Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 38 (20.9.1901)
- Date
- 1901-09-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3021385-3021424--11167-3035689- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 38 $»r. Blvch's Seite 631 und verwahrt, wir kommen zu gar keiner Abwehr, denn wir finden in dem stattlichen Bande immer nur einen sehr gütigen, sehr lieben Menschen, der von den Fragen des Lebens und des Schicksals unendlich weise und ruhig zu uns spricht. Er verzichtet auf jedes Pathos und alles Verblüffende und Effectvolle, er sagt ganz einfach einige Wahrheiten, die er gefunden und die ihm geholfen haben und die er uns mittheilt, damit sie möglicherweise auch uns ein Trost und eine Hilfe sein können. Und diese Wahrheiten stützt und schmückt er mit Sprüchen und Sätzen alter Weiser und moderner Dichter, mit Gleichniffen jüdischer Lehrer und deutscher Denker, am liebsten wird uns aber doch das. was er selber sagt. Citiren kann man hier nicht; das Buch hat 671 Seiten, überall ist Köstliches versteckt und Bedeutendes vorhanden, man kann nur aufmerksam machen und dankbar anerkennen. Man liest auch nicht hintereinander diese gewaltige Sammlung, aber man wird oft zu ihr zurückkehren und immer befriedigt werden. Einmal spricht der Berfaffer über Israel und Egypten; Israel, das spirituelle Volk, das vor Allen den Geist erkannte und bewerthete, und die Egypter, die an der starren Form ihrer Cultur hingen und deren vornehmstes Lebenswerk die großen Gräber waren. Und er beruft sich auf die Lehre des Weisen, der sagt: „Man errichte keine Denkmäler den Frommen, ihre Thaten seien ihr Denkmal." Man möge auch Dr. Rippner kein Denkmal errichten, dies Buch genügt. Die großen Gräber haben ihn nicht bezwungen, sein Geist lebt und wirkt. Und je mehr wir uns in sein Buch vertiefen, desto klarer und deutlicher wird uns sein Bild und desto mehr lieben und erkennen wir den Prediger in seinen Predigten. Correspondemen. Israelitische Cultusgemeinde Wien. ad Z 7483 ex 1901. Dr. Moriz Rappaport-Stiflung für Preisairsfrtzreibungrn. Nachdem die im Jahre 1898 ausgeschriebene Preisfrage »Geschichte der jüdischen Apologetik" eine Lösung nicht gefunden hat, veröffentlicht das Comits obiger Stiftung hiemit unter Erhöhung der Preissumme zum zweiten Male dieses Thema. Angesichts der Thatsache, daß es eine geschichtliche Uebersicht über die reiche, in griechischer, hebräischer, arabischer, sowie in den modernen Sprachen abgefaßte, apologetische Literatur der Juden noch nicht gibt, wird vor Allem Werth darauf gelegt, daß die Preisarbeit eine solche Uebersicht darbiete. Diese soll sich aber keineswegs auf eine bibliographische Zusammenstellung beschränken, vielmehr muß die Arbeit eine zusammenhängende, geschichtlich entwickelte Darstellung der Versuche, die Wahrheiten des Judenthums zu erweisen, und die Auseinandersetzung der Entstehungsursachen und des Inhaltes wenigstens der hervorragendsten einschlägigen Schriften enthalten, so daß der Leser einen Ueberblick über die gegen die Lehren und Lehrschriften des Judenthums gerichteten Angriffe, mögen diese nun von Innen (philosophische Skepsis, Karaismus) oder von Außen erfolgt sein, sowie über die Abwehr derselben zu gewinnen vermag. Da die gegen das Judenthum gerichteten Angriffe auch die Gestaltung der äußeren Rechtsverhältnisse der Juden beeinflußt haben, so wird auch auf solche Schriften Bedacht zu nehmen sein, welche durch Verbreitung richtiger Ansichten über das Judenthum zugleich der Verbesserung der politischen und rechtlichen Stellung der Juden förderlich gewesen sind. Als termmrw a quo der Darstellung wird die hellenistische Periode, als terminus ad quem das Jahr 1848 angenommen. Wenn auch eine eingehende Vertrautheit mit der gesammten hier in Betracht kommenden Literatur aus der Arbeit hervorleuchten soll, so muß doch das Wichtige gegen das Minderwichtige wohl abgewogen sein und soll in der der Kürze und Klarheit sich befleißigenden Darstellung die Beibringung zu vieler Einzelheiten, welche das Wesentliche erdrücken könnten, vermieden werden. Als Preissumme für die beste Schrift werden nunmehr K 4000 (Viertausend Kronen) bestimmt. Diejenigen Personen, welche um diesen Preis zu eoncurriren beabsichtigen, haben die Preisschrift bis längstens' 31. Deceurber 1903, Mittag 12 Uhr NN das Secretariat der israelitischen Cultusgemeinde Wien (l. Seitenstettengasse 4) ohne Namensfertigung, mit einem Motto versehen, einzusenden und in einem versiegelten Couvert, welches dasselbe Motto trägt, Namen und Adresse anzugeben. Bemerkt wird, daß stistbriefaemäß dem Autor das Recht des Eigenthums bleibt und daß, falls der Autor die Publicirung der Preisschrift nicht selbst vornimmt, dem Borstande der israelitischen Cultusgemeinde Wien das Recht zusteht, über Vorschlag des Unterzeichneten Comites diese Publicirung zu veranlassen. Wien, 15. September 1901. Das Comitä der Dr. Moriz Rappaport-Stiftung. Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Wien. Z. 7-48'^ ex 1901. Wien, 17. September 1901. Dr. Mori; Rappaport-Stiftung für Preisausschreibungrn. Das Comitö der von Dr. Jacob Rappaport zum Andenken an seinen Vater Dr. Moriz Rappaport errichteten Stiftung veröffentlicht hiemit folgende Preisfrage: »Geschichte des jüdischen Bolksschulwesens in Oesterreich". Die Darstellung soll ersichtlich machen, welche hohe Wichtigkeit dem Bolksschulunterrichte von jeher, wie von den Juden überhaupt, so auch von den Juden in Oesterreich beigemeffen wurde. Zu diesem Behufs soll zunächst eine Geschichte der „Chedarim“ nebst möglichst vollständigen Mittheilungen der darauf bezüglichen, in den Archiven der jüdischen Gemeinden vorhandenen Statuten und Schulurkunden, soweit dieselben noch nicht veröffentlicht sind, dargeboten werden. Sodann soll die Darstellung die durch den Einfluß Mendelssohn's und Anderer zu Gunsten der Neugestaltung des Volksschulwesens in Oesterreich hervorgerufene und von der österreichischen Regierung begünstigte Bewegung und deren Erfolge auf Grundlage urkundlicher Erhebungen schildern und die Entwicklung des jüdischen Bolksschulwesens in Oesterreich bis zum Jnslebentreten der gegenwärtig bestehenden Bolksschulgesetze fortführen. Diejenige Arbeit, welche für die ältere Zeit eine vergleichende Betrachtung der Zustände des christlichen Bolksschulwesens darbietet, erhält eeteris paridus den Vorzug. Als Preissumme für die beste Schrift wurden ö. m K 1200 bestimmt. Diejenigen Personen, welche um diesen Preis zu concurriren beabsichtigen, haben die Preisschrift bis längstens 31. Deeember 1903, Mittag 12 Uhr an das Secretariat der israelitischen Cultusgemeinde in Wien. (I., Seitenstettengaffe 4 (ohne Namensnennung mit einem Motto versehen), einzusenden und in einem Couvert, welches dasselbe Motto trägt, versiegelt Namen und Adresse anzugeben. Bemerkt wird, daß stiftbriefgemäß dem Autor das Recht des Eigenthums bleibt, und daß, falls der Autor die Publicirung nicht selbst vornimmt, dem Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde Wien das Recht zusteht, über Vorschlag des Unterzeichneten Curatoriums diese Publicirung zu veranlassen. Das Curatorium der Dr. Moriz Rappaport-Stiftung. Wien. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis (Wien, II., Taborstraße 59. Telephon 13.920) bietet Len P. T. Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche oder weibliche qualificirte Arbeitskräfte sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlecktes zugewiesen zu erhalten. Am 13. September standen in Vormerkung: I. C l a s s e (Manuelle Arbeiter): 8 Auspapper und Lederzurichter. 2 Bild hau r