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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-10-11 · 41 (11.10.1901) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
41 (11.10.1901)
Date
1901-10-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 684 Nr. 41 Br. Bloch's Wochrirfchrif^ ein Festgottesdienst abgehalten, der sich des gleichen Zuspruches wie bisher zu erfreuen hatte. Die große Beliebtheit dieses Gottesdienstes verdankt derselbe dem Umstande, daß er an keinem profanen, sondern an einem dem Wohle der armen Kinder bestimmte» Orte abgehalten wird; nicht minder aber auch dem Umstande, daß die D i r e c t i o n der Anstalt und der aus langjährigen Bethausbesuchern zusammengesetzte Bethausvorst a n d bestrebt sind, die Würde und Weihe des Gottesdienstes von Jahr zu Jahr zu erhöhen. Zu den Maßnahmen, welche in dieser Beziehung getroffen wurden, gehören insbesonders die weihevolle Seelen-Gedächtnißfeier, welche sich eines weit über die Grenzen unserer Residenzstadt hinausreichenden Rufes erfreut und seit vielen Jahren von dem verdienstvollen Bethausvorstande Herrn S. Brod in herzergreifender Weise abgehalten wird, sowie die Einführung von Predigten, die Heuer in tadelloser Weise gehalten wurden. Der diesjährige Festgottesdienst bot auch Anlaß zu einer Ehrung des oben erwähnten hochverdienten Bethausvorstandes Herrn S. B r o d, welcher seit nun 30 Jahren seine ganze Kraft und Energie einsetzt, um durch würde- und weihevolle Gestaltung des Festgottesdieustes das religiöse Bewußtsein der vielen Hunderte von Gemeindemitgliedern zu heben, sowie die materiellen Interessen der Kinderbewahranstalt zu fördern. In einer dem religiösen Sinne des Jubilars entsprechenden Form wurde diese Ehrung durch eine feierliche Ansprache des D i r e c t o r s, in der er die Verdienste des Jubilars um das Judenthum hervorhob, und durch den Vortrag eines vom sungirenden Cantor Herrn S. Löwy abgefaßten Mischeberach Ausdruck gegeben. Zum Schluffe überreichte der Gesammtvorstand dem Jubilar eine auf Pergament herrlich ausgestattete Adresse. Diese schöne Feier wird den zahlreichen Anwesenden unvergeßlich bleiben. * Wie«. (Dienstjubiläum.) Am 20. d. M. begeht Herr Max Peterselka, Erster Cantor und Leiter des Cjtltusbezirksamtes für den XVIII. 'und XIX. Bezirk das Jubiläum seiner 25jährigen Amtsthätigkeit. Die große Beliebtheit, deren sich dieser verdienstvolle Functionär der Wiener israelitischen Cultusgemeinde allseits erfreut, wird an seinem Jubeltage-.zum Ausdrucke gelangen. Im Jahre 1876 trat Herr Peterselka in die Dienste der damals bestandenen Cultusgemeinde Währing als Cantor und Religionslehrer und wurde bei der Vereinigung Wiens mit den Vororten in den Beamtenstatus der Wiener israelitischen Cultusgemeinde übernommen und mit der Leitung des CultuSbezirksamtes betraut. Groß ist die Zahl der Schüler, die bei Herrn Peterselka den Religionsunterricht genossen haben und viele derselben bekleiden heute hervorragende sociale Stellungen. EB. Wien. (Der Kaiser in derJubiläums- M ö b e l a u s st e l l u n g.) Beim Besuche des Kaisers in der Jubiläums-Möbelausstellung erregte das von der Firma Friedrich W e l d l e r, VI., Mariahilferstraße 51 ausgestellte Schlafzimmer neuesten Styls das sichtliche Gefallen des Kaisers und derselbe sprach den anwesenden Firma-Inhaber die vollste Anerkennung aus. — Herrn Alfred Berger, Tapezierer und Decorateur, XV., Mariahilferstraße Nr. 177, wurde die Ehre zutheil. dem Kaiser vorgestellt zu werden und der Monarch sprach sich über die prächtige Exposition in Worten schmeichelhaftesten Lobes aus. — Bei der Ausstellung der Firma Friedrich Goldscheider verweille der Kaiser längere Zeit und interessirte sich besonders für die nach einem patentirten Verfahren erzeugten Terracotten. Dem Kaiser befriedigte es, daß die Firma auf ihrem Gebiete die .erste" der Welt sei und bedeutenden Export erzielt. Die Figuren „Pax" und .Rückkehr von der Jagd" haben sein besonderes Wohlgefallen erzielt. — Die Ausstellungsobjecte der Gasofenfabrik und Kunsteiseugießerei Hugo B e r g e r in Atzgersdorf, Niederlage in Wien, I., Getreidemarkt 10, erregten das besondere Interesse des Kaisers. — Herr M. Steiner, Badeapparatfabrik, II., Taborstraße 33, wurde dem Kaiser vorgestellt und der Kaiser interessirte sich besonders für das Badezimmer mit nickelplattirter Badewanne und für die Patelitgasöfen „Austria", die auch für ihre vorzügliche Construction in der letzten Gas- und Wafferfachausstellung mit dem ersten Staatspreise und dem Ehrendiplome mit der goldenen Medaille mit der Krone ausgezeichnet worden sind. Wien. (Fremde Orden.) Der Kaiser hat die Annahme und das Tragen ftemder Orden und Auszeichnungen gestattet: Dem Direktor der Allgemeinen österreichischen Bodencreditanfialt in Wien Theodor Ritter t. Taussig, den kaiserl. ottomanischen Medjidis-Orden I. Classe; dem Repräsentanten der Liebstädter mechanischen Weberei Arthur- Weiß in Wien den königl. persischen Löwen- und Sonnen-Orden,11. Classe; dem Ingenieur Edmund W e i ß w e i l e r in Wien den königl. serbischen Takowa-Orden IV. Classe; dem Zahnarzt Dr. Friedrich Turnowsky in Wien die Decoration eines französischen Officier d’Acad&nie; dem Gesellschafter der Firma Pollak & Neuron in Wien, Josef Pollak, das Ritterkreuz des fürstl. bulgarischen Civil-Verdienstordens; dem Controlor der Kaiser Ferdinands-Nordbahn Ludwig W a l d st e i n in Wien die großherzogl. Luxemburg'sche Jubiläumsmedaille und dem Kellner Leopold Herz in Wien die königl. persische goldene Löwen- und Sonnenmedaille. Wien. (Von der Eisenbahn-Baudirectivn.) Der Kaiser hat den Oberinspector der österreichischen Staatsbahnen Friedrich Benedikt zum Oberbaurathe bei der im Eisenbahnministerium zu errichtenden Eisenbahn-Baudirectivn ernannt. EB. Wien. Am 20. d. M. findet im Tempel der königlichen Weinberge in Prag die Trauung des Herrn Paul Mautner, Gesellschafters der Wiener Firma Raimund Mautner, mit Frl. Marie Mautner, Tochter des Prager Kaufmannes Herrn Jacob Mautner statt. Die Familie Mautner entstammt einem alten weitverzweigten Patrizierhause Prags und ist mit den angesehensten Familien Prags verwandt und verschwägert. EB. Wien. (Wasser st raßen-Beirath.) Dem neu zu creirenden Wasserstraßen-Beirathe werden,. wie bestimmt verlautet, auch nachstehende Parlamentarier angehören: Dr. Heinrich K o l i s ch e r und Dr. Arnold von R a p a p o r t. Wien. (A u d i e n z e n.) An dem Audienztage vom 6. d. M. wurde auch eine Anzahl von Persönlichkeiten empfangen, welche aus Anlaß der jüngsten Reise des Kaisers nach Böhmen . durch Ordensverleihungen ausgezeichnet wurden. Es waren darunter: Hofrath Professor Dr. Alfred P ii b r a m, Sanitätsrath Doctor Theodor Altschul, kaiserl. Rath Otto Forchheimer, Großindustrieller Josef v. I n w a l d und Theaterdirector Angela N e u m a n n. Wien. (Jubiläum.) Dieser Tage feierte der Director der Spiritusfabrik des Baron Springer, Herr Wilhelm Oesterreicher, sein vierzigjähriges Jubiläum. Herr Oesterreicher war im Jahre 1861 als Comptoirist bei Baron Springer eingetreten und schwang sich durch eisernen Fleiß, Tüchtigkeit und Pflichteifer zu einer leitenden Stellung empor. Baden. (H a s k o r o.) Der letzte Sukkothtag, der Freudentag des Thorafestes, ist zugleich der Sterbetag des zum allgemeinen Bedauern so früh Heimgegangenen Dr. Ludwig Ritter v. Gutmann. Mit Feuereifer für das Wohl seiner Glaubensgenossen eintretend und immer bestrebt, das Wehe derselben zu mildern, betheiligte er sich stets — womöglich die Oeffentlichkeit meidend — an jeder diesbezüglichen Action, und wo Rath und That nöthig war, war er gewiß am richtigen Platze zu finden. Dessen eingedenk und mit Berücksichtigung des für die Badener israelitische Cultusgemeinde so wichtigen Umstandes, daß der um das Judenthum so hochverdiente Vater des Verblichenen, Herr David Ritter v. Gutmann, durch eine außerordentliche munisicente Spende dieser Gemeinde es ermöglichte, den Bau eines neuen Tempels mit aussichtsvollem Erfolge in Erwägung zu ziehen, hat unser ehrwürdiger Rabbiner, Herr Wilhelm Reich, es als seine Herzenspflicht angesehen, am Schemine-Azereth in der vor dem Maskir gehaltenen Predigt des dahier im Vorjahre selig entschlafenen Dr. Ludwig Ritter v. Gutmann zu gedenken, wobei er dessen so früh erfolgten Tod als einen herben Verlust für die österreichische Judenheit der andächtig lauschenden Versammlung in ergreifenden Worten darstellte. Jeder Einzelne fühlte sich durch diese Haskoro gehoben, und es bemächtigte sich der Zuhörer eine tiefgefühlte pietätvolle Stimmung. Der meisterhafte Redner bezeichnete in treffender Weise den Verblichenen als „Maiir Jehuda, Isch tow", mit der Erklärung, er sei eine Leuchte Judas und als solcher der würdige Vertreter des illustren Namens „Gutmann" gewesen. Die durch diese Haskoro bei allen Tempelbesuchern erweckte Empfindung wiedergebend, sprechen auch wir es aus: „Leeüer Zadikliwroeho". Das Andenken des verstorbenen Dr. Ludwig Ritter v. Gutmann möge zum Segen für ganz Israel sein.

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