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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-05-24 · 21 (24.5.1901) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
21 (24.5.1901)
Date
1901-05-24
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 31 Dr. Vloch'5 Vv^krnfchrm» Sette 361 IX.» Porzellangässe 54, (ordinirt täglich von 1—3 Uhr). Beitrittserklärungen werden entgegengenoimnen beim Präsidenten Herrn M. Pilpel, IX., Hahngasfi 30 und im Vereinsiocale Cafö Kraus, IX., NotheAöwengasse 10. Beitrittsgebühr 3 Kronen. Monatsbeitrag 1 Krone. Hollefchau. (Todesfall.) Durch den Heimgang der Frau Fanni G ratz er, welche ihren Gatten, den Großindustriellen Herrn Laz'ar Grätzer. ein Jahr nur überlebte, hat unsere Gemeinde einen unersetzlichen Verlust erlitten. Alle Wohlthätigkeitsvereine und Wohlfahrtsinstitutionen unseres Bezirkes werden die unausfüllbare Lücke schmerzlich, empfinden; denn einen vollen Ersatz für diesen edlen Schutzgeist aller Hilfesuchenden dürften wir kaum sobald wiederfinden Die ungeheuere Theilnahme seitens aller staatlichen und städtischen Behörden und der weitesten Kreise der Bürgerschaft, ohne Unterschied des Glaubens uud des Standes, an dem imposanten Leichenbegängnisse, die zahllosen Thränen, welche bei der tiefergreifenden Leichenrede unseres hochverehrten Herrn Rabbiners Dr. I. Freimann unaufhaltsam flössen, legten beredtes Zeugniß ab von der Beliebtheit der früh Vollerrdeten und der aufrichtigen Trauer ob deren allzufrühem Hinscheiden. Nicht nur auf der Gedenktafel des Stiftungshauses, welche ihre hochangesehenen Kinder in der Gemeinde jetzt errichten, wird ihr Name neben dem des unvergeßlichen Gatten in goldenen Lettern prangen, sondern auch in den Herzen aller Gemeindeangehörigen wird er — dauernder als in Erz und Marmor — unvergänglich fegenstiftend fortleben als ein vorbildliches Beispiel der Güte und der Barmherzigkeit zur Nacheiferung im Edelsinn des Herzens. Krems a. d. Donau. Sonntag den 12. d. M., um 4 Uhr Nachmittags, fand das Leichenbegängniß unseres langjährigen, verdienstvollsten Vorstandsmitgliedes des Herrn Leopold Zeilinger in Krems statt. Von Nah und Fern strömten Leute herbei, um dem Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen, und Tausende betheiligten sich an der Leichenfeier, denn der Verblichene war allgemein beliebt und geachtet und nahm eine hervorragende Stellung in der Kaufmannswelt ein. Nach Absingung des Trauerpsalms ergriff Herr Rabbiner Dr. Weiß dos Wort und widmete dem Verstorbenen einen ergreifenden Nachruf. Er schilderte die hohen Tugenden des Verstorbenen, hob hervor, wie er es durch Fleiß, Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit zu einem angesehenen Kaufmann brachte. Auch das Wirken für die Cultusgemeinde wurde seitens der Rabbiners anerkannt. Am offenen Grabe nahm in rührendster Weise im Namen des Vorstandes ein Vorstandsmitglied Abschied. Gr.-Meseritsch. Am 8. d. M. traf eine Nachricht hier ein, welche wie ein Blitz aus heiterm Himmel die ganze Gemeinde in tiefste Trauer versetzte^ Einer eingelangten telegraphischen Depesche zufolge war nämlich unser Rabbiner Herr Dr. M. Weiner in Karlsbad, woselbst er feit kaum 8 Tagen zum Eurgebrauche weilte, leider verschieden. Die erste und angelegentlichste Sorge galt der Ueberführung in unsere. Gemeinde, woselbst der theure Verblichene als Rabbiner und Seelsorger 35 Jahre, hindurch verdienstvoll gewirkt hat. Den vereinten Bemühungen eines Sohnes, des Med.-Dr. Weiner, und der Eultusgemeinde-Vertretung gelang es, die schier unüberwindlichen Hindernisse zu beseitigen, um die Ueberführung — einen Act aufrichtiger Pietät der Gemeinde gegenüber ihrem Seelsorger — durchzusetzen. Die am 16. d. M. stattgehabte Leichenfeier gestaltete sich zu einer imposanten Trauerkundgebung, an der sich sämmtliche Behörden, alle öffentlichen Aemter, Honoratioren, Vereine 2c., sowie die Gesammtbevölkerung dieser Stadt betheiligten. In dem schwarz drapirten und beleuchteten Tempel, der von Trauergästen aus Nah und Fern dicht gefüllt war, war der Leichnam vor der Estrade aufgebahrt worden. Unter den Trauergästen sind besonders hervorzuheben: der hochwürdige katholische Dechant Herr Pernica, dessen persönliche Betheiligung an dem Leichenbegängnisse den schönsten Beweis ausgezeichneter liberaler Denkungsart liefert, dann der k. k. Bezirkshauptmann Herr Frei, sowie Herr k. 1 Landesgerichtsrath Simecek. Die Trauerfeier begann mit dem Abfingen der üblichen Trauerpsalmen, die vom Obercantor Steiner in Begleitung eines verstärkten gemischten Chores in ergrifender Weise vorgetragen wurden. Zur Leichenfeier waren von der Gemeinde drei Rabbinen berufen worden, u. zw. Herr Dr. Pollak aus Trebitsch, Herr Dr. Groß aus Lundenburg und Herr Dr Freimann aus Holleschau, welche nacheinander die Kanzel besttegen, um die Tugenden und das verdienstvolle Wirken, sowie dastiefe, talmudische Wissen des theuren Verblichenen zu schildern und dem tiefen. Schmerz der Gemeinde und Familie ob des herben Verlustes Ausdruck zu verleihen, wobei kein Auge thränenleer blieb. Sodayn wurde der Sarg vom Cultusvorstande in den Leichenwagen gehoben, dem die Schuljugend mit der Trauerfahne voranschritt und dem ein schier endloser Zug folgte. Am offenen Grabe sprachen die vorbenannten Herren Rabbinen ergreifende Worte des Abschiedes und dankten allen Anwesenden, insbesondere aber dem hochwürdigen Vertreter der kath. Religion und den Behörden als Hütern des Gesetzes für die. warme.Theilnahme. Der theuere Verblichene wird stets in ehrendem Andenken unserer Gemeinde unvergeßlich bleiben. I. 8t. Nugy-Kanizsa. Am 11. d. M. fand die erste Prüfung der oberen Abtheilung der zu Anfang des Schuljahres neu creirten Talmud- Thora-Schule unter der Leitung des Herrn Armin DomLny, Professors der hierortigen Handelsschule, statt. Die aus dem hiesigen Gymnasium und der Handelsschule sich, recrutirenden Hörer dieser Abtheilung haben aus dem Propheten Jeremias I.—X. nach vorangegangener kurzer Einleitung über das Leben und Wirken des Propheten den hebräischen Text mit vorzüglichem Verständnisse des Inhaltes und entsprechender grammatikalischer Analyse treu und richtig übersetzt Der anwesende Talmud-Thora-Vorstand, sowie die übrigen hiezu geladenen Hebräischkenner äußerten über den geleisteten Unterricht ihre vollkommene Zufriedenheit und sprachen dem Professor Anerkennung und gebührendes Lob aus. Zum Schluffe richtete der Oberrabbiner Herr Dr. Neumann einige beherzigenswerthe Worte an die Schüler, sie ermahnend, in dem Geiste der prophetischen Ausführungen zu leben und den gegebenen moralisch-sittlichen Anleitungen nachzusteben. G-. Trenefen-Teplitz. Zahlreiche Leser der „Oesterreichischen Wochenschrift" wird die Mrttheilung intereffiren, daß in unserem Badeorte nunmehr eine streng rituelle Restauration eröffnet wurde. Die Herren Brüder S. u. H. Hirsch aus Mattersdorf, welche Jahre hindurch die Schechita in Ischl versehen haben, entschlofleu sich, in Trencsen-Teplitz eine streng koschere Restauration zu eröffnen. Das Local ist in sehr guter Lage im Park gewählt und vorzüglich eingerichtet, mit elektrischem. Licht und Veranda. Abbazia. (Verlobung.) Herr k. k. Statthalterei- Concipient Brun.o Herbert L ü t t i n g e r hat sich mit Fräulein Hedwig Margarethe Roth, Tochter des Herrn M. D. Roth in Abbazia, verlobt. Drohobyez. 20. Mai. Se. Ehrwürden Herr Dr. M. Jung in Ungarisch-Brod wurde gestern vom verstärkten Cultusrathe einstimmig zum Oberrabbiner der hiesigen Cultusgemeinde gewählt. Zu unserer Gemeinde, in welcher der Rabbinerposten seit 18 Jahren vacant ist, gehören 79 Gemeinden mit 30.000 jüdischen Seelen. Oderberg. Sonntag, den 19. Mai. Nachmittags 4 Uhr, fand im hiesigen Tempel die erhebende Feier einer Thora-Einweihung statt. Die Rolle nebst der dazu gehörigen Sammthülle ist eine Spende des hiesigen Restaurateurs Herrn Josef Zänker, während der Silberschmuck vom Bahnhof-Restaurateur Herrn Victor Lustig gestiftet wurde. Die Feier wurde durch den trefflich geschulten Chor eingeleitet und erreichte ihren Höhepunkt in der vorzüglichen und äußerst wirkungsvollen Rede Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. Spiro aus M.-Ostrau. In derselben wurde den Spendern der Dank der Gemeinde ausgesprochen. Die Feier, der auch zahlreiche Andersgläubige beiwohnten, schloß gegen 5 Uhr und hinterließ bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck. L. S. Botuschan. (Todesfall.) In Botuschan stärb im hohen Alter von weit über 80 Jahren in den letzten Halbfeiertagen Hillel K a h a n a, dessen Tod von allen jüdischen Gelehrtenkreisen tief betrauert werden wird. Kahana gehörte seit einem halben Jahrhundert der jüdischen Literatur an, die er als Dichter und Gelehrter durch ausgezeichnete Arbeiten und selbstständige Werke, worunter „Geliloth ha-Erez“ besonders hervorzuheben, vielfach bereichert hat. Schade, daß von letzterem Werke der zweite in der Niederschrift schon druckfertig gewesene Theil durch Brand unwiderbringlich verloren gegangen ist. Feuilleton. Unsere Feiertage. (Ein Cyclus.) II. S ch e w u o t h. Nicht immer wir weilten In dumpfen Städten, Bon Mauern umgeben, Bon Haß umlodert. Einst wuchsen wir auf In Luft und Sonne, Bebauten den Acker. Zogen die Traube. Der glücklichen Zeit, Wo die goldenen Aehren, Die Frucht uns'rer Arbeit, Vom Felde wir brachten, Gilt dieses Fest. Wir schmücken die Räume Mit grünen Zweigen Zum Angedenken. * * *

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