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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-06-21 · 25 (21.6.1901) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
25 (21.6.1901)
Date
1901-06-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 26 Dx. Dwch's Wochrnfchrttr. Seite 423 zwölf Reichsthaler, als dritten Theil der zu dictirenden Strafe, mit Verschweigung des Namens geben Die Weinfälscher aber sollen zum erstenmal >6 Reichsthaler vor jeden Eymer geben, zum zweytenmal aller im Keller befindlichen Weine verlustig erklärt, davon dem Denunzianten der dritte Theyl gegeben und, wenn das Haus dem Fälscher gehört, eine schwarze Tafel mit Namen und Verbrechen des Wirths ausgehängt und ihm zeitlebens aller Schank verboten; Pächter des Landes verwiesen, Fuhrleute mit Karre und Wall-Arbeit, wenn sie Wasser in Fässer stillen, und dem Denunzianten 20 Thlr. zu bezahlen bestraft werden." Vom judenremen Spanien erzählt der antisemitische „Freie Beobachter" ,(22. August) spaltenlang seinen Lesern. Die spanischen Pfadfinder der Neuen Welt hätten nur „den Ecwerbsgeist habgieriger Juden" gehabt. Waren das nicht gut arische Christen? „Von den drei Elementen, die die spanischen Colonien gegründet haben, waren jene aus dem Adel und der Armee hervorgegangenen Männer das bahnbrechende; das zweite war der Clerus mit seinem Bekebrnngseifer; das dritte die am Ausgange des feudalen Zeitalters die Führung nehmende Monarchie, die Krone. Kaufmannschaft, Gewerbe und Ackerbau wirkten zwar ebenfalls mit, kamen aber jenen gegenüber lange nicht zur Geltung. Hierin war auch der bis heute fortwirkende Grundfehler dieser Colonisation gegeben." Hier bedauert das Antisemitenblatt entgegen seinen Gepflogenheiten. daß z. B. Kaufmannschaft und Gewerbe fehlten, und hielt Adel. Armee, Clerus und Krone für kolonisatorisch ungeeignet! Jetzt folgt eine drastische Schilderung der Thätigkeit der christlichen Spanier: „Grund und Boden nahm der nach Reichthnm und Wohlleben strebende Adel in Besitz, der massenhaft nach Spanisch-Amerika answanderte. Gab es doch allein in der Stadt Lima 45 Grafenfamilien und war doch jeder dritte Mensch von spanischer Herkunft adelig! Der Clerus überschwemmte die neuen Länder mit religiösen Orden, Klöstern und Bettelmönchen und wußte bcsid ungeheuren Grundbesitz zu erwerben; daher von Reichthümern strotzende Kirchen, Glaubens- Verfolgung und Inquisition, Zurückdrängung aller Bildung und Knebelung der Presse-- ganz wie daheim. Die Verwaltung endlich brachte den Geist des Mißtrauens und der amtlichen Einmischung mit; daher macchiavellisiische Neqierungsgrniidsätze, stete Bevormundung und Abtödten aller Selbstverwaltung und Selbstthätigkeit im Volke. Von Anfang an hegte die spanische Regierung die Besorgnis, die Colonien möchten eines Tages vom Mntterlande abfallen. Diese Befürchtung veranlage eine Menge von Maßregeln, die darauf abzielten, die Colonien nicht so reich und stark werden zu lassen, daß ihnen Selbständigkeitsgelüste kommen könnten Beispielsweise suchte man das Wachsthum ihrer Bevölkerung durch Erschwerung der Auswanderung zu beschränken, infolge dessen es um die Mitte des XVI. Jahrhunderts in der ganzen neuen Welt 15.000 Spanier gab. Diese genügten aber, um viele Millionen der gntmüthigen Indianer zu vertilgen, ganze Völker buchstäblich auszurottcu uud den „Wilden" einen Begriff von unserer „christlichen C u l t u r" beiznbringen, welcher zahllose Indianer den Selbstmoro, den Scheiterhaufen oder das Schaffst vorzieheu ließ. Als diese entsetzliche Blutarbeit verrichtet war, führten die Spanier an Stelle der braunen die schwarze Sclaverei ein. Die ungeheuren Colonien dienten hauptsächlich dazu, eine Menge adeliger spanischer Familien zu bereichern. Sie stahlen, raubten und zogen die Eingeborenen ans. Die Hauptsache war die Ausbeutung der Gold- und Silberminen. Der Hauptfehler in der Verwaltung der Colonien war. daß man den A ck e r b a u, die Grundlage allen Wohlstandes, den Indianern überließ. Die s p a n i s ch e.n C o l o n i st e u siedelten sich nicht als Ackerbauer in Gehöften an, sondern zogen in der Mehrzahl in die Städte. Einerseits entsprang dies dem Sicherheitsgefühl im feindlichen Lande und dem Umstande, daß unter ihnen verhältnißniäßig wenige Bauern, anderseits aber war es ganz die heimische Art; denn auch in Spanien überwiegen die Städte und selbst die Landbevölkerung sitzt' dort in kleinen Städten und Dörfern zusammen und vermeidet die Anlage von Gehöften, die thatsächlich sehr selten sind. Es scheint das ein Erbstück aus der Zeit der maurischen Herrschaft zu sein, ein übles, denn der Ackerbau bleibt überall zurück, wo die eine rationelle Bodenwirthschaft herbeiführenden Einzelgehöfte fehlen. So ist es auch in den spanischen Colonien gegangen, wo Alles in die Städte drängte. Eine solche Entwicklung ist ungesund, denn wo die Einwanderung sich ganz und gar den Städten znwendet, da ist die Production schwach. Tie Städte wurden der Sitz von Speculanten und reichen Nichtst h u e r n, die ungeheure Einnahmen aus ihren Minen verpraßten und weitgehenden Luxus entfaltewn. Die Geschichte der Minen verzeichnet fabelhafte Erträge. So gewann die Grafenfamilie Fazagoa einmal aus einer Erzader im Bezirk Sombrerete netto zwanzig Millionen Mark. Minen, die jährlich ihre Millionen Mark abwarfen, waren etwas ganz Gewöhnliches; aber auch sechsfache Renten kamen vor. Ifl eine andere Art der Bestattung als die des Begravens im Iudenthume zulässig oder nicht? Von Rabbiner Dr. M. Klotz in Prag. In unserer Zeit, wo die Leichenverbrennung auch in jüdische Familien sich Eingang zu verschaffen gewußt hat, dürfte es angezeigt und von Interesse sein, die Frage zu erörtern, ob in Bibel und Talmud sich Stellen finden, in denen die Leichenverbrennung untersagt wird. In den späteren Religionscodices wird zwar das Begraben als die alleinige und ausschließliche Art dcr Bestattung vom religionsgesttzlichen Standpunkte ausgestellt; dennoch aber steht es uns frei, zu fragen, ob in den alten Quellen, in Bibel und Talmud sich für diese Behauptung Belege finden lassen. Wir fangen mit der Bibel an. Ans Jeremia 34. 5. scheint zwar hervorzugeh-u, daß die Verbrennung der königlichen Leichname im Judenthume üblich gewesen sei. In diesem Sinne faßte die Zunz'sche Uebersetzung diese Stelle aus, welche wörtlich lautet: „Und wie man Dein»' Väter verbrannt hat, so wird man Dich verbrennen." Di" Auffassung aber ist nicht richtig, denn das dort stehende bedeutet nicht die Verbrennung des Leichnams, sondern die von Svecereien, welche bei Bestattungen von Königen in großen Mengen zu geschehen pflegte. (Vergleiche 2. Chronik 16, 14.) Eineinzige Stelle findet sich doch in der Bibel, wo von einer Verbrennung der Leiche die Rede ist. 1. Sam. 31, 13 wird berichtet, daß der Leichnam Sauls und seiner Söhne von den Bewohnern von Iabesch Gilead verbrannt wurde. Isaak Abravanel (1437—1500) gibt in seinem Commentar zum Buche Samuel zur Stelle folgenden Grund für die Verbrennung des Leichnams Sauls und seiner Söhne an. „Die Leichen hätten nämlich übel gerochen und W irmer wären schon aus ihnen herausgeki ochen; man wollte sie nicht mit den Würmern begraben und so verbrannte man das Fleisch und begrub die Knochen." Diesen Grund könnte man aber nur dann gelten lassen, wenn die Voraussetzung von dem üblen Geruch und dem Herauskriechen der Würmer auf Gewißheit beruhen würde. Die Leichen aber haben im Ganzen nur zwei Tage gelegen, und es ist daher nicht anzunehmen, daß in dieser kurzen Zeit sich Würmer in den Leichen hätten ansammeln können, zumal er uns noch den Beweis schuldig geblieben ist, daß der Himmel während dieser zwei Tage nicht bewölkt war und die Sonne beiß brannte. Wir glauben, daß der Gmnd für die Verbrennung kein anderer als folgender gewesen sein könne: Es schmerzte die Bewohner von Iabesch Gilead sebr, daß die Petischtim die Leichnams des Königs und seiner Söhne mißhandelten. Um sie vor dieser Schändung zu retten, verbrannten sie sie in aller Eile, begruben sie aber nicht aus Furcht, daß die Petischtim, wenn sie Kunde davon erhielten, die Leichen wieder ausgraben .würden, um ihre Schändung an ihnen fortzusetzen. Für diese Begründung können als Beleg die Worte angeführt werden: „und sie gingen die ganz? Nacht", das heißt sie trauten sich nicht, ihr Vorhaben am helllichten Tage auszusühren, daher gingen sie heimlich in der Nacht, nahmen die Leichname Sauls und seiner Söhne von der Mauer von Bet Schon, kamen mit ihnen nach Iabesch und verbrannten sie noch eiligst in derselben Nacht dortselbst. Sonst ist in der Bibel nirgends von Verbrennung der Leichen die Rede. Abraham begräbt seine Sarah in dem von ihm für schweres Geld erworbenen Erbbegräbniß, in der Höhle Machpela (Gen. 23, 20); in letzterer wird auch er selbst von seinen beiden Söhnen Jsank und Jsmael begraben (ibid. 25. 9). Debora, die Amme Rebekka's stirbt auf der Rückkehr Jacobs und wird unterhalb Beth-El unter einer Eiche begraben, (ibid. 35, 8). Auch Rahel stirbt untirwegs und wird auf dem Wege nach Efrat. das ist Bethlehem begraben (ibid. 35, 19). Isaak stirbt alt und leb>nssatt und wi'd von fernen Söhnen Eiau und Jacob beg aben (ibid. 35, 29); wo er aber becnaben wird, ist nicht angegeben. Jakob's Lch>>am wird von E chpten nach Cbebron gebracht und in der Höble Machpela begraben, (ibid. 50, 13.) Hinaegen berichtet die Schrift von Josef, daß man deffen Le'che nach seinem Tode einbalsamirte und in euren Sarg in Egypten lkut- (ibid. 50, 26); was aber mit dem Sarg geschah, ob ec in die Eroe gelegt wurde oder unbeerdigt liegen blieb, wiffen wir nicht, da die Schrift uns hierüber im Unklaren läßt. Dies bil-

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