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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-11-14 · 46 (14.11.1901) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
46 (14.11.1901)
Date
1901-11-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 762 Nr. 46 Dr. Blöch's zu behandelnde, Mittheilung im Talmud dienen. Nehemias verwies nämlich einen Theil der Priester mit seiner Forderung auf die Umlagen, die sie im Exil bezogen haben. Er sprach zu ihnen: „Ihr sollt in euren Gewohnheitsrechten verbleiben, wie Ihr im Exil die Heiligthümer der Grenze, d. i. Hebe erhalten habet, so sollet Ihr auch hier die Heiligthümer der Grenze bekommen. di*7 -|2K ]82 &|K *71221 *tnp2 ..1*7122 O'*7218 Dm 122 O2NPM2 218 '1.1 *7122,1 irn,22 (Kidduschin 69a). Die Gewohnheitsrechte der Priester, zu den-n man neue hinzufügte, wurden als Normen fixirt, in ine Urkunde geschrieben und von allen Judäern durch Unterschriften und Siegel feierlichst anerkannt. An der Spitze Derjenige», die die Vertragsschrift eigenhändig zeichneten, steht „Nehemias, der Tirschata, der Sohn Chachaljas/ (Nehemias 10—2). Obwohl ein neuer Vertrag zwischen Gott und Juda hiedurch förmlich geschloffen wurde, so hat sich doch das juristische öffentliche Gewiflen mit demselben nicht zufrieden geben können, da doch die offenkundige positive Zustimmung des anderen Vertragstheiles, nämlich Gottes, fehlte. Die Phantasie des Volkes aber, welche bei derartigen Anläffen stets als Helferin in der Roth sich erweist, fand auch hier einen Ausweg, indem sie eine nachträgliche directe Zustimmung des Himmels erfolgen laßt. „Als die freiwillige Verpflichtung der Judäer vor sich ging", erzählt eine alte Sage, „was thaten da die Männer der großen Synode? Da schrieben sie dieselbe nieder, nahmen das Unterzeichnete Schriftstück, legten es ins Heiligthum. Und am andern Morgen fanden sie es vom himmlischen Gerichtshöfe ebenfalls b. siegelt"'. ILO 12712 1*7112.1 1O22 IMS VDS 12 J,T*782 12"N D.11 Ginn 1118221 112*; 71'invIi ,111172 1.11NOD1 (Mrdrasch Rabba Ru h C. 4). Die Selbstzufriedenh. it der Judäer über die freiwillig eingegangene Steuerpflicht dauerte aber nicht lange. Denn so wie bei der Freigebung der verpfändeten Güter und der Sclaven, so wurden sie auch jetzt von Nehemias überrumpelt. Sie wurden von seiner Uneigennützigkeit und von seinem persönlichen Enthusiasmus,für die Idee hingeriffen. Als aber die Begeisterung sich legte, sahen sie die Nachlheile, die für sie aus ihren» Entschluffe folgten und es bemächtigte sich ihrer eine Mißstimmung, die sich später noch steigerte, als die dynastischen Velleitäten Nehemias' sich immer mehr bemerkbar machten, als Vornehme und sogar Propheten feine guten Absichten mißdeuteten und ihn geheim und öffentlich verleumdeten. Die Optimalen suchten das niedrige Volk gegen ihn aufzubringen, machten gemeinsame Sache mit Tirschata's nichtjüdischen Feiirden. Auch von diesem Zeitpunkte mag der Bericht gelten: „In diesen Tagen wechselten viele Fürsten Judas Briefe mit Tobias, denn Viele in Juda waren seine Eidcsgenoffen." (Nehemias 6. 17. 18.) (Fortsetzung folgt.) Correspondenzen. Kranzablöfungsfpeuden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, t. Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Motto: „Blunlengewinde und Kränze, sie welken spurlos dahin, Gottgefällige Werke sichern jedoch ein ehrendes dauerndes Andenken." Der Vorstand der altehrwürdigen „Chkwra-Kadischa" in Wien, I. Seitenstettengosse 4 hat im Interesse der vielen bedürftigen Glaubensgenoffen, welchen sie mit Medicamenten, Bandagen, Curbeiträgen und sonstigen Unterstützungen noch Maßgabe ihrer Mittel aushilft, eine Einrichtung getroffen, welche sich schon lange in Budap.st, Prag und anderen Städten segensvoll eingelebt hat. Der erwähnte Wohlthätigkeitsverein schickt in jedes Trauerhaus ein Buch, worin sowohl die Trauerfamilienmitglieder, <üs auch deren Freunde Geldspenden anstatt Kränzen einzeichnen können, welche Beträge später bei jedem Einzelnen eincassirt werden. Wenn berücksichtigt wird, daß Blumenspenden gegen die herkömmliche jüdische Sttte verstoßen, daß sogar Angehörige anderer Confessionen in ihren Traueranzeigen öfters bemerken: ^Kranzspenden werden im Sinne des Verblichenen dankend abgelehnt", wenn ferner bedauerlicherweise constatirt werden muß, daß die Mittel der „Chewra-Kadischa" viel zu ungenügend sind, um bei der zunehmenden Noth allen an sie gestellten Anforderungen nur theilweise Nachkommen zu können, muß jeder Menschenfreund Wochonschrifi. diese Einführung von Geldspenden anstatt Kränzen 'chei 'Trauerfällen mit großer Sympathie begrüßen und den Bestrebungen der „Chewra-Kadischa" im Interesse kranker Glaubensgenossen den besten Erfolg wünschen. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Pauline Landabe r g e r : Von Frau Rosa Adutt, II. Praterstraße 68, K 1.—; Familie Weintraub, II. Praterstraße 29, K 1.—; Herrn Victor Adutt, II. Praterstraße 12, K 4.—; Herrn Mosco Adutt, I. Hohenstaufen gaffe 4, K 2.—; Herrn Carl Pasternak, II. Kaiser Josefstraße 36, K 4.—; Herrn Bernhard Landesberger, ll. Waschhausstraße 1a, K 2.—; Herren Gebrüder Fischhof, II. Schöllerhof, K 4.—. Zusammen K 18.—. Budapest. In der unter dem Präsidium des königlichen Rathes Philipp Wcinmavn und des Professors Dr. Wilhelm Bacher stattgehabten jüngsten Directionssitzung der ungarischisraelitischen literarischen Gesellschaft unterbreitete Secretär Dr. Joseph Bänüczy den Jahresbericht. Wie aus diesem Berichte zu entnehmen ist, werden die Mitglieder Heuer nebst dem üblichen Jahrbuche das preisgekrönte Werk des Neupester Rabbiners Dr. Ludwig Venetianer über die Organisation der Judenheit in den europäischen Staaten erhalten. Auf Antrag Dr. Franz Mezei's wurde beschlossen, die zu diesem Buche gehörigen werthvollen Actenstücke, die bisher noch nie gesammelt waren, zu veröffentlichen und so auch dem großen Publicum zugäirglich zu machen. Zur Deckung der Kosten spendeten - Dr. Weiumann, Dr. Moriz Stiller und Dr. Franz Szekr-Y y 100 Kronen. Die etwaigen Mehrkosten wird Dr. Stiller im Wege einer Sammlung aufbringen. Der Termin der von der Gesellschaft ausgeschriebenen literarhistorischen Co> clirrenz wurde bis zum 15. September 1902 verlängert. Gleichzeitig wurde ein von Paul Tencer gesammelter Preis von 2500 Kronen ans eine die Geschichte des jüdischen Volkes behandelnde Preisarbeit allsgeschrieben. Die Gesellschaft hielt am 5. d. M. unter dem Vorsitze Adolf A g a i's eine Vortra.;ssitzung — die erste in dieser Saison — welcher ein überaus zahlreiches Publicum beiwohnte. Der Professor an der israelitischen Lehrerpräparandie Docto^ Samuel Krauß hielt zunächst einen Vortrag unter dem Titel: „D e r erste Häretiker". In interessanter Weise behandelt der Vortragende jenen großen Kampf, welcher sozusagen in der Geburtsstunde des Christenlhuins in Rom, beziehungsweise in der Umgegend der Ewigen Stadt zwischen Juden und Christen tobte Sowohl christliche als jüdische Legenden erzählen von den Thaten Simon Magus', der ein neuerer Ikarus gewesen sein soll; dieses Detail habe eine historische Grundlage. Vortragender weist nach, daß die Juden der Verbreitung des Christenthums nicht gleichgiltig gegenüberstanden. Nach diesen mit Beifall aufgenommenen Ausführungen las Adolf A g a i den letzten Tbeil seines im Vorjahre begonnenen Memoirencyclus „Regi naplobol" (Aus einem alten Tagebuch) vor. Den Abschluß der fesselnden Reminiscenzcn bildete eine Schilderung des Lebens und Treibens an der medicinischen Facultät zur Zeit der großen Cholera. In packender Weise schildert Agai das Verhalten, der Behörden im ganzen Lande, insbesondere aber im Tolnaer Comitat, wo die Epidemie in großem Maße herrschte. Das Auditorium lauschte den genußreichen Ausführungen Agai's mit großem Interesse. Zum Schluffe wurde der Vortragende mit Beifall und Applaus überschüttet. Lemberg. An die Spitze der autonomen Verwaltung Galiziens ist ein neuer Mann getreten. Die hierländische Judenschaft wird dem abtretenden Grafen Stanislaus Badeni, der aus seiner Verachtung und Abneigung gegen die Juden nie einen Hehl gemacht, keine Thräne nachweinen. Die Zukunft wird l-hren, ob sich sein Nachfolger Graf Potocki von gerechteren Anschauungen wird leiten lassen. Dem neuen,Landmarschall haben sich letzthin auch der Vorstand der hiesigen Cultusgemeinde unter Führung des Vicepräsidenten Dr. Simon Schaff und das Rabbinat beider Richtungen vorgestellt. Auf die Begrüßungsansprache des V»ce- Präses erwiderte Graf Potocki, daß er in seinem Wnkuirgskreise bestrebt sein werde, die Jntereffen der jüdischen Cultus gemeinden zu fördern. Hoffen wir das Beste! Die seit mehreren Jahren unter der Aegide eines Curatoriums bestehende, von den Herren Dr. Munk und Ewen sehr verdienstvoll geleitete hebräische Sprachschule „Chanoch Lenaar'' hat bereits manch schönen Erfolg' aufzuweisen. Die Anstalt wird von Mittel- und Volksschülern freqnentirtdie Schüler werden je nach Borkenntniffen in drei Abtheilungen eingetheilt. Jüngst hatte ich das Vergnügen, dem Unterrichte in der obersten und Elementarclaffe beizuwohnen und kann nur meiner Freude über, das Gehörte Ausdruck geben. In der jüdischen Grammatik

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