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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-08-30 · 35 (30.8.1901) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
35 (30.8.1901)
Date
1901-08-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr 35 Dx. Blocht Wmtzrnschrlf«o -eit: 539 Schaden die Geschäfts-Antisemiten ihrem eigenen Volke zufügen, indem sie es systematisch verdummen und dann ausbeuten und betrügen. — Aus eben diesen Gründen hielt auch Professor K a i z l mit seinem scharfen Urtheil über die Prager E x c e s s e nach dem Sturze B a d e n i's nicht zurück. Doch möchten wir noch abwarten, ob sich doch nicht ein czechisches Blatt findet, welches diese im czechischen Lager genügend bekannte Kritik Kaizl's pflichtgemäß und früher bringt. Jetzt eben wäre der geeignete Zeitpunkt hiezu wohl da. Minister K a i z l hat aus seiner freien Meinung in derartigen Fällen durchaus kein Hehl gemacht und diese seine Worte o f t und laut genug wiederholt, sie können also nicht angezweifelt werden. Eine höchst sympathische politische Erscheinung ist mit Dr. Kaizl viel zu frühe ins Grab gesunken. Segen, Dank und Ehre seinem Andenken! Linz. Wir erhalten von der Vorstehung der israelitischen Cultusgemeinde Linz a. d. D. folgende Zuschrift: Z. 322. Löbliche Redaction der „Oesterreichischen Wochenschrift" in Wien! Mit Bezugnahme auf eine Notiz aus Ischl in der letzten Nummer Ihres Blattes, die Bestattung des in Ischl verstorbenen Philipp Batscha betreffend, ersuchen wir um Richtigstellung des Umstandes, daß nicht die Cultusgemeinde Linz, sondern ein Herr Aron Basch, der ohne Einflußnahme der Cultusgemeinde die Concession zur israelitischen Leichenbestattung von der politischen Behörde erhalten hat, die Taxen nach einem Tarife einhebt. der bedauerlicher Weise ebenfalls die Zustimmung der Bezirkshauptmannschaft Gmunden erhalten hat. Was nun die rituellen Functionen betrifft, so übt diese derselbe Aron Basch in Vollmacht der Cultusgemeinde aus, und wurde diesbezüglich noch keine Klage gegen ihn erhoben, wohl aber kommt es vor, daß Familien von Verstorbenen die Ausübung der rituellen Functionen direct ablehnen. Wir ersuchen um Veröffentlichung dieser Richtigstellung in der nächsten Nummer Ihres Blattes und zeichnen Hochachtungsvoll Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Linz. (Ignaz Hahn.) Linz, 26. August 1901. Nachschrift der Redaction: Wir sind der Meinung, daß dem löbl. Cultusvorstande in Linz Mittel und Wege hinreichend zur Verfügung stehen und daß er überdies auch verpflichtet ist, gegen jene dem Aron Basch ertheilte „Concession" zur Ausübung von Functionen, welche allein der Cultusgemeinde obliegen, bei den obersten Instanzen energischen Protest einzul^gen. Warum wurde der Jnstanzenzug nicht erschöpft? Vermischtes. Wien. (Feierlicher Gottesdienst.) Sonntag den 8. September l. I., 8 Uhr Morgens, findet im israelmjcheu Tempel I.. Seitenstettengaffe 4 eine Gedächtnißfeier für bte im Jahre 1878 gefallenen Soldaten des 8. Infanterie-Regimentes. Die Mitglieder des Kriegerverbandes und die Angehörigen des 8. Infanterie-Regimentes werden eingeladen, bei der Gedächtnißfeier ihrer Kameraden möglichst zahlreich zu erscheinen. Wien. (Feierlicher Gottesdienst.) Samstag den 31. d. M. findet aus Anlaß des Jahrestages der Thronbesteigung des Sultans Abdul Hamid Kahn II. im Tempel der türkisch-israelitischen Gemeinde zu Wien. II., Circusgaffe 22, im Anschlüsse an das Morgengebet ein Festgottesdienst statt. E. B. Wien. (Bermählungsfeier.) Sonntag den 1. September findet im israelitische» Tempel in Währing die Trauung des Kaufmannes Herrn Adolf Hilfreich mit Fräulein Anna Matauschek statt. Wie«. (T r a u u n g.) Sonntag den 25. August, 2 Ubr Nachmittags, fand im israelitischen Tempel. II.. Tempelgaffe, die Trauung des Fräulein Bertha Mensch. Tochter des allgemein geachteten Armenrathes und Bezirks-Ausschusses Herrn Jakob Mensch, mit Herrn Apotheker Jacques Braunstein statt. Ein zahlreiches distinguirtes Publicum, unter welchem man mehrere Gemeinderäthe, Bezirks-Ausschüsse und Armenräthe bemerkte, füllte den großen Tempel bis zum letzten Plätzchen. Herr Gemeinderabbiner Dr. Gelb haus nahm m Vertretung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. S ch m i e d l den Trauungsact vor und hielt an das Brautpaar eine längere Ansprache, deren tiefsinniger Inhalt auf das zahlreiche Publicum einen mächtigen Eindruck machte. Die cantorale Function versah Herr Obercantor G u t tm a nn unter Assistenz seines gutgeschulten Chores. Aus den angesehensten Kreisen der Wiener Bevölkerung liefen an das Brautpaar viele Hunderte Telegramme und Beglückwünschungen ein, die ein beredtes Zeugniß von der allgemeinen Sympathie und Werthschätzung geben, deren sich sowohl die Familie der Braut als auch die des Bräutigams allenthalben erfreuen. Wien. (H o ch z e i t s f e i e r.) Am 25. d. M. fand im Tempel des IX. Bezirkes die Trauung des Fräulein Sidonie Dawidowicz, Tochter des Hof- und Gerichts-Advocaten Herrn Dr. Adolf D a w i d o w i c z, mit dem Fabriks-Oberbeamten Herrn Isidor Zucker statt. Eine große Schaar von Hochzeitsgästen, darunter viele Advocaten, war in dem hellerleuchteten Gotteshause erschienen. Die Braut ist eine Enkelin des seligen Herrn Saul Rappaport, langjährigen Vorstehers der polnischen Synagogen-Gemeinde in Wien, und Nichte des verewigten Oberrabbiners Salomon Rappaport in Prag. Der Herr Gemeinderabbiner Dr. G e l b h a u s feierte in zündenden Worten das Andenken der genannten Männer und ermahnte das Brautpaar, den Idealen der Ahnen in seiner Lebensführung treu zu bleiben. Obercantor Kläger versah die cantorale Function unter Affistenz seines gutgeschulten Chores. Wien. (Französische Auszeichnungen für O e st e r r e i ch e r.) Der Präsident der französischen R publik hat nachstehenden österreichischen Staatsangehörigen in Anerkennung ihrer Verdienste um das Zustandekommen der österreichischen Abtheilung der Pariser Weltausstellung 1900 den Orden der Ehrenlegion verliehen, und zwar: das Officierskreuz: Baurath Ludwig Baumann; Dr. Karl Ritter v. Wiener, Ministerialrath; Regierungsrath Ignaz Wottiz. Das Ritterkreuz : Eduard Friedmann, Seidenwaarenfabrikaut; Ignaz Reich, Glaswaarenfabrikant; Professor Arthur Straffer, Bildhauer; Edmund Weißweiler, Ingenieur des General- Commiffariates. Wien. (Verband der Synagogev-Sänger.) Im Saale des jüdischen Volksvereines fand am 24. August d. I. eine Vorbesprechung sämmtlicher Wiener Tempelsänger behufs Gründung eines Verbandes statt. Die imposante Versammlung, welche Herrn Löwit zum Vorsitzenden wählte, nahm einen würdigen Verlauf und wurde nach der drastischen Schilderung der traurigen, socialen Lage der meisten Tempelsänger von Seite des Herrn Stricks der Vorschlag des Referenten Herrn L e m b e r g e r, eine die Standesinteressen vertretende wirthschaftliche Vereinigung unter dem segensreichen Namen „Sulz er-Bund" ins Leben zu rufen, mit wahrer Begeisterung stimmeneinhellig zum Beschlüsse erhoben, da es der Redner verstanden hatte, in maßvoller und sachlicher Weise die Vortheile einer solchen Organisation ins rechte Licht zu stellen. Zu dem aus den Herren S tricks, Schwager, Lemberger, Edelmann, Menthe und L u b e tz k i bestandenen vorbereitenden Comite wurden noch die Herren Löwit. Heimann, Zellnik, Goldenberg und Porth cooptirt und mit der Ausarbeitung der Statuten betraut. Die Gründung dieses Verbandes, welcher sich in erster Linie die „Unterstützung hilfsbedürftiger und erwerbsunfähig gewordener Tempelsänger und die Hebung des allgemeinen Bildungsniveaus der Standesangehörigen zur Aufgabe stellt, wird gewiß von jedem Menschenfreunde mit Genugthuung begrüßt werden. M. 8. Wien. (25i ähriges Dienstjubiläum.) Sonntag den 1. September feiert Herr Isidor Schwarz. Bevollmächtigter der Firma Clayton und Schuttleworth, sein 25jähriges Dienstjubiläum. Herr Isidor Schwarz hat sich durch seine Tüchtigkeit, seinen biederen, lauteren Charakter und seine M-nschenfreundlichkeit zu dieser bedeutenden Stellung emporgeschwungen. Herr Schwarz hat während dieser langjährigen Thätigkeit auch außerhalb seines Berufes die Liebe und Werthschätzung weiter Kreise sich erworben; insbesonders in den Kreisen, wo die Armen unterstützt werden, ist der Jubilar immer obenan zu finden. Herr Schwarz sitzt im Vorstände des „Vereines reisender Kaufleute," ist Obmann der humanitären Tischgesellschaft „zur Bekleidung armer alter Israeliten", ist Mitglied der „Chewra-Kadischa" und vieler anderer

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