Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 38 (20.9.1901)
- Date
- 1901-09-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 632 Vv. Bloch's WochrnfchrM Nr. 38 und Sieinmetze, 1 Broncearbeiter, 1 Buchdrucker, 5 Bureaudiener, 6 Drechsler, 7 Elektromonteure, je 1 Fleischhauer, Friseur, Galvaniseur, 33 Geschäftsdiener, 3 Glaser. 6 Gold- und Silberarbeiter, 10 Hausknechte und Hausbesorger, 6 Installateure, 4 Maschininisten und Heizer, 20 Hilfsarbeiter. 2 Hutmacher, 7 Kellermeister und Kellerburschen, 7 Kutscher, 17 Laufburschen und Lehrlinge, 7 Magazineure. 4 Mechaniker, 4 Metalldreher, Gießer und Schleifer, 20 Schlosser für Bau- und Maschinen, 1 Schmied, 16 Schneider, 7 Schriftsetzer, 11 Schuhmacher, 7 Spengler, 4 Taschner, Riemer und Sattler, 5 Tischler, 6 Uhrmacher, 3 Zeichner für Bau und Construction. II. Classe (kaufmännische Angestellte): 12 Branntwein - Verschleißer, 21 Buchhalter und Correspondenten, 79 Commis diverser Branchen, 39 Comptoiristen und Strazzisten, 12 Jncassanten, 3 Kanzlisten und Schreiber, 6 Manipulanten, 48 Praktikanten, 15 Reisende. Platzvertreter und Agenten. Weibliche A b t h ei l u n g: 6 Bonnen und Kindergärtnerinnen, 46 Comptoirrstiunen, 3 Dienstmädchen und Stubenmädchen, 2 Empfangsdamen, 10 Expedientinnen und Manipulantinnen, 2 Kanzlistinnen und Stenographinnen, 2 Cassafräuleins, je l Maschinnäherin und Schirmnäherin, 2 Modistinnen, 21 Praktikantinnen. 1 Schneiderin, 48 Verkäuferinnen. 6 Wirthschafterinnen und Stütze der Hausfrau. III. Claffe (geistige Arbeit): 25 Hauslehrer und Hofmeister. Das Bureau des Vereins hat seit seiner Eröffnung im November 1899 bis inclusive 13. September 1901 2660 Vermittlungen durchgeführt. und zwar: 1119 Vermittlungen in der I. Class? (manuelle Arbeiter). 674 Vermittlungen in der IL Elaste (Handilsaugestellte), 798 Vermittlungen in der weiblichen Abtheilung und 69 Vermittlungen in der M. Elaste (geistige Arbeit). Dukla. .(Ein hochherziger Edelmann.) In unserer Zeit der confefsionellen Vorurtheile und geistigen Beschränktheit verdient das großmüthige und hochherzige Verhalten eines Grafen aus altem Geschlechte der Oeffentlichkeit besonders vorgeführt zu werden. Aus Anlaß der Feier einer Silberhochzeit hat unser Gutsherr, der Herr Graf Adam Meciüski, am 15. d. nicht blos seine Beamten und Dienerschaft mit reichlichen Geschenken bedacht, sondern durch den Bürgermeister 500 K an christliche Arme und durch den Mischen Cultusvorsteher 500 L an jüdische Arme vertheilen lasten. Ueberdies hat das gräfliche Paar eine besondere Spende von 1000 K zum Neubau eines rituellen Tauchbades der israelitischen Cultusgemeinde zugesagt. Herr Graf Meciüski bethätigte sein gutes Herz jederzeit gegen Arme ohne Unterschied der Confestion und als Präsident eines hiesigen Bankinstitutes hat er creditbedürftigen Händlern jüdischen Glaubens vielfach Entgegenkommen und Humanität bewährt Eine Deputation der israelitischen Cultusgemeinde, bestehend aus dem Präsidenten Herrn M. Herzig und den Vorstehern I. Reich, M. Gold Hammer, Sch. Wein^ b e r g e r, begab sich in das Palais, um dem gräflichen Ehepaar im Namen der Gemeinde die Glückwünsche und den Dank der Armen zu überbringen. M. H. Skotschau. In den Jahren 1851—1853 iourde der Tempel unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen erbaut; unter dem Zwange baulicher Gebrechen wurde vor vier Monaten mit der Reuovirung und inneren Ausschmückung begonnen und jüngst fand iit feierlich-r, erhebender W'ise unter zahlreicher Betheitigung der Mitglieder die Einwechung statt. Nach Begrüßung der Erschienenen, Verlesung der U-kuüden und Abhaltung ritueller Ceremonien hielt Rabbiner Dr. Dobschütz eine Festpredigt, in welcher er in sinnigen, schwungvollen Worten die Bedeutung des Festtages feierte und au" die wundersame Veränderung hinwies, welche der Tempel durch die Reuovirung erfahren. Und wahrlich, herrlich bieie" sich j tzt der Tempel dem Beschauer dar! Künstler und Meister haben in harmonisch wohlthuender Weise zusammengewirkt, um dem früheren Gotteshause neues frisches Leben einzuflößen. Die Verschönerung der Frontfa^ade, der schmucke Vorbau, die geradezu fascinirende Malerei im Tempel, die neue herrliche Bundeslade, die Erweiterung der Frauengalerie und die Verschönerung der Tragsäulen zu derselben, die Anschaffung neuer Luster, Fenster, Bänke und Thüreu, die Erweiterung und Eingilterung der Bühne — all diese Veränderungen erfüllen den Beschauer mit Freude und Genugthuung, rufen den Vesten Eindruck hervor und allenthalben herrscht - mit Fug und Recht nur eine Stimme vollsten Lobes und vollster Anerkennung. Unserem langjährigen CultusVorstande Herrn David Spitzer, welcher im Vereine mit seinem Vertreter Wilhelm Spitzer und dem Ausschüße durch bewunderungswürdige Energie und Th atkrast dieses schwierige . Werk , ermöglicht und zu Ende geführt hat, gebührt herzlichster Dank und uneingeschränkte Anerkennung. Proßnitz. Privatdocent Dr. Edmund H u s s e r l, ein geborener Proßnitzer, welcher zur Gruppe der Abiturienten des deutschen Gymnasiums in Olmütz aus dem Jahre 1876 zählt, die am letzten Sonntage ihren 25jährigen Collegentag feierte, verläßt die Universität in H a l l e a n d e r S a a l e, an welcher er bisher wirkte, um einem Rufe an die Universität Göttingen als Professor der Philosophie Folge zu leisten. Dr. Husserl hat sich als Logiker und Erkenntnißkritiker einen angesehenen Namen gemacht. 1859 geboren, habilitirte er sich 1887 zu Halle auf Grund der Schrift „Ueber den Begriff der Zahl. Psychologische Analysen/ Sein Hauptwerk ist die „Philosophie der Arithmetik. Psychologisch-logische Untersuchungen". Der erste Th eil des Buches umfaßt, die vornehmlich psychologischen Untersuchungen, die Begriffe Vielheit, Einheit und Anzahl betreffend, so wie sie uns nicht in symbolischen Formen gegeben sind. Im zweiten Theil betrachtet Husserl die symbolischen Vorstellungen von Vielheit und Anzahl und versucht in der Thatsache, daß wir fast durchwegs auf symbolische Anzahlvorstellungen eingeschränkt sind, den logischen Ursprung einer allgemeinen Arithmetik nachzuweisen. Bon Hufferl's übrigen Arbeiten seien genannt: „Der Folgerungscalcul und die Jnhaltslogik" (in der „Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie" 1891), „Psychologische Studien zur elementaren Logik.!. Ueber die Unterscheidung von abstract und concret. II. Anschauungen und Repräsentationen" (in den „Philosopbischen Monatsheften" 1894), der umfängliche „Bericht über deutsche Schriften zur Logik aus dem Jahre 1894" (im „Archiv für systematische Philosophie" 1897) und seine neuen „Logische Untersuchungen. 1. Theil: Prolegomena zur reinen Logik" (Halle ii. S. 1900). Seit 1894 ist Husserl Titularprofessor. Budapest. Die liberale Partei des Okländer Bezirk s hat den jüdischen Reichstagsabgeordneten Dr. Franz Heltai neuerdings zum Abgeordneten candidirt. In den jüngsten Tagen wurden ferner 6 Glaubensgenossen, und zwar Dr. Adolf Goldner (Socialist), Dr. Soma Visontai (48er), Dr. Wilhelm Sümegi (Unabbängigkeitspartci), Dr. Fcanz Chorin (Liberaler), Dr. Wilbeliu Väzsonyi (Demokrat) und Dr. Alexander Patai (Kossuthpartei) zu Reichstagsabgeordnete candidirt. — Oberbürgermeister, Josef Markus hat den Dr. Julius Steiner zum Secundararzt und die Doctoren Gustav Holzer, Bola Koch und Friedrich Kern zu Asslstenzärzten an den Budapester Spitälern ernannt. Warschau. (Jüdische Gymnasien.) Die nahezu gänzliche Aussperrung der Juden aus allen dem Cnltusministerium unterstehenden staatlichen Mittelschulen hat bei unfern gegen den Antisemitismus von oben sich tapfer wehrenden russischen Glaubensgenossen den Wunsch und das Bestreben wachgerufen, überall eigene nur für Juden bestimmte Gymnasien zu gründen. Die Handhabe für die Verwirklichung dieser großen Idee bietet das Gesetz selber, welches den Juden ausdrücklich gestattet, zur Ausbildung ihre Kinder jede Art von Privat- und Geineindeschulen zu gründen. Ferner liegt gegenwärtig dem Cultusmiuisterium Pas Project des Kiewer Professor Antonownsch vor, laut welchem es in Rußland ohneweiters gestattet sein soll, überall Schulverbände zu bilden, welche aus eigenen Mitteln und unter selbstgewählter Verwaltung Mittelschulen zu gründen berechtigt sein sollen. Endlich wird im Cultusministerium zur Zeit ein Project über Errichtung und Verwaltung von Privatschulen für jüdische Kinder ausgearbeitet. Die Juden Rußlands dürfen daher hoffen, daß einer von den drei Wegen sich für sie als gangbar erweisen wird, und so beginnt man in den beiden volksreichsten und intelligentesten jüdischen Gemeinden Rußlands, nämlich in Warschau und in Wilna, sich mit dem Plane der Errichtung jüdischer Gymnasien ernstlich zu beschäftigen. In Warschau hat eine Gruppe jüdischer Finanzmänner die Sache in die Hand genommen, während in Wilna die Angelegenheit von der dortigen sehr energischen Jugend propagirt wird. Sollte nur einer der beiden Versuche von Erfolg gekrönt werde», so wird damit ein Weg gefunden sein, auf dem die jüdische Schulcalamität in Rußland überaus wirksam bekämpft werden könnte. Wilna. (Aufnahme in die Gy m n a sie n.) Durch eine Verordnung des Cultusministers ist die Aufnahme jüdischer Schüler in sämmtlichen» Gymnasien des die 6 Gouvernements Wilna, Minsk, Grodno, Kowno, Mohilew und Wittcsbk umfassenden Wilnaer Lehrbezirkes für die nächsten 2 Jahre faktisch unmöglich geworden. Die Verordnung schreibt nämlich allen Gymnasialdirectoren des gesammten Ansiedlungsrayons vor, strengstens darauf zu achten, daß die Zahl der jüdischen Schüler in den