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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-10-11 · 41 (11.10.1901) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
41 (11.10.1901)
Date
1901-10-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 41 Sette 681 Dr. Kloch's WochrnfchrW Herren Rabbiner Dr. W o l f, Bethausvorständen Neufeld, Director Hecht, M. Blödy, M 0 r und Spitzer, holte die Gefeierten aus dem Sitzungssaale und geleitete fie zu den Ehrenplätzen. Beim Eintritte begrüßte sie der gut geschulte Chor, hierauf wurden die Jubilare zur Thora aufgerufen und spendeten namhafte Summen. Nächst der trefflichen Predigt, in der das ausgezeichnete Wirken der beiden Herren in beredten Worten vom Herrn Rabbiner Dr. Wolf gepriesen wurde, gefielen besonders der vom ersten Eantor Jurberger eigens verfaßte und würdig vorgetragene Mischeberach und das Halleluja des Herrn Cantor Schleifer. Nach dem Gottesdienste fand die Gratulation im Sitzungssaale statt, wo auch den Jubilaren prächtig ausgeführte Adressen von den Herren Heinrich Neufeld und Director Hecht namens des gesammten Bethausvorstandes überreicht wurden. In herzlichen Worten sprachen Director Hecht und Herr Heinr. Neufeld ihrem gefeierten Collegen den Dank und die Anerkennung des Vorstandes aus. Ihnen schloß sich die Chewra-Kadischa an, die die Jubilare zu Ehrenmitgliedern ernannte und durch ihren Präses Dr. Baß sehenswerthe Diplome überreichen ließ, die Cultusgemeinde, in deren Namen Baurath Stiaßny die Glückwünsche aussprach, der Talmud-Thoraverein, der Unterstützungsverein Maskil-ell-Doll, der Frauenverein und endlich eine Abordnung des Mariahilfer Tempelvereines unter Führung des Cultusvorstandes Architekten Max'Fleischer. Wien. (Bon der Reichs-Gartenbau-Ausstellung.) Der Kaiser hat die Reichsgartenbau-Ausstellung besucht und sich eingehend mit den Ausstellungen der Industriellen, die er mit Ansprachen beehrte, beschäftigt. Der Industrielle Emil F i f ch e l, Griesgaffe 41, wurde vom Kaiser mit einer längeren Ansprache ausgezeichnet. Der Kaiser erkundigte fich über die Vortheile und Verwendung der ausgestellten Garten- und Kellereigeräthe, fragte, wie lange die Firma bestehe und ob sie exportire. Herr Fischl, erwiderte, daß das Geschäft seit 20 Jahren bestehe und sehr viel Export habe. Auch Commercialrath Karl Kraus, (Prag-Rudniker Korbwaaren) wurde vom Kaiser mit einer Ansprache ausgezeichnet. Der Kaiser lobte die Farbenprächtigkeit der ausgestellten Blumenkörbe und zeigte großes Interesse für die verwendeten Materialien. Die Firma Persieaner & Co. hat alle Arten von Gartenutensilien ausgestellt, die durch ihre Zweckmäßigkeit und hübsche Ausführung allgemeinen Anklang finden. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II.» Taborstraße 59 (Telephon Nr. 13920) bietet den P. T. Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualificirte Arbeitskräfte, sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zngewiesen zu erhalten. Am 5. October 1901 standen in Vormerkung: I., C l a s s e (Manuelle Arbeiter). 1 Anstreicher 5 Aufpapperund Lederzurichter 3 Bäcker und Zuckerbäcker 2 Bildhauer und Steinmetze 2 Buchbinder und Cartonnagearbeiter 5 Buchdrucker 6 Bureaudiener 6 Drechsler 2 Elektromonteure 2 Friseure 23 Geschäftsdiener 8 Gold- und Silberarbeiter und Juweliere 3 Hausknechte und Hausbesorger 5 Installateure 3 Maschinisten und Heizer 22 Hilfsarbeiter 1 Hutmacher 2 Kellner 1 Kupferschmied 8 Kutscher 8 Laufburschen und Lehrlinge 7 Magazineure 3 Mechaniker 4 Metalldreher. Gießer und Schleifer 17 Schlosser für Bau und Maschinen 16 Schneider 7 Schriftsetzer 10 Schuhmacher 6 Spengler 5 Taschner, Riemer, Sattler 12 Tischler 3 Uhrmacher 4 Zeichner für Bau und Construction 2 Zimmermaler. II. Classe (Kaufmännische Angestellte). 5 Branntweinverschleißer 20 Buchhalter und Correspondenten 56 Commis diverser Branchen 25 Comptoiristen u. Strazzisten 13 Jncafsanten 4 Kanzlisten und Schreiber 3 Manipulanten u. Expedientei 31 Praktikanten 12 Reisende, Platzvertreter u Agenten. Weibliche i 10 Bonnen «. Kindergärtner. 67 Comptoiristinnen 3 Empfangsdamen 6 Expedientinnen und Manipulantinnen 3 Kanzlistinnen und Stenographinnen 2 Cassasräuleins 2 Kindermädchen btheilung. 1 Modistin 19 Praktikantinnen 2 Schneiderinnen 38 Verkäuferinnen und Berschleißerinnen 3 Weißnäherinnen 8 Wirthschafterinnen u. Stützen der Hausfrau. III. C l a s f e (Geistige Arbeit). 30 Hauslehrer und Hofmeister. Das Bureau des Vereines hat seit seiner Eröffnung im November 1899 bis inclusive 5. October 1901 — 2/77 Vermittlungen durchgeführt, und zwar: 1175 Vermittlungen in der I. Claffe (manuelle Arbeiter), 702 „ „ „ II. „ (Handelsangestellte), 830 „ „ „ „ weiblichen Abtheilung 70 „ „ „ HI. * (geistige Arbeit). Bielih-Biala. Hier fand vorige Woche eine von Frauen und Männern besuchte Volksversammlung statt, welche von den jüdischen Vereinen „Turnverein", Ferialverbindung „Emunah" und „Haschachar" einberufen war. Als Vorsitzender sungirte Advocat Dr. Groß aus Biala, als politischer Commifsär Stadtadjunct Hilbricht. Den vorgebrachten Beschwerden lag folgender Thatbestand zu Grunde: Der jüdische Turnverein benützte gegen ein nominelles Entgelt den Turnsaal in der israelitischen Schule unter Verwendung seiner eigenen Geräthe als Uebungslocal, die Ferialverbindung den Prüfungssaal für ihre Fechtübungen und Klassenzimmer zur Ertheilung eines Unterrichtes in den commerciellen Fächern. Beide Vereine erhielten am 31. August l. I. die Aufforderung, die innegehabten Locale zu räumen. Den vorgeschobenen Anlaß — so behaupteten die beiden Bereinigungen — zu dieser Maßregelung bildete lärmendes Treiben, Singen und Clavierspiel im Schulhause während der Ferialzeit. Beide räumen ein, daß sich die Jugend zwar nicht immer mäuschenstill benommen habe, wie dies nun einmal junge Leute beim Turnen und auf dem Fechtboden thun, aber ebensowenig könne von ruhestörendem Lärm die Rede sein. Der wirkliche Anlaß zu der Maßregelung liege vielmehr in der Hinneigung, in der Jdeengemeinschaft mit dem zionistischen Vereine „Haschachar", welcher mit dem Cultusvorstande der Gemeinde auf gespanntem Fuße steht, weil die officiellen Persönlichkeiten im Cultusvorstande der Sache des Zionismus abhold find, in der Gründung eigener jüdischer Vereine eine Beeinträchtigung des guten Einvernehmens zwischen den Bielitzer Juden und der christlichen Gesellschaft besorgen, die Zionisten hinwieder die Erlangung von Einfluß in der Cultusgemeinde anstreben und in dieser Absicht activ in die Agitation bei den letzten Borstandswahlen eingegriffen haben. Für die Turner trug der Postbeamte S ch r e n z e l die Beschwerden der jüdischen Turner vor. Im Namen der Damenriege des Turnvereines sprach Fräulein Lucy Markusfeld, Tochter des BielitzerAdvocaten und Gemeinderathes und klagte bewegt und unter dem Beifall des Auditoriums über die Störung des Mädchenturnens durch die plötzliche Kündigung ohne plausiblen Grund. Wenn man geglaubt haben sollte, die jüdischen Vereine durch diese Maßregelung zu vernichten, so habe man sich getäuscht. Mehrere?ro> und 6cmtra-Redner vermochten der Sache keine neuen Gesichtspunkte abzugewinnen und verfielen in eine kleinliche Polemik. Um 11 Uhr wurde die Versammlung geschloffen mit dem Bedauern, daß die Vertreter der Cultusgemeinde zu den Verhandlungen nicht erschienen waren. Lemberg. Am 7. October nimmt die hiesige jüdische Gemeindebibliothek ihre Thätigkeit nach der Ferienpause wieder auf. Täglich, mit Ausnahme von Freitag, wird wieder die Bibliothek während 4 Stunden geöffnet sein. Die Wißbegierigen Lembergs werden auch wahrscheinlich weiter ihre geistige Nahrung in der großartig eingerichteten Lesehalle dieser Bibliothek finden. Bon der bisherigen Thätigkeit der Bibliothek ist zu berichten, daß fie vom 7. Jänner bis zum 27. Juni, d. h. vom Tage der Eröffnung bis zum Beginne der Ferien, 116 Mal geöffnet war. In dieser Zeit benützten sie 354 verschiedene Personen, die 2668 Bücher gelesen haben. Die Verwaltung der Bibliothek führte auch eine Beschäftigungsstatistik der Besucher, aus welcher zu entnehmen ist, daß sich die 354 Besucher folgendermaßen eintheilen: 77 Kaufleute, 54 Mittelschüler, 35 Handwerker, 29 Private, 28 Handelsgehilfen, 26 Talmudjünger, 2S Privat-

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