Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 27 (5.7.1901)
- Date
- 1901-07-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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e#te466 Dr. Bloch's Mochenfttzrrfi. Nr. 27 zösischen Weinen aufuehmen zu können, doch hat sich diese Hoffnung leider nicht bestätigt. Trotz aller Verbesserungen und Unterstützungen gelang es nicht, die Weincultur zu heben und Fachleute sprechen den Erzeugnissen derselben eine größere Zukunft ab. Die besseren Weine werden en gros fast gar nicht und su detail sehr wenig verkauft, können daher nicht in Betracht kommen. Die billigeren Sorten wieder leiden unter der Ueberproduction, welche immer noch anzuwachsen droht. Die bisherige jährliche Production von 35.000 Hektolitern droht durch die neu fertiggestellten Weingärten noch verdoppelt zu werden. Dabei ist der Absatz klein, die Preise schlecht. Bis Hamburg kostet ein Hektoliter Wein 36 Francs und wird um 30 Francs verkauft. Zählt man die Ausgaben von 10—12 Francs per Hektoliter dazu, so resultirt ein Verlust von 16—18 Francs bei jedem Hektoliter. Der Preis der Weintrauben einfacher Sorte beträgt 15 Francs per Kantor. Bon einem Dunam beträgt die Ernte gewöhnlich r Kantor, also ist der Werth derselben 30 Francs, wobei noch für Bearbeitung 20 Francs zugezählt werden müffen. Da nun ein Weingarten aus 50—LO Dunam besteht, so stellen sich die jährlichen Einkünfte aus 500—600 Francs, wovon nach Abzug von Steuern und Gemeindeumlagen für den Colonisten fast nichts zurückbleibt. Zwar ist die Lage etwas bester geworden, seit die Jka 20 Francs für die einfachere und 40 Francs für die bessere Sorte zu zahlen beschloffen hat, doch ist dies kein natürliches Mittel, da die Traubenpreise von den Weinpreisen abhängig sind. Die Lage der Ackerbauer ist ebenfalls eine ungünstige. Bor Allem rst zu wenig Boden da, und die Familien vermehren sich. Ferner haben die Bauern als Culturmenschen größere Bedürfnisse als die Araber, haben aber trotzdem die veraltete Ackerbaumethode derselben beibehalten. Um ihnen zu helfen, müßte also einerseits neuer Boden angekaust werden, was jetzt sehr schwer ist, anderseits müßten die Colonisten selbst ihre Bedürfnisse einschränken und ihre Methode verbessern. Indem Achad haam dieses Bild durch weitere ähnliche Angaben ergänzt und erweitert, kommt er zu dem Resume, daß trotz der großen Ausgaben keine einzige Colonie gut fituirt sei und das Alles von Frischem begonnen werden müsse, aber nicht nach der bisherigen Methode der Wohlthat und des Almosens. Am zweckmäßigsten wäre es, wenn Capitalisten auf eigene Kosten sich ansiedeln und die Colonisation fortsetzen würden. Aber auch dann sei eine strenge Organisation nöthig, um die vielen Hinderniste beseitigen zu können. Eine Familie muß wenigstens 25.000 Francs besitzen und jede Colonie aus wenigstens 50 Familien bestehen, da die Gemeindelasten sehr bedeutend sind. Allerdings gibt Achad haam zu, daß, wenn einmal mehrere Colonien auf diese Art entstanden wären, daß dann die Colonisation auch mit kleineren Summen möglich sein werde. Zu diesem Resumä fügt Herr Sußmanm noch einige Worte hinzu: Die Colonisten müßten alles zur eigenen Ernährung Erforderliche selbst produciren, und zwar soweit als möglich ohne die Hilfe der Araber. „Was hat bisher die Colonisation ergeben?" fragt schließlich Herr Sußmann und er antwortet: „Auf ökonomischem Gebiete hat sie trotz der vielen Millionen bisher noch sehr wenig ergeben, da wir noch keine einzige gutsituirte Colonie haben. Das Land selbst und die Araber hatten sehr viel Nutzen davon, wir Juden sehr wenig. Die tzielen Eealyptusbäume und die anderen Versuche, welche Millionen^verschlangen, waren von nicht zu unterschätzendem Werthe für das Land. Die Araber haben ihre Lage verbeffert, wir selber aber haben kleine Bortheile, die auch ohne die vielen Millionen zu erreichen gewesen wären. Le liseur. (Korrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Cuttusvorstandes vom 27. Juni 1901 unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn kaiserl. Rathes Klinger. Beginn der Sitzung um 5 Uhr Nachmittags. Eingelaufen ist eine Spende des Herrn Arnold Winkler anläßlich seiner Vermählung per 300 Kronen, und zwar: je 100 Kronen für die Ausspeisung arnler Schulkinder in der Brigittenau, für das Altersversorgungs- und das Siechenhaus. Im Präsidialberichte bringt der Präsident zur Kenntniß, daß eine. aus Herrn Gottlieb Bettelheim, Obmann des Vethausvereines „Chewra Beth-Hatfilah“ im IX. Bezirke, Herrn Moritz F e l s e n b u r g, Vorstand des Tempel- und Schulvereines VI. Stumpergasse, und Jacob S. Straßberg. Vorstand des Tempelvereines im X. Bezirk, bestehende Deputation bei ihm vorgesprochen und die nachfolgende, von der Mehrzahl der Wiener Bethausvereine Unterzeichnete Resolution mit dem Ersuchen überreicht habe, dieselbe zur Kenntniß des Gesammtvorstandes zu bringen. . „Die gefertigten Tempelvereine begrüßen mit lebhafter Genugthuung die Errichtung der Cultus-Bezirks-Commissionen als eine dringendst nothwendige Aus gestaltung unserer Gemeindeorganisation. Sie sehen in diesen Bezirksvertretungen ein kräftiges Bindeglied zwischen Gemeindeangehörigen und Vorstand, ein wirksames Mittel, um das Solidaritätsgefühl in den hiesigen Glaubensgenoffen zu wecken und zu kräftigen. Sie fühlen sich jedoch verpflichtet, der Erwartung Ausdruck zu geben, daß der Vorstand den Bezirksvertretüngen einen Wirkungskreis einräumen wird, in welchem auch die in ihren Bezirken angesehenen und Einfluß besitzenden Persönlichkeiten Befriedigung ihres Wunsches, sich gemeinnützig zu bethätigen, finden werden, weil nur durch den steten Verkehr geistig oder gesellschaftlich hervorragender Führer mit den Gemeindeangehörigen der Gemeinsinn gehoben und der immer mehr überhandnehmenden Abfallbewegung entgegengewirkt werden kann. Selbstverständlich erwarten die Gefertigten auch in der Art der Zusammensetzung der Bezirkscollegien eine Bürgschaft für ein einträchtiges Zusammenwirken derselben mit den in den Bezirken bestehenden Tempelvereinen und sonstigen gemeinnützigen Anstalten." Der Vorstand des israelitischen Bethausvereines Chewra Beth-Hatfilah, Schönlatern-Bethausverein, Tempelverein Fugbachgasse, Bethausverein 111., Erdbergstraße, der Vorstand des israelitischen Tempel- und Schulvereins, V!., Stumpergasse, Verein Beth-Jsrael, Verein Naohsihe üaddass, BetHausverei Livias Chen, Tempelverein für den VI. und VH. Bezirk, de" Vorstand des israelitischen Tempelvereines im X. Bezirke, Bethausverein Brigittenau, Tempelverein für den IV. und V. Bezirk - Tempelverein für den XIX. Bezirk. 7Der Präsident bemerkt, daß er mit den Mitgliedern der Deputation eine eingehende Rücksprache gehalten und denselben eröffnet hat, daß der Vorstand unzweifelhaft im Herbste sich mit der in Rede stehenden Angelegenheit in gründlichster Weise beschäftigen werde. Eine Ueberweisung des zu verfassenden Elaborates, betreffend die Geschäftsordnung für die Bezirkscommissionen, etwa zur Begutachtung derselben an die einzelnen Bethausvereine müßte wohl als zu weitgehend bezeichnet werden und könnte bei der Verschiedenartigkeit und Mannigfaltigkeit der Wünsche kaum zur Durchführung gelangen, insbesondere im Hinblicke aus den Umstand, daß ja auch für solche Bezirke Commiffionen gebildet werden sollen, deren Tempel Eigenthum der Cultusgemeinde sind und in der Verwaltung der letzteren stehen. Anderseits glaube er versichern zu können, daß Anregungen und specielle Wünsche, wenn sie rechtzeitig dem Vorstande schriftlich mitgetheilt werden, gründlich geprüft werden und nach Möglichkeit Beachtung finden sollen, womit sich die Mitglieder der Deputation einverstanden erklärt haben. Die Versammlung nimmt den Bericht zustimmend zur Kenntniß. Uebergehend zu der auf der Tagesordnung befindlichen Angelegenheit, betreffend unaufschiebbare Herstellungen im Spitale, bemerkt der Präsident, daß er Herrn Regierungsrath Profeffor Dr. O s e r ersucht habe, bei der Berathung als Experte anwesend zu sein, welchem Ansuchen Herr Professor Oser nachgekommen ist. Vertreter Baurath Stiaßny erläutert in eingehendem Referate die Nothwendigkeit jener baulichen Arbeiten im israelitischen Spitale, welche einerseits infolge Erweiterung desselben durch Zubau eines chirurgischen und gynäkologischen Pavillons bedingt find, anderseits erforderlich erscheinen, um die Einrichtungen des alten yiit jenen des neuen Spitales gleichwerthig zu machen. Hiezu gehören die vom Vorstande bereits im Vorjahre auf Grund des Sectionsberichtes eingehend berathene und im Princip beschlossene Herstellung einer Centralheizung für sämmtliche Krankenzimmer, Corridore, Stiegenhäuser, Closets und Badezimmer und im Zusammenhänge damit Ergänzungen an den Lüftungsvorrichtungen, ferner die Umgestaltung der Warmwasteraulage, der Nutzwafferleitung, endlich Ersatz der bisherigen Dampfküche durch eine neuanzulegende Gasküche; des Weiteren die Herstellung von Personen- und Lasten aufzügen und der Ersatz