Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 21 (24.5.1901)
- Date
- 1901-05-24
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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aaaajamiM» . •-«-■ j ... Nr. 21 Dr. BloE^ Chöre... überirdische Chöre.. . das Rauschen silberweiß schimmernder Flügel ... die sich kreuzenden Strahlen göttlicher Augen... der Glanz weißer Gesichter.. . Sterne, die am blauen Himmelszelt, zu einer Aureole vereint, dahinschweben... rysige und silberweiße, ihre Farben himmlischen Morgenröthen entlehnende Wolken ... Kaskaden von Rosen und Lilien und Rosen- und Liliendust!... Und in dem endlosen, melodischen Flüstern der weißen Schwingen, in dem Sang der Stimmen, die in dem Raume der Unendlichkeit sich verlieren, bei der leisen Begleitung der silberbesaiteten Lauten erklingt plötzlich eine einzige Stimme. Und in dem Strahlenglanze dieser einen Stimme verstummen und verlöschen alle Hymnen und Gesänge. Der König der Lieder! Der Brust des Königs der Lieder entströmt ein über alle erhabenes Lied, das Lied der Lieder! Meine Kniee neigten sich, meine Arme breiteten sich aus in leidenschaftlicher Anbetung... ein Gefühl unendlicher Seligkeit, wie man es auf Erden gar nicht kennt, bemächtigte sich meines ganzen Seins ... Ich erhob das Auge zum Himmel und erblickte zwischen den Wolken die silberschimmernde Gestalt eines Erzengels, der mit seiner silberbeschwingten, silberstimmigen, silbrrbesaiteten Schaar über mir, der ich so elend war, dahinschwebte! „Jsrafil! Jsrafit! Jsrafil!" In dieser Nacht kam er zu mir, er, der die Finger Davids auf den goldenen Seiten der Laute führte, der die verstummte Leier Israels an den Weiden Babylons aufhängte, er stieg nieder zu mir. der Geist meiner Heimat, der Erzengel des hebräischen Liedes! . . . * Jetzt wissen Sie, Herr Professor, wer jener „Jsmael" ist, der, überirdischen Klängen lauscheno, dann seine „Hebräischen Melodien", die „Psalmen Davids", seine Symphonie „Jsrafil" und „Christus auf dem See Genezareth" in die Welt entsendet. Der Herr rettete meine Seele aus der Finsterniß und im Lande des Herrn preise ich seine Wege. Sie werden auch verstehen, warum der Schöpfer dieser Werke, der sonderbare, im Verborgenen lebende Schöpfer nicht kommt, um den Beifall und die Lorbeeren, welche Orchester und Sänger ernten, für sich in Anspruch zu nehmen. Sie werden verstehen, warum meine in Elend und Exil lebenden Brüder diese Werke den „Gojim" verkaufen. Es ist himmlische Manna für sie und Ihren treuen Jsmael." Briefkasten. „Zelot". Von Diderot stammt das Wort: „Fanatismus und Intoleranz sind auch mit dem Atheismus vereinbar. Er bringt einen Hochmuth mit sich gegen Alle, die in ernsten Dingen nicht so denken wie wir." 91. . SB. Das sind Dinge, in die wir uns nicht mengen. Aber wir glauben, daß die Aufdringlichkeit, mit welcher Dr. Lueger die Worte des Erzherzogs Franz Ferdinand für seme Zwecke fructificiren will, schließlich die entgegengesetzte Wirkung haben wird. I. W—g. Das ist ein Jrrthum. Die Dame, deren Nanien in dem Prospekt des „Zuckerlfestes" figurirte, steht in keinem verwandtschaftlichen Verhältnisse zur Familie des Ritter von Gutmann. M L—b. Herr Schwer, der Redacteur des „Deutschen Volksblattes", hat jedenfalls der Präsidentin der antisemitischen Frauenversammlung es zu danken, daß sein Name mit dem Ehrentitel: „Bluthund von Polna" verknüpft bleibt. Arthur L. Es ist jedenfalls ein neckischer Zufall, daß an der Spitze des Katholischen Schulvereines, der jetzt das Entzücken Lueger's bildet, die Herren Dr. Caspar Schwarz und Dr. Porz er — getaufte Juden — stehen. M. W—dt. Das „Deutsche Volksblatt" hat seine jüngsten erlogenen „Blutabzapfungs-Geschichten" mit der Bemerkung versehen, dieselben würden im Parlament zur Sprache kommen. Damit sollte wohl die Confiscation desBlattesverhütet werden. G. H. Dr. Adolf F i s ch h o f wurde von der bäuerlichen Bevölkerung in Emmersdorf und Umgebung, die ganz gut wußte, daß er ein Jude sei, geradezu wie ein Heiliger verehrt. Anton H. Der Urlaub des Herrn Vice-Bürgermeisters Strob a ch, der bekanntlich vor 14 Tagen eine Kaltwasserheilanstalt aufsuchen mußte, war bekanntlich um weitere sechs Wochen verlängert worden. Es scheint, daß die stete Handhabung des Hausknecht-Paragraphen selbst die Nerven eines Strobach angreifen mußte. W. H - g. Aus dem Processe ging hervor, daß die „Freundin" des Herrn P u r s ch t die Besitzerin eines öffentlichen Hauses war. welches ste sich mit demGeldediesesHerru gekauft h a t t e. Wochenschrift. «etre 3«s A. W—t. Die antisemitischen Blätter unterschlagen beinahe ausnahmslos die Testamentsbestimmung des Domchormeisters Prcyer, wonach sein Vermögen zu wohlthätigen Zwecken^o h ne. U wt e rschied der Confession gewidmet sein soll.' Das Unterschlagen ist bei manchen dieser Leute schon zur zweiten Natur geworden. „Nengieriger." Der Scherz, für den der Lehrer I o r d a n so hart gemaßregelt wurde, war folgender: Auf das Rundschreiben eines Geistlichen an seine Collcgen. sie mögen den Lebenswandel der Lehrer überwachen, empfahl Herr Jordan in einer Briefkastennotiz — im scherzhaften Tone —, die Lehrer seien aufzufordern, das Leben der Geistlichen zu überwachen. I. Z—tz. Unter den Beschuldigungen, die Herr F a r e k, der ehemalige Freund des Herrn Klofac, gegen diesen Abgeordneten erhoben, befand sich auch folgende: Während der Prager Unruhen habe Klofac (1897) verkleidet die Menge gegen die Juden geführt, bei denen er im Jahre 1900 um Geld für die Wahlen bettelte... Herr Klofac hat bekanntlich die Ehrenbeleidigungsklage gegen Farek zurückgezogen. BczirKsrabbiner Ar. Bosentnann n. }m beehren sich, allen Freunden und Bekannten die Geburt eines Söhnchens höflichst anznzeigen. Der Beris findet Dienstag den 28. d. M. 10 Uhr Vormittags statt. Floridsdorf, 21. Mai 1901. 83» Ebenbürtige Partie ®7 seitens Verwandter wird gesucht für einen in London etablirten Grosskaufmann, 25 Jahre alt, Israelit, aus alter erstklassiger Familie. Genauere Angaben event. mit Photographie, die nichtconvenirendenfalls mit den Briefen zurückgesandt wird, werden erbeten nur von Eltern oder Vormündern unter Chifire „J. B. 5083" an die Expedition des „Berliner Tageblatt", Berlin 8. W. JULIUS MEINL Kaffe e - Import WIEN-BUDAPEST-BRÜNN CENTRALE? WIEN.!., FLEISCHMARKT 7 Filialen in wien: II. Taborslrasse 26 III. LandslTasse Haupt-strasse *if IV. Wiedener Haupi-strasse 16 VI. Mariahilfersrrasse 31 Vil.NeusHfl-gasse 28 VII. MariahiiferslTasse 112 IX. ServiFengasse 12 X. HimbergerstTasse17 XiLSchönbrunnerslrosss 261 XVII. Hernalsep-Linie Stadtbahn-Viaduar 86 XVIILWähringen-Linie Stadtbahn--Viaduch 118