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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-10-18 · 42 (18.10.1901) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
42 (18.10.1901)
Date
1901-10-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 700 Nr. 42 Dx« BLvch's WochrnfthrW» Wien. (Jüdisches Museum.) Die Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst« und historischen Denkmälern des Judenthums gibt uns bekannt, daß vom Sonntag den 19. d. Mts. angefangen das jüdische Museum I.. Rathhausstraße 13, an Sonntagen in der Zeit von 11—1 Uhr Mittags zur freien Besichtigung geöffnet ist. Wie«. Mit Bewilligung des k. u. k. Corpscommandos in Wien fand wie alljährlich, so auch Heuer auf Ansuchen des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde während der hohen Festtage in der hiesigen Rudolfs-Kaserne für die ganze hiesige Garnison jüdischer Confession unter der bewährten Leitung des Matrikelsamts-Officials Herrn Jakob Stein ein feierlicher Gottesdienst statt, welcher einen würdigen Verlauf nahm. Es wurden an den beiden Neujahrstagen, wie auch nach Schluß des Veriöhnungsfestes über 300 Mann seitens des Vorstandes der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde verköstigt. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 27. October l. I. um 2 Uhr Nachmittags findet in dem Beihause „Betb-Krael" H., Leopoldgafse 29, die Trauung des Fräulein Therese B u xbaum, Tochter des Religionslehrers Herrn Leopold Buxbaum, mit Herrn Gustav S ü ß k y n d statt. Wien. (Verlobung.) Fräulein Sylvia T i r i n g, Tochter des Großindustriellen Herrn Viktor Tiring, in Firma Viktor Tiring und Brüder, hat sich mit dem Wiener Stadtbaumeister Ingenieur Ottokar Stern verlobt. Amtsvorstand Gustav Wiener. Nach Schluß des Blattes erhalten wir die erschütternde Nachricht, daß der Amtsvorstand der Wiener Israelitischen Cultusgemeinde, Herr Gustav Wiener, plötzlich gestorben ist. Ein Mann in bester Schaffenskraft, von anscheinend blühender Gesundheit, wurde vom unerbittlichen Tode einem bedeutsamen Wirkungskreise entrissen. Nur mit wenigen Worten können wir beute auf die vielumfaffende, gedeihliche Arbeit Wiener's, auf die Tüchtigkeit und herzgewinnende Liebenswürdigkeit seines Wesens und auf den ernsten Pflichteifer, mit dem er allen Beamten der Cultusgemeinde voranleuchtete, Hinweisen. Die strenge und musterhafte Erfüllung seiner dienstlichen Obliegenheiten hat ihn aber nicht zu einem vertrockneten, gemüthsbarten Amtsmenschen gemacht. Auch den Armen und Bedürftigen kam er tröstend und nach besten Kräften helfend entgegen. Seine Familie verliert in ihm einen ausgezeichneten Gatten und Vater, die Wiener Cultusgemeinde eine hervorragende, schwer zu ersetzende Arbeitskraft. Wien. Am verflossenen Samstag beging Herr Obercantor M. Scharr im Kreise seiner Familie und zahlreicher Freunde die Barmitzwa-Feier seines Sohnes Friedrich. Bei den Sympathien, welcher sich der beliebte Functionär des Beth-Jsrael-Vereines in seiner Gemeinde erfreut, konnte es nicht Wunder nehmen, daß der Feier im Gotteshause ein zahlreiches Publicum beiwohnte, das der trefflichen Leistung des Knaben reichlichen Beifall zollte. Am Nachmittage fand eine häusliche Feier statt, bei der u. A. bemerkt wurden: der Gesammtvorstand des Beth- Jsrael-Bereines, die Herren Rabbiner Mayersohn und Kramer, Lector Friedmann, Bice-Secretär Dr. Adler, Obercantor Wittmann, Obercantor Schorr (Krakau) u. s. w. Der offenbar begabte Confirmand hielt eine hübsche Ansprache, die allen Anwesenden sichtlich gefiel, und mit einem längeren Festmahle schloß die Feier. Wien. Der langjährige Mitarbeiter der „Arbeiter-Zeitung" Herr Max Stern wurde Sonntag im Alter von 56 Jahren, unter zahlreicher Betheiligung von Bekannten und Gesinnungsgenossen bestattet. Eine Witwe und zwei Kinder betrauern dessen allzu frühes Ableben, aber auch die Partei der Socialdemokratie, der er in ovferwrlliger Hingabe gedient hat. wie es Dr. Victor Adler in feinem Nachrufe am Grabe gebührend hervorhob. Rabbiner Dr. Bach hielt die Trauerrede in der Ceremonienhalle. Wien. (E i n g e s e n d e t.) Bon dem gewesenen k. k. Bezirksschulrath Herrn Solomon Beer erhalten wir nachstehende Zuschrift: »Anläßlich der Vermählung unserer Tochter Elsa mit Herrn Carl Robitschek wurden üns seitens geschätzter Corporationen, Freunden und Verwandten so vielfache Beweise ehrender Theilnahme bekundet, daß es uns momentan unmöglich erscheint, in gebührender Weise allen verehrten Gratulanten einzeln schriftlich zu danken. Wir erlauben uns daher auf diesem Wege Allen, die die Güte hatten, uns mit Sympathiekundgebungen zu beehren, unsere» herzlichsten Dank auszusprechen, mit der Versicherung, daß die uns gewordene Ehrung, Liebe und Auszeichnung unvergeßlich bleiben wird. Salomon und Karoline Beer. Wien. Der allgemeine Kranken-Unterstützungsverein „Menschenliebe" in Wien, IX., Rothe Löwengasse 10, (Cafß Kraus) feiert am 19. d. Mts., 8 Uhr Abends im Saale des Hotel „Zum Bairischen Hof" IL, Taborstraße, sein erstes Gründungsfest. In Anbetracht der eminent humanitären Zirecke, die genannter Verein verfolgt, haben die hervorragendsten Theaterkunstkräfte ihre Mitwirkung bei der an diesem Abende stattfindenden Akademie zugesagt, und es ist ein Gebot reinster Humanität, das Unternehmen dieses jungen Vereines zu fördern. — Karten ä 2 Kronen sind im Cafe Kraus, IX., Rothe Löwengasse 10, sowie bei Herrn I. Löffler, IX., Hahngaffe 34, erhältlich. Wien. Die constituirendeGeneralversammlung des „Verein zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judenthums in Wien und Niederö st erreich" findet Montag den 20. October um 3 Uhr Nachmittag im Restaurant Wiener, I. Sterngasse 2, statt. Tagesordnung: I. Constituirung des Vereines. II. Wahl von 21 Vorstandsmitgliedern. 111. Wahl dreier Revisoren. IV. Etwaige Anträge. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht.. Für die Proponenten: Bernhard Hofbauer. Wien. (Kranken -Unter st ützungsvereinOseh C h e s e d, Wien, II. Schiffamts gaffe 5.) Es wird hiemit den geehrten Vereinsmitgliedern zur Kenntniß gebracht, daß der unentgeltliche hebräische Unterricht am Sonntag, den 20. d. M. um 10 Uhr Vormittags beginnt. Die Väter werden ersucht, darauf zu achten, daß die Kinder pünktlich und falls es ihnen möglich ist, auch am genannten Tage im eigenen Vereinslocale, in dem der Unterricht abgehalten wird, zu erscheinen. Diejenigen Mitglieder, welche keine schulpflichtigen Kinder haben oder kinderlos sind, haben im Sinne unseres seinerzeitigen Circulars die Berechtigung, fremde Kinder behufs Theilnahme an dem Unterrichte anzuempfehlen. Hochachtungsvoll für die Vereinsleitung S. Sperling, Schriftführer. A. S i e d e r e r, Obmann. Wien. Der allgemein geschätzte Fabriksbesitzer Herr Heinrich Teltscher hat einen herben Verlust erlitten durch das Hiuscheiden seiner Mutter, die hobbetagt. tiefbetrauert von ihren Kindern und Freunden, aus dem Leben geschieden ist. Wipn. (Todesfall.) Montag den 14. d. M. starb Frau Cäcil'e B r ö s l e r, geborene Kohn, im Alter von 88 Jahren. Die Verblichene wurde am 10. Mai 1813 zu Proßnitz in Mähren geboren. Sie lebte mit ihrem Gatten Wolf Wilhelm Brösler, der vor neun Jahren starb, 55 Jahre in glücklichster Ehe und an ihrer Bahre trauern fünf erwachsene Kinder, unter ihnen der allgemein beliebte Matrikelführer der israelitischen Cultusgemeinde Herr Michael Brösler. Frau Cäcilie Brösler genoß in Wien sowohl als auch in ihrer zweiten Heimat Ung.- Brod allgemeine und große Sympathie, die sie vor Allem ihrer hohen Frömmigkeit und außergewöhnlichen Mildthätigkeit verdankte. Die Gefühle der Werthschätzung kamen auch bei dem Leichenbegängnisse, das am 16. d. M. stattsand, zum deutlichen Ausdruck, denn eine große Schaar von Freunden hatte sich im Trauerhause und am Grabe eingefunden. EB. Wien. (Todesfall.) Eine der angesehensten Wiener Familien ist in tiefe Trauer verfitzt worden. Dieser Tage verschied Herr Erwin Kuffner, der emzige Sohn des Großindustriellen Herrn Wilhelm Kuffner und dessen Gattin Camilla, geb. von Kühner, nach langem schweren Leiden im jugendlichen Älter von 23 Jahren. Den gramgebeugten Eltern sind aus den weitesten Gesellschaftskreisen aufrichtige Kundgebungen der Theil« uahme und des Beileids zugekommen, die auch in der Betheiligung an dem Leichenbegängnisse des Dahingeschiedenen in lebhafter Weise zum Ausdrucke gelangt sind. Wien. „Die Lese- und Redeholle jüdischer Hochschüler", ein Verein, der sich nach Innen und Außen stets auf das Beste bewährt hat, bittet alle Freunde der jüdischen Studentenschaft, zur inneren Hebung des Vereines mühelos ein Scherflein beizutragen. Es handelt sich um die Vergrößerung und Ausgestaltung unserer Bibliothek, die einer gründlichen Reform bedarf. Darum bitten wir -unsere Freunde, falls sie über Doubletten oder sonstige Bücher verfügen, die sie unserem Vereine spenden würden, uns dies entweder anzuzeigen, worauf unser Diener die bezeichneten Bücher holen wird, oder uns dieselben direct zu übersenden. Die Namen der Spender werden in unserem Jahresberichte veröffentlicht. Unsere Adresse lautet: IX., Hahngaffe 8—10. Hochachtend der Ausschuß."

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