz Daniel, Hermann F l>n s ch n e r, Ignaz F l e i s ch m a n n, Simon Mandl, und die Herren August E d e n b u r'g e r, Ludwig Lacke nbacher und Herr I. I n f e l d, Secretär der Cultnsgemeinde. Zu der Feier waren auch gelabt n der Vorstand und das Rabbinnt der Wiener israel. Cultnsgemeinde, deren Verhinderung sie schriftlich miitheilten. Nach Verrichtung des Minchagebetes durch den Cantor Herrn Jakob Schäfer hielt Se. Ehrwürden -Herr Rabbiner Wilhelm Reich die Festpredigt, welche voran an die Anstaltspatienten, die zumeist junge Leute sind und.voll versammelt waren, gerichtet war und auf alle Zuhörer einen höchst wirkungsvollen Eindruck machte. Mit Bezug auf Channka wies der Redner auf das Heldenthum im Leiden hin und belehrte die jungen Kranken, festes Gottvertraüen in sich zu pflegen, welches das beste Mittel nebst der menschlichen Kunst in der Leidenszeit bietet. Nach der Predigt zündete Cantor Schäfer die Channkalichter an und recitirte das „Haneros-Halolu“ mit klangvoller Stimme. Der Cultusvorsteher, Herr Moriz Lettner, dankte hierauf dem Herrn Rabbiner für seine vorzügliche Leistung und dem Herrn Cantor für seinen schönen Vortrag, womit die Feier ihren Abschluß fand. rj u Herr Nathan Z e r k o w i tz, Mitglied der hiesigen Cultusgemeinde, und t' emalin feierten ani 8. d. M. ihre goldene Hochzeit, und wurde das Jubelpaar vom Vorstande der Cultnsgemeinde mit einem kalligraphisch schön ansgeftihrten Gratulationsschreiben beehrt. 1 i Floridsdorf. Wie alljährlich wurde auch in diesem Jahre anläßlich des Chanukafestes seitens des hiesigen Frauenv'reines eine große Anzahl armer Schulender mit warmen Winterkleidern versehen, bei welcher Gelegenheit im Cafe Wald diesen Kindern eine Jause verabreicht wurde. Sonntag den 8. d. M. fand über Veranlassung des Frauenvereines ein feierlicher Chanuka-Festgottesdienst statt, an welchem der G^sammtvorstand des Frauenvereines mit der Fron Präsidentin Henriette Grünwald und der Frau Vice-Präsidentin Babelte Rosenmann an der Spitz', wie auch die Herren Cultusvorsteher, Herr Vice-Präses Emanuel Grün Wald, Herr Max Reumann, Herr Moriz Schwarz, Herr Dr. Julius Tauber, Herr Julius E i s i n g e r, Herr Samuel P i 's k, Herr Ignaz F r i s ch m a n n, Herr Josef Heller und die Vorstände sämmtlicher Vereine theilnahmen. Mit dem stimmungsvoll vorgetragenen Ma Towu durch Obercantor Herrn Moriz Löwy m t Ehorlcgleitimg wurde der Gottesdienst eingeleitet. Se. Ehrwürdeu Herr Bezirksrabbiner Dr. M. Roseuman» hielt die Chanuka-Festred--, in welcher er zum Schluss? auf die großen Verdienste des Frauei - Vereines, der jederzeit bereit ist, Armen und Nothleidenden zu helfen, besonders hinwies, und an die Frauen einen warmen Appell richtete, nach wie vor den jüdischen Geist zu pflegen und üochzuhalten. Nach Anzündung der Channkalichter sprachen 4 Mädchen an das Chanükafest knüpfende hübsche Gedichte und Dankworte. worauf unter Absingung der Volkshymne die schö. e Feier schloß. Matzen. (Beschuldigung des Ritualmordes.) Der Restaurateur in Ungereigen, David Steiner, begab sich vor Kurzem nach Amerika. Nicht lange vorher hatte sein: Magd ihren Dienstort verlassen, ohne daß man wußte, wohin sie sich begeben habe.>K)er Kutscher Johann Hommer in Gänserndorf verbreitete nun das Gerücht, an dem Mädchen sei von ihrem Dienstgeber David Steiner mit Unterstützung seines Bruders Isidor Steiner, des Bierdepositärs der St. Marxer Brauerei in Gänserndorf, ein Ritualmord begangen worden. Herr Isidor