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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-05-17 · 20 (17.5.1901) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
20 (17.5.1901)
Date
1901-05-17
Page
– (sequence 14)
Language
German
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i j «muff jay. "■ ^«a'jMBgaajE.!! ~,f MjMffjaa Sette 346 Dx, Bloches WoÄienschTifL Nr. 20 wo er sich durch seine Leutseligkeit und Humanität die Sympathien Aller erworben, die Gelegenheit hatten, mit ihm in Verkehr zu treten. Wie». Sonntag den 5. Mai l. I. fand am hiesigen Central- Friedhofe das Leichenbegängniß des Herrn Abraham Z a f, ehemaligen langjährigen Bürgermeisters von Austerlitz, statt. Die überaus zahlreich anwesenden Leidtragenden, welche dem Verstorbenen das letzte Geleite gaben, darunter die Vorstände der israel. Cultusgemeinde Wien, der Gesammtvorstand des Tempelvereincs Josefstadt mit dem Präses Herrn Herman Beck — Schwiegersohn des Verblichenen — Deputationen der Chewra-Kadischa, ein großer Kreis von Freunden und Bekannten, gaben Zeugniß von deren großen Beliebtheit, deren sich der Verstorbene erfreute. An seiner Bahre trauert seine einzige Tochter, die durch ihr humanitäres Wirken bestens bekannte Frau Amalie Beck, Präsidentin des Frauen-Wohlthätigkeitsvereines in der Josefstadt, in welcher sich alle Tugenden ihres Vaters wiederspiegeln. Herr Obercan or Fuchs trug in ergreifender Weise in Begleitung des Chorpcrsonal s die rituellen Gebete und Gesänge vor. Retz. (Gründung einer israelitischen Cu lt u s g e m e i n d e.) Das k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht hat sich laut Erlasses vom 28. März 1901, Z. 35612 ex 1900, bestimmt gefunden, die in dem Sprengel der Gerichtsbezirke Haugsdorf, Oberhollabrunn, Ravelsbach und Retz gelegenen Ortschaften aus dem Verbände der israelitischen Cultusgemeinde Horn vom 1. Jänner 1902 angefangen auszuscheiden und von diesem Zeitpunkte an für die Israeliten in den gedachten Ortschaften eine neue israelitische Cultusgemeinde in Oberhollabrunn zu errichten. Krems a. -. D. Die Vertretung der israelitischen Cultusgemeinde in Kreuis gibt hiermit die traurige Nachricht von dem Hinscheiden ihres langjährigen verdienstvollen Vorstandsmitgliedes, des Herrn Leopold Zeiltnger, welcher nach längerem Leiden Donnerstag den 9. d. M. um 7*3 Uhr Früh im 62. Lebensjahre selig in dem Herrn entschlummert ist. Die jüdische Gemeinde verliert in dem Heimgegangenen ein treues, eifriges und verdienstvolles Mitglied, dem sie ein warmes Gedenken bewahren wird. Olmütz. Wir haben bereits in der vorigen Nummer von der Beerdigung der Frau Fanny Baß geb. Müller berichtet, welche noch an der Seite ihres Galten auf dem alten Olmützer Friedhofe eine Ruhestätte gefunden. Die Heimgegangene, Mutter des Wiener Hof- und Gerichls-Advocaten Dr. Alois Baß, eine Cousine des bekannten Docenten Dr. Joel Müller, war eine Frau von tiefer Religiosität und unerschütterlichem Gottvertrauen. Sie genoß allgemeine Verehrung, welche sich auch bei der zahlreichen Betheüigung an der Beerdigungsseierlichleit offtnbarte. Melnik. (Hochherzige Widmung.) Der lövl. Vorstand der Cultusgemeinde Reichenberg hat anläßlich des Regierungsjubrläums Sr. Majestät dem Pensionsfoude für israel. Lehrer, deren Witwen und Waisen in Böhmen den Betrag von 800 fl., zahlbar in 4 Jahresraten, gewidmet. Dieser Tage erfolgte nun die Einzahlung des ganzen Betrages an die Cassa des Pensionsfondes. Diese hochherzige Zuwendung verdient' allgemeine Anerkennung und Bekanntmachung. O, würde sie doch die mit Glücksgütern Gesegneten zur Nachahmung aneisern! Der Foud bedarf noch großer Mittel, soll er seinem Namen entsprechen. Ec ist bis jetzt nur im Stande, 35 Percent der Normalpension von 600 fl. zu bieten. Was soll ein arbeitsunfähiger Lehrer mit 210 st., was eine Witwe nach einem solchen mit 105 fl. anfangen? Und der Percentsatz wird in den nächsten Jahren wegen Anwachsens der Aspiranten noch sinken, wenn nicht ausgiebige Stärkung erfolgt. Darum helfe, wer nur ein wenig Dankoarkeit für seinen Lehrer im Herzen fühlt! Schwedt a. G., 12. Mai. Zum Rabbiner der hiesigen Cultusgemeinde ist Herr Dr. I. Holzer, Zögling des Berliner Rabbinerseminars, einstimmig gewählt woroen. Berli«. Um vielfach ausgesprochenen Wünschen entgegenzuwmmen, hat der Ausschuß des Verbandes jüdischer Literaturvereine in Deutschland sich entschlossen, das Gedenkbuch für Samuel David Luzzatto und den letzten Band des Jahrbuches für jüdische Geschichte und Literatur pro 1901 allen Rabbinern, Lehrern und Cantoren, die sich direct unter Einsendung des Betrages an Herrn Maximilian Hey mann, Berlin, N. W. Roonstraße 9 wenden, so weit der Vorrath reicht, zu dem ermäßigten Preise von Mark 1.— inclusive Porto zu überlasten. Dessau. 1. Mai. Frau Baronin Cohn-Oppenheim ist „in Anerkennung ihrer in wahrhaft hochherziger Weise durch Schenkungen und Stiftungen bethätigten Liebe für ihre Vaterstadt" durch ein¬ •3..A. -—-- stimmigen Beschluß des Gemeinderaths zur Ehrenbürgerin der Stadt ernannt worden. Am gestrigen ersten Jahrzeitstage ihres Vaters, des Herrn Baron Cohn, wurde der edlen Philanthropin durch die Herren Oberbürgtrmeister Dr. Ebeling und Stadtverordneten-Vorsteher Justizrath Döring der künstlerisch ausgeführte Ehrenbürger-Brief feierlich überreicht. Marburg. Herr Rabbiner Dr. Bamberger-Schildberg ist als Nachfolger des Herrn Dr. Lange zum Rabbiner des „Vereins zur Wahrung der religiösen Interessen in Westfalen" gewählt worden. Köln. Ein Sohn unserer Stadt,. Herr Ernst Kassel in London, hat dem hiesigen „Israelitischen Asyl für Kranke und Altersschwache" eine hochherzige Spende von 270.000 Mark überwiesen und dadurch die längst notwendige Erweiterung der vortrefflichen Anstalt, welche den Bedürfnissen nicht mehr entspricht, ermöglicht. London. Aus einen Bericht des Marschall Roberts hat der König von England dem Major Walter Karri-Davies den Hosenbandorden und dem Oberstlieutenant David Harris den St. Michael- und St. Gevrgenorden verliehen. Major Walter Karri-DavieS ist der zweite Jude in England, der den Hosenbandorden erhalten hat. Albany, 23. April. Im Senat passirte heute eine Dringlichkeitsbotschaft des Gouverneurs, die im Hause schon gestern angenommene Bill Adlers, der zufolge jüdische Fleischhauer, welche ihr Geschäft am Samstag zuhalten, am Sonntag alle möglichen Fleischsorten verkaufen dürfen. Die betreffende Bill (Gesetz) ist vom Gouverneur auch bereits unterzeichnet worden. — Im Staate New-Aork dürfen die Fleischer Sonntags ihr Geschäft nur bis 10 Uhr Vormittags offen haben. Feuilleton. Ismael. Psychologische Skizze von Janina Veaudouin de Courtenay. Autorisirte Uebersetzung aus dem Polnischen von Malwina Blumberg. (Fortsetzung.) In meinem Zimmer angelangt, hörte ich bereits das Rufen der Kutscher und das Fortrollen der wartenden Wagen, als plötzlich leise an die Thür geklopft wurde. Ich öffnete und sah zu meinem Erstaunen meinen kleinen Schüler, der mir abermals um de» Hals fiel, und dann mit geheimnißvoller Miene leise zu flüstern begann: „Jemand bittet sehr, sehr, daß Sie auf einen Augenblick hinunter kommen. Er hat Ihnen etwas sehr, sehr Wichtiges mitzutheilen." „Was ist denn das für ein Geheimniß?" fragte ich lachend, da mich der pausbäckige Verschwörer belustigte. „Weißt Du was, mein Herz, ich bin sehr müde und auch für Dich wäre es längst Schlafenszeit. Das Beste ist, wir gehen Beide zu Bett!" „Nein, das geht keineswegs!" rief der Kleine feierlich. „Dort wartet man auf uns!" Da ich sah, daß er sich nicht so leicht würde abweisen lassen, ging ich mit ihm. Ich vermuthete, daß einer der jungen Leute, neugierig, Einzelnheiten über meinen Ausflug zu vernehmen, das Kind zu mir geschickt hatte und wollte der Sache so rasch als möglich ein Ende machen. Der Kleine geleitete mich an einen offenen Wagen und im Dämmerlicht erkannte ich zwei Frauengestalten: die schöne Griechin und ihre Gesellschafterin, eine ältere Dame. Nach schüchternem Zögern und halb verständlicher Abbitte begann das junge Mädchen mit unterbrochener Stimme zu sprechen: „Ungewöhnliche, unerwartete Thaten rufen unwillkürlich die gleichen Gefühle hervor. . — Man bewundert und verehrt.. Ich kenne ein wenig Ihre Vergangenheit . . . daher ist es mir auch klar, daß Ihre heutige Handlung nicht ein plötzlicher Ausbruch von Heldenmuth, sondern eine, Ihnen innewohnende, hohe Charaktereigenschaft ist.. Wenn Sie das Haus meines Vaters und das meinige . . . d. h., das Unsere mit Ihrem Besuche beehren wollten.. . Sie würden uns damit ein ganz besonderes Vergnügen bereiten. Ich benütze das Vorrecht der Hausfrau. . . (mein aam

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