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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-10-11 · 41 (11.10.1901) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
41 (11.10.1901)
Date
1901-10-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 41 Dr. Vloch » WvchenfchriN Seite 683 Josephine Walters, Dt. Bertha F. Lubitz und Dr. Sarah Welt hervor. In Chicago prakticirt mit großem Erfolg Dr. Rosa Engelmann, in Baltimore Dr. Rebecca Fleischer und in Philadelphia die Doctorinnen E. Lewi, Anna Willner und Annabel Cone, sowie Dr. Varros. Manche von diesen jüdischen Aerztinnen verdienen 5—10.000 Dollars jährlich.!?n dem Artikel werden weiters 8 jüdische weibliche Rechtsanwälte, darunter Miß Rosalie Loew, Vorsitzende des New-Aorker Clubs der weiblichen Anwälte, angeführt. Ferner führt Miß Berg 27 jüdische weibliche Journalisten, 3 Chemiker und 13 Dentistinnen auf Endlich fangen die jüdischen Frauen in Amerika an, sich auch .als Malerinnen und Bildhauerinnen zu bethätigen. Miß Kate Cohen hat von der Stadt Philadelphia den ehrenvollen Auftrag zur Anfertigung eines öffentlichen Denkmals enthalten, während Miß Annie Solomons eine bekannte Malerin ist, welche Vorsitzende des Künstlervereins zu Washington ist. Merkwürdig ist es, daß der überwiegende Theil dieser Damen russische Jüdinnen sind, die bei aller Armuth sich zu einer solchen hohen socialen Position ewporzuschwingen gewußt haben. Es steckt doch eine gewaltige Summe von Intelligenz und moralischer Kraft im jüdischen Volke, welche durch keine Bedrückung und Gewaltthätigkeit auf die Dauer niedergehalten werden kann! New-Pork. (Gedenkreden und Gebete in den Synagogen.) Da der jüdische Neujahrstag gefeiert wurde, so fand in allen Synagogen Gottesdienst statt und in jeder einzelnen wurden Gebete für Frau Mac Kinley dargebracht und in ergreifenden Worten der Tragödie von Buffalo gedacht, die das ganze Land in Trauer und Schmerz gestürzt hat. In der West- End-Synagoge, deren Rabbiner Dr. De Sola Mendes ist, schien die ganze Gemeinde vor den Thüren versammelt zu sein und auf allen Seiten hörte man Worte tiefen Bedauerns über das Ableben des Präsidenten. Auch Rabbi Mendes gedachte der erschütternden Tragödie in tiefergreifenden Ausdrücken. Ebenso in der Synagoge an der 71. Str. und Central Park, West, wurde von Rabbi Dr. Pereira Mendes, dem Bruder des Erstgenannten, in rührender Weise des Todes des Präsidenten gedacht und ein Gebet für Frau Mac Kinley gesprochen. Rev. Dr. Joseph Silvermann, Rabbiner des Tempels Emanu-El, an fünfter Ave. und 43. Straße, widmete einen großen Theil seiner Predigt der ergreifenden Tragödie, die Aller Gemüther bewegte. Im Tempel Israel, an der fünften Ave. und 125. Straße, wurden von Rev. Maurice H. Harris Trauerbeschlüsse über den Tod des Präsidenten verlesen und auch in seiner Predigt kam der Rabbiner auf die Schandthat des anarchistischen Mörders zurück. Nach Schluß des Gottesdienstes wurde von der ganzen Gemeinde stehend der Lieblingsgesang des Verstorbenen: „Lead kindly Light“ gesungen. Ebenso auch widmete Rabbi Samuel Schulman im Tempel Beth-El dem Tode Mac Kinley's eine ergreifende Gedenkrede und Dr. Jsaac S. Moses, der den Gottesdienst im Tempel Ahawath-Chesed, an Lexinton Avenue und 55. Straße leitete, gedachte des edlen Charakters und der hohen Verdienste des Verschiedenen in herzergreifenden Worten. Vom neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Theodor Roosevelt. Das Montefiore Home für chronische Invaliden an der 138. Str. und 139. Str. und'Broadway, dessen Präsident Herr Jacob H. Schiff ist, hat seit den 16 Jahren seines Bestehens seine Thätigkeit immer weiter ausgedehnt und so ist man auch darauf gekommen, um den gesteigerten Anforderungen an das Home zu genügen, an Bedford Station ein neues Country- Sanatorium für Schwindsüchtige zu errichte», nachdem man der Angelegenheit bereits seit Jahren seine Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Bei der Einweihung des M o n t e f i o r e Home im Juni d. I. hielt Präsident Roosevelt wie uns geschrieben wurde, folgende Rede: »Ich kam hieher, weniger um Ihnen einige Worte der Ecmuthigung zu sagen, als um zum Ausdruck zu bringen, welche Verpflichtungen Ihnen gegenüber das Volk der Vereinigten Staaten hat, nicht wegen der That selbst, sondern wegen d e^s Beispiels, welches dieselbe gibt. Sie haben den Kampf gegen den schlimmsten Feind, den wir haben, die Schwindsucht, begonnen. Ihre Ausrottung ist ein gewaltiges sociales Problem. Durch die Eröffnung der Anstalt am Gräberschmückungs- Tage haben Sie dem amerikanischen Volke eine gute Lehre gegeben und eine andere dadurch, daß Sie allein die Mittel zu der Anstalt lieferten, die für alle ohne Unter' schied offen ist. Wenn es eine Doctrin gibt, der sich die Männer in Amerika zuneigen sollten, so ist es die, zu der Sie sich bekennen: Keine Feindschaft auf Grund von Race oder Glauben. Wir haben hier Raum genug für die Arbeiten Aller, Bischof und Rabbi, wenn diese Thaten verrichten wollen, wie die, welche wir heute hier sehen. Es wurde schon betont, daß es angebracht sei, die Uebergabe der Gebäude an dem Tag vorzunehmen, an dem die Bürgerschaft die Geschäfte geschlossen hat zu Ehren der Männer, denen wir es schulden, daß wir bei Eröffnung des 20. Jahrhunderts ein Land haben, auf das wir stolz sein können. Ja, es ist außerordentlich passend, daß die Feier, einer guten That an diesem Tage stattfindet. Es ist nicht unvereinbar mit der höchsten bürgerlichen und socialen Tugend, Andern zu dienen und Gutes zu thun. Es ist nicht unvereinbar damit, Eigenschaften zu zeigen, welche viele von Ihnen 1861 unter die Waffen riefen. Das Schlimmste, was passiren kann, ist ein ungerechter Krieg, denn darauf folgt fast immer ein ungerechter Friede." Dann pries Herr Roosevelt die Israeliten, weil sie auch Andersgläubigen Aufnahme in ihren Anstalten gewähren. »Wir haben jetzt im zwanzigsten Jahrhundert", fuhr Redner dann fort, »nicht nnr industrielle Prosperität, sondern wir stehen auch verschiedenen wichtigen Problemen gegenüber, wie dem Verhältniß zwischen Arbeit und Capital, dem Anhäufen von Reichthum rc. Und hier geben Sie ein herrliches Beispiel, wie der Reichthum verwendet werden kann, um die existirenden Zustände zu verbeffern. Wir haben weder für Peffimisten, noch für Optimisten Raum, beide irren in ihren Anschauungen. Mit ihren Wohlthätigkeits-Anstalten haben Sie eine Pflicht gegen die Menschheit erfüllt". „Wir sind hierher gekommen, um ihnen unsere Anerkennung für Ihre Thätigkeit auszudrücken, denn dieselbe besteht in einer vernünftigen Anwendung des Princips der Brüderlichkeit. Es ist genug für uns alle zu thun, wenn wir uns selbst und dem Nachbarn helfen wollen. Wir schulden den Stiftern dieser Anstalt viel, denn sie gaben von ihren Mitteln und sie gaben sich selbst. Das ist die große praktische Gabe, deren wir bedürfe!?. Sie haben gezeigt, daß der Mensch es sich selbst schuldig ist, praktische Wohlthätigkeit zu üben und durch sein Verhalten zu zeigen, daß er dem Nebenmenschen die Bruderhand reichen soll." - Die Rede wurde mit großem Beifall ausgenommen. Wien. (O e st e r r e i ch i s ch- I s r a e l i t i s ch e U n i o n.) Samstag den 12. October, Abends ‘/4 8 Uhr, findet in K h u n e r's Restaurant I., Adlergaffe 6 eine außerordentliche Generalversammlung der Österreichisch-Israelitischen Union statt. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 20. October l. I. um 3 Uhr Nachmittag findet im Tempel, VI., Schmalzhofgasse die Trauung des Fräulein Else Engel, Tochter des Herrn Doctor Jakob Engel, mit Herrn Med. Dr. Moritz Schoenfeld statt. Wien. Als ein erfreuliches Zeichen der Zunahme des religiösen Sinnes in unserer altehrwürdigen Kaiserstadt muß die Thatsache constatirt werden, daß auch im Betloeale des Vereines Talmud-Thora in der Malzgasse am Schemini-Azereth ein Chinuch „Sefer Thora" stattfand, welche neue Thora-Rolle die Herren Gebrüder Richard und Moriz Tauber für diese Synagoge spendeten. In der Festrede gab Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Kramer diesem erhebenden Gedanken über die Förderung des jüdischen Gefühles durch solche Widmungen, die nicht aus Ehrgeiz, sondern aus wahrhafter Begeisterung und Opferwilligkeit stammen, zündenden Ausdruck. Ebenso hob derselbe hervor, daß die nationale Einigung allein nicht genüge, wie ja auch thatsächlich sämmtliche biblische Feste mehr von religiösem Charakter getragen sind. Zur Verherrlichung des Doppelfestes trug die erhebende Art des Gottesdienstes durch die glänzende Gesangskunst des Herrn Cantor Regner wesentlich bei, feit dessen Amtsantritt die Zahl der Besucher sich zusehends steigert. —n. Wien. (Jmprovisirte Ehrung.) Wie seit 43 Jahren, wurde auch heuer in den Räumen der israelitischen Kinderbewahranstalt aus Anlaß der hohen Feiertage

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