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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-09-13 · 37 (13.9.1901) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
37 (13.9.1901)
Date
1901-09-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 622 A>i. Bloch's WoÜxenjchrtkL Nr. 37 rolle zum Andenken für das Seelenheil des verstorbenen Ehrenpräsidenten Dr. Bernhard Goldman«, welcher dem Vereine seit 25 Jahren angehörte. Am Abend um 8 Uhr erschienen im großen schimmernden Saale des eigenen Bereinshauses Se. Ehrwürden Herr MeschulemSalat, Rabbinats-Affessor, mit dem Herrn Dr. G u t m a n unter dem im Saale aufgestellten Baldachin, worauf Herr Obercantor Halperu einen Psalm meisterhaft vortrug. Hierauf bestieg Herr Schmerl Porjes den Baldachin und hielt eine sehr bedeutsame mit großem Beifall aufgenommene Ansprache. Nachdem die unendlichen Beifallsrufe sich kaum legten, trat Herr Dr. Gutman vor die Versammlung, beleuchtete den Inhalt und den Werth der Thora in einer schwungvollen, gediegenen Rede, so daß er unter seinen College« als Rabbiner gelobt zu werden verdient. Herr Jacob Schapira, als Vorsteher des Vereins, dankte der Spenderin und betonte die Verdienste des Herrn Porjes um den Verein. Zum Schluffe hat Herr Reichsrathsabgeordneter Dr. Emil B y ck an die Versammlung im Namen der anwesenden Cultusvorstandsmitglieder die Bedeutung des Handwerkerstandes ausgerollt, wie auch seinen Werth für das Judenthum gepriesen und die Freude im Namen des Cultusvorstandes bekundet. Nach Absingung des Schlußcapitels nahm die Feier ihren würdevollen Verlaus. Pisek, 10. September. Bei der heute in der Kanzlei der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde stattgefundenen Wahl eines Mitgliedes der Repräsentanz der böhmischen Landesjudenschaft wurde der allgemein geachtete und verehrte Fabrikant Herr Cultusvorsteher M. Spitz einstimmig von den anwesenden Wahlmännern des Piseker Kreises gewählt. Die Wahlcommiffion bestand aus den Herren Rabbiner Dr. Friedländer, Jakob Fantl, W. Bloch, M. Barth, M. K o h n. Czernowitz. Die feierliche Einweihung des neuen Bethauses „Bais Jehuda" wurde Sonntag den 8. d. M. durch Rabbiner Benjamin Weiß vorgenommen. E. B. Proßnitz. (Todesfall.) Vorige Woche ist in Leesdors bei Baden der hiesige Bürger Herr Jacob Fasse!, 59 Jahre alt, gestorben und wurde hier unter lebhafter Theiluahme bestattet. Der Verschiedene war ein Sohn des weiland Rabbiners Hirsch-Faffel, der lange Jahre in Proßnitz als Seelsorger ersprießlich wirkte und ein nie versiegendes Gedenken zurückgelaffen hat. Prag. (Sterbefall.) Am 3. d. M. verschied in Ischl der hiesige Kaufmann Bernard Gerstel nach langem schweren' Leiden, zweiundsechzig Jahre alt, und wurde am 5. o. M. hier unter lebhafter Theilnahme bestattet. Der Verstorbene entstammte einer alten Prager Patrizierfamilie, die sich großen Ansehens erfreut. Die Hinrerbliebenen widmeten die sämmtlichen Fahrnisse und Utensilien des Dahingeschiedenen, bestehend aus der Garderobe, chirurgischen Instrumenten, Kranken- und Fahrstühlen u. s. w., dem Curatormm der Königswarter-Stiftung m Meran und wurden achtzehn Colli an die letztere von Ischl aus expedirt. Böhm.-Aicha. Hier feiert Montag den 27. Elul in vollster körperlicher und geistiger Frische Herr Emanuel Schiller seinen 80. Geburtstag. Der würdige und gottlob noch rüstige Greis zählt zu jenen immer seltener werdenden Männern des Judenthums, welche dem väterlichen Glauben die alte Anhänglichkeit bewahrt haben, durch ihren Charakter und Lebenswandel allgemeiner Sympathien sich erfreuen. Budapest. Der Nestor der Aerzte in Neuhäusel, Doctor Moriz Adler, feierte jüngst die 50. Jahreswende seiner ärztlichen Thätigkeit. Die Aerzte Neuhäusels glaubten den Intentionen des Jubilars am besten dadurch zu entsprechen, daß sie das Fest gewissermaßen in intimstem Kreise begingen. Sie erschienen corporativ bei dem Gefeierten und überreichten ihm das von der Budapester Universität übersandte, glänzend ausgestattete Ehrendiplom. Der Sprecher der Deputation,. Dr. Johann W e l l i s ch, hob in schwungvollen Worten die zahlreichen Verdienste des Gefeierten, sowie die allgemeine Werthschätzung und Hochachtung hervor, deren sich Dr. Aoler sowohl bei seinen Collegen als auch beim Publicum erfreut. Der Jubilar dankte herzlich für diese Aufmerksamkeit. Ein gemeinschaftliches Souper beschloß die schöne, erhebende Feier. Brasilien. Rio de Janeiro, den 17. August. Die Oesterr.- Ung. Colonialgesellschaft hat Herrn M. Kauderer wegen seiner Verdienste um den österreichisch-ungarischen Export zum Ehrenmitgliede der Gesellschaft ernannt. Feuilleton. Unsere Feiertage. (Ein Eyclus.) III. R o s ch - H a s ch a n a h. Kein Propfenknallen, Kein Gläserklingen Zur Jahreswende. In Demuth, Ergebung Halte nun Einkehr! Zum Tempel wallen Alte und Junge. Ein frommes Schauern Durchbebt auch Jene, Die längst nimmer weilten Im Gotteshause. Die Schofarklänge Gedehnt erhallen Und wecken Erinnern An eigene Kindheit, An unseres Volkes Glückliche Jugend! Jnbrünstiglich beten Wir heute zum Throne Des himmlischen Schöpfers, Daß all' den Wünschen, Die still in uns keimen, Erfüllung nun werde, Daß unseres Volkes Trauriges Schicksal Zu Ende sich neige Am Neujahrstage! Berlin, September 1901. N. Al. Daniel. Der Unessane toket. Novelle von Babetta Fried in Prag« XIV. Simon Heller, Der Weg aus dem Inneren Böhmens nach Warschau scheint ein sehr weiter zu sein, wenn man ihn im bequemen Elsenbayncoupe, gezogen von vorwärts stürmendem, pustenden Dampfroß zurücktegr. Da orauchr es immerhin einige Tage, bevor man orese Strecke zurücktegt uuo nur besonders abgehärtete und an Beschwerden gewohnte Reisende langen an ihrem Bestimmungsorte an, ohne über große Müdigkeit zu klagen und sich einige Tage der Ruhe zu gönnen. Wie zeitraubend und ermüdend erst ist die Reise, wenn man diese schier endlos dünkende Strecke zu Wagen mit mehr oder minder guten Pferden bespannt zurücklegen soll. Doch ungleich zeitraubender und ermüdender als diese beiden Verkehrsmittel ist es, wenn Jemand sich unterfangt, dieses Ziel zu Fuße, aus Schusters Rappen, wie der Vollsmund sagt, zu erreichen. Zu Fuße mit karger Wegzehrung versehen, seinen largen Lebensunterhalt während dieser langen beschwerlichen Rec,e sich erst von Thür zu Thür ausvetteln zu müssen, Abends den müden Körper aus ein durstiges Strohlager nieoerzustrecken und manchmal keine mitleidige Seele zu finden, die behilflich wäre, die wunden Füße durch ein erfrischendes Bad zu stärken. Unser alter Bekannter, Simon Heller, hatte dies Unternehmen gewagt. Nicht. als ob er im fernen Polenlande Arbeit gesucht hätte; Arbeit war ja lohnender in der Heimat zu finden, auch waren daselbst die Verhältnisse viel günstiger als hier, von wo aus jährlich so viele arme Glaubensgenossen nach Böhmen pilgern, um dort bei den vermögenden GlaubenSbrüdern Linderung ihres Elends zu suchen. Uno doch war er hiehergekommen, um sein Glück zu machen, und zwar aus eine sonderbare, man kann sagen abenteuerliche Weise. Seit Heller damals bei Neuseld die Bekanntschaft Davids gemacht halle, so hatte er auch nicht ausgehört, für den jnngen Künstler zu schwärmen, der sich so heravlaffend gegen ihn benommen und auf die liebenswürdigste Weise sein Zimmer mit

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