Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 26 (28.6.1901)
- Date
- 1901-06-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 488 Nr. 36 Br. Vloch's Wvchrafchrrftvon der getroffenen Vereinbarung, von dem Eiuvernebmen mit der Opposition. das zwischen der Regierung und unserer Gxmeiflschaft abgeschlossen wurde, erhalten haben würden, — gabM-wir uns keiner allzu großen Entmuthigung hin. — XV. Neue Mission ins Ausland. Um die fremden Mächte über die Vorgänge in- RumÄyen aufzuklären, wurde abermals die -Absendung einer Mission ins Ausland beschlossen.-Mit-dieser Ausgabe wurden ein Delegirter aus Jassy und ich als Delegirter aus Buhlrest be-txaut. Wir begaben uns zuerst nach Berlin^ wo wir im November 1679 eintrasen. Wir stellten uns vor Ahlem Herrn Bleich rädert vor, der die Verhandlungen in der Affaire Stroußberg führte und in der Congreßzeit lebhaftes Interesse für uns an den -Tag gelegt hatte. Wir gaben ihm den Zweck unserer -Reise bekannt und unterrichteten ihn von der zwischen uns und der rumänischen Regierung getroffenen Vereinbarung, indem wir ihn zugleich baten, den Fürsten Bismarck von allen Vorgängen zu benachrichtigen, damit Deutschland, das ja den Vorsitz im Cougreß geführthatte, -sich nicht irreführen lasse und Rumänien als unabhängiges Königreich anerkenne, solange nicht die Bestimmungen des Berliner Pertrages treu erfüllt sind. Hierauf erwiderte Bleichröder: l^Sie wissen, daß Sie meine vollste Sympathie besitzen, und Ihnen sind auch die von mir aüsgewendeten Bemühungen bekannt, deren Ziel war, daß der hohe ' europäische Areopag Rumänien die Einhaltung der - Gesetze der Civilisation und des Fortschritts auferlege. Bisher ist auch Deutschland unerschütterlich geblieben und.hat die aufrichtige Erfüllung der Bestimmungen des Berliner Congresses gefordert. Allein, jede Regierung muß das unmittelbare Interesse des eigenen Landes über' das Interesse des humanitären Ideals stellen. Nun gibt die Judenfrage unserem Kanzler die Gelegenheit, einige hundert Millionen für den deutschen Säckel zu retten, die in den Händen ihrer Regierungen jeder Farbe, weißer oder rother, sehr gefährdet sind. Das ist ein Preis, um dessentwillen Deutschland nicht zögern kann, in Verhandlungen einzutreten. Es ist also das Beste, wenn Sie nunmehr sich an die Regierung wenden. Uebrigens bin ich dessen sicher, daß Fürst Bismarck Ne Betrügereien Bratianu's. Boerescu's und Anderer niemals zulassen wird. Bereiten Sie demnach die Denkschrift vor, die ich dem Kanzler übergeben werde. Stellen Sie darin den ganzen Gang der Verhandlung dar und ebenso die zwischen ihnen und dem rumänischen Ministerium getroffene Vereinbarung." Das thaten wir. (Fortsetzung folgt.) / Correspondenzen. Aus der Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde vom 20. Juni 1901 unter dem Vorsitze -es Präsidenten Herrn kais. Rathes Klinger. Beginn der Sitzung um V--6 Uhr Abends. Im Gnlaufe werden'zur Kenntniß gebracht an Spenden : Bon Herrn Rudolf. A u s p.i tz anläßlich der Vermählung seiner Tochter für das Armenamt dex.Cultusgemeinde . .. . . . . . . . Kr. 1000.— - r / Herxn Bernhard Hirsch, anläßlich der Vermählung seines Sohnes für verschiedene Wohlthatigkeitsanstalten.. r 1000.— r Frau Marie Donath für einen armen ' Haüdvrerker ..... ... 40.— / y Frau Cäcilie Fränk l, Wäsche und Kleider für das Altersversorgungshaus. ' Den Spendern wird der Dank votirt. Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete die infolge der genehmigten Aenderungen des Statutes erforderliche theilweise Neuconstituirung des Vorstandes. Nachdem der Präsident in der Sitzung vom 6. Jänner 1901 für eine dreijährige Functionsdauer gewählt wurde und das neue Statut, betreffend die Präsidentenwahl, eine Aenderung nicht involvrrt, kam nur die Neuwahl der beiden Vicepräsidenten und Vertreter zur Vornahme; hiebei wurden einstimmig die beiden bisherigen Vicepräsidenten und die vier derzeit fungirenden Vertreter in ihren Functionen bestätigt und des Weiteren die Herren: Dr. Felix K atz a u, k. k. Oberingenieur Arth. Edler v. Mises, k. k. Oberfinanzrath Dr. Benjamin Rappaport und Direktor Tbeod. R. v. T a u s s i g neu als Vertreter gewählt, so zwar, daß das Vertretercollegium nunmehr besteht: aus dem Präsidenten kais. Rath Klinger, den Vicepräsidenten Dr. Alfr. Stern u; d Dr. G. Kohn und den Herren: Theod. R. v. Goldschmidt, kais. Rath Mvriz Hirsch, Dr. Felix K o tz a u, k. k. Oberingenieur Arth. Edler v.. M i s e s, k. k. Oberfinanzrath Dr. Benjamin Rappaport, Dr. Maximilian Steiner, k. k. Baurath Wilh. Stiaßny, Direktor Theod. R. v. Taussig. Eine weitere Consequenz der genehmigten Statutenänderungen bildete die Beschlußfassung über die Bestimmung jener Angelegenheiten, welche vor Feststellung der Geschäftsordnung im Sinne des § 14 des Statutes dem Präsidium oder dem Vertreter-Collegium zur endgiltigen Erledigung zu übertragen sind. An der eingehenden Berathung hierüber betheiligten sich die Herren: Präsident kaiserl. Rath Klinger, Bice-Präsident Dr. Alfred Stern, Dr. Berger, Banrath v. Golds chmibt, Salo Cohn, Commercialrath Leopold Pollack, Oberfinanzrath Dr. Rappaport, Dr. Steiner, Baurath St i aß n y und kaiserl. Rath Weil. Die Beschlußfassung erfolgt im Sinne der Anträge des Herrn Oberfinanzrathes Dr. Rappaport und des Ersten Secretärs Herrn kaiserl. Rath Dr. Lieben, ivornach der Vorstand, Gebrauch machend von der nach § 14 des Statutes zustehenden Ermächtigung, vorbehaltlich des Rechtes jederzeitigen Widerrufes sämmtliche laufenden Angelegenheiten dem Präsidium, sowie alle jene Agenden, deren Behandlung nicht dem Gesammtvorstande unter allen Umständen überlassen bleiben muß, dem Vertreter-Collegium zur endgiltigen Erledigung überweist; im Uebrigen findet auch das Amendement des Herrn Dr. S t einer Annahme, dahingehend, daß die derzeit bestehenden sechs Sectionen provisorisch bis Ende des laufenden Kalenderjahres als Commissionen mit dem derzeitigen Wirkungskreise der Sectionen zu fungiren haben. Die bisher den Sectionen durch Einzeichnung in dieselben angehörenden Mitglieder werden für die genannte Zeitdauer per acclamationem in die Commissionen gewählt. Namens der II. Section referirt Herr Director Simon über den neuen Lehrplan für den Religionsunterricht an Mädchen- Lyceen. Der vorgelegte Entwurf, welcher in der Section die gründlichste Vorberathung erfuhr, wird ohne Debatte angenommen. Im Sinne der Anträge des Curatoriums der Dr. Moriz Rappaport'schen Stiftung für Preisausschreibungen (Referent Herr Vicepräsident Dr. Gustav Kohn) wird einhellig beschlossen, 2 Preisthemen mit dem Termine bis 31. December 1903 ausznschreiben, und zwar: 1. „Apologetik des Judenthums", mit dem Preise von L4000. 2. „Zur Geschichte des jüdischen Volksschulwesens in Oesterreich", mit dem Preise von L 1200; und weiters dem hervorragenden Gelehrten des jüdischen Schriftthums Herrn Lector M. Friedmann anläßlich seines siebzigsten Geburtstages aus den Mitteln der Stiftung und im Sinne des Stiftbriefes als Ehrengabe die einjährigen Zinsen des Stiftungscapitales zuzuwenden. Schließlich gelangt eine Angelegenheit zur Erledigung, welche seit Jahren den Vorstand des Oefteren beschäftigte, die Regelung des Verhältnisses des Armenamtes zur Armenanstalt. Herr Dr. K atz au stellt namens des Comitßs für die Reform der Armenpflege, betreffend die Uebertragung eines Theiles der Agenden des Armenamtes an die Armenanstalt, nachstehende Anträge: I. Die Besorgung jener Agenden des Armenamtes, welche in der Gewährung von einmaligen Unterstützungen an Arme in