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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-11-29 · 48 (29.11.1901) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
48 (29.11.1901)
Date
1901-11-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 48 Dr. Bloches Wochenschrift. Seite 785 Schreiber. Frau Ignaz Pfeiffer, Frau Dr. Berthold Stiller, Frau Alexander Schwarz, Frau Joseph Reinitz, Frau Leopold Keppich und Frau Dr. Armin N e u m a n n. Seitens der Humanitären und religiösen Vereine erschienen: In Vertretung des israelitischen Knaben-Waisenhauses Präsident Jakob Deutsch; seitens der Pester israelitischen Religionsgemeinde : Vicepräsident Samu Deutsch, Oberrabbiner Samuel K o h n und Secretär Dr. Wilhelm Goldziher; seitens des hauptstädtischen Armenkindergarten-Vereines: Frau Hermann S ch ö n f e l d, Aurel Feld; seitens der Chewra- Kavifcha Dr. Philipp W e i n m a n n; seitens des Neupester Frauenvereines : Frau Armin F r i e d m a n n, Frau Samu Führer utib Frau Ludwig Diamant st ein; vom ungarländischen Central-Fröbel-Frauenverein: Hermine K a u d e r s, Frau Moriz Deutsch jun., Frau Dr. Joseph B i r a v a und Frau Anton S ch o m a n n; vom israelitischen Landes-Lehrerverein Adolf G y ö r i; von der Altofner israelitischen Cultusgemeinde: Samu Ehrlich und Dr. Jlles Adler; vom Creche-Verein: Frau Johann Türschl und Frau Ernst Krause-Lang; vom Stuhlweißenburger israelitischen Frauenverein Witwe Joseph Klein; vom Kinderasyl Verein: Domherr Ludwig N o v a k und Hedwig Adler-Bancalari; von der israelitischen Landes-Centralkanzlei Martin Schweiger; vom Laüdes-Frauenbildungsverein: Gräfin Alexander Teleki, Frau Joseph R u d n a y, Frau Koloman C s i k y. Frau Julius Patay. Frau Albert D a r a z s i und Frau Albert G r u z; vom Ofner israelitischen Frauenverein: Frau Moriz Steiner, Frau Dr. D. K o h n; von der Ofner israelitischen Religionsgemeinde Isidor Szabolcsi. Obercantor Professor Lazarus stimmte, vom Gesangschor begleitet, eine religiöse Hymne an. Hierauf begrüßte die Präsidentin des israelitischen Frauenvereines Frau Anton Herzl die Anwesenden und namentlich die Minister in schwungvollen Worten. Sie dankte für das dem wohlthätigen Institut entgegengebrachte Interesse und empfahl das Waisenhaus auch für die Zukunft dem allgemeinen Wohlwollen. Hierauf verlas Bereinssecretär Gabriel F o r r a i die von ihm verfaßte Geschichte des Waisenhauses und dankte Allen, die das Zustandekommen desselben gefördert hatten, namentlich dem Ministerpräsidenten S z e l l, dem Cultusminister Dr. W l a s,s i c s. der Hauptstadt und der Pester israelitischen Religionsgemeinde. Dann hielt Oberrabbiner Dr. Samuel K o h n eine stimmungsvolle Festpredigt, zu deren Schluß er den Segen Gottes aus die neue Anstalt herabflehte. Der Oberrabbiner überreichte schließlich dem Präsidium des israelitischen Frauenvereins ein Begrüßungsschreiben des Vorstandes der Pester israelitischen Religionsgemeinde. Bürgermeister Johann H a l m o s dankte im Namen der Hauptstadt für die Opferwilligkeit Derjenigen, die die Anstalt ins Leben riefen. Dann hielt ein kleines Waisenmädchen namens Margarethe G r e i s l e r eine rührende Dankrede. Von der Präsidentin Frau Herzl, dem Secretär F o r r a i und der Waisenhaus-Directrice Katharina G e r ö geleitet, machten hierauf die Minister und die übrigen Gäste einen Rundgang durch die musterhaft eingerichteten Räume der Anstalt. Die Notabilitäten schrieben ihre Namen ins Gastbuch ein und gaben beim Abschied ihrer Freude und Anerkennung über das schöne und gute Werk beredten Ausdruck. Budapest. (S u b v e n t i o n f ü r d i e P e st e r israelitische Cultusgemeinde.) Die Pester israelitische Cultusgemeinde, welche eine städtische Subvention von jährlich 40.000 Kronen bezieht, kam Heuer bei der Commune um die Erhöhung ihrer Unterstützung auf 60.000 Kronen ein. Die hauptstädtische Unterrichtssection betraute die Mitglieder Dr. Moriz M e z e i, Bola Z b o r a y und Dr. Aladar B a l l a g i mit der Einholung eingehender Informationen, und die Genannten erklären nun in ihrem Berichte, daß die gegenwärtige Subvention der israelitischen Cultusgemeinde eine verhältnißmäßig geringere sei als die Unterstützung, welche die Stadtbehörde anderen Confefsionen gewährt. Während nämlich auf je ein Mitglied der israelitischen Cultusgemeinde nur 25 Heller als Subvention entfallen, beträgt dieselbe bei den Evangelischen 1 Krone 20 Heller, bei den Reformirten 80 Heller per Kopf. Außerdem wird hervorgehoben, daß die Cultusgemeinde einen großen Betrag aus culturelle Zwecke verwendete. Die Unterrichtssection des Magistrats beantragt nun, die Cultusgemeinde aufzufordern, ihren Bedarf für konfessionelle Zwecke und den Religionsunterricht separat auszuweisen. In der Sitzung der hauptstädtischen Unterrichtscommission wurde nach den Ausführungen Dr. Moriz M e z e i's, des Vorsitzenden Magistratsraths Dr. Stephan B ä r c z y, des Dr. Rudolf Havaß, des Schulinspectors Dr. Karl V e r 6 d y beschlossen, dre Erhöhung der Subvention aus 60.000 Kronen für das nächste Jahr zu beantragen. Budapest. (Israelitische Landeskanzlei.) In der jüngsten Ausschußsitzung der israelitischen Landeskanzlei stellte der Schriftführer Dr. Joseph Simon das Ersuchen, man möge mit Rücksicht darauf, daß er besonders in den Sommermonaten längere Zeit von der Hauptstadt abwesend ist, ihm für diese Zeit einen Substituten behufs Erledigung der laufenden Angelegenheiten zur Seite stellen. Diesem Wunsche wurde bereitwilligst stattgegeben und mit der Substitution des Schriftführers Doctor Franz M e z e y betraut, der den Titel Secretär führt, während Dr. Joseph Simon von nun ab als Kanzleichef fungirt. Eine befiere Wahl hätte die israelitische Landeskanzlei nicht treffen können, denn Dr. Franz Mezey vereinigt alle Eigenschaften in sich, die zur Führung der so schwierigen Secretärsagenden erforderlich sind. Er ist in Cultus und Schulanqelegenyeiten wie Wenige versirt, besitzt nicht gewöhnliches Fachwissen, dabei ist er eine he. vorragende Arbeitskraft und zeichnet sich durch liebenswürdiges, conciliantes Wesen aus. Dresden. Auch auf dem Gebiete der Schulverwaltung macht sich der antisemitische Geist immer stärker geltend. Ein vielbeschäftigter Dresdner Arzt, so schreibt man der „Freisinnigen Zeitung" ans Dresden, meldete seine Tochter zum Eintritt in die städtische höhere Töchterschule an und wurde zurückgewiesen, „weil er Israelit ist". Auf die Einwendung hin, daß er sich bei der Vorgesetzten Behörde beschweren werde, wurde ihm die Antwort: „Das wird Ihnen nichts nützen; oben wünscht man das so!" Die eingelegte Beschwerde hatte den Erfolg, daß ihm vom Stadtrath die Mittheilung wurde, der Aufnahme seiner Tochter stehe nichts mehr im Wege. Es ist zwar eigentlich nichts Neues, daß in Sachsen solche Principien „gemüthlicher" Unduldsamkeit ..oben" gehandhabt und gefördert werden — man denke nur an die Vergewaltigung unserer religiösen Jnteresien durch dos sächsische Schächtverbot, dessen Aufhebung die unter ihm mitleidenden christlichen Metzger selbst seit einiger Zeit anstreben; daß sie aber auch in so krafier, unzweideutiger Form auf das Gebiet der Schule übertragen werden, darf bald als der Gipfel geistiger Verkümmerung und bedauerlichster Engherzigkeit und Unmenschlichkeit bezeichnet werden. Denn wenn seinerzeit auch eine Instituts- Vorsteherin Mische Schülerinnen — allerdings ohne eigentlichen definitiven Erfolg — zurückzuweisen sich erdreisiete, so bleibt es gleichwohl unbegreiflich, daß die Leitung einer städtischen Schule das gleiche Verfahren einschlägt, wie eine einzelne engherzige, private Schulleiterin. Darmstadt. (Hessische K a m m e r.) Bei der Berathung der Vorstellung einer Anzahl Bekenner des jüdischen Glaubens, welche Beschwerde darüber führen, daß die Großherzogliche Regierung bei Anstellung der Beamten diese Glaubensgenossen zurücksetzt, entspann fich eine Debatte, in der mehrere Antisemiten gegen die Anstellung von jüdischen Richtern sprachen. Der Ausschuß-Antrag, welcher lautet: „Die Kammer spricht die Erwartung aus, daß bei der Anstellung der Beamten der principielle Standpunkt der religiösen Gleichberechtigung bewahrt werde", wurde in Uebereinstimmung mit der Regierung mit großer Mehrheit angenommen. Eine jüdische Gemeinde auf Cuba. Havanah (Cuba). Aus Havanab wird uns folgende erfreuliche Mittheilung gemacht: Die Juden der Insel Cuba organisiren sich zur gegenseitigen Unterstützung in socialer und religiöser Beziehung. Die erste Versammlung zu diesem Zwecke fand letzten Mittwoch im Geschäftslocale des Herrn Charles Berkowitz in der Belascoain-Straße statt. Cs war eine Anzahl hervorragender Juden anwesend und die Art und Weise, wie sie daran gingen, die neue Gesellschaft zu gründen, spricht für Erfolg. Folgende Beamte wurden provisorisch erwählt: Robert Diamond. Präsident; Charles Berkowitz. Secretär: Alfred E. Morales, Schatzmeister. Es wurde der Plan einer permanenten Organisation bernthen und beschlossen, sogleich einen Fond aufzubringen, um eine Synagoge zu bauen und ein geeignetes Stück Land für einen Begräbnißplatz zu kaufen. Die meisten Anwesenden zeichneten ansehnliche Beiträge, wie Alfred E. Morales 1000 Dollars, I. Barker 500, Robett Diamond l00, Charles Berkowitz 100, S. Blanstein 100, S. Greenbe g 25, M. Oldstein 50. 2l. M. Chayou l00 und K. Teller 5, zusammen 1980 Dollars. Alle 2lnwesenden verpflichteten sich, 2llles, was in ihrer Macht liegt, aufzubieten, alle Juden in Cuba für das Interesse dieser Organisation zu gewinnen. Es wurde beschlossen, der Gesellschaft den Namen „Bnaj Israel von Cuba" zu geben. Gegenwärtig leben wenige Juden in Cuba, aber die anwesenden Glaubensgenossen hoffen zuversichtlich, daß in wenigen Jahren durch Zuzug anständiger jüdischer Familien ihre Zahl fich vermehren wird.

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