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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-06-28 · 26 (28.6.1901) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
26 (28.6.1901)
Date
1901-06-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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ScVt 4M Vr. Vloch's Wochenschrift. Nr. LS componirte meisterhafte W-Lebeberaeb wirkungsvoll vorgetragen. Anwesend waren Cultusvorsteher Bice-Präfident Dr. Gustav Kohn, AmtSvorsteh-r Wiener, Amtsleiter Horwitz, Herr Vr. med. Herzfeld, Rabbiner Dr. Armin Abeles, Obercantor Bauer, Herr Torczyner u. A. Zu erwähnen wären noch unter den Wiener Begrüßungen die deS Oberrabbiners Dr. Güdemann, Abgeordneten H. Rudolf Aufpitz, Baurath Th. v. Goldfchmidt, Architekt Max Fleischer, Obercantor Singer, „Oesterreichische Wochenschrift", Schriftsteller Eman. Baumgarten, Obercantor Schorr, Prof. Dr. Ad. Weiß, B. Kanitz. Dr. Emil Adler, Director Heller, S. Heit, Frau Paula Wechsberg und chre Brüder Max und Georg Jellinek (Letzterer Professor in Heidelberg), Dr. Herzfeld, Prof. Jerusalem, G. Engelsmann, Prof. Dr. H. Pollak, Prof. Hubert v. Schey, H. Lerttmann (Schwiegersohn des sel. Rabbiner Fleißig) in geistvoller Faffung. eine Dame, Namens Rosa Kraus sandte ein finniges Gedicht, Cultusvorsteher Salo Cohn, Clavierfabrikant Cohn, Postofficial Kerner, M. Weißmann Literat, Realitätenbefitzer Kramrisch, Familie Zobel, S. Kühner, Bürgerschullehrer Weber, Religionslehrer Antscherl, Dr. Fuhrmann, Dr. Thaler, von der Verbindung „Kadimah" u. A. Bon auswärts Dr. Ziegler (Earlsbad), Gottein (Kopenhagen), Dr. Nathan Grün (Prag), Buchhändler Herzog (Krakau), Dr. Goldberger, Religionslehrer (Ofen), Abr. Epstein (dz. Carlsbad), Dr. Biach (Brüx), Doetor Brüll (Frankfurt am Main), Doctor Kapralik (Tobitschau), Doctor Marge! (Przemysl), Doetor Klein (Groß-Becskerek), vom Herausgeber des bibliographischen Werkes Jerusalem, Doctor Rosenman« (Floridsdorf), Doctor Cahan (Znaim). Zum Schlüsse sei der Festabend im Restaurant Khuner in Kürze skizzirt. Gegen 9 Uhr Abends erschien der Jubilar, geführt von seinen Schülern, begleitet von den Familienluitgliedern. Dr. Hahn, Obmann des jüdisch - theologischen Vereines begrüßte die Gäste, den einzelnen Capaeitäten und Verbindungen für die dem Vertreter und Verbreiter der Thora erwiesene Ehre dankend. Die schwungvolle Festrede hielt cand. Dr. Brett, den Jubilar als Freund und Führer der Jugend zum Lichte und wahren Leben schildernd; cand. Mehrer hielt die hebräische Festrede, höchst gedankenreich und gediegen vorgetragen. Auch die Ansprache deS Dr. Margulies wurde wegen des sinnigen Inhaltelebhaft acclamirt. Es folgte eine lange Reihe von Reden, so von Rector D. S ch w a r z, Rabbiner D. Löw y, der an die Hochzeit deS jugendlichen Jubelgreises und seine erste Wirkungszett in der Residenz erinnerte. Rabbiner W. S o r (Währing) wußte trotz der vorgerückten Stunde die Anwesenden zu fesseln; es sprachen noch Cultusvorstand Gewitsch, D. Münz in Versen und noch ein stimmungsvolles Gedicht des Rabb. Dr. Jonathan Wolf wurde verlesen. Obercantor Guttmann trug Psalm III in Begeisterung erweckender Weise vor, ebenso beifällig wurde der von Obercantor Schorr verfaßte und herrlich gesungene Mi- Scheberaeh ausgenommen. Gegen Mitternacht war das schöne Fest zu Ende, doch blieb die jüngere Generation noch lange beisammen. Bon den beim Feste Anwesenden seien noch genannt: Landesschulrath Dr. Gust. Kohn. Docent Dr. Grünfeld, kaiserl. Rath Dr. S. Kohn, Jnspector Kanitz — der auch am Freitag für die Deputation der Religionslehrer als Sprecher fungirte — Literat M. Weißmann, Schuldirektor Böhm, viele akad. Verbindungen, Vertreterinnen des Mädchenvereins „Hadassab“, Religionsprof. Kollek, Rabb. Dr. Rosenzweig, Dr. Rabbinowitsch, Bergmann, Dr. Rubin und viele Andere. Das Kaiser Franz Josef-Ferienheim. Mr Sonntag den 16. d. M. war, wie bereits gemeldet, die officielle und feierliche Einweihung des vom Wiener Vereine „Ferienheim" aus Anlaß des 50jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers in Tischnowitz (Mähren) errichteten „Kaiser Franz Josef-Ferienheim" festgesetzt. Die Erkrankung eines Schützlings der gegenwärtig aus 107, meist reconvalescenten Kindern bestehenden Colonie veranlaßte die an Ort und Stelle weilenden Vorstandsmitglieder, die officielle Feier telegraphisch abzusagen. Es lag die Befürchtung nahe, daß durch das Zusammenströmen vieler Gäste der Krankheitsfall — es handelte sich um eine Schafblattern-Erkrankung — nicht vereinzelt bleiben werde, und so wurde denn aus der officiellen eine intime, vom Vorstände im Kreise der Schützlinge abgehaltene Feier. — ES war aber ein wahrhaft schönes, würdiges und tief zu Herzen gehendes Fest. Das Gebäude prangte schon in herrlichem Festschmucke. Im Festsaale, der in einen Blumenhain verwandelt war, versammelten sich sämmtliche Colonisten mit dem Personale und die Mitglieder des Vorstandes. In einer schwungvollen Ansprache setzte die Präsidentin des Vereines Frau Sofie Grünfeld den Kindern den Zweck der Feier und den Anlaß der Errichtung dieses Heimes auseinander. Sie appellirte an die Kleinen, die hier gleichsam eine Familie bilden, dereinst, wenn sie erwachsen seien, an ihre leidenden Nebenmenschen nicht zu vergessen und auch dereinst bemüht zu sein, überall, wo es in ihren Kräften steht, Gutes zu üben. Die Präsidentin wies schließlich darauf hin, daß dieses Haus der Gnade Sr. Majestät des Kaisers, des Schutz- und Schirmherrn alles Guten und Edlen, den Namen „Kaiser Franz Josef-Ferienheim" zu führen, danke. Sie forderte die Anwesenden auf. mit einzustimmen in den Ruf: „Se. Majestät Kaiser Franz Josef lebe hoch, hoch, hoch." Begeistert und wie aus einem Munde brachten die Kleinen ihre Kaiserhuldigung dar. Eine Colonistin sprach nun ein Gelegenheitsgedicht, in welchem dem Verein inniger Dank gesagt wird. Als nun ein Schützling der Colonie ein Kaisergedicht vorzüglich deelamirte und als all' die kleinen Kehlen die Bolkshymne erklingen ließen, da war der Anblick, der sich den Erwachsenen bot, ein wahrhaft rührender, ein herzerfreuender. Ein festliches Mahl, das den Colonisten geboten wurde, bildete den Abschluß der Feier. Beschreibung des „Kaiser Franz Josef-Ferienheim" in TischnoWitz. Der Markt Tlschnowitz, in welchem das neue, eigene Heim sich befindet, liegt in einem langgestreckten Thale, in welchem die Schwarzawa, ein kleiner Fluß, ihren Lauf nimmt. Sanft aufsteigende, bewaldete und bebaute Hügel geben der Umgebung des Marktes einen anmuthigen und lebhaften Charakter und bieten ein abwechslungsreiches Bild ländlicher Ueppigkeit. Einige Minuten von der Bahnstation Tischnowitz entfernt, liegt das „Kaiser Franz Josef-Ferienheim", bestehend aus einem großen schattigen Park und einem auf einer Anhöhe im rückwärtigen Theile desselben gelegenen stattlichen Hause, das Ganze von einer hohen Steinmauer umrahmt. Der Eingang in den Park von der Dorfstraße aus führt durch ein großes sckmiedeisernes Thor. Auf wohlgepflegten, sanft sich erhebenden Gehwegen, die in Krümmungen verlaufen, paffirt man eine Reihe schattiger Plätze malerisch vertheilter Baumgruppen und Wiesenflächen und gelangt in das auf einem großen Plateau befindliche, stattliche, einen Stocka-hohe Gebäude, dessen Hauptftont gegen den Markt hin gerichtet ist. Der Haupteingang erfolgt von der rückwärtigen Seite von einem umfangreichen Vestibüle aus, von welchem man in di« ebenerdigen Räume und mittelst breiter, bequemer Stufen in den ersten Stock gelangt. Schlaf-, Speise- und Spielzimmer, Wasch-, Putz- und Baderäume, Küche, Spiel- und Speisekammern, Dienerzimmer rc. finden sich hier vor und bezeugen, daß für alle Anforderungen einer Feriencolome vortrefflich vorgesorgt ist. Die Zimmer und Säle sind von stattlicher Höhe, mit großen Fenstern, parquettirten Böden, großen Doppelthüren und mächtigen Oefen versehen. Vom ersten Stock ist eine herrliche Fernsicht im Park und auf Felder, rückwärts aus den nahen Wald, hinter dem Hause ein reicher Obstgarten, zwei mächtige Glashäuser und andere Objecte. Außerdem grenzt an den Park ein Gemüsegarten und eine Baumschule von ansehnlicher Ausdehnung und künstlerischer Anlage, Alles in tadellosem Zustande. Diese Baumschule und die Bearbeitung der Gemüsebeete dienen zu agronomischen Lehrzwecken für die Schützlinge des Heimes. Auf schriftlichem Wege sind dem Vereine zahlreiche Kundgebungen der Sympathie und Anerkennung zugekommen. Ihr Fernbleiben hatten entschuldigt: Minister für Cultus und Unterricht Dr. Härtel in einem herzlichen Schreiben an die Präsidentin, in welchem Se. Excellenz den Verein zu seinen Erfolgen beglückwünscht; Statthalter von Niederösterreich Graf K i e l m a n s e g g, Statthalter von Mähren Graf Z i e r o t i n u. v. A. In einem sehr schmeichelhaften Schreiben beglückwünschte der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Wien den Verein „Ferienheim". In dem Schreiben heißt es unter Anderem: „Mit inniger Befriedigung kann die Vereinsleitung auf ihre 10jährige Thätigkeit zurückblicken. Ihr segensreiches Wirken gilt dem kostbarsten Gute armer Eltern, den Kindern, der zarten Jugend, welche durch die Fürsorge des Vereines Gesundung und Kräftigung und damit die Grundlagen für ihre Zukunft finden u. s. w. Der Verein „Ferienhort für bedürftige Gymnasial- und Real- . schüler", dessen Präsident bekanntlich Unterrichtsminister Doctor Ritter von Hartl ist, übermittelt „die herzlichsten Glückwünsche zu den großartigen Erfolgen des eminent humanitären Wirkens".

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