Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 49 (6.12.1901)
- Date
- 1901-12-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4S Dr. Blvch's WvchvnfchrifL Sette 80» zu effen *) bis ein Priester für Urim und Tumim erstehen wird. (Nehemias C. 7, 63 — 65.) Damit entzog er einem großen Theil der Priesterschaft seine Würde und Subsistenzmittel. Zwar meint ein talmudischer Referent, daß er ihr Einkommen nur beschränkt habe, indem er es auf das von ihnen im Exile bezogene limitirte. 'urjjaa rbm d’Vdik on^n naa aanptna ans m ar6 "lürr .bwan 'Bnpn {fcO SJK „Denn er sprach zu ihnen, Ihr bleibet bei Eurem Gewohnheitsxechte, wie Ihr im Exil die Heiligthümer der Grenze gegessen habet, so sollen Euch auch hier die Heiligthümer der Grenze zu Theil werden. (Kidduschin 70a. Siehe oben.) Allein nach der Ansicht eines anderen Tradenten entsetzte er sie vollständig ihrer Würde und entzog ihnen ihr ganzes Einkommen.**) (ibi'ä.) ,snp np'Ki tö *6 Dieses geschah zwar nur aus ängstlicher Beobachtung des Gesetzes, welches seiner Meinung nach Verletzt worden wäre, wenn die Priester in dem Besitze ihrer Vollen Einkünfte geblieben wären, da aber dieses eine eigenmächtige, einseitige Jnterpreation der Vorschrift war, so entbehrte sie nicht eines Anstriches von Mißgunst und Uebelwollens. Denn ein alter Grundsatz, der Gesetz-skraft erhalten hat, lautet: Man reicht die Teruma denen, die als Priester in Geltung stehen. |‘icnr,%> nariro (ibid.). Die depossedirten Priester mochten das Vergehen Nehemias' als eine feindselige Handlung angesehen haben, die sie mit Feindschaft erwiderten. So wuchs die Mißstimmung und Gehässigkeit gegen Nehemias von Tag zu Tag. Die öffentliche Meinung wurde gegen ihn aufgestachelt und sein Ruf anaeschwärzt. Einer solchen Coalition gegenüber konnte er sich nur durch die ihm vom Großkönig eingeräumte statthalterliche Gewalt behaupten. Allein auch dieser sollte er sich nicht mehr lange erfreuen. Wir besitzen zwar keine Nachrichten darüber, ob über sein Thun Verleumdungsschreiben von Seiten seiner Feinde an den Großkönig geschickt wurden. Aber dieses läßt sich aus derartigen früheren Vorgängen schließen. Die Stellung Tirschatas wurde immer unhaltbarer und nach zwölfjährigem Aufenthalte in Judäa wurde er vom Großkönig von seinem Statthalterposten abberufen. Am Leben bedroht, verleumdet, vergrämt und gebeugt, verließ er den Ort seiner langjährigen Wirksamkeit in Judäa, und nicht ohne Sorge begab er sich an den großköniglichen Hof. denn das Drachengift der Denunciation wurde ja in Susa ausgestreut. Hier könnte es für ihn große Gefahr heraufbeschwören und ihm Verderben bringen. Einen Widerhall dieser seiner gedrückten Stimmung bietet der 140. Psalm, den Nehemias in dieser Zeit gedichtet haben dürfte. „Rette mich, o Gott, vor bösen Menschen, bewahre mich vor gewaltthätigen Leuten, welche im Herzen Böses tragen, jeden Tag Streit erregen. Sie wetzen ihre Zunge gleich einer Schlange und das Gift der Otter ist auf ihren Lippen. Selah. Hüte mich vor den Händen der Bösewichter, bewahre mich vor Frevlern,. die meine Tritte umstoßen wollen. Die Argen legen mir Schlingen, breiten ihre Netze mir aus, legen mir Stricke auf dem Wege. Ich rufe zu Gott, meine Macht bist Du. Vernimm, o Herr, die Stimme meines Gebetes, o Gott, Ewiger, meine Kraft, mein Heil! Du deckst mein Haupt am Tage des Kampfes. Erfülle nicht den Wunsch des Bösen. Laffe sein Sinnen nicht gelingen. Selah. O daß, das Unheil der üblen Nachrede das Haupt meiner Nachsteller bedecke. Kohlen mögen auf sie fallen, Feuer sie vernichten, in Tiefen mögen sie stürzen. Verleumder sollen im Lande nicht bestehen, die Gewaltthätigen Wögen in die Tiefen stürzen. Ich weiß, der Herr wird dem Verlassenen Recht verschaffen, Gerechtigkeit dem Schwachen. Nur Gerechte werden deinen Namen verherrlichen und die Rechtschaffenen vor deinem Antlitze weilen." (Fortsetzung folgt.) „ *) Zur Maccabäerzeit wird auf die Frage, was man mit den eiltweihteü Steinen als Opferstätte machen soll, eine ähnliche Antwor gegeben. (I. Maccabäerbuch 4. 46.) t **) Nach Raschi sind biaan ’urtp Heiligthümer der Grenze m&Tn Heben, D’EHp ’BTjp Heiligthümer der höchsten Ordnung sind nixan möiCKl Sünden- und Schuldenopfer. Eorrespondenzen. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa« in Wien, I. Seitenstettengaffe 4, für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Ignatz Fleischer sind der „Chewra-Kadischa" in Wien, I., Seitenstetteugaffe 4, zugekommen: Von Herrn Max Weiner in Szegedin X 10.—; Doctor Emanuel Löw in Szegedin X 20.—; S. Löw, Budapest, X 20.—; Architekten M. Löw, I., Kärntnerring 3, X 20.—; Anton Boros, Budapest, X 20.—; Ignatz Trebitsch, IX., Roßauerlände 45, X 20.—; Rudolf Partisch, I.. Hoher Markt 9, X 10.—; Anton Connard. L, Marc Aurelstraße 10, K 10.—; Moritz Schwarz. I., Hoher Markt 9, X 10.—; Benedict Brennig. IX., Liechtenfteinstraße 25, X 20.—; Hermann Simon. X., Reifingerstraße, X 5.—. Zusammen X 165.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Charlotte Pollaczek: Von Herrn Moritz Robitschek, derzeit in Meran, X 20.—; Familie Wohl, II., Novaragaffe 28. X 60.—. Zusammen X 80.— . Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Marie E l k a n: Bon Herrn Simon Semler in Pilsen X 10.—; Herrn und Frau Samuel Holub in Wodnian X 6.—; Herrn und Frau Ignatz Ehrlich, II.. Lilienbrunngaffe 5, X 10.—; Herrn und Frau Fritz Orlik, ll., Novaragaffe 21. X 6:—. Zusammen K 32.— . Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Leopold Kann: Von Herrn Jos. Siebenschein, I.. Schottenring 22, X 4.—; Rudolf Kann. I., Schwangass-, X 10.—; Dr. Ignatz Siebeuschein, VII., Bandgaffe 28. K 2.—; Dr. Moritz Siebenschein, IV., Belvederegaffe 20, K 5.—; Carl Hahn. II., Wolfgang Schnälzlgasse 9, X 2.—; Dr. Emil Kann, III., Veithgaffe 11, K 10.—; Dr. Heinrich Bum. IV.. Wiedener Gürtel 32, X 10.—; Alfred Frankl, II., Große Mohrengaffe 4, X 2.—; Sigmund Planer, ll., Glockengüsse 2, X 2.—; Jacob Kann. I., Rudolfsplatz 6. X 10. —; H. S. Kann, IX., Servitengaffi 7, X 5.—; Dr. Oscar Reichel, IX., Frankgaffe 1. X 10.—; Leopold Fuchs in Budapest, X 5.—; Emil Kann, IX., Kolingaffe 11,X10.—; Robert Kann, IX., Servitengaffe 7, X 2.—; Dr. Bernhard Lederer, I., Wipplingerstraße 33, X 5.—; Jacques Halm, IX., Liechtensteinstraße 61, X 4.—; Frau Edith Kann, IU, Beiih gaffe 11, X 10 —; Fanny Kann X 25.—; Auguste Kann,!.. - Ebendorferstraße 10, X 5.—; Therese Pappenheim, ll.. Große Schiffgasse 11. X 5.—; Philippine Schneeberger. VII., Lerchenfelderstraße 53, X 5.—; Anna Fuchs, Budapest, X 2.—; von drei Ungenannten X 20.—, 10.—, 10.—. Zusammen X 190.—. Wien. Der Israelitische Bethausverein Brigittenau hielt am 28. November 1901 im „Wrilandbof" (XX., Klosterneuburgerstraße 33) seine diesjährige Generalversammlung ab, welche sowohl von den Mitgliedern, als auch von zahlreichen Damen und Freunden des Vereines besucht war. Ihre Abwesenheit hatten entschuldigt: der Bice-Präfident Doetor Gustav K o h n, die Cultusvorsteher Dr. Berger und Architekt Max Fleischer. Dem vom Vorsitzenden verlesenen Rechenschaftsberichte entnehmen wir folgende Daten: Die diesjährige Bilanz ist eine ganz günstige zu nennen. Den Activen per X 183.099'17 stehen an Passiven gegenüber X 76.432.67, so daß ein Activum per X 106 686 50 erübrigt. Zur Erfüllung der den Tempelbau betreffenden finanziellen Verpflichtungen hat Herr Cultusvorsteher Salo Cohn in hochherziger Weise ein blos zu4Proeent verzinsliches, in Annuitäten ä 200 X rückzahlbares Darlehen von 20.000 X gewährt, welche Mittheilung die Generalversammlung mit lebhaftem Beifalle aufnimmt. Der Verein zählt nahezu 300 Mitglieder. Ueber Antrag des Herrn Ignaz Friedm a n n wird der Bereinsleitung das Absolutorium ertheilt. Herr Josef Back dankt dem Vorstände für das ersprießliche Wirken. Schriftführer Dr. Weißenstein stellt im Aufträge des Bereinsvorstandes den Antrag, Herrn Joses Kohn in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein und um den Tempelbau zum Ehrenmitgliede zu ernennen und das Vereinsstatut dementsprechend zu ändern. Nachdem auch Herr Dr. Heinrich Schreiber mit beredten Worten die hohen Verdienste des Herrn Josef Kohn um den Bethausverein und um die jüdischen Jntereffen überhaupt gekennzeichnet hatte, wird Herr Josef Kohn einstimmig zum Ehren-