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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-08-23 · 34 (23.8.1901) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
34 (23.8.1901)
Date
1901-08-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 34 Vr. BloH s Worlrenschrlfk Seüe L73 den Recurs an das Ministerium zu ergreifen. Es handelt sich bei allen derartigen Einwendungen gegen Tempelbauten nur um Chikanen. Wären die Leute wahrhaft religiös, so müßten sie auch die Religiosität Andersgläubiger fördern. Wien. Der?ais. Rath und k. k. Commerzialrath Herr Alois P o l l a k sendet uns aus St. Wolfzang nachstehende Zuschrift. die wir im Jutereffe der Wahrheit wortgetreu publiciren: St. W ol fgang. 20. August 1901. Sehr geehrter Herr! Soeben erhalte ich die Nummer Ihres Blattes vom 16. d. M. Ich ersuche Sie um die Feststellung, daß der meine ' Person betreffende Artikel ohne mein Wissen und Wollen verfaßt und veröffentlicht wurde, daß ich den — gewiß bona fide gebrachten, doch nicht ganz richtigen Ausführungen über mein Wirken in St. Wolfgang völlig ferne stehe. Mit Dank für die Drucklegung dieser Zeilen und Hochachtung Alois Pollak. Wien. (Spenden.) Für die Abgebrannten in Neubidschow sind uns zugekommen: von Herren Lazar Eppinger & Söhne in Budapest K10.— (nicht wie es in voriger Nummer irrthümlich hießX lno. ), ebenso von Herrn Dr. Fuchs aus Vitkowitz K 30. - (statt K 30<>.—) und von Mad. E. Fonld aus Paris für die Abgebrannten in Neubidschow und Sokol je K 50.- . Wien. (Ein neues Cred itin stitut.) Die Klagen des Kaufmanns- und Gewerbestandes über die schlechten Creditverhältiiisft mehren sich täglich. Das neue „Creditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte", IL, Leopoldsgasse 49 (in den Localitäten des jüdischen Volksvereines), ist seiner ganzen Organisation nach geartet, diese Klagen zum Verstummen zu bringen. Die Männer, die an der Spitze stehen, haben einen solch' klangvollen Namen in der Oeffentlichkeit. daß sie allein sichere Gewähr für strengste Solidität und weitgehendste Coulance bieten. Trotzdem das Institut erst kurze Zeit besteht, entwickelt es sich in überraschend günstiger Weise und rechtfertigt in jeder Hinsicht das in die leitenden Directoren gesetzte Vertrauen. Floridsdorf. (Goldene Hochzeit.) Sonntag den 25. d. feiert Herr Emanuel W o d i ck a mit seiner Gattin Frau Regina, umgeben von Kindern und Enkeln, das Fest der goldenen Hochzeit und am selben Tage auch Beider Gebürte fest, u. z. Herr Emanuel Wodicka seinen 74. und Frau Regina W o d i ck a ihren 66. Geburtstag. Die Kmder des Herrn Wodicka nehmen geachtete Stellungen ein, ein Sohn ist der bekannte Kaufmann Ignaz Wodicka in Floridsdorf, ein Schwiegersohn der gut renommi^te Zahntechniker Hermann Kaufmann, ll, Glockengasse Nr. 10, in dessen Haus die Feier stattfindet. E. B. Ischl. (General-Stabsarzt Dr. Moritz Lion) ist hier am 19. August nach langer Krankheit verschieden. Der Verblichene, am 8. Oktober 1838 in Raab in Ungarn geboren, hat in der militärärztlichen Laufbahn, eine sehr rasche Karriere gemacht. Die Leiche wurde nach Wien überführt, wo dieselbe mit den dem Range eines Generals gebührenden Ehren auf dem Centralfriedhofe, israelitische Abtheilung, bestattet werden wird. E. B. Ischl. (Gedenktafel fürDr. Pollak.) Betreffs der in der Nr. 33 d. Bl. erwähnten abhanden gekommenen Gedenktafel für den verstorbenen Jschler Badearzt Dr. P o l l a k hat der hiesige humane verdienstvolle Bürgermeister Herr W i e s i n g e r angeordnet, daß diese Gedenktafel auf Gemeindenkosten auf demselben Platze wieder errichtet werde. E. B. Ischl. (Todesfall.) Dieser Tage verschied hier Herr Philipp Batscha aus Ung.-Brod gelegentlich eines Besuches bei seinen Töchtern. Der Verschiedene war ein lehr frommer Jude, daher es ein Wunsch seiner Familie war. ihr Oberhaupt auf einem jüdischen Friedhof zu bestatten. Den eifrigen Bemühungen des zur Sommerfrische hier weilenden Herrn Marcus N e u m a n n aus Proßnitz ist es gelungen, die erheblichen Ueberführungskoften nach Wien aufzubringen. Bei dieser Gelegenheit muß darauf hingewiesen werden, daß die Cultusgemeinde Linz, zu welcher Ischl gehört, wohl sehr hohe Taxen bei Sterbefällen einhebt, aber nicht dafür sorgt, dag auch der Ritus bei Bestattung der Todten eingehalten wird. Brünn. Herr Hermann Heller, der Berfaffer d s in den Jahren 1885 bis 1892 veröffentlichten, aus fünf Bänden bestehenden biographischen Lexikons: „Mährens Männer der Gegenwart", gibt jetzt als Seitenstück hierzu das Werk: „Mährens Frauen der Gegenwart" heraus, deffen erster Theil: „Frauen aus dem Hause Habsburg" soeben erschienen ist. Ein Exemplar dieses vaterländischen Werkes wurde der k. u. k. Familien-Fldeicommiß-Bibliothek einverleibt und dem Berfaffer der kaiserliche Dank bekanntgegeben. Proßnitz. Dienstag den 20. August fand nach altehrwürdigem Brauche im Hause Julius Heller, des würdigen Schwiegersohnes des allseits verehrten Bwepräfidenten der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Landesschulrath Dr. Gustav K o h u, die Beschneidung seines ersten Sohnes statt. Die zahlreiche Gesellschaft aus den besten Kreisen unserer Stadt legte für die Beliebtheit und für das Ansehen der Familie ein glänzendes Zeugniß ab. Herr vr. med. Herzfeld aus Wien vollzog mit bekannter Geschicklichkeit den eeremoniellen Act. Ein opulentes koscheres Mahl vereinigte dann die Festgäste. Rabbiner Dr. G o l d s ch m i d t, der zu der Familie Heller in freundschaftlichen Beziehungen steht und, seinen Urlaub unterbrechend, aus der Ferne hieher kam, feierte in einer trefflich angelegten schwungvollen Gelegenheitsrede den Großvater Dr. Gustav K o h n als Bor- und Musterbild des in die Glaubensgenoffenschaft heute aufgenommenen jüngsten Familiengliedes. Bicepräsident Dr. G. Kohn dankte gerührt, erwähnte, daß er hier nur Familienmensch, ganz Großvater sei, und wies in einigen herzlichen Worten auf feinen in Gott ruhenden Vater Daniel hin, nach welchem das Enkelkind genannt wurde, der wirklich ein nach jeder Richtung ausgezeichneter Mensch gewesen und deffen mustergiltigem Beispiele er all das danke, was und wie er ist. Als Familienmensch gedenke er auch der Familie des Dr. Gold sch midt und lade er die Anwesenden ein, auf deffen Familienwohl das Glas zu erheben. Ober Cantor Bunimowitsch recitirte mit feiner mächtigen Stimme die üblichen Wsedeberaods. In gehobener Stimmung schloß dieses in altjüdifcher Weise gefeierte herrliche Familienfest. Oderberg. Baron Nathaniel v. Rothschild hat in munificenter Weise dem israelitischen Bethausvcreine Bahnhof Oderverg außer dem bereits gespendeten Betrag von 1000 K zur Erbauung eines Bethaufes den weiteren namhaften Betrag von 2000 K zur Erwerbung eines Friedhofes gespendet. Amstetten. (Ausruf!) Edle Glaubensgenoffen! Am 9. d. M. brach im Hause eines armen Glaubensgenoffen in St. Leonhard, Bezirk Mank, ein verheerendes Feuer aus. In wenigen Minuten stand das ganze Gebäude in Flammen, in welchem unser unglücklicher Glaubensbruder, der sich und seine Familie vom Hausichandel mühsam ernährte, eine bescheidene Wohnung innehatte. Hab und Gut des ohne sein Verschulden Verunglückten fiel den Flammen zum Opfer, so daß dieser Arme mit feiner vedauernswerthen Familie nunmehr obdachlos dem Elend preisgegeben ist; da er seine geringe Habe nicht versichert hatte, so fehlen ihm selbst die geringsten Subsistenzmittel. Es ergeht daher an unsere opferwilligen Glaubensgenoffen die inständige Bitte, sie mögen dazu ihr Scherflein beitragen, um die bittere Noth der Unglücklichen zu lindern! Jeder Unterstützungsbetrag hilft die Nothlage der Unglücklichen lindern und ihren Muth wieder aufrichten. Der jüdische Wohlthätigkeitsfinn, der sich stets bewährt. wenn es gilt. Unglücklichen beizustehen, wird zuversichtlich auch diesmal den Bemitleidenswerthen feine Theilnahme nicht vorenthalten. Spenden werden in diesem Blatte ausgewiefen. Der Bergelter alles Guten und Edlen wird es tausendfach lohnen! Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Amstetten in Purgstall. Datschitz. Bei der am 11. d. M. stattgefundenen Doppelhochzeit, und zwar Silberne Hochzeit des hiesigen Tempelvorstehers Herrn Leopold Pollak; ferner die deffen Tochter Frl. Bertha mit Herrn Moritz Wetdler aus Wien, wurde von der Tischgesellschaft eine Sammlung für die Abbrändler „Neubidschows" (Böhmen) veranstaltet und der Betrag von 20 Kronen zufammengebracht. Der Betrag wurde an die Admimstration der „ Oesterreichifchen Wochenschrift" eingesendet. Prerau. Hier bildete sich ein Verein jüdischer Mädchen unter dem Namen „Mirjam", der am 11. d. M. sein Gründungsfest im Locale Haas feierte. Die Präsidentin des Vereines Fräulein Emma Furcht eröffaete das Fest mit einer formvollendeten Rede, worauf die Vertreterin der „Hadaffa" Wien, Fräulein Schimmer, für den Zweck des Vereines sprach; weiters folgten noch von den verschiedenen anwesenden Vertretungen auswärtiger Vereine, sowie von der Caffierin des Vereines Fräulein Irma Platze! Toaste. Erwähnenswerth ist noch ein herrlicher Gesangsvortrag von Frau Dr. Tausky. Den Haupterfolg des Feste; bildete eine Dilettanten-Borstellung mit ausgezeichnetem Erfolg'.

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