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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-06-14 · 24 (14.6.1901) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
24 (14.6.1901)
Date
1901-06-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 24 Vloch's WorrrrnschrifL Seite 407 Kaiser Franz Josef-Ferienheim. In den allgemeinen Audienzen hat jüngst der Kaiser die aus der Präsidentin Frau Sofie Grünfeld und den Herren kaiserlichen Rath N. Sch esst el und kaiserlichen Rath Johann Lichtenstadt bestehende Deputation des Ferienheims empfangen. Frau Grünfeld dankte dafür, daß der Monarch gestattet habe, daß das aus Anlaß des Regier»ngsjubitäums des Kaisers neugegründete Ferienhaus in Tisch nowitz den Namen „Kaiser Franz Josef-Ferienheim" führe, und fügte hinzu, daß am 16. d. M. die feierliche Einweihung dieses Hauses, das 325 Kinder während des Sommers beherbergen werde, stattfinden wird. Frau Grünfeld unterbreitete die ehrfurchtsvolle Bitte, der Kaiser möge dieser Feier beiwohnen. Der Monarch erwiderte, es habe ihn gefreut, den Wunsch des Vereines erfüllen zu können, für dessen patriotisches Wirken er seine volle Anerkennung ausspreche. Der Kaiser erkundigte sich über die Vereinsverhältnisse und nahm mit Wohlgefallen die Mittheilung der Präsidentin entgegen, daß schon 3000 Kinder versorgt worden sind, daß die Knaben während des Ferienaufenthaltes militärische Abrichtung erhalten und daß die kranken Kinder nach Bädern wie Darkau und Hall gesendet werden. Der Kaiser wiederholte, daß es eine sehr dankenswerthe Bemühung sei, für die armen Kinder zu sorgen und erkundigte sich auch bei den genannten Herren über die Thätigkeit des Bereins, wobei der Monarch abermals sich sehr lobend über die Bereinsziele aussprach. In gnädigster Weise wurde sodann die Deputation entlassen. Wien. (25jährige Jubelfeier des Bethausvereines „A m V o l k e r t".) Einen sehr schönen und würdigen Verlauf nahm die anläßlich des 25jährigen Bestandes am Samstag den 1. d. M. veranstaltete Jubelfeier im Bethause des Vereines. Es hatten sich zu derselben seitens des Cultusvorstandes die Herren Dr. Gustav Kohn, Dr. Marc. Spitzer, Eltbogen und Gewitsch, zahlreiche Vertreter anderer Bethausvereine unter Anderen die Herren G. Bettelheim vom IX.. Dr. Straßer vom III. Bezirk, Salomon Meisels, Weichselbaum, Kollieb und Achselrad vom polnischen Tempel, die Herren Anton Löw und Salomon Triger vom Bethaus Livias Chen, sowie die Herren Obercantor Guttmann und Bauer eingefunden. Eingeleitet wurde die Feier durch den stimmungsvollen Vortrag des Ma towu, den Herr Obercantor Maier Seifert unter Assistenz eines verstärkten Chores mit seinen reichen Stimmittelu sehr schön zur Ausführung brachte. In seiner Begrüßungsansprache warf Herr Obmann Adolf Schrämet zunächst einen Rückblick auf den Werdegang des Vereines, beleuchtete sodann die hervorragende Stellung, welche der gemeinschaftliche Gottesdienst im Geistes- und Gemüthsleben der Juden einnimmt und pries sodann die glorreiche Regierung unseres erlauchten Kaisers Franz Josef I., unter dessen väterlichem Schutze allen guten Bestrebungen ihr Gedeihen gesichert ist. Hierauf wurde die Volkshymne von sämmtlichen Festtheilnehmern angestimmt. Nachdem der Wochenabschnitt verlesen, bestieg Herr Rabbiner Dr. Daniel Fink die Kanzel, um das Wort zu seiner Festpredigt zu ergreifen. Dieselbe war eine wahrhaft oratorische Musterleistung und bildete den Glanzpunkt des wohlgelungenen Festes. Ebenso tief empfunden als abgerundet in ihrem Gedankengange, gelangte sie durch eine vollendete Darstellung zu einem gewaltigen Eindruck auf die Schaar der Zuhörer, welche das Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen füllten. Es wäre zu wünschen, wenn diese Predigt durch die Drucklegung weiteren Kreisen zugänglich gemacht würde. Bei dem sich anschließenden Nussak-Gebete fand Herr Obercantor Seifert wiederum reiche Gelegenheit, seine vorzügliche Begabung zur Geltung zu bringen. Auch diese Feier ließ aufs Neue erkennen, wie durchaus unzureichend das vorhandene Bethaus für den starkbevölkerten Stadttheil ist. Die Errichtung eines eigenen und hinreichend geräumigen Bethauses ist eine Nothwendigkeit, der sich der Verein kaum länger noch entziehen darf. Budapest. (Die Generalversammlung des Pest er israelitischen Frauenvereines) fand am 24. Mai Nachmittags unter dem Vorsitze der Präsidentin Frau Marie Herz! statt. Dem zur Verlesung gelangten Jahresberichte entnehmen wir Folgendes: Im abgelaufenen Verwaltungsjahre wurden an momentanen Unterstützungen X 33.639, an monatlichen regelmäßigen Unterstützungsbeiträgen X 29 427, an vierteljährlichen Zinsbeiträgen X 11.206, an Wöchnerinnen K 836, und an Heirats-Ausstattungsbeiträgen X 1376, zusammen L 76.384, im Baarem als Unterstützungen vertheilt. Im Mädchen- Waisenhaus dieses Vereines wurden 53 gänzlich verwaiste Kinder, in dessen Baron Hirsch-Halbwaisenasyle 50 Kinder erzogen und betrugen die Ausgaben für beide Anstalten, sowie für die theils extern, theils bei ihren Angehörigen untergebrachten 70 Waisenmädchen, insgesammt demnach für 173 Waisenmädchen K 70.295 21. In der Volksküche dieses Vereines speisten vom 1. April vorigen Jahres bis 1. April l. I. 158.439 Personen ohne Unterschied der Consession, hievon gänzlich gratis 20 351 Personen, zumeist arme Studirende, außerdem in der Zeit vom 15. December v. I. bis 15. März l. I. 5211 arme Schulkinder, darunter 1400 Kinder gänzlich gratis. Die Action, welche der Verein zur Linderung des großen Elends der Arbeitslosen im verflossenen Winter entfaltet hat, wird gleichfalls mit Genuqthuung hervorgehoben, da in der Zeit vom 2. Jänner bis 15. Februar, also während 6 Wochen, an 40.500 Personen in der Abendzeit eine Schale warmer Suppe und Brot unentgeltlich verabfolgt wurde. Die Verwaltungskosten der Volksküche betrugen X 46.784'96. Die Gesammtausgaben für sämmtliche Zweige seiner Humanitären Wirksamkeit, hinzugerechnet die allgemeinen Verwaltnngskosten des Vereines, betrugen X 190.601'56, welchen nur Einnahmen im Betrage von 168.695'79 gegenüberstehen. Das Vereinsvermögen hat sich um X 41.897'67 erhöht. Bezüglich des in der Jökaigasse neuerbauten Mädchen-Waisenhauses wird mitgetheilt, daß dasselbe bereits vollendet ist und demnächst seiner Bestimmung übergeben wird. Das alte Waisenhaus in der Damjanichgasse wurde durch die Budapester Brzirkskrankencasse um den Preis von X 232.000 angekanft. In pietätvoller Weise wird des Ablebens der Frau Leop. V. Heidlberg gedacht. Mit lebhaftem Bedauern wurde der aus Gesundheitsrücksichten erfolgte Rücktritt der Frau Alexander v. Lederer zur Kennlniß genommen. Auf die hiedurch vacanten zwei Stellen wurden Frau Josef Wolfner und Frau Berthold Herzmann in den Ausschuß berufen. Der Bericht wird zur Kenntniß genommen, dem Ausschüsse das Absolutorium ertheilt und der Präsidentin, den V cepräsidentinnen, Vorsteherinnen, Ausschußmitgliedern, und dem verdienstvollen Vereinssecretär Gabriel Forrai, sowie der Presse Dank ausgesprochen. Schließlich wurden die als Rechnungs- und Bilanzrevisoren wirkenden Herren Ludwig v. Bisicz, Berthold v. Goldberger, Wilhelm Leipziger und Adolf v. Ullmann, sowie Herr Ludwig v. Krauß zu Ehrenmitgliedern ernannt. Budapest. (Ungarisch-israelitischer Handwcrks- und Ackerbauverein.) Dem soeben erschieuenen Rechenschaftsberichte über die Thätigkeit des Vereines ist zu entnehmen, daß die Anforderungen an denselben sich täglich steigern und es der Anspannung aller Kräfte bedarf, dieselben bewältigen zu können. Der Andrang von Zöglingen wächst von Jahr zu Jahr und gestalten sich die Schwierigkeiten immer größer, diese Zöglinge einer für ihre künftige Lebensstellung vorlheilhaften Ausbildung zuzuführen. Die moderne Richtung, in der sich Industrie und Handel derzeit bewegen, macht die Handwerke zum Thecke überflüssig. Andererseits stellt sie an den Professionisten Anforderungen, denen man nur durch eine specifische Ausbildung in zeitgemäß aus gestatteten Fachschulen gerecht zu werden vermag. Die Bereinsleitung geht nun daran, all' diesen Schwierigkeiten dadurch Herr zu werden, daß sie, selbstverständlich so weit es die materiellen Mittel gestatten, die Zöglinge in staatlichen Gewerbe- und Fachschulen ausbilden läßt. Die Kosten dieser neue i Methode erhöhen sich deshalb bedeutend, weil die Zöglinge in einem vom Vereine errichteten Internat vollständig bekleidet, verpflegt und beherbergt werden müffen. Es muß constatirt werden, daß die in dieser Richtung erzielten Erfolge sehr günstig ausgefallen sind und dazu ermuntern, in der neuen Bahn der Fortbildung der Vereinszöglinge intensiv und extensiv rüstig sortzuschreiten. Von hohem Interesse sind die Versuche, einen Theil der Pfleglinge auch dem Ackerbauwesen zu widme». Auch hierin hat die Vereinsleitung ein sehr dankbares Feld der Thätigkeit betreten, und es ist nur zu billigen, wenn der Verein in Hinkunft eine größere Zahl von mit den nöthigen körperlichen Kräften ausgestatteten Knaben der agrarischen Thätigkeit zuzuführen gedenkt. Der kleine, zur Berichterstattung zugewiesene Raum gestattet leider eine größere Ausführlichkeit nicht. Es sei daher nur in Kurzem hervorgehoben, daß der Ung.-lsraelrtische Handwerks- und Ackerbauverein eine gesegnete Wirksamkeit an den Tag legt, für die er sich den Dank eines jeden Patrioten, namentlich aber eines jeden Glaubensgenossen verdient hat. Der Bereinsbericht gedenkt noch besonders der hervorragenden Thätigkeit, welche die Herren Ausschußmitglieder Jonas Händler und der bekannte Schriftsteller D. H. S p i tz e r im Interesse der Ver-

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