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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-11-22 · 47 (22.11.1901) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
47 (22.11.1901)
Date
1901-11-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 47 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 781 glieder unserer Cultusgemeinde lebhaften Antheil nahmen. Das Resultat der Wahlen für den Gemeinderath war insoferne für die jüdische Bevölkerung, die sich sowohl quantitativ wie qualitativ als beachtungswerther Factor des öffentlichen Lebens erweist, von günstigem Erfolge begleitet, als Herr Cultusvorsteher Dr. Hugo Spitzer und Herr Advocat Dr. Julius Springer zu neuen Mitgliedern des Gemeinderathes der königlichen Freistadt gewählt wurden. Im Ganzen sitzen sechs jüdische Gemeinderäthe an dem grünen Tische unserer Commune. Bon dem Wirken der beiden neugewählten Stadtväter verspricht man sich viel Nützliches und Gutes, da beide Herren seit langer Zeit ihr Interesse für öffentliche Angelegenheiten in rühmlichster Weise bethätigten. Auch bei der Wahl des Ministersfür Kroatien und Slavonien, Seiner Excellenz des Herrn Ervin von Cseh zum Abgeordneten unserer Stadt zeigte sich die hiesige jüdische Bevölkerung als verläßlicher politischer Factor. Mit seltener Einmüthigkeit trug sie zur glänzenden Wahl dieses von liberalen und Humanitären Gesinnungen erfüllten hohen Würdenträgers das Ihrige bei. Diese Thatsache wurde auch in anerkennendster Weise anläßlich verschiedener Banquetreden gewürdigt, sowie auch vom Obergespan Doctor Theodor Graf Pejacsevich anläßlich seines am 16. November erfolgten Scheidens von Essegg dem Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde gegenüber besonders betont. Der zum Abgeordneten von Rasier gewählte bisherige Obergespan versicherte den Cultusvorstand in warmen Worten seiner ferneren Gewogenheit, und unverringerten Hochachtung und theilte dem Führer der Deputation Herrn Cultusvorsteher Dr. Spitzer mit. daß es ihn jederzeit freuen werde, die Interessen unserer Cultus gemeinde fördern zu können. Teplitz. (Todesfall.) Bon einem herben Schicksalsschlage wurde der hier domicilirende bekannte Schriftsteller und ehemalige Secretär der Handelskammer in Brody Herr Leo Herzberg-Fränkel betroffen, indem der grausame Tod am 12. d. M. die treue Lebensgefährtin Frau Therese Herzber g-Fränkel dahinraffte. Dieselbe stand im 71. Lebensjahre und war die Mutter des k. k. Universitäts-Professors Dr. Sigmund Herzberg-Fränkel in Czernowitz und Dr. Ludwig Herzberg-Fränkel, Hof- und Gerichts-Advocaten in Wien. Mit der Verstorbenen ist eine Frau aus dem Leben geschieden, welche, in den weitesten Kreisen bekannt, geehrt und geliebt, bis zu ihrem letzten Athemzuge treu den Vorschriften der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit gelebt und gewirkt hatte. Der Verblichener«, welche sich durch hohe Bildung des Geistes, des Gemüthes und ausgeprägte Herzenseigenschaften auszeichnete, bedeutet der Tod den Abschluß eines an Arbeit und Mühe reichen Lebens, voll gottgesegneten Fleißes, voll Liebe und Wohlthun. Frau Herzberg-Fränkel, die das innige Band mit ihrer Familie verknüpfte und die in stiller Zurückgezogenheit nur der Familie lebte und im Stillen in ganz bewunderungswürdiger Weise ihren Wohlthätigkeitssiun bethätrgte, war auch eine mit seltenen Herzenstugenden ausgestattete Frau. Stand sie ob ihres bescheidenen Wesens und ihrer sympathischen Umgangsformen bei.Allen, die ihr im Leben nahegestanden, die sie kannten und mit ihr verkehrten, in hoher Achtung und seltenem Ansehen, so stand sie inmitten ihrer Familie als hingebungsvolle zärtliche Gattin und treue fürsorgliche Mutter. Dem schwergeprüften Gatten wendet sich daher die Theilnahme seiner zahllosen Verehrer und Freunde zu. Am 14. d. M. wurde diese seltene Frau zu Grabe getragen. Eine überaus reiche Trauergemeinde hatte sich trotz der ungünstigen Witterung eingefunden, um der Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Das Ansehen, dessen sich die Familie der Dahingeschiedenen erfreut, und die allgemeine Liebe und Hochschätzung, die die Verstorbene genoß, documentirte sich an dem Bestattungsgange: das Gute, das sie zeitlebens gestiftet, die Wohlthätigkeit und echte wahre Freundschaft kamen so zu beredtem Ausdruck. Unter den Erschienenen sah man neben den Hinterbliebenen und Verwandten der Verstorbenen den Vorstand der hiesigen Cultusgemeinde-Repräsentanz, Abordnungen humanitärer israelitischer Vereine, den Vorstand der Beerdigungsbrüderschaft, Großindustrielle, Advocaten, Aerzte, Großkaufleute, Vertreter der Presse und viele andere Trauergäste. Hinter dem Sarge schritten nebst Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. K u r r e i n und Obercantor D a w i s o h n der schwergeprüfte Gatte und die trauernden Kinder Der Trauerzug nahm seinen Weg zum hiesigen israelitischen Friedhof und am Grabe strömten aus dem Munde des Herrn Rabbiner Dr. Kurrein herzbewegende Worte, Worte, wie man fie nur einer Tvdten zollen kann, die einst in gottgefälligen Bahnen gewandelt und in deren Brust ein Herz voll Liebe und Güte gegen die Familie und Mitmenschen geschlagen hat. Als Se. Ehrwürden Dr. K u r r e i n im Verlaufe der Trauerrede noch einmal, zum letztenmale, die edle Persönlichkeit der Todten vor den Augen der Trauernden erstehen ließ, da ging ein Schluchzen durch die Reihen und heiße Thränen fielen auf den einfachen Holzsarg hernieder. Nachdem noch Herr Obercantor Dawisohn die rituellen Trauergebete verrichtet hatte, wurde die Verblichene zur ewigen Ruhe gebettet. Möge ihr die Erde leicht sein! Arthur Schorr. Kopreinitz. Der Jude Croatien-Slavoniens vermittelt den Import- und Exporthandel. Sein ganzes Sinnen und Trachten ist darauf gerichtet, sich daheim für die ausländischen und im Auslande für die einheimischen Erzeugnisse ein Absatzgebiet zu schaffen. An Intelligenz und Thatkraft. an geschäftsmännischem Muth und au Beharrlichkeit übertrifft der Jude sowohl den Kroaten als den Serben, wobei ihm seine Mäßigkeit und Anspruchslosigkeit zu statten kommen. Der Jude drängt sich in die bestehenden Gesellschaftskreise nicht ein; er selber wird zum Mittelpunkt eines Kreises. Seit ungefähr achtzehn Jahren steht' an der Spitze der Verwaltung unserer Cultusgemeinde der Großindustrielle Herr Jaques Hirschler. Ein Jude in des Wortes edelstem Sinne, waltet er seines Ehrenamtes mit Umsicht und tiefem Verständniß und genießt ob seiner Gesinnungstüchtigkeit und seines üumanitären Wirkens die ungetheilten Sympathien aller Claffen der Bevölkerung. Sein vielseitiges großes Talent in geschäftlicher Beziehung ist sehr instructiv für die Landwirthe, die früher enorme Bestandtheile ihrer Bodenproducte als werthlos und unverwendbar der Vernichtung anheimgaben; diese werden nun von Herrn Hirschler, der für solche Dinge im fernen Griechenland und Spanien Absatzgebiete erschlossen, den Landleuten preismäßig bezahlt und als Handelsartikel exportirt. Und wie der biblische Josef, hat auch Herr Hirschler weit aukblickend in den Jahren des Ueberflusses große Quantitäten von Getreidearten und Sämereien aufgestapelt und dann zur geeigneten Zeit den nothleidenden Bauern ä blaneo verabfolgt, die nun dankbaren Herzens zu ihm emporblicken und ihm als Retter in der Noth huldigen. Dies ersprießliche Schaffen und Walten fand nun an Allerhöchster Stelle die verdiente Würdigung, denn am 7. d. M., nach Beendigung des Wahlkampfes in den Landtag, der zu Gunsten der Nationalpartei ausfiel, verbreitete sich in der Stadt mit Blitzesschnelle die freudige Kunde: „Se. k. u. k. Majestät geruhte dem Großkaufmanne und Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde, Herrn Jaques Hirschler, in Anerkennung seiner gemeinnützigen Thätigkeit das goldene Verdienstkreuz mit der Krone zu verleihen." Eine Stunde später traf vom Obergespan, Herrn v. Kukuljevie. an unseren ehrwürdigen Herrn Rabbiner ein Telegramm folgenden Inhalts ein: „Herzlichsten Dank Ihnen und Ihren treuen Glaubensgenoffen für die kräftige Unterstützung. In der allerhöchsten Anerkennung Ihres Cultus Vorstandes erblicke ich die Auszeichnung Ihrer ganzen Gemeinde." Den vielen Gratulanten, die sich bei Herrn Hirschler theils mündlich, theils schriftlich einstellten, schließen wir uns auch aus vollem Herzen an und wünschen insbesondere, daß dieses erhebende Beispiel Nachahmer finden möge. Campos. Klattau. In der Nachbargemeinde Neuern feierte Herr Rabbiner M. Reiser das 25jährige Jubiläum seiner Amtsthätigkeit. Dieses Fest wurde von der Gemeinde, die an ihrem Seelenhirten mit großer Liebe und verdienter Verehrung hängt, feierlich begangen und sind aus diesem Anlasie dem würdigen Jubilar von Nah und Fern Beweise der Sympathie und Anerkennung zugegangen. — Bei der am 10. November stattgefundenen Generalversammlung des Kaiser Franz Josef-Jubiläums-Frauenvereins in Klattau wurden die Damen Sofie Zucker (Klattau) und Julie Singer (derzeit Budweis) in Anerkennung ihrer vielfachen Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt. — Herr Leo und Frau Hermine Ehrlich feierten unter allgemeiner Theilnahme das Fest der filbernen Hochzeit. Aus Anlaß dieser Feier spendeten die Genannten namhafte Summen an Arme. — Unsere Schule wurde am 3. d. M. von dem Herrn Ober-Schulinspector Dr I. Fleischer inspicirt und sprach derselbe seine vollste Zufriedenheit über das Gebotene aus. Die Schule wird von 75 Schülern israelitischer Consession besucht, der Lehrkörper besteht aus den Herren: Ehrwürden Dr. M. L. Wolf als Religionslehrer, M. Berka als Oberlehrer, A. Braun, Leo Körnitz er und dem Fräulein Popper als Handarbeitslehrerin. — Nochmals ist darauf hinzuweisen, daß bedauerlicherweise in vielen kleinen Ortschaften, in denen jüdische Familien wohnen, die Kinder ohne Religionsunterricht aufwachsen, und es wäre zu wünschen, daß von berufener Stelle darin Wandel geschaffen würde. M. B. Huffowitz. Am 13. d. M. fand in Brünn unter allgemeiner Theilnahme das Leichenbegängniß des in Huffowitz «m Alter von 70 Jahren verstorbenen Herrn Hermann H i tz k i statt. Herr Hermann Hitzki war ein bekannt frommer und wohlthätiger Mann, der mit seiner tiefgebeugten Gattin in 43jähriger. glücklichster Ehe lebte. Herr Dr. Grünfeld, in Vertretung des.

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