Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-09-13 · 37 (13.9.1901) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
37 (13.9.1901)
Date
1901-09-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021385-3021423--11156-3035677
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 37 Dr» Woa-ensürrrf^ Seite 621 meinde, behufs Enthebung von den üblichen Wünschen zum rituellen Jahreswechsel. Hochachtungsvoll Wien, 8. September 1901. Eduard Beer. Wien. (Hohe Auszeichnung.) Der Bicepräsident der türkcsch-israelitischen Gemeinde Herr Licco A d u t t wurde von Sr. Majestät dem Sultan Abdul Hamid mit dem Medschidje-Orden HI. Classe (Commandern) ausgezeichnet. Diese hohe Auszeichnung wurde Herrn A d u t t als Anerkennung für seine hervorragenden Verdienste, die er sich um die türkischisraelitische Gemeinde erworben hat, verliehen. Herr A d u t t hat sich als Armenvater der türkischen Gemeinde auf humanitärem, philantropischem Gebiete besondere Verdienste erworben. I. L. Wien. Wir erhalten folgende Zuschrift: In Nr. 36 der O: sterreichischen Wochenschrift" veröffentlicht Herr Obercantvr Guttmann auf Seite 604 unter „Eiugesendet" eine Erklärung, zufolge deren die Placate. betreffend die Einweihungsseierlichkeit eines neuen Bethauses IX., Harmoniegasse 8, ohne sein Vorwissen versaßt und veröffentlicht worden seien und daß es seine Absicht nicht sei, an dieser Feierlichkeit theilzunehmen. Dem gegenüber stelle ich zur Steuer der Wahrheit fest, daß Herr Guttmann mir als Obmann des Bethausvereines bereits vor mehreren Wochen ausdrücklich seine Mitwirkung an der erwähnten Feierlichkeit zugesagt hat, welche Thatsache er sonderbarerweise in seinem „Eingesendet" verschweigt. Ich überlasse hienach die Beurtheilung der Loyalität seines Borgehens der Oeffentlichkeit. S. Fischer, Obmann des Bethausvereines Adass-Jeschurun. Wir haben dem Wunsche des Herrn Fischer entsprochen, indeni wir seine Zuschrift zur Kenntniß unserer Leser bringen. Nachdem er indeß ausdrücklich das öffentliche Urtheil anruft, ist es ein Gebot der Gerechtigkeit, zu constatiren, daß das Verhalten des Herrn Obercantors Guttmann in dieser ganzen Angelegenheit ein durchaus einwandfreies, vollständig correctes gewesen. Wenn er in der uneigennützigsten Weise bei der Einweihungsfeierlichkeit eines Privat-Bethauses theilzunehmen und mitzuwirken bereit war. so konnte es ihm. als einem der ersten Functionäre der israelitischen Cultusgemeinde doch nicht gleichgiltig bleiben, daß das Ansehen seiner Stellung, die Popularität seines Namens in öffentlichen Ankündigungen und Placaten als Reclame für ein Privatunternehmen mißbraucht werde. Die Eröffnung eines Privatbetlvcales auf den . Anschlagssäulen der Residenz in Placaten ankündigen, ist unschicklich, anstößig und erniedrigt eine solche Veranstaltung zu einem ordinären Geschäftsunternehmen, wie die Eröffnung eines Kaffeehauses oder eines Schankgewerbes. Vor Allem war es Pflicht, die „Mitwirkenden" vorher zu verständigen, daß Derartiges beabsichtigt wird, weil sie der Oeffentlichkeit gegenüber ihren Theil der Verantwortlichkeit zu tragen haben. Herr Obercantvr Guttmann konnte nicht anders als öffentlich erklären, daß düs ohne sein Einverständniß geschehen war, und daß er, nachdem ma i Derartiges mit ihm versucht hat, der Veranstaltung sernbleiben werde. Herrn Fischer mochte das gewiß unangenehm sein, er hat trotz alledem keine Ursache und keinen Anlaß zur Beschwerde gegen den Herrn Obercantor Guttmann, der lediglich seiner Stellung als öffentlicher Functionär der Wiener israelitischen Cultusgemeinde gerecht geworden. Herr Fischer sollte einsehen, daß sein eigenes Vorgehen wenig tactvoll war und er demgemäß die Folgen seines Verhaltens zu tragen und nicht unbegründete Recriminatioüen gegen Andere zu erheben hat. Wien. Der Kaiser hat dem Universitäts-Profeffor und Regierungsrath Dr. Wilhelm Winternitz den Titel eines Hofrathes und dem Privatdocenten Dr. Eduard Schiff, den Titel und Charakter eines außerordentlichen Professors verliehen. Wien. Am Samstag den 5. October (Schemine-Azereth) wird im Gemeindetempel, XV., Turnergasse 22, das fünfundzwanzigjährige Jubiläum der verdienstlichen Thätigkeit des Herrn Cultusvorstehers Gott lieb Taußig und des Herrn Obmannes, des Tempelvorstehers Samuel S t e i n e r, in besonders feierlicher Weise begangen werden. E. B. Wien. (B erm ä h l u n g s f e i e r.) Sonntag den 8. d. M. fand im großen Leopoldstädter Tempel die Trauung des Fräulein Elsa Riesz, Tochter des Herrn Karl R i e s z. mit Herrn. Josef Drucker statt. Den Trauungsact, dem ein zahlreiches Publicum aus den besten Kreisen der Gesellschaft anwohnte, vollzog der greise Rabbiner Dr. Schmiedl, dessen tief durchdachte und der actuellen Situation angemeffene Rede auf alle Anwesenden eine mächtige Wirkung übte. Den choralen Theil besorgte Herr Obercantvr Guttmann mit seinem geschulten Chore in gewohnt vorzüglichster Weise. Wien. (Verein Adass Jisroel, Schiffsynagoge.) Wir beehren uns anzuzeigen, daß das Wintersemester an unserer Privat-Religionsschule für Knaben und Mädchen Sonntag den 13. October d. I. beginnt. Die Schule, unter Leitung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner S. Fürst, besteht aus drei Abtheilungen für Kinder im Alter von 8—14 Jahren. Der Unterricht wird an «Sonntagen und schulfreien Nachmittagen erthrilt. Einschreibungen finden täglich statt von 6—7 Uhr Abends in der Bethauskanzlei II., Große Schiffgaffe 8. Schülerausnahme, so weit Raum verfügbar. Schulgeld 3 Kronen per Monat. Wien. (Verein zurWahrung der Interessen des orthodoxen Judenthums in Wien und N i e d e r ö st e r r e i ch.I Wir beehren uns, den geehrten Gesinnungsgenossen mitzuthellen, daß die Statuten unseres Vereines von der hohen k. k. Statthalterei genehmigt wurden und wir demnächst die constituire. de Generalversammlung einberufen werden. Wir ersuchen um zahlreichen Beitritt, da wir sofort nach den Feiertagen unsere Thätigkeit zu beginnen gedenken. Jahresbeitrag Minimum 5 Kronen jährlich. Wien. Aus orthodoxen Kreisen geht uns nachfolgende Zuschrift zu: An die strenggläubigen Juden Wiens! Seit fünfzig Jahren ist bei uns das Bestreben hervorgetreten, die altgläubigen Juden Wiens zu vereinigen, und nie gelang es. Alles, was gemeinsame Zwecke verfolgt, vereint sich, und so stehen wir vor der Gründung des „Vereines zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judenthums", der uns ermöglichen soll, mit vereinten Kräften dafür zu sorgen, daß der orthodoxeste Jude seine religiösen Bedürfnisse befriedigen kann. Wenn jeder Jude in Wien und Niederösterreich, der das jüdische Gesetz befolgt oder der zumindest in seinem Hause die strenge Observanz einhält und damit documentirt, daß er das althergebrachte jüdische Wesen abhalten will; wenn jeder solcher Jude dem Vereine als Mitglied beitritt, so wird unsere Verbindung unendlich segensreich wirken für die Pflege von Thoi-ah Awodah und Gemilus-Chassodim (Lehre, Gottesdienst und Wohlthun). Möge jeder Gesinnungsgenosse Mitglied dieses Vereines werden und mögen alle Mitglieder ihn fördern in der selbstlosen Absicht, dem echten Judenthum zu dienen. Ein Orthodoxer. ' Wien. (C l a v i e r - E t a b l i s s e m e n t.) Wir haben schon einmal an dieser Stelle auf das aus kleinen Anfängen hervorgegangene Elavier-Etablissemeut Josef Saphir aufmerksam gemacht. Es freut uns nun, wieder Gelegenheit zu haben, von diesem äußerst rührigen Unternehmen einen interessanten Bericht erstatten zu können. Tie durch den Grand-Prix der Pariser W e l t a n s st e l l u n g ausgezeichnete Elavierfabrik v. S ch i e d m a y e r, Stuttgart, hat sich auf Grund zahlreicher Anfragen aus Oesterreich veranlaßt gesehen, ihre vorzüglichen, den höchsten, künstlerischen Anforderungen entsprechenden Elaviere und Harmoniums hier einzuführen. Das erwähnte Etablissement ist es mm, dem die Schiedmaye r's ch e Fabrik auf Grund deo äußerst günstigen Reuommdes dieser Firma den Verkauf ihrer Instrumente übergab. Herr Saphir hat auch seit längerer Zeit mit Erfolg die so sehr beliebten Elaviere von Ernst Kaps, Dresden, hier eingeführt. Ein Besuch dieses erweiterten modernen Etablissements, II., Praterstraße 34 (Nestroyhof), bietet jedem Kunstfreunde einen Genuß, und die Zusammenstellung der Elaviere vom einfachsten bis zum künstlerisch vollendetsten bietet ein interessantes Bild der Leistungsfähigkeit der gesammteu Clavierindustrie. Die weltberühmten S ch i e d m a y e r's ch e n Harmoniums, sowie die Erzeugnisse der Kar n's ch e n Orgel- und Harmoniumfabrik sind ebenfalls diesem reichhaltigen Lager einverleibt. Wien. (Spenden.) Für den Abgebrannten in St. Leonhard sind uns voll Herrn M. D. W i n t e r in Brünn K 5.— zugekommen. Jungbunzlau. Bei den hier stattgefundenen Borstandswahlen der Cultusgemeinde wurden gewählt: JUDr. Steinreich zum Cultusvorsteher, Großkaufmann Berthold Kornfeld zu dessen Stellvertreter, Ferdinand Kraus und Isidor S e i d n e r zn Tempelvorstehern, Friedrich Eisler zum Cassier und Ed. Fuchs zum Schriftführer, endlich die Herren K o b l e r und Hugo H e l l e r zu Beiräthen. Lemberg. Am 7. d. M. spendete Frau Blume Porjes, Gattin des Herrn Schmerl Porjes, chirurgischer Bandagist und Realitätenbesitzer und Gründer unseres Vereines, eine Gesetzes-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.