Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-11-01 · 44 (1.11.1901) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
44 (1.11.1901)
Date
1901-11-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021385-3021430--11275-3035803
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 44 Dr. Bloch's Wochsnschrift, Seite 733 mit der Nennung von Namen dienen. Er selber fürchte weniger das Unterhaus als die jüdischen Verräther! Oder ist es nicht Verrath, wenn das Parlamentsmitglied Samuel, den er nicht mit dem edlen Mr. Stuart M. Samuel zu verwechseln bitte, statt das Parlament mit großer Leichtigkeit von dem Nutzen der eingewanderten Juden zu überzeugen, sich unseren ärgsten Feinden anschließl? Die seit vielen Jahren brachliegende und daher gänzlich verrostete Axt des Antisemitismus kann in England nur von jüdischen Verräthern an Israels Stamm angelegt werden! Redner erinnert an Baron Hirsch, der seinen Reichthum nicht auf englischem Boden gesammelt hat und von dessen Hinterlassenschaft der englische Fiscus dennoch eine Steuer von mehr als 25 Millionen Mk. erhoben hat. Eine Resolution, welche alle Synagogengemeinden Englands auffordert, sich dem Londoner Synagogenbund anzuschließen, gelang darauf zur einstimmigen Annahme. London. tSir Joseph Sebag Montefiore.) Mit Rücksicht auf sein hohes Alter und seine angegriffene Gesundheit, die ihn zwingen, mehrere Monate fern von London zuzubringen, hat Sir Joseph Sebag Montefiore sich entschlossen, sein Amt als italienischer Generalconsul in London niederzulegen. In Anerkennung der werthvollen Dienste, die Sir Joseph Sebag Montefiore in Ausübung seiner wichtigen Amtspflichten geleistet, hat der König von Italien den aus seinem Ehrenamt Scheidenden zum Commandeur-Ritter des Ordens der italienischen Krone ernannt. Jaffa. (Bedrückung der jüdischen Bauern.) Die in beständigen Geldnötyen sich befindende türkische Regierung sieht sich seit einigen Jahren qenöthigt, die Steuerschraube etwas stärker anzuziehen. Da das ganze türkische Steuersystem aus einer veralteten agrarischen Grundlage beruht und der Bauer nahezu die ganze Steuerlast zu tragen hat, während die griechischen und armenischen Händler und Fabrikanten fall ganz frei ausgehen, so lastet auch der j tzt verstärkte Steuerdruck vv.- nehmlich 'auf den schwachen Schultern des unglücklichen Landmannes. So lange die jüdischen Colonien in Palästina unter Rothschild'scher Hegemonie standen, haben die jüdischen Bauern jedoch von dem verstärkten Steuerdrucks wenig zu spüren bekommen, da die Rothschild'schen Beamten sich mit den verschiedensten Stcuerpächtern gut zu stellen wußten; mit dem Uebergang der Rothschild'schen Colonien an die Jewish Colonisation Association ist, wie mit vielen anderen Dingen auch darin eine Aenderung eingetreten, und nun lastet die Hand des türkischen Steuerpächters schwer auf den armen jüdischen Bauern des heiligen Landes. ♦ dS Wien. Eine öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde Wien (I., Seitenstettengaffe 4, II. Stock) findet Freitags den 1. November 1901, 10 Uhr Vormittags, statt. Tagesordnung: 1. Aus den Einläufen. 2. Präsidialbericht. 3. Berichte des Vertreter-Collegiums: a) Bethausverein Simmering (Referent Herr Vice-Präsident Dr. Kohn); b) Bestellung von Curatoren für Stiftungen (Referent Herr Vice- Präsident Dr. Stern); e) Angelegenheiten des Altersversorgungs¬ und Siechenhauses (Referent Herr Ober-Ingenieur v. Mises); ä) Subventionirung des Vereines „Tefilas Hanorim" (Referent Herr Vice-Präsident Dr. Kohn); e) Subventionirung für den Bibel- und Talmud-Unterricht (Referent Herr Vice-Präsident Dr. Kohn); k) Sprach- und Bibelschul-Unterricht in der Leopoldstadt (Referent Herr Vice-Präsident Dr. Kohn). 4. Regelung der Koscherfleisch-Angelegenheit (Referent Herr Ob.-Jng. v. Mrses). Wien, 29. October 1901. Der Präsident. Wien. (Trauung.) Sonntag, den 3. November 1901 um 3 Uhr Nachmittags findet , im Tempel II., Tempelgaffe die Trauung des Fräulein Hcrmine Königsberger, Tochter des Bethaussecretärs, Armenrath des II. Wiener Bezirkes Herrn Nathan Königsberger, mit Herrn Ludwig R o t h- Müller statt. Wien. Die Baukanzlei des Architekten und k. k. Baurathes Wilhelm Stiaßny befindet sich vom 1. November d. I. angefangen W i e n, I., K r u g e r st r a ß e 8. E. B. Wien. (Beförderung.) Se. Majestät der Kaiser hat den mit dem Titel und Charakter eines Oberbergrathes bekleideten Bergrath im Finanzministerium Ignaz L a s u s zum Oberbergrathe ernannt. E. B. Wien. (Bermählun g.) Profeffor Richard Singer, Bureauchef der Creditanstalt, hat sich mit Fräulein Sidy Wiener, Tochter des verstorbenen kaiserl. Rathes Dr. Johann Wiener vermählt. E. B. Wien. (,F rauenhort", Frauen-Wohlthätigkeitsverein Alsergrund.) Auf mehrfache Anfragen theilen wir mit, daß für den .Frauenhort", Wohlthätigkeitsverein im Bezn ke Alsergrund, der eine wahrhaft segensreiche Thätigkeit auf dem Gebiete der Humanität entfaltet, Spenden in Geld, Kleidern und Stoffen entgegengenommen werden von der Präsidentin des Vereines Frau Gemeinderath Rosa Zifferer, IX., Maximilianpl tz 6. von der Vice Präsidentin Frau Johanna Fröhlich, IX., F ankgaffe 1. ferner von den Vorstandsdame.i Frau Regierungsrath Gintl-Fröhlich, IX., Währingerstraße 22, nnd Frau Regine K o p st e l n, 1.. Neuthorgaffe 13. Da die Betheilung der Schützlinge des Vereines noch vor Eintritt der rauhen Jahreszeit erfolgt, um Verkühlungen uild Krankheiten vorzubeugen, ergeht an alle Menschenfreunde die eindringliche Bitte, gütige Spenden jeder Art thunl chst rasch an obige Adressen gelangen zu lassen. Wien. Im Bet Ha-Midrasch II., Tempelgaffe 3, trägt Herr Rabbiner Dr. Rubin an jedem Dienstag von 7—8 Uhr Abends Religronsphilosophie vor. Wien. (I üd i s ch e r S ch u lv e r ein für d e n IX. B ezirk in Wien.) Die Gründung eines Schulvereines im tX. Bezirke erwies sich schon höchst dringend. Nach mannigfachen Bemühungen konnte endlich dieser Verein ins Leben gerufen werden. Am 28. October d. I. fand die constituirende Versammlung dieses Vereines statt. Der Proponent Herr Max Pappenheim begrüßte die Versammlung im Namen der Proponenten. berichtete, daß die Statuten von der Statthalterei genehmigt und der Schulplan von der Cultusgemeinde bestätigt wurde; die Genehmigung des Landesschulrathes wird demnächst erfolgen. Nach Erstattung des Referates wurde Herr Max Pappenheim zum Vorsitzenden der Versammlung einstimmig gewählt. In die Vereinsleitung dieses neuen Schulvereines wurden folgende Herren per acelamationem gewählt: F. Altmann, Dr. H. P. Chajes, Albert Kahane, Dr. Sig. Kornfeld, Doctor Wilh. Klein, Sig. Kornmehl. I. Löwenstein, Max Pappenheim und Dr. Jacob Weiß. Die Constituirung des Vorstandes findet demnächst statt. Wien. In Nummer 41 der „Oesterreichischen Wochenschrift" ist ein Artikel des verdienstvollen Vicepräsidente» der israelitischen Cultusgemeinde Dr. Alfred Stern erschienen, in welchem aus die Denkschrift hingewiesen wird, die seinerzeit dem Ministerpräsidenten Grasen Taaffe überreicht wurde. Es wird Ihre Leser intereffiren, zu erfahren, daß diese Denkschrift, von Herrn I. Wilheimer XVII., Gschwandtnergaffe 13 herausgegeben, durch eine Studie über den Antisemitismus eingeleitet wurde und bei dem Herausgeber um 1 Krone zu haben ist. Wien. (B a r - M i z w a h.) Samstag den 2. November, 10 Uhr Vormittags, findet im israelitischen Tempel VI., Stumpergasse 42, die Bar-Mizwahfeier des Coufirmanden Richard Wiener, Sohn des Herrn Adolf Wiener, statt. Wien. Baron Nathaniel v. Rothschild hat dem jungen ruffischen Biolin-Birtuosen Leo Fiedler, einem Schüler des Professors Grün, eine kostbare.italienische Meistergeige zum Geschenk gemacht. Das Instrument trägt die Signatur: „Carlo Giuseppe Testore, contrada larga di Milano, al segno dell’ Aquila 1692". Wien. An die geehrte Redaction der „Oesterreichischen Wochenschrift", Wien! Inder Nummer 43 Ihres geschätzten Blattes vom 25. October 1901 erscheint die Spende von „1200 Kronen zur Bertheilung an arme, religiöse, in Wien seßhafte, gewerbetreibende Familienväter", statt unter „Kaiserdorf" irrthümlich unter „Kaiserhos" ausgewiesen. Wir ersuchen Sie demnach, in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes die entsprechende Richtigstellung zu veranlassen. Hochachtungsvoll Dr. Theodor Lieben, erster Secretär.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.