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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-05-31 · 22 (31.5.1901) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
22 (31.5.1901)
Date
1901-05-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 374 Vr. Vloch's Wachrnfchrtfi. Nr. 32 Unglücklicherweise wollte Joan Bratianu meinen! Rathe nicht folgen und machte die Einwendung, es sei ein Jrrthum, zu glauben, Europa werde nichts anderes zu thun haben, als sich mit den rumänischen Juden zu befassen. Die Folge lehrte, daß er sich im Jrrthum befand, während ich die wirklichen Ereignisse vorausgesehen habe, die für uns so erniedrigend und mit so viel Schwierigkeiten verknüpft waren." Nachdem wir dem Minister Cogalniceanu unseren Dank für seine edlen Gesinnungen ausgesprochen hatten, brachten wir zu seiner Keuntniß, auf welche Weise unsere Versammlung mit dem Delegirten der Opposition in Beziehung trat, und wir fügten hinzu, daß wir das schmerzliche Opfer der Capitulatiou in einer für uns so wichtigen principiellen Frage und die Zustimmung, als „Fremde" behandelt zu werden, nicht den Feinden, nicht der Opposition, darbriugen wollen, sondern der Regierung, unter der Bedingung, daß diese sich bereit erklärt, die Punkte der Resolution anzunehmen, welche wir namens der Versammlung ihr unterbreiten. Cogalniceanu nahm Einblick in die fünf Punkte und erwiderte sodann: „Sie wollen wissen, ob die Regierung zustimmen werde, 3000 Ihrer Glaubensgenossen das Jndigenat zu verleihen? Gut, ich bekenne, daß wir bereit sein würden, die dreifache Zahl zu genehmigen, wenn es die Herren von der Opposition thun. Aber als rumänischer Minister werde ich niemals zugestehen, daß die jüdischen Soldaten verpflichtet sein sollen, um ihre Naturalisation anzusuchen. Nein, eine solche Gemeinheit werde ich niemals dulden. Wer die rumänische Uniform trägt, wer unter der Fahne gedient hat, um die Ehre und Unabhängigkeit des Vaterlandes zu vertheidigen, der braucht nicht um die Naturalisation zu betteln, er ist von rechtswegeu rumänischer Bürger, er ist mehr Rumäne als ich und die Delegirten der Opposition. Ich muß 'Sie aufmerksam machen, in Ihren Schritten vorsichtig zu fein und sich von dieser judenfresserischen Fraktion nicht uaSführeu zu lassen. Wie Sie wissen, hat die Opposition, die nicht einmal Ihre Eigenschaft als rumänische Uuterthaueu anerkennt, in ihrem Anträge, unseren fünften Absatz, betreffend das kumulative Zugeständniß der Naturalisation an die in der Liste verzeichneten Personen, gestrichen. Sie besteht darauf, zu erkennen zu geben, daß es sich um eine Naturalisation von Fremden handelt, welche von den gewöhnlichen Kammern, und nicht von einer Constituante, die den Artikel 7 der Verfassung zu revidiren hat, zu bewilligen ist Sie müssen deshalb darauf bestehen, daß sich die Opposition förmlich verpflichte, die Naturalisation gleichzeitig mit dem Artikel 7 zu genehmigen, und daß die beiden Beschlüsse vereint dem Senat und der Regierung zur Sanktion vorgelegt werden. Denn, wenn dte Naturalisation nicht gleichzeitig mit dem Artikel 7 durch die Zustimmung des Senates und die Sanktion des Staatsoberhauptes Gesetzeskraft erlangt, so laufen sie Gefahr, daß diese Herren von der Opposition ihre Verpflichtungen verleugnen und ihre Zustimmung verweigern. Was ihre anderen Forderungen betrifft, erkläre ich Ihnen, daß die Regierung sie annimmt und sich verpflichtet, vom Parlament die Abschaffung oder Abänderung aller Gesetze zu verlangen, welche mit diesen Forderungen nicht übereinstimmen, insbesonders jene, welche das Advocatengewerbe betreffen, so daß Ihre Glaubensgenossen, welche rumänische Unterthaneu sind, trotz der Beschränkung in Ausübung politischer Rechte, der bürgerlichen Rechte in vollem Umfange cheilhaftig sein und ruhig ihren Geschäften nachgehen werden. Wir dankten aufs Neue dem Minister für dessen Fürsorge und baten chn, um jedes Mißverstäudniß zu beseitigen, von der nachfolgenden Resolution, die wir unter uns beschlossen hatten, Kenntniß zu nehmen: a) Die Localcomitös jedes Bezirkes werden die von den einzelnen durch die Gemeinden bezeichneteu Personen unterschriebenen Naturalisationsgesuche sammeln. b) Die unserem Comite anvertrauten Gesuche werden der Regierung übergeben, sobald diese dem Parlament die uns gegenüber übernonnnene Verpflichtung wird mitgetheilt haben, die sich auf die Abschaffung der einschränkenden Gesetze bezieht, und sobald die Kammer von der Erklärung unter Aufnahme ins Protokoll Kenntniß genommen haben wird. Wir fügten hinzu, daß wir angesichts der großen Verantwortung, die wir übernehmen, indem wir unsere Glaubensgenossen veranlassen, sich mit der individuellen Bewerbung zufrieden zu geben und im Hinblick auf das außerordentliche Wohlwollen des Ministers ihn bitten, dieses Uebereiukommen auch vom Ministerpräsidenten Ivan Bratianu bestätigen zu lassen. Hierauf entgegnete Cogalniceanu: Ich begreife wohl Ihre Bitte und pflichte Ihnen aus ganzem Herzen bei. Ich will auch selbst Sie nicht nur beim Ministerpräsidenten einführen, sondern im. vollen Ministerrathe, damit der Präsident in Gegenwart aller Mitglieder der Regierung die Ihnen gegenüber übernommene Verpflichtung bestätige, denn ihr hervorragend patriotisches Verhalten verdient diese Feierlichkeit. Correspondenzen. E. B. Wien. (Verein zur Verpflegung jüdischer Brust leidender auf dem Land-e.) Die Mittheilung, daß dem obgenannten Verein von der Frau Baronin Popper geb. v. Hahn in bekannter Großherzigkeit ein Grundstück in RoLnau zur Erbauung eines Krankenheimes gespendet worden ist, hat zahlreiche Leidende veranlaßt, an den Verein mit der Bitte um Aufnahme in die Verpflegung heranzutreten, als ob dieses Heim schon erbaut wäre. Dazu hat es aber noch gute Wege. Es wird noch ein Jahr oder^zwei währen, ehe das Krankenhaus der Benützung wird zugeführt werden können. Der Andrang brustleidender Glaubensgenoffen an den Verein ist aber ein außerordentlich großer. Die Vereinsleitung hat, um wenigstens theilweise Hilfe zu gewähren, beschlossen, die Patienten vorläufig in Miethwohnungen in RoLnau unterzubringen. Bon den vielen hundert Bewerbern konnten nur 90 berücksichtigt werden, u. zw. waren diese Bewerber ärztlicherseits als der Pflege am dringendsten bedürftig empfohlen worden. Bedauerlich ist es, daß dem Vereine nicht die Mittel zu Gebote stehen, allen Anforderungen entsprechen zu können, welche die brustkranken Glaubensgenossen an ihn stellen. Alan hat keine Ahnung davon, wie verbreitet die Lungentuberkulose mit allen ihren Abarten unter der jüdischen Bevölkerung, namentlich unter der ärmsten ist. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit und der Pflicht der Nächstenliebe, in dieser Richtung Hilfe zu schaffen. Thue Jeder nach seinen Kräften, es trage Jeder bei, die schönen und edlen Ziele des Vereines zu ' fördern. Es wird dann nicht nur Trost, Linderung und Heilung den Kranken bereitet werden, sondern auch spätere Generationen von den hereditären Folgen verschont bleiben. Es dürfte sich empfehlen, daß die Bereinsleitung an die Gemeinden, aus welcher die in Pflege befindlichen Patienten stammen, herantritt, behufs Erreichung einer Vergütung eventuell eines Beitrages für die aufgewendeten Kosten, um so gewissermaßen dem Vereine reichlichere Mittel zuzuführen und seinen schönen Zwecken voll und ganz genügen zu können. Wien. Samstag am 1. Juni l. I. um 7,10 Uhr feiert der israelitische Bethausverein am Volkert in seinem Tempel, 1!., Fugbachgasse 7, das Jubiläum seines 25jährigen Bestandes. Der Verein hat aus diesem Anlasse eine historische Darstellung seiner Vereinsgeschichte publicirt vom Beginn seiner Wirksamkeit bis heute. An der Spitze des Vereines wirkt seit Jahren mit Aufopferung, feinem Tact und großer Umsicht Herr Adolf Schlramek als Obmann. Dem Vorstande gehören folgende Mitglieder an: Herr Elkan Bauer, Julius Beck. Hermann Braun, Ludwig Cantor. Hermann Ehrenfeld, Gustav Frankl, Ignatz Freundlich, Josef Friedländer, Benjamin Hofman, Salomon Hoffman, Moritz Jellinek, Wilhelm Kohn, Max Kraus, Jacob Mittler, Bernhard Pick, Heinrich Rosenblatt, Adolf Schrämet, Leopold Spitzer. Jglau. Am 28. April fand hier die diesjährige Generalversammlung der OLa^ra-LackiseLg. statt. Der Vereinspräsident Herr Wilhelm Oesterreicher begrüßte wärmstens die zahlreich erschienenen

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