Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 45 (8.11.1901)
- Date
- 1901-11-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 45 Seite 747 Dr. Blortz's Wochenschrift. Vermischtes. Wien. (Oestereichisch-Jsraelitische Union.) Die Bureaus der Oesterreichisch-Jsraelitischen Union befinden sich seit 6. d. M. I. Bezirk, Dorotheergasse Nr. 12. Die neue Telephon- Nummer lautet 1855. Wien. (Trauung.) Sonntag den 3. d. M. um 3 Uhr Nachmittags fand im israelitischen Tempel in der Tempelgafse die Trauung des Fräuleins Hermine Königsberger. Tochter des Bethaus-Secretärs Herrn Nathan Königsberger, mit Herrn Ludwig Rothmüller statt. Ein ungemein zahlreiches Publicum wohnte der Trauungs-Ceremonie bei. Unter den Anwesenden waren zu bemerken: Die Vice-Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde, die Herren Dr. Alfred Stern und Landesschulrath Dr. Gustav K o h n. Cultusvorsteher und Bezirksschulrath Dr. Marcus Spitzer, die Bethaus-Vorsteher Wasservogel und Stiaßny. viele Mitglieder des Armenrathes, dem der Vater der Braut seit vielen Jahren angehört, die Religions-Jnspectoren Kanitz und Dr. Langfel d e r mit den Religionslehrern der Gemeinde, die Verwaltungsbeamten der israelitischen Cultusgemeinde, die Cantoren und Funktionäre der Gemeinde und Bereins-Bethäuser rc. rc. In meisterhafter Weise versah Herr Obercantor G u t t m a n n mit seiner prächtigen, klangvollen Stimme, begleitet vom gutgeschulten und von Herrn H e i m a n n dirigirten Tempelchore, die cantorale Function. Den Trauungsaet nahm Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Sch m ie dl vor, der an das Brautpaar eine schwungvolle Ansprache richtete. Unzählige Glückwünsche find der Familie theils auf telegraphischem, theils auf schriftlichem Wege zugekommen. E. B. Wien. (Trauun g.) Am 17. November d. I. findet im Tempel der Seitenstettengasse die Trauung des Ingenieurs Herrn Julius Stern mit Frl. Marianne Cohn, Tochter des bekannten Industriellen Herrn Salo Cohn, statt. E. B. Wien. (Leopold st ädter Frauen-Wohlth äti gkeitsv er ein u; d Kaiserin Elisabeth- Lehrmädchenhort in Wien.) Infolge unseres warmen Appells sind uns zugekommen von der Firma S. Stein in Wien ein Stück Chiffon mit 65 Meter, von der Tannwalder Baumwollspinnerei ein StückHosengadrill mit 70Meter, von Herrn Eduard Beer ein Stück Creton mit 62 Meter. Letzterer ist unserem Vereine auch als Gründer mit dem Betrage von hundert Kronen beigetreten. Allen diesen Gönnern unseres Vereines unseren wärmsten Dank. Weitere Spenden an Geld. Kleidern und Stoffen, um welche wir uns erlauben dringendst zu bitten, da wegen des eingetretenen Frostwetters enorme Ansprüche an unseren Verein gestellt werden, denen wir auch nicht zum kleinsten Theile gerecht zu werden vermögen, nehmen bereitwilligst entgegen: die Vereinspräsidentin Frau kaiserl. Rath Dr. Bertha K o h u, II. Stefaniestraße 2, die Bicepräsidentin Frau Marie Baräny, II. Kaiser Josefstraße 25, und im Vereinsbureau, II. Ob. Donaustraße 65, der Secretär Herr Schulm a n n und die Verwalterin Bertha Schulmann. Wien. Der Frauen-Wohlthätigkeitsverein „Frauenhort" im IX. Bezirk nimmt an Spenden in Geld, Kleidern und Stoffen zum Zwecke der Betheiligung an Schützlinge des Vereines, und zwar durch die Präsidentin Frau Gemeinderath Rosa Zifferer, durch die Vice-Präsidentin Frau Regine K o p st e i n, I., Neuthorgasse 13, durch die II. Vice-Präsidentin Frau Johanna Fröhl i ch, IX., Fraukgasse 1 und durch die Vorstandsdame Frau Regierungsrath G i n t l - F r ö h l i ch , IX., Währingerstraße 22 entgegen. Wien. (Kranken-, Witwen- und Waisen- Unterstützungs-Verein „C h e s e d schel emes“.) In der Leitung dieses seit dem Jahre 1867 bestehenden Vereines hat sich ein Wechsel vollzogen. Der langjährige bewährte Obmann Herr Jacob Mittler hat in Folge geschäftlicher Ueberbürdung seine Stelle zurückgelegt und wurde für denselben der bisherige Obmann-Stellvertreter Herr Siegfried Beer zum Obmanne und Herr Adolf Hupka, Armenrath der Stadt Wien, einstimmig zum Obmann-Stellvertreter gewählt. Der Vorstand, mit welchem Herr Mittler durch viele Jahre in aufopfernder und ersprießlicher Weise für den Verein arbeitete, gab seinem lebhaften Bedauern ob des Rücktrittes des Herrn Mittler einstimmigen Ausdruck und wurde dem abtretenden Obmanne der herzliche Dank sämmtlicher Mitglieder für seine verdienstvollen Leistungen ausgesprochen und dieser Dank dem Protokolle einverleibt. Sowohl der neue Obmann, Herr Siegfried Beer, als auch dessen Stellvertreter, Herr Adolf Hupka, haben sich um den Verein bereits in herragender Weife verdient gemacht, und es ist zu erwarten, daß dieser so eminent humanitäre Verein auch unter der neuen Leitung blühen und gedeihen werde. Wien. Der im Alter von 53 Jahren, nach 26jähriger ärztlicher Thätigkeit verstorbene Herr Dr. Emanuel Blum wurde am Mittwoch v. M. bei zahlreicher Betheiligung zu Grabe getragen. Die Beliebtheit und das hohe Ansehen, deffen sich der Verblichene erfreute, zeigten sich bei dieser Gelegenheit. Im Trauerhause erschienen unter Anderen Hofrath Profeffor Nothnagel, Professor Dr. Felsenreich, Docent Dr. Grünfeld, Dr. Herz seid, die Gemeinderäthe Helbig und Niebauer, kaiserl. Rath Dr. S. K o h n, Deputationen der Gesellschaft der Aerzte, des Vereines Gomled Chesed und sonstiger humanitärer Vereine, denen der Verewigte jederzeit mit Rath und Thal zur Seite stand. Ferner waren anwesend die Herren Bezirksschulrath Dr. M. Spitzer, Cultusvorstand Emil Horner. D. B r a u n, S t r a s s e r u. s. w. Am Friedhofe widmete Primarius Dr. L e r ch, nach der liturgischen Function durch I. Cantor Schiller, namens des ärztlichen Vereines im 2. Bezirke, dem der Verblichene seit dem Bestände desselben angehörte, theitnahmsvolle Worte der Anerkennung; ferner sprachen Dr. T e n n e n b a u m im Namen des Vereines für die Wohlfahrt der ärztlichen Hinterbliebenen, Herr B. Kanitz in besonders ergreifender Weise, Dr. Ziegler für den Verein der Groß-Meseritscher und endlich Dr. Kornfeld im Namen der Familien, denen Dr. Blum lange Jahre ein treuer Freund und ärztlicher Berather war. Sämmtliche Trauerredner rühmten das selbstlose Wirken des Dahingeschiedenen, der sich ein bleibendes Gedächtniß bei Mit- und Nachwelt gesichert hat. —u. Wien. (Verein zur Verpflegung jüdischer Brustkranker.) Freitag den 1. d. M. gedachte Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. S ch m i e d l im israelitischen Tempel, II. Tempelgasse, in seiner eindrucksvollen Predigt auch des Vereines zur Verpflegung jüdischer Brustkranker, würdigte die segensreichen Bestrebungen des Unternehmens und forderte in warmen, zu Herzen gehenden Worten auf, diesen bedauernswerthen Kranken durch die Möglichkeit geeigneter Pflege ihr trauriges Los zu erleichtern. Die Predigt, die auf alle Zuhörer eine tiefe Wirkung übte, wird hoffentlich dem Vereine neue Freunde und Förderer zuführen. Wien. (Dreifaches Jubiläum.) Der Tischlermeister Herr Jacob K u l k a feiert am 12. d. das 40jährige Handwerksjubiläum als Tischler, das 25jährige Jubiläum als Meister, und die Ausübung seines Gewerbes in demselben Hause. Herr K u l k a ist ein Zögling des israelitischen Handwerker- Vereines, arbeitet seit 25 Jahren für die israelitische Cultusgemeinde zur vollsten Zufriedenheit und erfreut sich weitester Sympathien. Linz. Am 19. October verschied hier eines der. ältesten Gemeindemitglieder, Herr Samuel Wiesmeier, Vater des hochgeachteten Regierungsrathes und Secretärs der Wiener Creditanstalt, Herrn A. Wiesmeier, im 82. Lebensjahre. Bei dem am 21. v. M. stattgehabten Leichenbegängniffe. an welchem sich der Cultusvorstand, die Mitglieder der Chewra-Kadischa, sowie die meisten Gemeindemitglieder und viele Beamte betheiligten, hielt Herr Rabbiner Moritz Friedmann dem Verblichenen einen tiefempfundenen Nachruf, in welchem er die Vorzüge dieses biederen und schlichten Mannes, der durch eine Reihe von Jahren Präses- Stellvertreter der Chewra-Kadischa und Vorstandsmitglied war, in beredten Worten hervorhob. Strakonih. (Ehrung.) In der Vorstandssitzung am 24. October wurde mit Stimmeneinheit zu Beschluß erhoben, dem langjährigen Cultusgemeinde-Vorsteher Herrn Moritz S axl für seine der Cultusgemeinde durch eine lange Reihe von Jahren in so überaus großem Maße gewidmeten Dienste, Mühewaltung und Aufopferung einen „Ehrensitz" in der Synagoge zu bestimmen» mit dem Wunsche, denselben viele Jahre noch zur Freude und Zierde der Gemeinde zu benützen. Am Freitag den 1. November, Abends, wurde nun der so Geehrte vom Vorstände beim Eintritt ius Gotteshaus herzlich begrüßt und zu dem in der Nähe der Bundeslade reservirten Ehrensitze geleitet. Herr Saxl, von dieser spontanen Kundgebung tief ergriffen, dankte innigst für diese ihm erwiesene Auszeichnung, von der er auch sogleich den gebührenden Gebrauch machte.