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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-08-23 · 34 (23.8.1901) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
34 (23.8.1901)
Date
1901-08-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Rr. 34 Dr. Bloch's WochenfchrM Sette 569 hielt eine glänzende Festpredigt, die zur Begeisterung hinriß. Die cantoralen Functionen versah Herr Cantor Laub in ausgezeichneter Weise. Troppau. Wie alljährlich, fand auch heuer anläßlich des Geburtstages ^unseres erhabenen Monarchen am Samstag den 17. d. M., Abends 8 Uhr, in unserem Tempel ein feierlicher Fe st gottesdien st statt, dem die Spitzen unserer Behörden: der k. k. schlesischen Landesregierung, der Finanzdirection, Vertreter des Officierscorps der Infanterie und der Landwehr u. s. w. beiwohnten. Herr Rabbiner Dr. Blüh hielt die Festrede und Herr Obercantor Singermann celebrirte den Gottesdienst mit dem vortrefflichen Tempelchor in gewohnter würdiger Weise. Der Gottesdienst dauerte dreiviertel Stunden und machte auf die Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck. — r. — Kostet. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages fand am 18. d. M. in unserer Synagoge nach dem Morgengebete ein feierlicher Gottesdienst statt. Unser allverehrter Rabbiner Se. Ehrw. Herr A. Weiß hielt bei diesem Anlaffe eine von wahrhaft patriotischem Geiste durchglühte Festrede. Viroviliea (Slavonien). Der 18. August wurde als der Geburtstag unseres geliebten Kaisers und Königs Sr. Majestät Franz Josef I. wie alljährlich auch dieses Jahr von unserer Cultusgemeinde festlich begangen. Punkt 10 Uhr Bormittags, für welche Zeit der patriotische F'stgottesdienst unserer Gemeinde angesagt war, sind die Festgäste, die Officiere des 10. Husarenregiments unter Führung ihres Majors Sr. Hochwohlgeboren Herrn Anton Kys Edler von Konya, die politischen Beamten unter Führung des Bezirksvorstandes Herrn v. Höcker, ferner der Bezirksrichter Dr. Pavisie, der Bürgermeister Mozlovsky und viele andere hervorragende christliche Bürger unseres Ortes wie die fürstlich Schaumburg-Lippe'schen Gutspächter unseres Bezirkes in unserem Gotteshause erschienen, wo ihnen die ersten Sitze angewiesen wurden. Unser Herr Obercantor Simon Trompeter, ein Meister des fynagogalen Gesanges und ein Schüler des berühmten Baruch Schorr, sang das „Mah Towu". Nachdem der Herr Cantor -noch . den 24. Psalm vorgetragen hatte, bestieg Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Kaufmann die Kanzel und hielt unter Zugrundelegung des Psalmverses: „Der Ewige ist nahe Allen, die ihn anrufen, die ihn mit Ernst anrufen", eine in claffisch-deutschem Style gehaltene Festrede. Herr Rittmeister Kun, äußerte sich beim Berlaffen des Gotteshauses, daß er sich unendlich freue, wenn er Gelegenheit hat, den Predigten des Herrn Rabbiners beizuwohnen, die einen wahren Genuß bieten. Das Officierscorps gab dann ein Festdiner, zu welchem es unseren geehrten Herrn Rabbiner geladen hat, der auch erschienen ist. Bukovar. Der in unserem Tempel anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages abgehaltene Gottesdienst war ein „Kiddusa Hassern“. Die vielen Hunderte der nichtjüdischen Gäste, welche unseren hellerlenchteten und festlich geschmückten Tempel in allen Räumen füllten, auch die Vorhalle war überfüllt, waren T voll des Lobes über den Gottesdienst, dessen gesanglichen Theil . / Obercantor Schwarz mit dem verstärkten gemischten vierstimmigen Chore in erhebender Weise besorgte. Die schwungvolle croatische Festrede des Oberrabbiners Dr. Diamant machte auf das große Auditorium liefen Eindruck. Außer den autonomen und gemeinsamen Aemtern, Behörden, Schulen. Vereinen wohnten der Feier zahlreiche angesehene Bürger bei. Ein beredtes Zeugniß für das vorzügliche Einvernehmen, das bei uns zwischen den verschiedenen Confeffionen herrscht. Sambor. Am 18. d. M. fand hier anläßlich des Kaisers Geburtstages ein Festgottesdienst statt. Ueber Einladung des Vorstandes hielt der hier zu Besuch weilende Rabbiner Doctor Rosenzweig aus Kojetein eine patriotische Rede, die das nach mehreren Hunderten zählende Publicum förmlich enthusiasmirte. Der Redner wurde von allen Seiten beglückwünscht und vom Vorstände.durch ein schönes Geschenk geehrt. Belgrad, am 16. August 1901. Gestern am 15. d. M. fand hier anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät des Königs Alexander ein Festgottesdienst im Tempel der deutsch-israelitischen Gemeinde statt, welcher sehr glänzend ausfiel und einen sehr guten Eindruck zurückließ. \) Fünf Ministerien waren durch die ersten Sectionschefs in Abwesenheit der Minister vertreten; Obercantor Josef Sagher trug den „Ma-Town* von Jeiteles in Begleitung eines gut geschulten Gesangsvereines und Orgel in herrlicher Weise vor, nach welchem er den Psalm 21 und Thora-Umzug in vorzüglichster Weise vortrug. Nach Verrichtung des Gebetes für Se. Majestät und Ihre Majestät sang der Chor eine serbische Hymne. Nach Vollendung des Gottesdienstes, ging der Präses auf Obercantor Sagher zu und dankte ihm öffentlich für die schöne Abhaltung des Gottesdienstes, welcher den hiesigen Juden nur zur Ehre gereicht. Ein Besuch im Franz Josef-Ferienheim zu Tischnowitz. Brünn, 14. August 190t. Wenn man so häufig von dahinbrausenden und dahersausenden Blitz-, Courier- und Eilzügen liest, welche eine erschreckliche Zahl von Kilometern in der Stunde zurücklegen, so denke man dabei nur nicht an die Brünn-Tischnowitzer Bahn. Mit einer in unserer Zeit der Nervosität und des Hastens und Jagendoppelt erstaunlichen, an den Schneckengang der alten Postkutschen — seligen Angedenkens — mahnenden Ruhe und Langsamkeit wandeln die Züge auf dieser Strecke dahin. Da auch das Publicum, welches hier verkehrt, kein solches ist, mit dem man tiefsinnige Gespräche halten könnte über Crispi's Tod, den Stahlarbeiterstrike, den nicht endenwollenden Krieg in Südafrika oder den Ausgleich zwischen Deutschen und Czechen und ähnliche intereffante Tagesereignisse, so hat man Zeit genug, sich an der lieblichen Landschaft zu ergötzen, die man hier durchfährt. Hügel und Wälder, rieselnde Bäche, weidende Gänse und friedliche Arbeiter auf den gesegneten Feldern erinnern uns daran, daß es doch ein Glück auf Erden gibt, das weder der Bankenkrach in Deutschland, noch der Stadlrath von Prag, noch die ewigen Kämpfe in unserem lieben Judenthum vergällen können, das ist die Freude an der ewig jungen Natur. Und so lachen denn die glühend heiße Sonne des alten Homer und der tiefblaue Himmel hernieder auch auf die Ortschaften, welche schon durch ihre Namen zeigen, daß wir durch eine czechische Gegend reisen. Rzeckowitz, Jechnitz. Drasow, Kurim — verschämt deutsch auch Gurein genannt — Hradöau und endlich das hügelumkrönte Tischnowitz, am Fuße der Koötuica, sie alle beherbergen eine Bevölkerung, welche es kaum ahnen läßt, daß in unmittelbarer Nähe die deutsche Landeshauptstadt Brünn liegt. Aber, schon wieder Politik mit ihrem garstigen Liede innerhalb des holden Friedens der Natur!, Und wahrlich, die Natur hat diese Gegend mit eigenthümlichen Reizen bedacht. Keine himmelanstrebenden Berge, keine Seen und schneebedeckten Gipfel, keine Eisfelder und brausenden Gebirgsbäche, dafür sanft aufsteigende Hügel und wonnige, schattige Wälder, und Felder, deren Geruch an den Segen mahnt, den ihnen die Allgüte gespendet. Eine Landschaft ist's, die in ihrem holden Reize den Frieden suchenden Menschen gewiß gefangen nehmen wird. — Auf dem Bahnhofe Tischnowitz, verzeihet das stolze Wort, bestürmen uns allerlei Wagenlenker mit der Frage, ob wir nach Lomnitz fahren wollen. Aber warunr nach Lomnitz schweifen, wenn das Gute in Tischnowitz so nahe liegt. Eine „heilige Gemeinde" wie Lomnitz ist Tischnowitz allerdings nicht; aber ein liebliches Städtchen ist es doch, in dem es fich froh weilen läßt in dieser heißen Sommerszeit. Ein lieber Bekannter, der hier die unvermeidliche Waffercur durchmacht in einem der nun allüberall wie Pilze aufschießenden Sanatorien, beruhigt uns mit der tröstlichen Auskunft, man bekäme in Tischnowitz auch „koscheres Fleisch". Nun magst Du, lieb' Judenthum, ruhig sein. Du bist hier nicht ganz zum Vegetarianismus verdammt. Doch, wenn wir noch länger so plauschen, so kommen wir gar nicht zu unserem „Ferienheim", wo. wie wir soeben vernahmen, gerade 87 Stärkung bedürftige Kinder, die Meisten aus der hitzedurchglühten Reichshauptstadt Wien, anlangten. Schnell geht es über liebliche Feldweae, vorüber an einer Leder- und Papierfabrik — welch' ominöses Zusammentreffen — nach der Ortschaft „Vorkloster". Die Menschen, denen wir auf unserem Wege begegnen, erkennen uns als Fremdlinge, als Gäste, vielleicht schauen sie uns deshalb mit solch' fremdartigem, fast hätte ich gesagt, feindseligem. oder bezeichnen wir es besser und genauer, scheuem Bücke an, dem übrigens gewöhnlich ein schüchterner Gruß folgt. Schlecht scheint hier das Volk nicht zu sein, aber Zeitungen und die lieben Nebenmenschen haben wohl das Ihre dazu gethan, um diese einfachen Menschenherzen zu krümmen. Da ertappen wir uns wieder bei der leidigen Politik, und doch stehen wir schon vor dem sich weit ausdehnenden Parke, in desftn Mitte die herrliche Villa prangt, welche dazu bestimmt ist, für einige Wochen blaffen, bleichen, mageren Kindergestalten als „Heim" zu dienen, ihnen für kurze Zeit das zu gönnen, was ihre glücklicheren Schicksalsgenossen das ganze Jahr hindurch haben, Luft uno Licht, gute Nahrung und eine bequeme Wohnstätte, und, was wohl, wenn auch an letzter Stelle erwähnt, doch das Wichtigste ist, ihnen au

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