Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 40 (4.10.1901)
- Date
- 1901-10-04
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40 Pr. Blvch's Wochenschrü^ Seite 667 in das Vertreter-Collegium zur Kenutuiß genommen wird; eine Zuschrift des k. k. Sectionschefs Eduard Ritter von Gniewosz- Alexow mit dem Danke für das an ihn seitens des Vorstandes gerichtete Glückwunschschreiben zu seinem 80. Geburtstage; ein Schreiben des Schriftstellers Dr. Heinrich Landesmann (Hieronymus Lorm) in Erwiderung der ihm zu seinem 80. Geburtstage seitens des Cultusvorstandes erwiesenen Ehrung; ein Dankschreiben des Bethausvorstehers Jacob Moor, welcher gleichfalls zu seinem 80. Geburtstage vom Cultusvorstande beglückwünsüt wurde. Vor Eingehen in die Tagesordnung ergreift der Präsident das Wort zur Begrüßung des I. Vice-Präsidenten Herrn Dr. Alfred Stern, welcher kürzlich sein 70. Lebensjahr vollendet hat, und erklärt er, einer angenehmen Pflicht zu entsprechen, indem er seinen hochgeschätzten Collegen Herrn Dr. Alfred Stern, den Senior der Versammlung, welchem der Cultusvorstand durch eine Adresse die Gefühle aufrichtigster Hochschätzung und Verehrung zum Ausdrucke gebracht hatte, auch heute mündlich aufs Wärmste begrüße. Wie zahlreich und aus welchen Kreisen diesem Manne anläßlich seines 70. Geburtstages Ehrungen und Glückwünsche zugekommen sind, ist Ihnen allen, meine Herren, bekannt und ist ein Beweis der außerordentlichen Anerkennung, deren sich derselbe erfreut. (Zustimmung und Beifall.) Sichtlich gerührt über diese Kundgebung erwidert Herr Dr. Stern, indem er an den Präsidenten und an die Mitglieder des Cultusvorstandes innige Dankesworte für die ihm gegebenen zahlreichen Beweise auszeichnender Ehrungen richtet. Redner betont den besonderen Werth derselben vor allen anderen ihm zugekommenen Sympathiekundgebungen, da er von Jugend auf mit der Wiener israelitischen Cultusgemeinde auf das Engste sich verwachsen und verbunden fühle. Das Bild meines Urgroßvaters hier in diesem Saale — fährt Redner fort — eines Vorstehers der Wiener Judenschaft zu einer Zeit, wo es noch keine Cultusgemeinde gegeben hat, ist mir eine Erinnerung, die mich durch das Leben begleitet und mich geleitet bei all' meinem Th an hier und anderwärts. Nochmals herzlichen Dank für alle ehrenden Liebenswürdigkeiten, die Sie in dem mir übertragenen Amte mir zutheil werden ließen. (Beifall und Bravorufe.) Im Präsidialberichte gibt der Vorsitzende bekannt, daß behufs Durchführung der vom Cultusvorstande bereits genehmigten Anstellung eines Hilfspredigers zunächst in Gemäßheit des Z 35 des Cultusgemeindestatutes Vertrauensmänner aus Kreisen der Gemeindemitglieder anzuhören sein werden, deren Einberufung für die zweite Hälfte des Monates October l. I. in Aussicht genommen ist. Herr Heinrich Teltscher habe die Resignation auf sein Mandat als Bethausvorsteher angezeigt. Dem Präsidium sei es leider nicht gelungen, diesen Mann, dessen Thätigkeit im Bethausvorstande ungetheilter Anerkennung begegnet und der sich allseits, verdienter Sympathien erfreut, derzeit zum Aufgeben seines Entschlusses zu bewegen. Der Präsident gibt der begründeten Erwartung Ausdruck, daß in nicht ferner Zeit Herr Heinrich Telt sch er zur Uebernahme eines Ehrenamtes in der Gemeinde zu bestimmen sein werde. Der Rücktritt des Herrn Teltscher als Bethausvorsteher wird mit Bedauern zur Kenntniß genommen. Ueber Initiative der Direction der Tuberculosen-Heilanstalt in Alland, betreffend die Errichtung eines Betsaales für die israelitischen Pfleglinge dieser Anstalt, habe am 9. September l. I. die feierliche Einweihung dieses Betraumes stattgefunden. Der Präsident erachtet es als Pflicht des Vorstandes, der um diese Angelegenheit besonders verdienten Cultusgemeinde. Baden, sowie dem Collegen Doctor Alfred Berger, welcher sich um das Zustandekommen dieses gottgefälligen Werkes in hervorragender Weise bemüht hat, den wärmsten Dank auszusprechen. (Allgemeine Zustimmung.) Der Präsident läßt sohin einen Bericht über den derzeitigen Stand der Gemeindefinanzen zur Verlesung bringen und knüpft daran entsprechend den Verhältnissen, die gebotene Mahnung, in allen Zweigen der Verwaltung Sparsamkeit festhalten zu wollen. Ueber Ersuchen des Vorsitzenden erstattet Herr Vertreter Ober-Ingenieur v. Mises einen eingehenden Bericht über den Betrieb in der erweiterten Bersorgungsanstalt der israelitischen Cultusgemeinde. Nachdem am 9. Juni l. I. das Siechenhaus eingeweiht worden war, wurde die den neuen Verhältnissen Rechnung tragende Dienstes-Organisation durch Bestellung von Aerzten, des Warte- und Dienstpersonales und durch Erlassung der erforderlichen Instructionen und Haus-Ordnungen eingeführt. Es wurde mit der Belegung der Siechensäle vorgegangen, so daß die Bersorgungsanstalt gegenwärtig einen Stand von 202 Pfleglingen aufweise. Der Dienst functionire den Anforderungen entsprechend. Der Bericht des Herrn Ober-Ingenieurs v. M i s e S wird dankend zur Kenntniß genommen. Herr Vertreter Dr. Maximilian Steiner referirt namens des Comitäs für das Dr. H. S. Goldschmid t'sche Legat, sowie namens des Vertreter-Collegiums über die Verwendung der pro 1901 frei verfügbaren Zinsenerträgnisse aus diesem Legate. Nach längerer Debatte, an welcher sich die Herren Dr. Stern, Dr. K o h n, Salo Cohn, Director Simon, Ritter von Taussig, Dr. Berger, Hoffmann, kaiserl. Rath Weil und Commercialrath Leopold Pollack betheiligen, werden zwei Detail-Anträge an das Comits zur neuerlichen Berathung und Antragstellung zurückgewiesen, alle übrigen Anträge angenommen. Nach Erledigung von Personalien wird die Sitzung um 8 Uhr Abends geschloffen. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II.» Taborstraße »8 (Telephon Nr. 13920) bietet den P. T. Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualificirte Arbeitskräfte, sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Am 28. September 1901 standen in Vormerkung: I. Classe (Manuelle Arbeiter). 5 Anstreicher und Lackierer, 2 Aufpapper und Lederzurichter, 2 Bäcker und Zuckerbäcker, 3 Bildhauer und Steinmetze, 1 Bronzearbeiter, 4 Buchbinder, 5 Buchdrucker, 8 Bureaudiener, 6 Drechsler, 5 Elektromonteurs, 1 Fleischhauer, 4 Friseure, 41 Geschäftsdiener, 3 Glaser, 8 Gold- und Silberarbeiter und Juweliere, 10 Hausknechte und Hausbesorger, 11 Installateure, 4 Maschinisten und Heizer, 30 Hilfsarbeiter, 2 Hutmacher, 8 Kellermeister und Kellerburschen, 5 Kellner, 8 Kutscher, 14 Laufburschen und Lehrlinge, 10 Magazineure, 3 Mechaniker, 6 Metalldreher. Gießer und Schleifer, 1 Schirmmacher, 18 Schlosser für Bau und Maschinen, 17 Schneider, 10 Schriftsetzer, 15 Schuhmacher, 10 Spengler, 2 Tapezierer, 5 Taschner, Riemer, Sattler, 8 Tischler, 8 Uhrmacher, 4 Zeichner für Bau und Construction, 1 Zimmermaler. ll. Classe (Kaufmännische Angestellte). 13 Branntweinverschleißer, 25 Buchhalter und Correspondenten, 82 Commis diverser Branchen, 45 Comptoiristen und Strazzisten. 13 Jncaffanten, 6 Manipulanten und Expedienten, 31 Praktikanten, 17 Reisende, Platzvertreter und Agenten. Weibliche Abtheilung. 6 Bonnen und Kindergärtnerinnen, 57 Comptoiristinnen, 1 Dienstmädchen und Stubenmädchen, 2 Empfangsdamen, 8 Expedientinnen und Manipulantinnen, 2 Kanzlistinnen und Stenographinnen, 2 Caffafräuleins, 2 Hilfsarbeiterinnen. 1 Modistin, 24 Praktikantinnen, 2 Schneiderinnen, 35 Verkäuferinnen und Verschleißerinnen, 9 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausftau. lll. Classe (G e i st i g e Arbeit). 30 Hauslehrer und Hofmeister. Das Bureau des Vereines hat seit seiner Eröffnung im November 899 bis inclusive 28. September 1901 — 2734 Vermittlungen durch- ^eführt, und zwar: . 1153 Vermittlungen in der I. Classe (manuelle Arbeiter), 689 Vermittlungen in der ll. Classe (Handelsangestellte), 822 Vermittlungen in der weiblichen Abtheilung, 70 Vermittlungen in der lll. Classe (geistige Arbeit). Wien. (Rabbiner Dr. Adolf Schmiedl in Audienz beim Kaiser.) Vorige Woche wurde der Rabbiner-Senior der Wiener Cultusgemeinde Herr Dr. Adolf Schmiedl vom Kaiser in Audienz empfangen, um den Dank für die Decorirung mit dem Franz Josefs-Orden abzustatten. Der Monarch empfing Dr. Schmiedl in leutseligster Weise und sagte, daß es ihn gefreut habe, denselben eine Auszeichnung zu gewähren, erkundigte sich um dessen Alter und erwäbnte aus die Antwort