Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 26 (28.6.1901)
- Date
- 1901-06-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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8rr. L6 Dr» Bloch's Wochenfchrifl« Seite 439 Geld und Naturalien (Handbetheilungen) bestehen, wird vom 15. October 1901 ab an die Ärmenanstalt der israelitischen Cultusgemeinde in Wien übertragen. n. Demgemäß wird der von dem Cultusvorstande für diesen Zweig der Armenpflege im Jahresbudget votirte Betrag der Armenanstalt überwiesen. Für das laufende Jahr erfolgt die Ueberweisung des in dem Voranschläge pro 1901, Capitel XVIII. 1. A. ä. prä'iminirten Betrages vom Zeitpunkte der Uebernahme der in Absatz I. bezeichneten Agenden ab pro rata, tewporis. Dem Cultusvorstande steht das Recht zu, durch seine hierzu designirten Organe jederzeit in alle Bücher und Schriften der Ärmenanstalt Einsicht zu nehmen. III. Der Armenanstalt sind zweckentsprechende Amtslocalitäten im Gemeindehause zuzuweisen. IV. Der Vorstand der Armenanstalt hat aus 8 Mitgliedern zu bestehen, welche von dem Cultusvorstande über Vorschlag des Vorstandes der Armenanstalt jeweils für die Dauer von 3 Jahren ernannt werden. Im Falle des Ausscheidens eines Mitgliedes vor Ablauf seiner Functionsdauer ist für den Rest derselben von dem Cultusvorstande ein Ersatzmann über Vorschlag des Vorstandes 'der Armenanstalt zu ernennen. V. Im Falle und für die Dauer der Vereinigung der im Absatz I. bezeichneten Agenden des Armenamtes mit jenen der Armenanstalt entsendet der Cultusvorstand überdies vier seiner Mitglieder als Delegirte mit dreijähriger Functionsdauer in den Vorstand der Armenanstalt, welche gleiche Rechte mit den übrigen Mitgliedern des Vorstandes der Armenanstalt befitzen. Im Falle des Ausscheidens eines dieser Delegirten vor Ablauf seiner Functionsdauer entsendet für den Rest derselben der Cultusvorstand einen Ersatzmann. VI. Von dem Zeitpunkte des Ueberqanges der im Absatz I. bezeichneten Agenden an die Armenanstalt ab hat eine Aenderung in dem Titel der dermalen unter der Bezeichnung „Armenamt" fungirenden Amtsstelle einzutreten. Herr Dr. Steiner und Herr Baurath von Goldschmidt treten in längeren Ausführungen den Anträgen, entgegen und heben die ersprießlichen Leistungen des Armenamtes hervor. Ersterer bi antragt für den Fall der Annahme der Com ts- Anträge nachfolgenden Zusatzantrag: die factifche Uebertragung der Handbeth^ilungen an die Armenanstalt ist an die Vorbedingung geknüpft, daß ein Reorganisationsplan der Armenanstalt dem Cultusvorstande vorgelegt und von demselben genehmigt werde. Herr Vicepräsideut Dr. K o h n beantragt, daß in Absatz 1). welcher die Übertragung der Handbetheilungen festsetzt, die Worte „bis auf Weiteres" eingeschaltet werden. An der Debatte betheiligen sich weiters die Herren Salo Cohn und Leopold von Lieben. Nach Ablehnung des Gegenantrages des Herrn Dr. Steiner werden die Anträge des Comites mit dem Zusatzantrage des Herrn Vicepräsioenten Dr. Kohn angenommen. Schluß der Sitzung 10 Uhr Abends. (Druckfehlerberichtigung.) In dem Bericht über die Sitzung des CuttusVorstandes.vom 11. Juni 1901 hat sich in Nr. 25, Seite 425, erste Spalte, 7. Zeile von oben, ein Druckfehler eingeschlichen. Es heißt dort: „daß der Vorstand nunmehr in die Lage versetzt ist ... . Angelegenheiten seines Wirkungskreises .... zur unentgeltlichen Erledigung zu übertragen", während es richtig zu lauten hat:.zur endgiltigen Erledigung zu übertragen". Denn vom Cultusvorstande werden alle Agenden der Cultusgemeinde selbstverständlich unentgeltlich versehen. Wien. Die 70. Geburtstagsfeier des Lector Friedmann fand am 5. Thamus statt unter zahlreicher Betheiligung der Freunde und Verehrer des Gelehrten im In- und Auslande. Den Reigen der Begrüßungen eröffnete der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde üüter Führung des Herrn Landesschulrathes Dr. Gustav Kohn und Bezirksschulrathes Dr. M. Spitzer, die „dem Meister jüdischer Wissenschaft" eineAdreffe und ansehnliche Ehrengaben überreichten. Ferner folgte eine prachtvolle Adreffe vom Euratorium der jüdisch--theologischen Lehranstalt, deren Obmann Herr Moriz Karpeles überdies dem Jubilar von Ischl aus begrüßte. Der Lehrkörper der jüdisch - theologischen Lehranstalt gratulirte persönlich und Frau Rector Risa Schwarz übersandte eine hübsche Mappe, mit eigenhändiger Malerei verziert. Der Verein der Hörer der Anstalt überreichte durch den Obmann Dr. Huß ein Ehrenmitglieds-Diplom in claffischem Hebräisch, verfaßt von tbeol. cand. Aptowitzer, kunstvoll ausgeführt von I. Kunstadt, von Seite der „Oesterreichisch - Israelitischen Union" wurde der „Leuchte jüdischer Wissenschaft" eine Gratulations-Adresse übermittelt. — Die Borstehung des Vereines Bert* - Hamidraseh, unter Führung des ehrwürdigen Herrn Rabbiners Dr. Schmied!, brachte Adreffe und Ehrengabe. Ehrengaben folgten noch von Herrn Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Schneeberger. Religionslehrer N. Vogel, Edm. Mayer u. A. — Adressen übersandten weiters der „Verein zur Hebung der Gewerbe" und die „Gesellschaft zur Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums", die Leitung der Budapester Landesrabbiner-Schule. R-ctor Professor Bloch, gratulirte überdies telegraphisch und Professor Bacher war beim Festgottesdienste am Samstag erschienen. Es kam eine Begrüßung vom „Hedreiv Univ. College" in Cincinnati, (Professor Dr. Gotthold Deutsch gratulirte außerdem in hebräischer Sprache). Ebenso aus Cambridge kam dem „Altmeister der Midraschforschung" eine herzliche Beglückwünschung zu. Die Gemeinde Mähr. - Weißkirchen ernannte H errn Lector Friedmann zum Ehrenbürger und sandte das Diplom, die dortige Chewra- Kadischa und Canlor Drachmann schickten Telegramme. Außer der corporativen Begrüßung seitens des Breslauer Seminars kamen Zuschriften von den Herren Dr. Braun und Levy; Chief-Rabbi D. Adler und Dr. Landau und H. Madenbens (London) sandten hebräische Gratulationen. Bon Berlin sandten Dr. M a y b a u m, Dr. Karpeles, Dr. Ungerleider (zur Zeit in Auffee), Geheimrath Dr. Lazarus (derzeit in Meran), aus Lemberg der Gelehrte S. B u b e r sinnige Wünsche. Aus Budapest kam briefliche Ehrung von H. Dr. Kayserling. Rabbiner Pollak; Schriftsteller D. H. Spitzer beglückwünscht den hochverdienten Lehrer in Israel, den altbewährten Großmeister der Haggada, defs-n Stab unzählige Knospen angesetzt, prächtige Blüthen getrieben und die herrlichste» Früchte gereift. Die Herren Dr. O P p e n h e im aus Brünn und Olmütz sandten Briefe und Telegramme. Der greise Lector Weiß und Deean Prof. Dr. D. H. M ü l l e r beglückwünschten den Jubilar persönlich. Aus Brooklyn sandte Herr G. S. Leibowitsch ein elegant ausgestatteles Werk (in 2. Auflage erschienen in New-Aork) über Leon Modina. Dieses Prachtwerk, wie auch die von Rector Schwarz herausgegebene Toffefta zum Tractat Ciulim find dem Jubilar zugeeignet. Aus Cambridge kamen noch telegraphische Begrüßungen von Prof. S ch e ch t e r und H. Ascher, von der „Bnai-Berith". Bon den ehemaligen Schülern des Herrn Lectors fanden sich persönlich beim Feste am Montag ein: Dr. Bergmann (Friedet) und Rosenzweig (Kojetein) sammt Frau Gemalin, ebenso der Schwiegersohn D''. Rabbinowitsch (Weißkirchen) und Frau. Andere Schüler begrüßten den Gefeierten brieflich oder telegraphisch — so Dr. Mühsam (Graz). Dr. Groß (Lundenburg), Dr. Leimdörfer (Hamburg). Schor und Gutmann aus Lemberg, Bauer (Mislitz). Cbajes, Rosenfeld. Friedlü ber (Budapest). Prediger Grün und dessen Bruder Dr. Frankl-Grün (Kremsier), Perles (Königsberg). Dr. Gutmann (Ung.-Ostra), Dr. Bach. Kurrein (T'plitz-Schönau). Herzl (Brody). die Herren D. Hirsch in Prag und Wöllin, Dr. Frost (Wadowice). Morgenstern (Jamuitz), Keßler (Gewitsch), Theodor (Bojanowo), Diamant (Schaffa). Die hiesigen Zöglinge der jüdisch-theologischen Lehranstalt hielten am vergangenen Sabbath einen Festgottesdienst ab und übernahmen dieselben sämmtliche synagogale Functionen, namentlich machte die glänzende Festrede des Cand. Hausner günstigen Eindruck. Er schilderte im Anschluffe an den Wochenabschnitt den Lebenslauf des Gefeierten, deffen hervorragende Leistung für die Wiffenschaft des Jüdenthums und für die religiöse Reform im Si.'.ne und Geiste Jellinek's, seines Freundes und mächtigen Förderers, der ja in erster Linie zu den Begründern des Betd-Ramidrascn gehört. Cand. Mehrer übernahm die Thora-Borlesung, die die alte Vortragsweise mit der >. odernen versöhnte. Nachdem Herr Lector Friedmann das Schehechione-Dankgebet und den Segen mit vibrirender Stimme gesprochen, wurde der von cand. Aptowitzer